„Mobiles Arbeiten“ versus „Home-Office“

Doch auch das längere Gespräch mit der Service-Hotline hat ja letztendlich ein Problem gelöst und so läuft dieser Tag unter dem Oberbegriff: Ein erfolgreicher und schöner Tag.

Jeder Anruf, jede Mail, war heute ein Schritt vorwärts und jedes Mal ein Haken mehr auf meiner To-Do-Liste.

Mein Chef ist aus dem Urlaub zurück und so hab ich mir meinen Urlaub im August gleich mal genehmigen lassen…und im 2er Teams-Meeting mit ihm am Nachmittag gab es dann gleich noch weitere Punkte die ich von meiner Liste streichen konnte.

So wie ich heute auch noch von einem deutschen Teamleiter aus einem anderen Bereich erfahren habe, werden wohl nach und nach Vereinbarungen mit den Mitarbeitern getroffen, in denen jedem Mitarbeiter einen Tag in der Woche „mobiles Arbeiten“ zusteht…..und jeder Teamleiter kann darüber hinaus den Mitgliedern seines Teams weitere mobile Arbeitstage genehmigen, solange das Arbeiten auf diese Art funktioniert. Einen Anspruch hat der Mitarbeiter jedoch nur auf den einen Tag.

Das sind richtig gute Neuigkeiten…denn da sehe ich in meiner Abteilung wenig Probleme. Meinem Chef in DK ist es egal, ob er mich im Büro oder im Home-Office anruft…..hahahaha und unsere Meetings finden sowieso im virtuellen Raum statt. Im Gegensatz zu meinem Controller-Kollegen, hab ich meine Arbeit auch schon überwiegend auf digitale Bearbeitung umgestellt. Damit sollte es zukünftig möglich sein, weiterhin 2x in der Woche im Homeoffice zu arbeiten. was mein erklärtes Ziel ist.

Nur heißt es dann eben offiziell nicht „Home-Office“, sondern „mobiles Arbeiten“. Da die Bezeichnung „mobiles Arbeiten“ ein niedrigschwelliger Anreiz für den Arbeitgeber ist, dieses den Mitarbeitern zu ermöglichen.

Beim klassischen Homeoffice ist der Arbeitgeber verpflichtet einen komplett den Arbeitsschutz-Regeln entsprechenden Arbeitsplatz beim Arbeitnehmer Zuhause einzurichten. Während der Arbeitgeber beim „mobilen Arbeiten“ nur die mobilen Endgeräte und den Zugang zur Verfügung stellt….mehr nicht.. Mobiles Arbeiten muss daher nicht zwingend in den eigenen 4 Wänden stattfinden, sondern theoretisch ginge es überall, wo man eine Internet-Verbindung nutzen kann.

und in genau 14 Tagen starte ich meinen Sommer-Urlaub – FREU

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Baustelle im Job und vor dem Fenster

Baustelle im Job und vor dem Fenster

Die gesamte Woche war….schwierig.

Während mein direkter Kollege sich im Dauer-Kampfmodus befand (noch 1 Woche – dann hat er endlich Urlaub) und er mehr als einmal, laut darüber nachgedacht hat, einfach alles hinzu werfen…hat direkt vor unserem Fenster eine Großbaustelle begonnen.

Schon seit Wochen konnten wir erahnen, das es bald los gehen wird…und in dieser Woche war es dann auch soweit…ein riesiger…ja was ist das eigentlich…haushoher Bohrer, der Löcher in den Boden gräbt, um dann später an gleicher Stelle riesige Platten, die wie Spundwände aussehen, im Boden zu versenken. Na egal…auf jeden Fall macht das Ding einen heiden Lärm.

Also haben wir die Wahl: Entweder frische Luft und irrsinnige Lautstärke oder aber relative Ruhe, dafür bei der Schwüle in der Stadt im eigenen Saft schmoren (es gibt tatsächlich keine interne Belüftung oder Klimaanlage). Wir sind da unterschiedlicher Auffassung….ich bin ja für die frische Luft.

