kein Wein um den Ärger runter zu spülen….seufz

Nach einem schwülheißen Tag, ist es nun endlich, nach 22 Uhr, wieder angenehm draussen und ich bin auf den Balkon gegangen.

Es ist schon eine Weile her, das ich dabei den Wunsch verspüre mich dort mit einem Glas Weißwein niederzulassen und die Abendkühle zu geniessen und gleichzeitig einen nicht ganz so angenehmen Tag mit kleinen und bewussten Schlucken eines leckeren Weins runter zu spülen. hahaha – ja manchmal vermisse ich die Selbstverständlichkeit einfach zu einem Glas Wein zu greifen.

Stattdessen gibt es warmen Tee…meiner Gesundheit zuliebe und gebe dem Wunsch nicht nach. Das hebe ich mir für schönere Momente auf, anstatt meinen Frust damit runter schlucken zu wollen. Bis vor 3 Jahren habe ich gerne abends auf dem Balkon gesessen und den Abend bei einem Glas Wein ausklingen lassen. Heute ist es eher eine seltene Ausnahme.

Während sich meine Arbeits-Situation weiterhin angenehm entwickelt, ist die Stimmung im Team sehr unbeständig…Der Frust der Kolleginnen über unseren Chef nimmt stetig zu, und ich hadere mit dem geplanten Büroumzug und den Auswirkungen, die das auf mich und meine Sitzplatz-Situation haben wird.

Kollegin Katrin hat jetzt Ansprüche angemeldet, das sie bei dem Umzug auf der Seite sitzen möchte, auf der ich sitze. Ich bin es gewohnt, das ich das Fenster immer auf der rechten Seite habe…und wie Ihr vielleicht ahnen könnt, möchte ich auch weiterhin genau so sitzen…ich sitze seit mehr als 15 Jahren immer so, das das Fenster auf meiner rechten Seite ist – mir fallen solche Änderungen nicht so leicht….um nicht zu sagen…genau solche Dinge fallen mir schwer.

Aber ich habe auch keine Lust auf einen Streit und habe mich letztlich bereit erklärt…wenn wir sowieso ins andere Gebäude ziehen müssen, mit direkter Sonnen-Einstrahlung und viel mehr Wärme, dazu direkt an der Straße und mehr Durchlauf-Verkehr von Kollegen und mit den Toiletten direkt gegenüber….dann kommt es jetzt auf DAS auch nicht mehr an.

Nachdem ich meinen Kolleginnen also genau das mitgeteilt habe, kam die Mitteilung von unserem Chef, die Raumaufteilung sei ja noch gar nicht fix. Die Büroräume sind noch gar nicht final zugeteilt. Seitdem habe ich das Thema nicht mehr angesprochen…von meiner Seite aus, war alles gesagt und auch meine Kolleginnen haben sich zu meiner Entscheidung nicht geäußert.

Und kaum startet heute unser wöchtenliches Team-Meeting zusammen mit dem Chef, wurde ich ganz unvermittelt von Kollegin Cordula genau zu dem Thema angemotzt…ich hätte umsonst alle verrückt gemacht und das nur weil ich die 1. Variante eines möglichen Sitzplan „aus-spioniert“ habe….

Bitte??? was soll das denn….ich habe von einem jungen Kollegen die Info erhalten, das der Plan in einem der Büros aushängt…also bin ich zusammen mit einer anderen Kollegin, die mit dabei war, hingegangen und wir haben uns den Plan angeschaut und haben ein davon Foto gemacht. Nichts von wegen ausspioniert…das Büro ist offen zugänglich – ebenso der Plan.

Ich war über den gereizt-aggressiven Tonfall von Kollegin Cordula sehr verwundert und habe entsprechend geantwortet und mich verteidigt. Leider reagiere ich immer sehr schnell auf die gleiche Art, wie man mich anspricht…anstatt mir ihren Ton zu verbitten. Tja klug war das nicht von mir.

