Entscheidungen: zack-zack

Ich gehöre ja, im Gegensatz zu meinem Schwager und auch meinem Ex-Freund, zu der Sorte Mensch, die sich in fast jeder Situation des Lebens sehr schnell entscheiden können.

Bei mir muss es immer zack-zack gehen. Egal ob im Job oder im Privaten. Während andere noch das Für und Wider abwägen, hab ich meine Entscheidungen schon getroffen. Und danach verschwende ich auch keine Zeit mehr mit weiteren Abwägungen.

Das bringt im Job aber auch „Nachteile“, weil alle immer zu mir gekommen sind, um sich Unterstützung beim Entscheiden zu holen …und hat im Privaten für viel Ärger gesorgt, weil mein Ex-Freund sich oft wochenlang um ein Problem gedreht hat und mit dem Entscheiden nicht voran kam…. immer in der Angst lebend, nicht das Beste entschieden zu haben, nicht das Meiste herausgeholt zu haben…und noch einmal alles durchkauen, und noch einmal alle Argumente hin- und her abwägen….entscheiden, zurück nehmen, neu entscheiden, zurück nehmen….boaaaaa wie anstrengend.

Ich mag mich nicht wochenlang (beim Auto meines Ex waren es sogar MONATE nur um sich überhaupt für ein Auto-Modell zu entscheiden) mit so einer Entscheidung herumplagen. Empfinde es für mich als vergeudete Zeit.

Ich hab vor Jahren mal gelesen, das eine größere Auswahl an Möglichkeiten und ein immer mehr an Informationen, beim Entscheiden oft keine Hilfe ist, sondern dazu führt, das viele sich durch die Masse an Informationen überfordert fühlen, den Blick auf die wesentlichen Entscheidungskriterien zu fokussieren.

Also kurz gesagt: ein zu viel an Informationen, kostest ein vielfaches an Zeit und bringt keine besseren Entscheidungen.

Also hab ich mich am Sonntag Nachmittag mit dem PC auf die Couch verzogen und hab im Internet nach einem neuen Auto mit den folgenden Parametern gesucht:

Fiat 500L / möglichst als Tageszulassung / mit der Möglichkeit mein altes Auto in Zahlung zu geben / Benziner / Farbe: alles außer weiß.

Ich möchte also das gleiche Modell wie jetzt – weil ich das Auto einfach toll finde. Mein jetziges hab ich auch als Tageszulassung gekauft….da spart man mehr als 1/3 des Preises für einen Neuwagen…und erhält trotzdem einen. Im Internet hab ich dann einige gefunden…allerdings waren mir die eindeutig zu teuer.

Dann hab ich ihn gefunden…MEINEN neuen Wagen: 3km Laufleistung / Tageszulassung 08-2020 / dunkelgrau / Motorleistung 95PS / ein paar Extras die bei mir unter Schnick-Schnack fallen: z.B. eingebautes Navi und Rückfahrkamera / Inzahlungnahme des alten Autos ist möglich / Preis: innerhalb meines Budgets.

Standort Datteln/ NRW.

Einen kurzen Moment hab ich gezögert wegen der 95PS, jetzt hab ich 120PS…aber ich bin ja eh etwas ruhiger geworden und fahre die 120PS nur seltenst aus.

Also hab ich gleich einen Termin zur Besichtigung ausgemacht für diesen Mittwoch….ich hab ja von Mittwoch – Freitag Urlaub.

Hmmm wenn ich mir jetzt ein anderes Auto kaufe, muss ich auch das Kennzeichen wechseln….so nun werde ich also ein „PI“ bekommen….

Auto – ich kapituliere

Das Thema: Auto ist bei mir gerade ständig präsent….denn bereits ein paar Tage nach der Reparatur fiel mir auf, das der Wagen wieder anfängt verzögert das Gas anzunehmen….ganz leicht nur, 1 Sekunde, 1-2 Sekunden.