Dazu bin ich jetzt unvermittelt in den firmeninternen Kampf um Informationen zwischen Dänemark und Deutschland geraten…Da das Hamburger Büro ja nur eine kleine Exklave ist, kommen die Informationen aus der Zentrale nicht immer bei uns an…und wenn, dann viel zu spät und das heißt: jetzt brennt es…und in meinem speziellen Fall in dieser Woche, hab ich erst nachmittags mitbekommen, das ich für eine der Gesellschaften am gleichen Tag einen vorgezogenen geschätzten 1/2-Jahres-Abschluss abgeben sollte. Ein kleiner Satz in einer weitergeleiten E-Mail…

Zum Glück war einer der Inhaber aus DK vor Ort und als er mich am Abend fragte, warum ich eigentlich immer noch da sei, ich wäre ja schon vor ihm im Büro gewesen hab ich es erklärt…und dann hat er mich ganz schnell nach Hause geschickt…die DK-Kollegen hätten ihm bereits am Vormittag so einen Abschluss präsentiert…da hätte wohl jemand vergessen, mich zu informieren. So manches Mal kann ich meinen Kollegen also verstehen, wenn er sich ärgert…

Während mein direkter Kollege dabei immer wieder über Zeitmangel klagt, kann und will er sich aber auch nicht auf das Wesentliche konzentrieren…sondern verliert sich im Klein-Klein der Arbeit. Ich hab vorsichtig versucht ihm zu vermitteln, das ich seinen Ärger verstehen kann, es aber aktuell besser wäre, wenn er diesen Kleinkrieg um Nichtigkeiten nicht jetzt führen würde, und er sich stattdessen lieber auf die großen wichtigen Dinge konzentriert, die jetzt zeitlich im Vordergrund stehen… stehen müssen….

Lach…KEINE gute Idee…. auf die Tirade die dann folgte, wusste ich dann auch nichts mehr dazu zu sagen…und hab einfach die Klappe gehalten….Aber auch das ich Rücksicht nehme, wollte er dann nicht klaglos hinnehmen…und war beleidigt als eine Kollegin mich nach etwas Grundsätzlichem fragte und wir in den Besprechungsraum gegangen sind…das war ihm dann auch nicht Recht…so hat er ja nicht mit bekommen, was sie mich gefragt hat… Das Gute ist, der Kollege meint mit dem Motzen nicht MICH…ist jeden Abend und Morgen freundlich und nett zu mir und dann können wir uns auch gut unterhalten…ich bin gleichbleibend freundlich …. aber zum Quatschen bin ich in dieser Woche lieber zu den anderen Kollegen gegangen…

Am Freitag hat er dann den Vogel abgeschossen….als wir über die MWST-Senkung und die notwendigen Anpassungen im System gesprochen haben, wollte er unbedingt das ich ihm das Thema Innergemeinschaftliche Erwerbe / Lieferungen und den Unterschied zu den innergemeinschaftlichen sonstigen Leistungen im Reverse Charge-Verfahren nach 13b USTG erkläre…. und dann wollte er unbedingt alles JETZT sofort im System ändern….

Wieder so eine Sache, die nicht unbedingt JETZT sofort geändert werden muss….es reicht doch, wenn wir erst einmal die 16%/ 5% in unserem System anlegen…die anderen Änderungen aufgrund eines falschen Verständnisses für das Thema, laufen schon so lange bei ihm unter den falschen Begrifflichkeiten, das können wir noch später ändern…Aber nein…

…es kam wie es kommen musste, nach seinen Änderungen hat es bei ihm im System nicht mehr funktioniert …und auf seine fast panische Überreaktion, kam die Frage ob ich ihm wohl helfen kann… (zur Erinnerung er arbeitet seit 8 Jahren mit dem ERP-System…ich seit 3 Monaten)….

..und ja ich hab den Fehler gefunden. Grins – das ist eine meiner Stärken: wenn jemand ungeduldig wird, weil ein Programm nicht funktioniert, dann werde ich noch ruhiger und suche in den Grundeinstellungen… hier merkt man wieder, wie hilfreich meine Erfahrungen als langjähriger Key-User eines SAP-vorgelagerten Sytems sind…wenn Kollegen bei der Bedienung eines Programms Probleme hatten, riefen sie bei mir an…und erst wenn ich normale User-Fehler ausgeschlossen hatte, hab ich das Problem an die IT weiter gereicht.

Ich dagegen werde ungeduldig und laut und kann sogar ausrasten wenn die Hardware nicht funktioniert…die Berechtigungen nicht klappen, die Zugangsdaten nicht stimmen…wenn integrierte Systeme nicht laufen oder ich es nicht schaffe ,die verschiedenen Teile an eine Dockingstation zusammen zu schließen…das überfordert mich ..lach…

Nun gut…die Woche war also in vielerlei Hinsicht anstrengend…und an den Abenden war ich dann entsprechend platt. Während ich es am Montag noch geschafft habe, abends meine große Runde zu walken, hab ich an den anderen Tagen mittags eine kleine Runde in der Mittagspause gedreht…und mich abends auf die Couch gefreut.