Im nachhinein ärgere ich mich über mich selbst -aber auch über die Kollegin…aber ich war so überrumpelt ….sooo und das ist der Ärger den ich nun mit warmen Zitronentee versuche runter zu spülen. Was sollte denn dieser verbale Angriff auf mich? und was hat sie überhaupt damit zu tun…es ging um Kollegin Katrin und mich…nicht um sie.

Bei einem weiteren Versuch von Kollegin Cordula mich während unseres Meetings zu einem anderen Thema verbal abzuwatschen, habe ich besser reagiert – und meine Argumentation zu Ende geführt. Sie muss ja gar nicht meiner Meinung sein -aber ich lasse mir das Wort nicht abschneiden.

Letztlich ist es für mich ein Zeichen, wie angespannt die Kollegin gerade ist. den Rest des Meetings blieb ich dann eher stumm….waren eh nicht meine Themen – aber es dauerte noch eine Weile bis der sogenannte „Allgemeine Teil“ beendet war und ich gehen konnte…während die Drei dann noch den spezifischen Teil (der mich nun überhaupt nicht betrifft) besprechen konnten.

Ich bin zurück zu meinem Arbeitsplatz und habe mich für den Rest des Tages nur noch um meine Themen gekümmert….hatte keinerlei Lust mir, von welcher Seite auch immer, die Probleme und Sorgen der Anderen anzuhören. Sollen die das doch unter sich ausmachen…als seelischer Mülleimer war ich mir dann doch zu schade.

Mein restlicherArbeitstag war so dann auch sehr angenehm….aber ich habe mich immer noch geärgert…

Nachtgold

Ich hab heute beim Einkauf für die Firma im Großhandel, mal einen Blick durch die Weinabteilung schweifen lassen…meinen aktuellen Lieblingswein haben die auch vorrätig…prima, dann brauche ich den nicht über das Weingut zu bestellen, sondern kann den gleich hier mit nehmen, der Brutto-Preis ist derselbe und ich spare mir die Versandkosten und den Verpackungsmüll.

Dann fiel mir noch eine Flasche ins Auge – ein Eiswein mit dem Namen Nachtgold

In den frühen Morgenstunden, werden die Trauben bei -7°C gelesen und gekeltert.

aus der Prouktbeschreibung des Herstellers: Weinkellerrei Peter Mertes KG,54470 Bernkastel-Kues

Eigentlich bin ich kein Fan von süßen Weinen, aber ein Eiswein kann ein besonderes Erlebnis sein….und dieser hier, ist ein Erlebnis…süß und intensiv aromatisch und gleichzeitig leicht herb.

Jeder Winzer geht ein Risiko ein, wenn er einen Eiswein produzieren möchte, denn die Trauben bleiben lange hängen…sehr lange:

Die Trauben dürfen nicht zu früh reif sein, denn sie bleiben extra lange hängen und werden meist erst im Januar und bis in den Februar hinein geerntet. Zum Zeitpunkt der Lese muss es für mehrere Tage deutliche Minusgrade geben. Mindestens -7 C, besser noch -10 bis -12 C sind nötig, damit die Trauben durchgefroren sind.

aus Wikipedia

Klappt das mit dem durchfrieren der Trauben nicht, weil das Wetter nicht kalt genug dafür wird, dann verfaulen die Trauben….und das war es dann.

Also das Risiko hier hat sich gelohnt…sehr lecker 🍷…jetzt fehlt eigentlich nur noch ein leckeres Ciabatta-Brot mit Butter und ein paar Oliven dazu …

Zum Wohl…

…soooo mein persönliches Weihnachtsgeschenk ist dann auch in dieser Woche angekommen: Meine Weinlieferung vom Weingut Weitzel:

Darüber freue ich mich sehr…denn in den letzten Wochen hab ich den einen oder anderen Wein ausprobiert, auch etwas höherpreisigen, aber nicht so wirklich das gefunden, was mir momentan so richtig gut schmeckt.

