Wer ist mein Chef?

Da meine Arbeitswoche nur von Mittwoch bis Freitag ging, gab es genügend Arbeit die erledigt werden musste …es lief eigentlich auch alles ganz geschmeidig…hab meine Themen gut erledigt bekommen…..und trotzdem blieb es irgendwie komisch.

Ein weiterer technischer Kollege hat gekündigt…also irgendetwas läuft da schief…sehr schade.

Der GF hat mich nun endlich gefragt, bei welchem Chef ich mein jährliches Personalgespräch haben möchte….da sich keiner der Chefs sicher ist, wer denn nun eigentlich als mein DIREKTER Vorgesetzter gilt, auch die Dänen haben es diskutiert und sind sich da nicht so sicher, soll ich selber aussuchen, wer mir genehm ist.

Also so etwas hab ich bisher auch noch nicht erlebt, aber da man mir die Wahl gelassen hat, hab ich mich für einen der dänischen Chefs entschieden. Vielleicht täusche ich mich ja, aber ich glaube ich hab eine gewisse Erleichterung bei dem GF hervorblitzen sehen…hahaha…immerhin haben wir keinerlei berufliche Berührungspunkte und ich kann auch nicht behaupten, das wir schon einmal ein lockeres Gespräch hatten….oder er mit mir mal geplaudert hätte.

Ich hab also gestern den von mir bevorzugten Chef angeschrieben, ob er damit einverstanden wäre diesen Part zu übernehmen ….und heute in einem unser immer wiederkehrenden Teams-Meeting, hat er sich dazu bereit erklärt.

Da bei uns auch noch andere organisatorische Änderungen bevor stehen, wird es weiterhin unruhig bleiben…der Controller möchte seine Projektgesellschaften abgeben und sich nur noch um die Hauptgesellschaft kümmern……und ich wurde schon gefragt was davon ich noch übernehmen könnte….in den nächsten Monaten werden wir dann für mehr als 100 Einzel-Gesellschaften neue Bankverbindungen benötigen mit all dem Rattenschwanz der damit verbunden ist und noch wurde nicht entschieden zu welcher Bank gewechselt wird. Es kommen weitere neue Kollegen, unser Standort wird erweitert, ein zusätzlicher Standort in der Mitte Deutschlands wird eröffnet, auch 2 weitere dänische Kollegen aus unserer Abteilung sind weg gegangen….auch da kommen neue Kollegen und alles steht auf Wachstum und Veränderung. Viele Organisations-Strukturen werden kurzfristig weiter zentralisiert und standardisiert.

Diese Phasen eines schnell wachsenden Konzerns hab ich ja schon öfter mit gemacht und weiß, das die Leichtigkeit des Arbeitens in gleichem Maße abnimmt, wie eine zentralisierte Arbeitsstruktur aufgebaut wird. Das ist die schmerzhafte Phase in dem jeder erkennt, das ein MEHR an Organisation und Digitalisierung andere Abläufe bedeutet, was meistens am Anfang mehr Zeit in Anspruch nimmt….und das man kontrollierbarer wird, wenn man standardisiert arbeitet. Das geht auch zu Lasten der Flexibilität und auch die Unbeschwertheit der ersten Jahre geht schnell verloren.

Mich schreckt es nicht, weil genau so arbeite ich ohnehin schon….nur das ich dabei meine eigene digitale Struktur in unserem System aufgebaut habe….mal sehen wohin die neuen Wege uns führen…..

Viele Chefs – kein Support

Für mich ist diese Woche innerlich wesentlich entspannter, als die vorherige. Ich komme überall gut voran…schaffe das, was ich mir vornehme und bin dabei innerlich gelassen und mit Spaß dabei.

Mein seit mehr als 10 Tagen anhaltendes IT-Problem ist aber immer noch nicht gelöst…Also hab ich eine E-Mail an meine Chefs geschrieben…da der Controller und ich für mehrere Teil-Bereiche des Konzern tätig sind, gehören wir organisatorisch nicht zu einem Department, sondern gleich zu mehreren….

…und so hab ich eine E-Mail an ALLE entsprechenden Führungsmenschen geschrieben, mit dem Hinweis auf das aktuelle Problem…inclusive des IT-Kollegen und dem Controller….und jetzt ratet mal was für eine Rückmeldung ich darauf bekommen habe.

GAR keine. Hahaha – damit hatte ich aber schon im Vorfeld gerechnet. Keiner hat bei mir oder in der IT nachgefragt, keiner hat seine Unterstützung angeboten oder auch nur darauf geantwortet..

…und es ist mir an dieser Stelle inzwischen total egal….ich hab mal wieder nach der Methode gehandelt: Melden befreit….So kann niemand behaupten, es nicht gewusst zu haben. Damit ist mein innerlicher Druck auch erledigt.

Erkenntnis des Tages: Es ist wie überall – Zu viele Köche tun nicht gut…

Es muss doch immer Jemanden geben der sich dann auch verantwortlich fühlt. Je mehr Personen man in einer E-Mail anspricht, umso weniger ist der Einzelne bereit, sich der Sache anzunehmen….hahaha. Das war mir beim Schreiben der E-Mail auch bewusst…da es aber „gleichwertige“ Chefs sind und wir auf der anderen Seite Niemandem so ganz klar zugeordnet sind, hab ich es an Alle adressiert.

Für mich ist das Thema damit vorläufig erledigt…