Gut behütet

Bei den hohen Temperaturen die wir in Deutschland inzwischen erreichen, sollte man mal über sein eigenes Wohlbefinden nachdenken.

50 Jahre lang hatte ich überhaupt keine Probleme mit Haut, Sonne oder Wärme.

Mit Sonnenmilch eincremen? Iiiich? -Äußerst selten- nur im Urlaub am Stand.Den Kopf vor der Hitze schützen mit einem Sonnenhut? Quatsch – ich doch nicht…ich liebe die Wärme… und vertrage Hitze und Sonne gut.

Seit der Allergie die  seit dem letzten Jahr mein Gesicht strapaziert und den steigenden Temperaturen, hat sich das geändert…Ich denke mehr darüber nach, mich zu schützen…und wenn ich jetzt wieder viel draußen bin sollte ich einfach darauf achten auch meinen Kopf zu schützen.

Ich möchte weder einen Sonnenstich noch einen Hitzekollaps bekommen…dann lieber vorher handeln.  Es ist übrigens erwiesen das lauwarme Getränke den Körper besser kühlen als Eiskalte…auch wenn wir das subjektiv anders wahrnehmen

Ich bin ja nicht so der Sonnenhut-Typ…fand das immer irgendwie zu überkandidelt und mit Basecaps  fühle ich mich nicht so wohl…die sitzen so locker bei mir – ein Windstoß und ich muss es mit der Hand festhalten.

Und dann hab ich das hier gefunden: Vorne der Schirm wie ein Hut, der Rest aus Stoff wie ein Piratentuch, aber mit leichtem Gummizug hinten…sitzt gut auf dem Kopf bis an die Ohren und lässt sich mit einem Bindeband auch noch enger stellen…..und das Beste, das ist ein Funktionshut mit „eingebautem“  Lichtschutzfaktor 50:  Drückt nicht, hält, schützt und ist super angenehm zu tragen.

Handfeste Farben

Meine Hand war natürlich NICHT schon nach Tag abgeschwollen.

Jetzt ist eine Woche vergangen, die Hand ist von mittel- bis dunkelgrau, über grün-blau inzwischen schon bei einem hellen Ocker-Gelb angekommen…direkt an der Daumenwurzel ist aber immer noch eine leicht schmerzhafte  Schwellung…alles ist auf dem Rückzug: die Farbe, der Schmerz und die Schwellung.

Aber ich kann mich immer noch nicht mit der linken Hand abstützen…hab es mit Gymnastik am Boden probiert – geht leider nicht. Auch beim Radfahren hab ich noch Probleme.

Nun gut – das ist alles nicht dramatisch und sagt mir einfach nur:  dann eben nicht. Dafür kann ich Laufen und die Finger machen solange mit, wie ich die Hand nicht auf der Tastatur abstütze J.

Nachdem ich jetzt den ganzen Vormittag darauf gewartet habe das meine Umzugs-Kartons angeliefert werden, hat eine Nachfrage ergeben: die haben mich vergessen!  Eigentlich blöd, hatte ich den Tag heute doch dafür eingeplant.

Das ist jetzt auch kein Problem mehr…kann ja die Hand nur eingeschränkt nutzen…lach.

Kollegen rücken zusammen

Diese ganze Unruhe in der Firma bringt aber auch etwas sehr Schönes…der Zusammenhalt unter den Kollegen nimmt zu…abteilungs-übergreifend.

Die Stimmung der Kollegen untereinander ist an vielen Stellen erstaunlich gut geworden. Vor ein paar Jahren noch haben einige Abteilungen gegeneinander gearbeitet…was ich immer unverständlich fand…aber jetzt ist das kollegiale Miteinander viel besser…das finde ich klasse.

Mit dem „ großen Unbekannten von Außen – Projekt: Bigfoot“  J (ist nur ein Synonym-das Projekt heißt in Wirklichkeit anders) und auch den teilweise unübersehbaren Konsequenzen die sich daraus  im letzten Jahr hätten ergeben können, rücken die Kollegen enger zusammen. Das ist eine natürliche Reaktion des Menschen: Bei Unsicherheit und drohenden Gefahren verbündet sich der Mensch mit denen die er kennt.

Lt. Shakespeares Hamlet:  „…das wir die Übel die wir haben, lieber ertragen, als zu unbekannten fliehen, so macht Gewissen feige aus uns allen, der angeborenen Farbe der Entschließung wird des Gedankens Blässe angekränkelt…“

Natürlich gibt es immer noch persönliche Differenzen zwischen dem Einen und Anderen…aber die gibt es überall.

Trotzdem, auch innerhalb vieler Abteilungen hat die Freundlichkeit der Kollegen untereinander  zu genommen…lach…es hat ja auch genügend personelle Änderungen gegeben.