Vor allem er Blanc des Noir aus 2019 hat es mir angetan. Meine Vorräte hab ich also gut aufgefüllt…das sollte wieder für 3/4 Jahr reichen. Eigentlich hatte ich ja vor gehabt im Herbst, bei dem geplanten Besuch in Hessen ,auch einen kurzen Abstecher zum Weingut in Rheinhessen zu machen….aber dieser Besuch ist ja der Pandemie zum Opfer gefallen so hab ich meine Bestellung per E-Mail aufgegeben und per UPS erhalten.

Eine Flasche Silvaner gab es als Geschenk dazu….aber der ist mir eindeutig zu fruchtig süß…..den werde ich dann lieber zum Kochen verwenden….

Ich verzichte zwar immer öfter ganze Wochen auf ein schönes Glas Wein, meinem Blutdruck zuliebe….aber, gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn es drinnen so schön kuschelig ist….ja dann möchte ich auch am Abend gemütlich ein Glas trinken….zum Wohl !!

Wer , was, wann, wie …und wie geht’s weiter

Obwohl ich damit gerechnet habe mit Kopfschmerzen aufzuwachen, blieb ich davon verschont…ich hab sogar erstaunlich gut geschlafen…die Flasche Wein von gestern ist nicht ganz leer geworden, doch es ist auch nicht mehr viel da.

Und auch im gut angeheiterten Zustand hab ich gestern meine abendliche Runde gedreht…und war walken. Jawohl…grins…

Der heutige Tag hatte so gar nichts mehr mit meinem Frusttag von gestern zu tun…der Tag hatte sogar sehr viele positive Seiten gehabt.

Ich habe eine junge Kollegin, die ich innerhalb eines Sonderprojekt unterstützen soll und wir treffen  uns nun regelmäßig für diese Zusammenarbeit in einem gesonderten Arbeitsraum. Da sie nicht aus dem Buchhaltungsbereich kommt, aber sehr an den Grundlagen interessiert ist, nutzen wir diese Zeit um ihr Wissen zu erweitern…das hilft uns auch bei dem Projekt: ich kann ihr Fachwissen vermitteln und sie vermittelt mir wie die tatsächlichen Gegebenheiten hier bei uns  sind. Somit haben wir die Basis für die Aufnahme eines  Soll-/Ist-Vergleich.

Auch bei anderen Themen bin ich heute ein gutes Stück voran gekommen…und da niemand freiwillig mit allumfassenden Erklärungen raus rückt, muss ich ständig fragen….und fragen…überall bekomme ich dann eine Teil-Antwort und versuche mir für jede Aufgabe einen Rundum-Blick zu verschaffen: Was, bekomme ich wann, von wem, was macht der vorherige Kollege damit, was mache ich damit, wie und wo gehen die Daten dann hin, was wird dann dort gemacht und wie bekommt der Letzte dann die Info, wie kommt es dann in das andere System, wer prüft, wer gibt wie frei, wie kommen die Daten dann zu uns, was muss ich dann wie dokumentieren….es ist die reinste Sisyphus-Arbeit. Weil jeder immer nur seinen kleinen Teil – und Niemand den gesamten Prozess kennt. Wenn ich solle Informationen zusammen habe,  dann trage ich alles in eine dicke Kladde…per Hand. Das ist mein Nachschlagewerk für Arbeitsabläufe – das ist nicht für die Allgemeinheit gedacht…zumal ja viele Prozesse im Moment im Umbruch sind…und keiner so recht weiß was sich noch alles ändern wird.

Aber meine Aufzeichnungen kann ich später als Basis für die Prozessablaufpläne nutzen und für die noch  ausstehenden Verfahrensanweisungen nach GOBD… die es eigentlich seit 2013 spätestens in jeder Gesellschaft gehen müsste…meine Chefin hatte mir schon zu Anfang gesagt, das das noch ein Thema für mich werden wird….

Auch heute habe ich, trotz personellem Engpass wieder sehr pünktlich Feierabend gemacht…und mich nach Feierabend mit Einkauf und Haushalt beschäftigt….und jetzt überlege ich: laufe ich heute noch eine kleine Runde…oder bleibe ich lieber hier…