Kalter Kaffee im Mürbeteig?

Ich bin ja immer wieder neugierig auf Möglichkeiten Kuchen etwas gesünder zu backen, als die normalen Rezepte versprechen. Dabei versuche ich bewusst auf zu viel Fett und zu viel Industriezucker zu verzichten.

Und dabei bin ich auf einen Schokoladen-Kirschkuchen gestoßen, der zwar nicht diese Eigenschaften hat, aber der mich neugierig gemacht hat, durch eine besondere Zutat im Mürbeteig: kalter Kaffee.

Und schwuuups hab ich daraus meine eigene Kreation gemacht, so das der Kuchen trotzdem weniger von allem hat. Denn wer sagt eigentlich, das man sich immer an Rezepte halten muss.

Zumal ich die genauen Mengen im Fernsehen, von einer Amerikanerin die gerne viel Butter und Zucker benutzt, nicht mal komplett mitbekommen habe.

Das hier ist er nun also: mein Schoko-Kirschkuchen. Er ist gut gelungen und schmeckt…obwohl ich beim nächsten Mal eine Kleinigkeit anders machen würde.

Der Teig besteht nämlich nur aus ca. 400g Weizen-Vollkornmehl, ca. 80g ungesüßtem Kakao, ca. 80g Butter, ca. 60g Zucker, 1 Ei, etwas 1P. Backpulver und 150ml aufgebrühtem und abgekühltem ungesüßten Kaffee. Zügig zu einem Mürbeteig kneten und mindestens 1/2 Stunde ruhen lassen.

Inzwischen 2 Gläser Süßkirschen abtropfen lassen, in einem Topf geben und mit etwas Kirschsaft aufkochen lassen, mit ca. 1-2 Teelöffeln Mehl (oder Stärke) abbinden. Da die Kirschen und der Saft schon süß genug waren, habe ich nur noch etwas Zimt hinzu gegeben.

Anschließend den Teig bis auf 1cm Dicke ausrollen und in eine gefettete (oder mit Backpapier ausgelegte) Springform geben. Mehrfach in den Teig stechen und die abgekühlte Kirschmasse auf den Teig geben. Ich habe die überstehenden Ränder des Teigs bewusst leicht vom Rand gelöst und sie sanft über die Kirschmasse gedrückt…so entsteht ein etwas rustikalerer Look.

Nun bei 180 Grad Ober-Unterhitze, auf der untersten Stufe 50 Minuten backen.

Der Kuchen schmeckt echt gut….und doch ist mir der reine Vollkorngeschmack etwas zu dominant…Beim nächsten Mal nehme ich eine Mehlkombination aus 60/40 oder 50/50 : Vollkorn-Mehl/550er Mehl.

Der Teig ist nicht zu trocken (bei nur 80g Butter) und der Geschmack ist eine Kombination aus einem nur ganz leicht gesüßten Teig und den süßen Kirschen. Den Kaffee schmecke ich jetzt nicht bewusst heraus, was aber evtl. auch an dem Vollkornmehl liegt…insgesamt ist es eine gute Alternative um bewusst Zucker und Fett zu reduzieren.

Ich habe mal gelesen, das es überhaupt kein Problem ist bei jedem Kuchenrezept ca. 1/3 Zucker und Fett weg zu lassen, ohne das es sich im Ergebnis bemerkbar macht.

Den Kuchen werde ich auf jeden Fall wieder backen. Süßkirschen im Glas gehören bei mir in meine ständigen Reserve…d.h. ich habe im Keller immer ein paar Gläser davon stehen und kaufe nach, sobald ich ein paar Gläser verbraucht habe. Wer selber einkocht, hat natürlich noch mehr Kontrolle über das, was da drin ist…aber bei mir lohnt sich der Aufwand nicht.

Oder sagen wir mal so: ich bin jetzt kein Held im einkochen.

Zwetschgen-Crumble

Gestern habe ich nach Feierabend die Gemüse-und Obstabteilung in meinem Lieblingsladen geplündert….es ist einfach eine tolle Zeit um frische Produkte aus der Region (oder zumindest aus Deutschland) zu kaufen.

Die Blumenkohl-Köpfe sind riesig, die dicken Porreestangen könnte man auch zur Verteidigung einsetzen, die Auswahl an Gemüse ist groß und die Preise sind echt okay dafür. Es ist Herbst…es gibt schon wieder Rosenkohl und immer noch jede Menge Zwetschgen.

Also hab ich einen meiner Mehrfach-Büddel vollgefüllt…für heute gibt es einen Zwetschgen-Crumble…aber in einer etwas gesünderen Form.

Wie immer versuche ich dabei Weißmehl, Industriezucker und Butter zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren…und auch dieses Mal hat mir der Blick ins Internet geholfen…und mit ein paar Feinjustierungen ist mir eine schöne Variante gelungen

Eigentlich fehlte nur noch etwas geschlagene Sahne – aber die hatte ich beim Einkauf vergessen.

Mein angepasstes Rezept lautete dann :

100g gemahlene Mandeln 50g feine Haferflocken, 50g kernige Haferflocken, 90g Dattelsirup, 90g weiche Butter, Mark 1 Vanillesschote, etwas Zimt und etwas Salz. Dazu 300 g entsteinte Zwetschgen.

Die entsteinten Zwetschen in eine gefettete Auflaufform geben. Alle anderen Zutaten vermischen und mit den Händen zu Streuseln formen und über die Zwetschgen geben. für 25-30 Minuten im Backofen bei 160Grad Umluft backen und anschließend noch warm geniessen UND wer mag etwas geschlagene Sahne dazu geben.

Der Bio Mandelsirup, den ich genommen habe, hat auf 100g ca. 1/3 weniger Kalorien als Haushaltszucker und im Originalrezept standen auch 120g Zucker. Mit den 90g Mandelsirup hab ich also gleich 2 mal gespart und für mich war es trotzdem süß genug.

Beim nächsten Mal würde ich aber etwas mehr Butter nehmen, hier waren die 90g etwas zu wenig, um ein wirklich super knusprige Streuseln zu bekommen…aber geschmacklich hat es mich ich trotzdem überzeugt.

Hmmm im Winter kommen dann Äpfel unter die Crumble-Haube…so mit etwas Marzipan und einem Schuss Calvados dazu..