Dem Impuls widerstehen

Nach meinem Ausflug ins Pietzmoor bin ich dann weiter nach Soltau gefahren…habe mich erst einmal in einem Supermarkt mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt, bevor ich weiter zur Ferienwohnung gefahren bin.

Die Ferienwohnung war über eine schmale Metall-Wendeltreppe von der Gartenseite des Hauses zu erreichen. Den Schlüssel bekam ich aus einer verschließbaren Box. Das war alles sehr unkompliziert. Nur die Treppe war derartig schmal, da passte ich gerade eben so durch, aber schon mit der Reisetasche wurde es so eng, das ich sie nur eng am Körper vor mir hertragen konnte.

Als es dann am Abend auch noch mit dem Schnee anfing, musste ich jeden Schritt auf der Treppe genau abwägen…es war glatt und die Vermieterin hatte mich per Whatsapp auch schon vorab darauf aufmerksam gemacht.

Diese kleine Wohnung mit einem großen Wohn-Schlafraum, einem großen Bad und einer Mini-Pantry-Küche in einer dunklen Ecke im Flur (es gab aber unglaublich viele Lampen) war schön…sie hatte sogar einen verglasten Balkon, überhaupt gab es sehr viele Fenster, die viel Licht hineinliessen, mit einem schönen Blick in die Gärten drumherum. Bei Minusgraden ist das mit den vielen Fenstern nicht unbedingt von Vorteil und so gab es für alle Fenster auch Thermo-Vorhänge.

Leider hatte die Pantryküche keine Herdplatte, dafür Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher und Kaffeemaschine…nun gut…damit entfielen mein geplantes Abendessen und auch das Mittagessen am nächsten Tag. Was auch fehlte war ein kleines Spülbecken zum Abwaschen des benutzen Geschirrs…dafür gab es aber eine Waschschüssel – das Wasser musste man sich dann eben aus dem Bad holen – haha das war jetzt nicht komfortabel, aber auch kein Problem. Also die „Pantry-Küche“ war nichts weiter als ein Einbauschrank im Flur, der mit Elektrogeräten und Küchenutensilien ausgestattet war.

Ansonsten war alles da, was man brauchte…sogar ein kleiner Willkommensgruß in Form einer großen Flasche Wasser und ein paar Süßigkeiten neben einem Willkommensschild. Es gab auch Teebeutel, Filtertüten und Kaffeepulver (hab ich aber nicht genommen)….auch Shampoo, Duschgel und andere Toiletten-Artikel wurden zur Verfügung gestellt. Da ich in solchen Dingen eigen bin, hab ich natürlich meine mitgebrachten Sachen genutzt…fand es aber trotzdem nett.

Und obwohl alles so richtig nett und gemütlich war, wollte ich was? Ich wollte einfach nur nach Hause. Ich kann gar nichts dagegen machen, es ist ja keine bewusste Entscheidung, sondern einfach das Gefühl, das ich jetzt doch viel lieber wieder Zuhause wäre..in meinem eigenen Zuhause.

Und hätte ich nicht bereits für den nächsten Vormittag einen Massagetermin vereinbart, ich wäre wahrscheinlich sogar wieder gefahren. So konnte ich dem inneren Impuls widerstehen. Das war gar nicht so leicht und mein Verstand musste mich erst einmal überzeugen.

Das hier ist ein schöner Ort, ich habe für 2 Nächte bezahlt, ich hatte einen schönen Ausflug heute und morgen kommt noch eine Massage. In die Therme wollte ich eigentlich auch, wenn ich denn auch die gepackte Sporttasche mit genommen hätte – hab ich aber nicht. Aber okay, es gibt anderes was ich machen kann. Okay ich bleibe heute hier…morgen kann ich immer noch nach Hause fahren…ich muss ja nicht beide Nächte hier verbringen. Aber eine Nacht sollte ich hier bleiben.

Ich hab mich dann erst einmal auf die Couch gelegt und für die nächsten Stunden tief und fest geschlafen und als ich später am Abend aus dem Fenster schaute, hatte es geschneit…es lagen so ca. 2-3 cm Schnee. Ohhhh – wie schön…also wieder Wanderschuhe an und ab nach Draussen….herrlich wie der Schnee bei jedem Schritt knirschte…alles war ruhig und friedlich und menschenleer…und jeder Schritt fühlte sich federleicht an…

Mal sehen, wie es Morgen weiter geht.

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