Erst dachte ich, es liegt an: MIR….immerhin bin ich mit dem Problem mehr als 1 Jahr gefahren, da gewöhnt man sich ja an so kleine Tricks, damit das Schalten und Anfahren nicht so ruckelig ist…das muss ich mir ja auch wieder abgewöhnen…Aber das ging eigentlich ganz schnell.

Aber nein….es liegt nicht an mir….auf der Fahrt zu meiner Schwester ist das Problem ständig aufgetaucht…kein Wunder…bei Nässe traut sich der Fehler verstärkt hervor.

Aber jetzt kommen noch andere elektronische Probleme hinzu….Über das „Uconnect“ im Fiat verbindet sich das Handy mit dem Auto….damit kann ich dann die Freisprechanlage zum Telefonieren nutzen oder aber auch die Hörbücher auf meinem Handy….das „Uconnect“ ist gar nicht mehr verfügbar. Bluetooth funktioniert nicht mehr…..

….und dann auf einmal war auch der Tempomat wieder nicht „anzuschalten“ (Also erst wieder anhalten. Den Motor ausschalten, den Tempomaten-Schalter auf „Aus“ stellen. Motor anlassen, Tempomat-Schalter wieder einschalten….und es ging wieder)…..

Irgendwie was das der Moment in dem ich beschlossen habe: Das war es jetzt mit meinem tollen Auto….ich mag es wirklich sehr und ich wollte es eigentlich fahren, bis es alt und klapprig ist….5 Jahre alt ist es…und ich fahre es seit 4 Jahren (das 1. Jahr stand es als Tageszulassung auf dem Hof des Händlers) ….ich bin nur 63.000 km gefahren und ich mag es gar nicht hergeben…

Es hat alles, was ich mir von einem Auto wünsche: klare Linien, geräumiges Innenleben, gute Motorisierung, keinen Schnick-Schnack….aber es muss auch zuverlässig sein…..

Vor diesen elektronischen Problemen, die man nicht greifen kann…und die auch von der Werkstatt kaum zu finden sind, da kapituliere ich jetzt. Ich geb auf – das Auto kommt weg.

Endlich Zuhause

Meine Sonntage folgen normalerweise einer Art Ritual, einem geregelten Ablauf….zumindest in groben Zügen und so hatte ich bereits vor dem Besuch in Flensburg darauf aufmerksam gemacht, das ich Sonntag sehr früh wieder fahren werde…also gleich nach dem Frühstück…fast eine kleine Flucht zurück in die Stille meines Lebens…

Das Hauptmerkmal meiner Sonntage: ich verbringe diese gerne ab dem Nachmittag Zuhause…ich hab mich fast nie für Sonntage verabredet…und auch meine Wanderungen oder Fahrrad-Touren führen mich spätestens am späten Nachmittag zurück in meine Trutzburg. Abends starte ich dann nur noch meine Walkingrunde…am liebsten wenn es draußen schon dunkel wird. Ich brauche dieses Gefühl von ruhiger Entspannung, bevor es dann Montags wieder zur Arbeit geht.

…und so hab ich nach einer FAST reibungslosen Fahrt, den Rest des Sonntags einfach nur zuhause vertrödelt….ich wollte nichts sehen und nichts hören….und außer der Walking-Runde am Abend hab ich nichts wirklich Produktives gemacht….Ich war vollkommen erschlagen vom Samstag und habe mich sehr über mein Auto geärgert…..

Menschen die nicht entscheiden können…

…es dabei aber kaum bemerken.

Kaum bin ich Samstag bei meiner Schwester angekommen, gab es leckeren Pflaumenkuchen….wie immer mit Dinkelmehl…meine Schwester meinte, man würde den Unterschied nicht schmecken. (ja das sagt die Frau, die seit vielen Jahren quasi nur noch Dinkelmehl verwendet und auch ein gespaltenes Verhältnis zum Haushaltszucker hat…ihr fehlt einfach der Abstand das zu beurteilen hahaha).

Also der Kuchen hat mir geschmeckt….auch wenn er komplett anders war, als ich Pflaumenkuchen normalerweise kenne. Aber das ist ja auch nicht verkehrt.