Wie immer kann man über positive Dinge nicht so ausführlich berichten, wie über die Negativen….trotzdem wollte ich es nicht unerwähnt lassen.

 

 

Arbeitsfrust mit Geld kompensieren?

Ich bin erstaunt wie wenig die Unruhe und Unzufriedenheit der Mitarbeiter wahrgenommen wird. Nein eigentlich erstaunt es mich doch nicht…also nicht wirklich. Es läuft ja – irgendwie.

Unser GF hat mir vor einiger Zeit in einem längeren 4-Augen-Gespräch ja auch versucht seine Sicht auf die Änderungen zu vermitteln und das ihm in vieler Hinsicht (z.B. weitere Mitarbeiter  für unterschiedliche Abteilungen einzustellen) die Hände gebunden sind.

Dabei muss ich aber auch sagen, es gab Zeiten da waren ihm die Hände NICHT gebunden…und er hat trotzdem die Notwendigkeit nicht gesehen.

Eine Aussage von ihm hat sich mir aber eingeprägt, die eigentlich das ganze Dilemma der Geschäftsführung  zeigt. In etwa lautete die Aussage: Was soll ich denn noch tun um den Mitarbeiter zu vermitteln das es der Firma gut geht. Die Umsätze und die Gewinne steigen…uns geht es doch nicht schlecht.

Ja, das stimmt. Umsatz, EbITDA und auch die Gewinne steigen und ja, jeder von uns ist mit seinem Bonus am Unternehmensziel beteiligt. Soweit so gut.

Aber DARUM geht es auch gar nicht. Die Frage sollte doch lauten: WARUM sind so viele Mitarbeiter in den letzten Jahren unzufrieden geworden OBWOHL alle messbaren Faktoren nach oben gehen.

Der Kern der Unzufriedenheit ist eben nicht, das wir zu wenig Geld verdienen – sondern das wir an vielen Stellen viel zu viel Arbeit haben, die mit der Anzahl der Mitarbeiter kaum zu bewältigen ist.

Natürlich ist Geld ein wichtiger Faktor…aber eben nicht der Einzige. D.h. unser GF kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die lieber auf etwas Geld verzichten um etwas mehr Freizeit zu haben.  Nun gut – unser GF ist ein waschechter Schwabe.

Wenn 3 Abteilungsleiter und 2 Teamleiter einer Firma (das sind nur die mit denen ich mich über diese Themen unterhalte – bei den anderen hab ich keine Einblicke) unzufrieden sind, und dazu noch einige der „normalen“ Angestellten …dann ist das überproportional im Verhältnis zur Gesamt-Mitarbeiterzahl.

Wenn auf der einen Seite immer wieder darauf aufmerksam gemacht wird, das die Überstunden zurück gefahren werden müssen, das die Arbeit an Wochenenden und Feiertagen nicht erlaubt ist, auf der anderen Seite dieser  zusätzliche Arbeitseinsatz nicht anerkannt /honoriert wird und trotzdem nur zögerlich Abhilfe geschaffen wird um die Arbeit innerhalb  der vorgegebenen Zeit schaffen zu können, auf der nächsten Seite bei der Planung  der nächsten 1-5 Jahre schon klar ist, wir wachsen weiter und es werden keine zusätzlichen Stellen geplant….da stimmt doch etwas nicht. Da ist doch schon vorprogrammiert das noch weitere Mitarbeiter die Reißleine ziehen oder untergehen werden.

Aber die Geschäftsleitung nimmt es nicht wirklich wahr…oder will es nicht wahrnehmen, weil es der Firma ja gut geht.  Und wenn es der Firma gut geht, dann haben die Mitarbeiter keinen Grund unzufrieden zu sein.

Was für eine Logik.

Nachdem ich jahrelang das alles eher stillschweigend mit getragen habe,  hab ich ja bereits in 2018 angefangen aufzubegehren, …was zumindest dazu geführt hat, das ich

  1. Einen zusätzlichen Mitarbeiter bekommen habe (wenn auch die Umsetzung erst mit ¾ Jahr Verzögerung statt gefunden hat)
  2. Ich eine zusätzliche finanzielle „Entschädigung“ für diese Sonderprojekt erhalten habe. Lt. Aussage meiner Chefin bin ich die Einzige.

Aber der zusätzliche Mitarbeiter und die finanzielle Sonderzahlung kamen zu spät…viel zu spät – meine innere Unzufriedenheit konnte das auch nicht mehr kompensieren und ich hab ja für mich die Konsequenzen gezogen.

Und  diese 1. Arbeitswoche nach dem Urlaub hat mir mal wieder gezeigt, es ist absolut die richtige Entscheidung…es geht munter weiter mit den Änderungen „mal eben“….

