Glauben oder Wissen

Der evangelische Gottesdienst hat um 10 Uhr in der Kirche nebenan begonnen. Wie immer schallen Orgel und Gesang zu mir rüber….ich sitze immer noch auf dem Balkon und kann die Liturgie mitsingen…lol.

Hier hat man keine Chance dem zu entgehen…und es ist erstaunlich was ich noch so alles mitsingen kann, obwohl ich schon lange kein Kirchgänger mehr bin.

Mein Glauben hat im Laufe der Jahre sehr gelitten und ich begreife mich inzwischen mehr als Agnostiker. Ein Agnostiker geht davon aus das sich die Existenz oder Nicht-Existenz Gottes nicht beweisen lässt.

Gläubiger: glaubt an einen/mehrere Götter (je nach Religion)

Atheist:     glaubt NICHT an einen/mehrere Götter

Agnostiker: glaubt das das menschliche Wissen zu begrenzt ist, um die Frage nach der Existenz oder Nicht-Existenz eines/mehrerer Götter  zu beantworten.

Frage: Gibt es einen Gott?

Es gibt so vieles was dafür spricht, aber noch mehr was dagegen spricht…ich wage es nicht als Mensch diese Frage mit einem eindeutigen Ja oder Nein zu beantworten:

Antwort eines Agnostikers: „ich weiß es nicht“

Meine Großeltern sind streng gläubige evangelische Freichristen…mein Vater hat sich davon los gesagt und hat es zeitlebens vermieden in die Kirche zu gehen. Höchstens um sich Kirchen als touristische Attraktion anzuschauen und  um zu heiraten und die Kinder taufen zu lassen. Die andere Familienseite war von jeher atheistisch eingestellt.

Als Kinder bekamen wir also keine religiöse Erziehung. Das hat sich erst in der Schule geändert und später dann allem durch den Konfirmanden-Unterricht. Ich mochte vor allem den klaren vorgegebenen Ablauf der Gottesdienste…die Liturgie je nach Kirchenkalender. Das war eine vorgegebene Ordnung die mir gut gefallen hat. Ordnung und Struktur danach hab ich mich immer gesehnt. In der Zeit zwischen Konfirmation und Führerschein war ich regelmässig in der Kirche. Über meinem Bett hing ein selbstgebasteltes kleines Bild mit der Überschrift: „ich möchte eine Gottes-Kind sein“…. mein Vater war irritiert – hat aber nichts gesagt.

Mit zunehmendem Alter hab ich meinen Verstand benutzt und fing an den christlichen Glauben zu hinterfragen…und der Verstand hat die Oberhand behalten…Glauben kann man eben nicht mit dem Verstand erklären. Es heißt eben „Glauben“ nicht „Wissen“. 

Jeder kann und darf glauben was er möchte – das ist das Schöne an unserer Zeit…wir werden nicht gezwungen…es gibt genügend Religionen aus denen man Auswählen kann…oder man lebt eben ohne eine Religion…keiner ist besser oder schlechter nur weil er etwas glaubt …oder eben nicht glaubt.

 

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