Das Mitteilungsbedürfnis der Beiden war wieder enorm….was auffällt, ist das Kommunikationsverhalten der Beiden untereinander und die Veränderungen, die mir dabei auffallen.

Unverändert ist die enorme Lautstärke in der die Beiden reden….nicht mehr ganz neu ist auch das Beide GLEICHZEITIG auf mich einreden….

Neu ist jedoch, das sie sich bei sehr vielen Aussagen gegenseitig der Unwahrheit oder Übertreibung bezichtigen und das den jeweils anderen nicht im Redefluss hindert und nur ganz selten einmal berührt oder gar zum Einlenken bringt. Aber es wird dann auch nicht vertieft oder gar aufgeklärt.

Das meine Familie (also mein Vater und meine Schwester – lange bevor mein Schwager dazu kam) schon immer ein eher lockeres Verhältnis zur Wahrheit hatten, hat mich schon mein ganzes Leben zur Verzweiflung gebracht…und ich habe schon früh angefangen dagegen zu reden, Lügen anzuprangern und Übertreibungen ins richtige Licht zu rücken…. und mir damit viel Ärger eingehandelt.

Ich hasse Lügereien und hab mich oft für meine Familie geschämt, die so unverblümt und offensichtlich die Unwahrheit sagt….und ich rede hier nicht von den prosozialen Lügen (ja mein Schatz, in dem Kleid siehst du schlank aus), sondern Lügen um sich zu profilieren, um als toller Hecht dazustehen, um liebenswerter zu erscheinen und vor allem um Fehler nicht zugeben zu müssen….

Meine Schwester hat jetzt bei den letzten Treffen immer alles auf meinen Schwager geschoben: Er wollte es so haben…./ es ist seine Schuld das wir viel zu früh dort waren / er wollte unbedingt …usw. Sie sagt es aber immer so, das er es nicht mit bekommt. Und meistens glaube ich ihr kein Wort…weil das war schon immer ihre Strategie: immer alles auf die Anderen schieben…ich kenne sie immerhin schon 52 Jahre hahaha. Und mein Schwager entscheidet eigentlich nichts alleine….also gar nichts….und so war es auch heute.

Wir sind dann später in einer Art Naturschutzgebiet wandern gewesen und das war dieses Mal sehr skuril.

Mein Schwager war die ganze Zeit damit beschäftigt uns durch die Wanderwege zu lotsen…also er glaubte es zumindest….allerdings hat ihn die Aufgabe derartig gefangen genommen, das er letztlich nicht einen Weg selber entschieden hat, immer in der Angst wir könnten irgendwo falsch laufen….er war wie blockiert… an jedem Hinweisschild gab es ein leises Palaver mit sich selbst, und dann mit meiner Schwester und mir…nur ich konnte dem genuschelten Gestammel kaum ein richtiges Wort entnehmen ….meine Schwester hat ihn aber verstanden und so haben die Beiden also minutenlang über jede Abzweigung debattiert…und wenn wir dann einen Weg eingeschlagen hatten, hat der Schwager wieder gezweifelt…ob oder ob nicht, vielleicht lieber dort, aber ne er weiß ja den Weg…und die App zeigt es ja…aber hier ist kein Weg, doch aber nicht so….und da geht es nicht weiter ..und die Schuhe werden nass…da kommen wir nie auf den Hauptweg zurück…und überhaupt…

Himmel….wie soll man denn dabei überhaupt noch die Schönheit der Umgebung geniessen können….es war für mich extrem anstrengend. Jetzt weiß ich wieder, warum ich so gern alleine durch den Wald gehe.