Nach einem Gespräch mit unserem verantwortlichen Westeuropa-Manger  weiß ich, auch den anderen Landesgesellschaften geht es nicht besser, die kämpfen mit den gleichen Nachwirkungen des Konzernumbaus (Nur die brauchten eben KEINE zusätzlichen Jahresabschlüsse – das war etwas speziell nur für die Deutschen Gesellschaften) und auch dort wächst das Frust-Potential – obwohl die an vielen Stellen wesentlich mehr Leute zur Verfügung haben. Und auch er hofft jeden Tag, das nicht noch mehr neue Anforderungen an unsere Arbeit gestellt werden.

 

Wo wir übernachten

Eigentlich schade das mein Balkon im Hochpattere liegt….bei den aktuellen Temperaturen von immer noch 28 Grad (um 22.20 Uhr) hätte ich Lust auf dem Balkon zu übernachten….lach …so mit Isomatte und Schlafsack.

Es geht ein leichter Wind….ausserdem ist es heute absolut still (nanu – heute ist Mittwoch und keine Probe des Bläserchors…tztztztz- wie nachlässig).

Hmmm…neeee das kann  ich leider nicht machen…der Balkon ist ja direkt neben dem Hauseingang….wenn auch etwas geschützt…aber eben nicht vollständig… das traue ich mich aktuell nicht…trotzdem finde ich den Gedanken verlockend…

Isomatte, Schlafsack und ein Zelt liegen seit mehr als 10 Jahre ungenutzt in einer Truhe im Keller…ich müsste sowieso erst einmal prüfen ob die überhaupt noch nutzbar sind. Vielleicht haben sich ja die Motten dadurch gefressen.

Ich war nie ein großer Freund vom Camping. Das liegt wahrscheinlich daran weil sich meine Eltern während eines Camping-Urlaubs getrennt haben…und das war nicht nur ein normaler Streit, es war ein Drama was sich da abspielte…so etwas hinterlässt  Spuren.

Trotzdem gab es eine Zeit, da passte es ganz gut zu meinem Lebensstil  mit dem Schlafsack irgendwo zu übernachten, z.B. wennmeine Freundin aus Wolfhagen eingeladen hat und das ganze Haus voller Gäste war…jeder hat sein Schlafzeug mitgebracht und sich ein Plätzchen gesucht…das Haus war groß genug. Kennen gelernt hab ich sie als ich kurzfristig eine Nachmieterin für genau dieses Haus gesucht habe. So war ich später Gast in dem Haus, das vorher mein gemietetes Zuhause war…das war schon manchmal ein merkwürdiges Gefühl.

Oder als einer aus meiner Clique in einer Waldhütte im Sommer seinen Geburtstag gefeiert hat und wir  mit Schlafsäcken  rund um das Lagerfeuer sassen…zum Schlafen haben wir uns dann etwas verteilt…geschlafen hab ich dann  in meinem Auto auf dem zur Ladefläche umgebauten  Kofferraum (ich hatte zu der Zeit einen sehr hässlichen aber äußerst praktischen Kastenwagen).

 …und dann mit der Zeit waren der Schlafsack und das Zelt nur noch eine Erinnerung in einer Kiste. Das Leben lief weiter und ich hab Beides nicht mehr benutzt…aber aufgehoben.

Ich werde mal am Wochenende die Kiste inspizieren…Lach…vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Gelegenheit für eine etwas unkonventionelle Übernachtung…

Zurück im Hamsterrad

Heute war erst der 2. Arbeitstag nach dem Urlaub…und ich könnte schon aus dem Fenster springen.

Immer noch haben wir mit den Änderungen in den organisatorischen Strukturen  des Konzern zu tun…immer wieder werden die Anforderungen geändert…Erst  Hüh…dann Hot, dann  brrrr…und dann aber im vollen Galopp….ganz schnell fertig werden.

Kaum bin ich wieder da, bekomme ich von mehreren Seiten zu hören…wir müssen DAS jetzt noch eben machen.  WIESO – vor meinem Urlaub hab ich extra an höherer Stelle genau danach gefragt. Antwort: Nein, das brauchen wird nicht…

…und jetzt auf einmal heißt es DOCH und der Abgabetermin war bereits der 17.05. Sagt mal, wollt ihr mich veraschen?… Die entsprechende  Person kann sich auch gar nicht mehr an unser Gespräch erinnern…

Ist aber auch egal…das muss gemacht werden….und zwar „mal eben“…. Mal eben geht ja gar nicht…das sind 4 Gesellschaften für die ich das machen muss und das braucht eben schon mal 1 Tag…

Aber dafür gab ich in dieser Woche auch schon Meetings gehabt, für die ich dann auch noch die Protokolle schreiben soll….Aha! Ja – prima…WANN?

