Bittere Erkenntnis

Die bittere Erkenntnis meines Urlaubs ist….auch ICH funktioniere wie alle anderen Menschen auch…und muss mir eingestehen das alle Experten Recht haben, die sagen das Menschen die sich von sozialen Kontakten komplett zurückziehen, depressiv werden können.

Wobei Ursache und Wirkung hier für mich nicht eindeutig zu unterscheiden sind…ziehe ich mich aufgrund einer  depressiven Verstimmung noch mehr von den Menschen zurück, ….oder bekomme ich eine depressive Verstimmung weil ich mich aufgrund meiner natürlichen Veranlagung ohnehin von Menschen fern halte?

Fakt ist durch meine berufliche Überlastung hab ich mich immer weiter zurück gezogen und der Wunsch GANZ allein zu sein wurde dabei sehr stark….und im Urlaub war ich das dann auch so ziemlich…das ist mir aber nur ein paar Tage richtig gut bekommen ….und danach  ging bei mir fast 2 Tage lang GAR NICHTS mehr….wollte mich nicht bewegen und hab quasi 2 Tage auf der Couch verbracht….ich habe wirklich NICHTS gemacht….hab geschlafen, fern geschaut und in die Gegend gestiert….und mich dabei mies gefühlt….ich konnte mich einfach der normalen Realität meines Lebens nicht stellen und hab in Stockstarre versucht mich unsichtbar zu machen…immer mit der  Gewissheit ich schaffe das alles eh nicht…und ich will es auch nicht….ich will nichts sehen und nichts hören.

Gut das ich Montag und Dienstag noch frei hatte….ich hab erst Montagnachmittag wieder angefangen mich zu bewegen, ich hab mich dazu gezwungen….und es ging wieder Stück für Stück. Der 1. Tag nach dem Urlaub im Büro war dann auch schrecklich…und erst gegen Ende des Tages war ich wieder einigermaßen im seelischen Gleichgewicht und heute war schon fast alles wieder im Lot.

Ich war ja immer der Meinung das Alleine-sein tut mir gut….tut es ja auch – ich bin ja gerne allein und kann (eigentlich) immer etwas mit mir anfangen. Aber im Urlaub so ganz ohne meine gewohnte Struktur und dann noch alleine – das funktioniert nur wenige Tage.

Das ist eine neue Erkenntnis die mich zwingt in manchen Dingen entgegen meiner eigenen Ansichten zu handeln und eben NICHT auf der Couch zu bleiben um mich auszuruhen – sondern mich zu bewegen und  mich eben NICHT zu verkriechen  – sondern wieder auf Menschen zuzugehen. 

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depressive Verstimmung

In den letzten zwei Wochen hab ich mich bewusst gegen das Bloggen entschieden.

Nachdem ich nun endlich auch vor mir selber eingestehen konnte, das mein extremes Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein, zusammen mit meinem immer schlechter werdenden Sozialverhalten und auch der Rückzug meinem Freund gegenüber, mehr waren als nur die Auswüchse meiner Wechseljahre, hab ich bewusst eine Kehrtwende eingelegt.

Ich leide schon seit Jahren im Winter unter dem Lichtmangel, aber in diesem Jahr  hab ich zum ersten Mal realisiert, das hier ist eine länger anhaltende depressive Verstimmung…und ganz ehrlich,  mit dieser Erkenntnis war ich einerseits erschrocken und andererseits erleichtert, das nun zu erkennen.

Nur was ich realisiere, kann ich auch ändern…..und seit der Erkenntnis geht es wieder aufwärts….mein Sozialverhalten ist wesentlich besser geworden, mit meinem Schatz ist auch endlich mal wieder so etwas wie Friede eingekehrt…die Sonne scheint, ich kann wieder raus und bin endlich wieder in der Lage Dinge anzugehen.

Ich kann endlich wieder lachen, auch mal albern und ausgelassen sein….ich bin wieder emphatisch und kann mich an den Dingen erfreuen. Erst jetzt wo das wieder da ist, bemerke ich das diese Dinge vorher nicht mehr dagewesen sind… das ist gruselig – weil ich es nicht bemerkt habe.

Also ich habe schon bemerkt das ich immer wieder „schlecht drauf“ war ….aber ich habe das Ausmaß nicht realisiert….

Jetzt bin ich erleichtert und in den letzten 14 Tagen  habe ich viel getan um aus meinem Schneckenhaus heraus zu kommen….verbringe wieder mehr Zeit mit meinem Schatz, wir waren letzte Woche mehr als 2 Stunden im Wald….und so langsam macht die Arbeit auch wieder Spaß.

Puhhh….Glück gehabt   – ich hoffe das „Gespenst Winterdepression“ kommt so schnell nicht wieder….