Als wir am Abend mit dem Bus zum Steakhouse fahren wollten, war es genau dasselbe. Er wollte planen wann wir welchen Bus nehmen. Hmmm wir können die 7 nehmen, müssen dann aber dort hin laufen, oder die 11, aber die fährt nur da entlang. Meine Schwester stimmte dann mit ein, ja aber das ist doch viel zu früh, na das bisschen laufen…. Schwager: aber es soll regnen, da gibt es kein Wartehäuschen. Schwester: Du bist doch nicht aus Zucker, dann laufen wir eben von da nach da…und Du nimmt die Jacke mit der Kapuze. Schwager: ja aber die hält dort Linie hält dort nicht, sondern da…da werden wir ja beim Laufen total nass….er nimmt das Cäpi…oder doch den Schirm oder wo ist denn überhaupt die Kapuze zu der Jacke…wir nehmen das Auto bis dahin…dann den Bus, dann brauchen wir usw. usw. …brabbel….brabbel….

Spätestens jetzt wünschte ich, ich wäre bereits auf dem Heimweg in meine eigene Wohnung….

Wir sind tatsächlich mit dem Bus gefahren und trockenen Fußes im Restaurant angekommen….das war wieder einfach nur genial….super Qualität und toller Service…und die Unterhaltung lief auch wieder normal. Auf dem Rückweg sind wir ein wenig nass geworden, aber wir hatten ja die richtigen Klamotten dafür an (und der Schwager hatte sich für den Schirm entschieden).

Mit der richtigen Menge Alkohol hab ich dann auch den restlichen Abend gut überstanden und es war auch lustig….auch schon tagsüber war es lustig, aber manchmal eben auch seeehr anstrengend.

Lustig vor allem das mein Schwager wirklich glaubt, uns gut durch den Tag gelotst zu haben. Letztlich sind wir die Wege gegangen, die meine Schwester, unter Protest des Schwagers, eingeschlagen hat.

Reisewarnung -DK !!

Der Schreck über die Reise nach Dänemark kam erst heute Morgen, als ich nach dem Aufwachen noch im Bett über Zeit-Online gelesen habe, das es seit GESTERN eine Reisewarnung für Dänemark gibt.

Schlagartig war ich wach…Momentmal… wir sind GESTERN aus Dänemark zurück gekommen….Und wenn man aus einem Risiko-Gebiet zurück kommt, muss man in Quarantäne…..

Also noch ohne Kaffee und ohne Dusche erst einmal den Computer angeworfen und recherchiert….Okay – die Reisewarnung vom RKI gilt nur für einen Teil von Dänemark: der Region Hovedstaten mit der Hauptstadt Kopenhagen. Wir kamen jedoch aus der Region Nordjylland viel weiter im Norden…..

PUHHHHHH – Glück gehabt…

Ich konnte also ganz normal zur Arbeit fahren….keine Quarantäne notwendig. Aber auch in der Firmenzentrale in DK war das Thema Corona dieses Mal in aller Munde….bei dem Besuch im Juni, haben die alles noch wesentlich lockerer gesehen…jetzt gibt es auch in der Firma schärfere Abstandsregeln und in den Restaurants gibt es erst seit ein paar Tagen eine Maskenpflicht

Wir sind Mittwoch bereits kurz vor der Mittagspause aufgebrochen…Die Rückfahrt hab ich dann übernommen. Grenzkontrollen gab es auch dieses Mal nicht und Pause haben wir dann erst in Flensburg gemacht….zum Tanken und einem verspäteten Mittagessen…aber so waren wir bereits Nachmittags wieder in Hamburg.

….soooo ich denke es wird noch ein paar Tage dauern bis wir die Mitteilung bekommen, das Reisen zwischen unserer Zentrale und den Landesgesellschaften erst einmal nicht mehr stattfinden sollen…man munkelt es schon….

noch einmal Dänemark – in der Probezeit

noch einmal Dänemark – in der Probezeit

…wahrscheinlich was es das letzte Mal in diesem Jahr, das ich in die Firmenzentrale hoch in den Norden Dänemarks reisen musste…. Die nächste Dienstreise dorthin wird voraussichtlich erst im Februar/März 2021 stattfinden.

Ist mir ganz Recht so….Dieses Mal waren es auch nur 2 Tage…also 1 Übernachtung. Das reicht auch.

Hinfahrt war am Dienstag…der Kollege ist gefahren….Ankunft kurz vor Mittag… meine Haupt-Schwierigkeit bestand darin, die Kollegen vom letzten Mal wieder zu erkennen und mit den richtigen Namen anzusprechen …hahaha…ich hab mich ganz erfolgreich da durch manövriert.

Seit unserer letzten Reise hat sich in der Zentrale auch schon einiges wieder verändert….viele neue Kollegen, eine neue Teamleitung, unsere Hamburger Abteilung wurde jetzt innerhalb des Konzerns „umgehängt“ und in der Abteilung wechselt auch noch die Chefin…also gibt es für uns aktuell keine direkte disziplinarische Führung….Fachlich gehören wir auf einmal in 2 Bereiche…also alles ist im Fluß….

Ich hatte in verschiedenen Abteilungen um Erklärungen/ Treffen gebeten und so waren die knappen 1,5 Tage Tage gut gefüllt. Alle Meetings waren gut und ich hab wieder eine Menge dazu gelernt, den Kontakt zu einigen Kollegen vertieft und mit einem Kollegen aus der Abteilung „Compensation“ ein richtig lustiges Meeting gehabt…da war auf Anhieb die gleiche Wellenlänge….schon unser vorheriger E-Mail-Austausch war lustig…aber immer informativ und zielführend.

Stück für Stück verstehe ich die Zusammenhänge und wo manchmal die Schwierigkeiten herkommen. Und von einer anderen Abteilung wurde ich gefragt ob ich unterstützen kann, weil ich als Deutsche evtl. besser verstehe wenn das Hauptzollamt im Beamtendeutsch Fragen zum Thema Stromsteuer stellt….nicht gerade mein Steckenpferd…aber ich hab ja ein paar Erfahrungen zum dem Thema und hab natürlich geholfen so gut es eben ging…

Das hat Spaß gemacht…war aber auch anstrengend….und irgendwann am Nachmittag war ich so platt, das ich nicht einmal mehr wusste was „Geburtstag“ auf Englisch heißt hahahaha…..Mein Speicher mit englischen Vokabeln war für diesen Tag einfach leer gesabbelt…puhhhh – zum Glück war dann auch bald Feierabend.

Schönes Ergebnis der vielen Gespräche mit „Gerade-weg-Teamleiterin“ / „Gerade-Noch-irgendwie-Chefin“ / „Gerade-Interims-Betreuung“ und dem Verantwortlichen der mit mir das Bewerbungsgespräch geführt hat: also meine Weiterbeschäftigung nach dem 30.09. ist überhaupt keine Sache…alles i.O. – alle sind zufrieden.

Prima – HURRA…die Probezeit hab ich damit hinter mir…. HA – na also – geht doch. Hier fühlt sich Niemand von meinem Wissen bedroht oder durch mein Auftreten eingeschüchtert….warum auch…und ich gebe mich genauso wie vorher auch….

Sooo nach Feierabend, ab ins Hotel, 10 Minuten Power-Napping, frisch machen und danach mit dem Controller getroffen. Wir waren uns einig, das wir die 3km zum Restaurant am Wasser entlang laufen … und es war eine gute Entscheidung…immer noch waren es noch fast 20 Grad. Wir konnten sogar noch draußen essen…Ich hab mich dieses Mal für frischen Fisch entschieden…und auch dieses Mal war das Essen klasse….. Vor lauter Hunger hab ich aber kein Foto gemacht…hahaha

Es war noch keine 20 Uhr das war es bereits stockdunkel….gut das mein Handy eine Taschenlampen-Funktion hat, sonst hätten wir auf dem Rückweg evtl. nicht die Abzweigung zum Hotel gefunden, das letzte Drittel des Weges war nicht beleuchtet.

Dafür war der Blick über das Wasser einfach klasse….

Backen mit Apfelmus

Ich weiss nicht warum, aber schon seit ein paar Tagen habe ich Lust darauf, einmal etwas mit Apfelmus zu backen….das hab ich noch nie gemacht.

Also hab ich einen Rührkuchen mit kleingeschnittenen Äpfeln gemacht und einen Teil der Äpfel durch Apfelmus ersetzt.

Für den Rührteig alle Zutaten (bis auf Apfel und Apfelmus) zusammen in eine Rührschüssel geben und gut durchrühren bis ein geschmeidiger Teig entsteht, danach die klein geschnittenen Äpfel und das Apfelmus dazu geben. Das ganze dann auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und ca. 30 Minuten bei 180Grad backen:

Ich hab den unteren Rand abgeschnitten und probiert….der Kuchen ist erstaunlich locker und sehr lecker…und das ging jetzt so einfach.

Den Kuchen nehme ich morgen mit zur Arbeit…die Kollegen werden sich freuen….Aber ich werde in dieser Firma vor neue Herausforderungen gestellt…wir haben nämlich auch einen Veganer…

Also hab ich mich mal über das allwissende Internet schlau gemacht und viele vegane Kuchen mangels entsprechender Zutaten schnell wieder verworfen.

Also ich hatte vor einiger Zeit schon rein pflanzliche Margarine gekauft…trotzdem: backen ohne Eier, ohne Milch…hmmmm?

Also hab ich einfach mal „frei-schnauze“ Mehl, Zucker, Margarine, Vanillezucker, und reichlich Apfelmus zu einem Teig verarbeitet und in Muffin-Förmchen verfrachtet…das Backpulver hatte ich eh vergessen….und als die tatsächlich auch ohne zu 3/4 fertig gebacken waren, habe ich aus Vollkornhaferflocken, Zimt und Zucker und etwas Margarine in einer Pfanne leicht geröstet/karamelisiert ein Topping gebastelt und noch auf den Muffins drapiert….hahahaha

Also der Geschmack ist gut, die Konsistenz wirkt ein wenig zäh beim kauen (zuviel Apfelmus und kein Backtriebmittel um den Teig locker werden zu lassen)

…aber naja…immerhin kann man es essen 🙂

Irrfahrt Richtung A7 – mit Anhang

Irrfahrt Richtung A7 – mit Anhang

Auch mein 2. Versuch Buxtehude zu besuchen ist heute gescheitert.

Dabei standen die Zeichen heute echt gut. Ich bin früh aufgestanden, mein Auto ist repariert…ich hab die A23 gemieden und bin über Schenefeld /Lurup nach Hamburg gefahren, um in Bahrenfeld auf die A7 zu fahren.

Okay die Auffahrt Bahrenfeld: gesperrt / dann weiter nach Othmaschen: auch diese Auffahrt gesperrt….nun gut dann also quer durch Hamburg zu den Elbbrücken…mit gefühlt tausend anderen Autos…Schon seit der gesperrten Auffahrt in Bahrenfeld fuhr ein Auto mit Marburger-Kennzeichen hinter mir, der sich wohl gedacht hat mit meinem hessischen Kennzeichen möchte ich bestimmt auch auf die A7 hahaha…das ältere Ehepaar machte jeden Spurwechsel mit, an jeder Ampel gestikulierten sie in alle Himmelrichtungen und debattierten wohl über die Alternativen….blieben trotzdem aber hinter mir…Hmmm und wieder eine gesperrte Straße mit einem Umleitungsschild, also noch mehr Umwege…sie blieben hinter mir….

Irgendwie fand ich das schon lustig, immerhin war es oft zweispurig und die hätten mich bestimmt auch überholen können. Der zunehmend ins stocken geratende Verkehr fing an mir doch langsam die Lust auf meinen Ausflug zu rauben….kurz vor Erreichen der Elbbrücken, als der Verkehr fast gänzlich zum Erliegen kam, beschloss ich „abzubrechen“ und lieber einen ruhigen Ausflug am Rande der Hafencity zu machen.

Und jetzt wurde es brenzlig…ich bin also an der nächsten Kreuzung nicht mehr dem Schild „Elbbrücken“ gefolgt…und der Marburger hinter mir geriet in einen Entscheidungs-Zwiespalt…..in letzter Sekunde entschied er sich lieber Mir zu folgen, als dem Schild…MIST! das wollte ich doch nicht…

An der nächsten Kreuzung wäre ich normalerweise gerade aus gefahren, zu den Elbbrücken wäre es nach rechts gegangen, so hab ich mich ganz bewusst entschieden nach LINKS abzubiegen…so das der Marburger hinter mir klar erkennen konnte, das ich NICHT (mehr) auf die A7 möchte.

Es hat gewirkt…etwas zögerlich hat er sich nach rechts eingeordnet und ist dann auch abgebogen…und ich hab bei nächster Gelegenheit meine Fahrt zurück in Richtung Hafencity fortgeführt…hab am Rande geparkt und einen netten Spaziergang gemacht….

Hahaha wäre mir der Marburger an der letzten Kreuzung doch noch weiter gefolgt, wäre ich an der nächsten Ampel ausgestiegen und hätte es ihm wohl gesagt wo es lang geht….so hat er aber doch noch den richtigen Weg genommen und ich hoffe das die gute nach Hause gekommen sind.

Buxtehude muss also weiterhin auf meinen Besuch warten…ich hab dafür den Sonnschein an der Elbe genossen…

Brot – luftig und leicht zu backen

Heute hab ich es gebacken – das „No-Knead-Brot“…oder rauf rein Deutsch: Brot ohne Kneten….

Ich begegne dem Rezept in letzter Zeit im Internet immer wieder…also hab ich gestern angefangen den Teig vorzubereiten. Auch für dieses Brot gibt es inzwischen verschiedene Varianten….

Was so besonders daran ist?

Nun es kommt mit sehr wenig Hefe aus, ca. 1Gramm (anstatt sonst 6-7Gramm). Der Teig ruht sehr lange – zwischen 17-24 Stunden. Danach wird der Teig aus der Schüssel genommen, nur kurz 2-4x übereinander „gefaltet“ und ruht danach noch einmal 2-7 Stunden (wie gesagt, je nach Rezept) in einem Gärkorb.

Ein ofenfester Topf mit Deckel wird im Backofen auf 220-250 Grad vorgeheizt, der Teig wird aus dem Gärkorb in den heißen Topf gestürzt und mit geschlossenem Deckel ca. 30 Minuten gebacken….danach noch einmal ca. 30 Minuten ohne Deckel… Fertig.

und das ist das Ergebnis meines 1. Versuchs:

Außen knusprig, innen schön fluffig. Perfekt für ein mediterranes Abendbrot ….lecker !! Nur den ofenfesten Topf hätte ich entweder etwas ölen oder mit einer Backfolie auslegen sollen….der Boden des Brotes ist im Topf kleben geblieben.

Für die, die es genau mögen hier das Rezept: 400gr. Weizenmehl / 1gr. Hefe / 325ml lauwarmes Wasser / Salz nach belieben.

Familie …nicht schön

Über das Wesen von Familien gibt es so viele Geschichten…so viele Meinungen.

Meine Familie war noch nie ein Hort der Glückseligkeit oder des Zusammenhalts …. das Verhältnis zu der Familie meines Vaters ist das, was ich als „schwierig“ bezeichne…es war nie unbelastet….in vielerlei Hinsicht.

Dabei geht es mir im Vergleich zu anderen, noch gut mit der Meinigen.

Sie tut so gläubig und ist doch scheinheilig. Sie tut so liebevoll und ist doch eher gefühlskalt.

Meine Schwester, mein Schwager, mein Vater (als er noch lebte) und ich…WIR sind unsere eigene kleine Familie… oft waren wir im Streit und nicht es gab viele ungeklärte Dinge, viele nicht richtige und nicht schöne Dinge…aber wir 4 waren Familie….als ich noch verheiratet war, gehörte mein damaliger Mann auch dazu.

Mein Vater war das 2.Jüngste von 5 Kindern. 3 Jungen / 2 Mädchen.

  1. Der älteste Bruder meines Vaters ist jetzt vor ein paar Tagen gestorben. Es war mein Patenonkel…und ich hatte immer Angst vor ihm und seinen durchdringenden Augen, die einen immer zu Maßregeln schienen. dabei ist Er fast erstickt an seiner evangelischen Gläubigkeit:nach dem Aufstehenbeten, vor dem Essen beten, nach dem Essen beten, vor dem Kaffee beten, nach Kaffee beten usw….. und zur Beerdigung meines Vaters ist er mit seiner Familie nicht gekommen: weil wir keinen Pfarrer für die Beerdigung hatten. Seine Scheinheiligkeit hat mich schon immer angekotzt. Demütig und dankbar soll man sein, und nachsichtig….haaach wie herrlich wenn man sich dahinter verstecken kann. Das mein Vater aber mit der Kirche gebrochen hatte…dafür gab es kein Verständnis – und so war er es ihnen nicht wert zur Beerdigung zu kommen.
  2. Der zweit-älteste Bruder meines Vaters ist vor ein paar Jahren gestorben….und es war nie geklärt ob er nicht mein leiblicher Vater ist….Durch den Zwist zwischen meinem Vater und ihm hatten wir so gut wie keinen Kontakt..und als er gestorben ist, haben sich mein Vater und mein Patenonkel verbündet, das ich ja das Erbe ausschlage…nur keine schlafenden Hunde wecken. (Na immerhin gibt es auch noch einen 3. Kandidaten als leiblichen Vater, den besten Freund meines Vaters ….aber der ist auch schon lange tot…mit ihm ist meine Mutter damals als wir noch Kinder waren schließlich davon gelaufen).
  3. Die älteste Schwester meines Vaters ist vor vielen Jahren durch eine verschluckte Fischgräte in ein jahrelanges Koma gefallen und bis zu ihrem Tod nicht wieder daraus erwacht.
  4. Nur die jüngste Schwester meines Vater lebt eine Art Bilderbuch-Leben….es ist die Patentante meiner Schwester. Die ist so demütig und lebt das bescheidene Leben einer fügsamen gläubigen Hausfrau, aber auch zu diesem Muster an Familienzusammenhalt gibt es keinen Kontakt. Denn die christlich aufgeheizte Fürsorglichkeit bezog sich eher auf die Familie vor Ort und hat meine Schwester und mich nie eingeschlossen…Wir, fernab der hamburgischen Heimat, in NRW gottlos-aufgewachsenen gehörten einfach nicht dazu.

Wie man unschwer erkennt ,hat das Christliche in dieser Familie einen hohen Stellenwert. Es handelt sich dabei um eine evangelische Freikirche. Mir erschien es immer schon eher wie eine Sekte. Gehirnwäsche inklusive.

Ja sollen sie doch…ich bin da sehr tolerant, wenn es sie glücklich macht….nur zu. Aber die Familie kennt diese Form der Toleranz anderen gegenüber nicht wirklich. Es ist für mich scheinheilig Toleranz einzufordern, aber nicht selber zu leben.

Seit dem Tod meines Vaters hab ich an diesen Teil der Familie auch kaum einen Gedanken verschwendet. Nun hat mich meine Schwester heute darüber informiert, das mein Patenonkel gestorben ist.

Alles was mir dazu einfällt ist: Es tut mir für meine Tante leid…aber es trifft mich nicht. Durch ihn hatte ich als Kind immer Angst vor dem Rachegott….Angst vor seiner Unerbittlichkeit mir den Glauben nahe zu bringen….und damit die schrecklichsten Kindheitserinnerungen in den Ferien, in denen mich meine Eltern damals dort „geparkt“ hatten…ALLEINE – meine Schwester war bei der anderen Seite der Familie.

An Abende in denen ich als ca. 6jährige heulend im Bett lag und mein Patenonkel mich zwang zu beten, meine Sünden des Tages zu bekennen…wo ich überhaupt keine Ahnung hatte, was er eigentlich von mir wollte.

Ich merke wie sehr ich es ihm heute noch übel nehme….und nein, ich trauere nicht um ihn…aber ich versuche jetzt bewusst im zu verzeihen…nicht für ihn

– sondern nur für mich und meinen eigenen Seelenfrieden.