Aber auch das ist ja vollkommen egal…das wird sich schon von alleine schreiben…das Protokoll…grummel….nun gut – meine Chefin hat sich jetzt mal nicht lumpen lassen und mir einen ordentlichen Zusatz-Bonus genehmigt um den enormen Zusatzaufwand der letzten Monate zu kompensieren…da war ich schon verwundert…und denke eher das ist gedacht um sich für die noch kommenden Monate h mein wohlwollendes Engagement  zu sichern.

Nicht das ich auf die Idee komme, wegen fehlender Anerkennung , mich beim Arzt krankschreiben zu lassen…so ähnlich hat sie es durch die Blume ausgedrückt…lach.

Na ich weiß aber, das dafür mein Schluss-Bonus wesentlich geringer ausfällt…weil ich ja überhaupt keine Zeit hatte, an meinen persönlichen Bonus-Zielen 2019 zu arbeiten….also dann relativiert sich das wieder.

Aber das ist mir jetzt wirklich fast egal….Hauptsache der ganzeKram endet jetzt endlich bald.

So wie es aussieht, hat sich meine Firma jetzt doch schon für einen Nachfolger entschieden, der bereits im August anfangen wird (witzigerweise war das einer der Kandidaten, der am Anfang mangels fehlender Tiefe der Fachkenntnisse aussortiert wurde). Aber als Teamleiter soll er allen gut gefallen haben… Prima – immerhin hab ich dann jemandem dem ich doch noch etwas übergeben kann, ohne das ich mein Team überstrapazieren muss. Was der dann daraus macht kann ich eh nicht mehr beeinflussen.

Ja, es wird Zeit das ich hier raus komme… und doch hab ich bereits gestern wieder Abends noch von Zuhause aus gearbeitet… und auch heute Abend werde ich später noch ein weiteres Protokoll schreiben…ich hab während der offiziellen Arbeitsstunden KEINE  Zeit dafür…und am Samstag werde ich mal wieder einen Tag im Büro verbringen…um die verflixten Änderungen  (die vom Anfang) einzugeben

….noch 2,5 Monate und dieser Spuk ist vorbei.

Faulenzer Tag

Heute mache ich einen echten Faulenzertag…

Meine Daumenwurzel an der linken Hand ist immer noch geschwollen, ist inzwischen jedoch nur noch halb so dick, wie gestern…dafür schillert sie jetzt in den Farben eines Gewitters….dunkelblau bis dunkelgrau….

Fahrradfahren fällt damit heute aus…ebenso alles was ich sonst mit der linken Hand mache…also sehr viel (inclusive Bügeln, abwaschen  usw. (okay  für´s Zähneputzen hab ich die rechte Hand genommen….fühlt sich zwar ungelenk an, funktioniert aber auch).

Auch schwere Sachen heben geht heute auch noch nicht wieder oder auf dem Balkon die Pflanzschalen umschichten und entleeren…. noch 1-2 Tage und meine Hand ist wieder voll einsatzfähig…hoffe ich zumindest.

Damit ist klar: Heute werde ich mal faulenzen…und das kommt mir ganz gelegen….ab Morgen muss ich wieder arbeiten, also gilt heute noch mal die Devise: Kraft-tanken für die kommenden anstrengenden Wochen.

Ich war am letzten Donnerstag, dem Feiertag, für ca. 1 Stunde im Büro…und bin dort fast über meinen neuen Chef gestolpert….wir haben uns kurz unterhalten (schon nach ca. 1 Minute hat er gefragt ob wir nicht auf Englisch reden können – na klar ) und er hat mir erzählt, das die jetzt wahrscheinlich doch bereits ab 1.8. einen Nachfolger für mich gefunden haben. Das wäre phantastisch…dann müsste ich mein Team nicht noch quälen und kann in ca. 1,5 Monaten noch meinen Nachfolger einarbeiten…das wären dann mal echt gute Nachrichten.

Aber bei der schnellen Durchsicht meiner Mails wurde klar: das werden keine leichten Wochen …aber wann war es schon mal leicht für mich in dieser Firma…also Augen zu und durch…. Es sind ja nur noch etwas mehr als 2,5 Monate  die ich arbeiten muss und dann bin ich fort….

Irre wie schnell  die Zeit jetzt gelaufen ist, seitdem ich gekündigt habe…es sind schon knappe 2 Monate vergangen…

Also:  Heute werde ich mal die Füße hoch und die Hand still legen und einfach mal gar nichts tun….außer etwas schreiben am PC (die Finger funktionieren ja einwandfrei ) und nachher  noch Essen kochen…. Auch die Muskeln brauchen ja mal eine Pause zur Regeneration… also HEUTE 

…und Schwuuups ….

Die Freude blieb bis zu dem Moment, in dem ich versuche mein Fahrrad  an einer ungünstigen Stelle zu wenden….einer der Querwege verlief einfach ins Nichts….und währende des Wendemanövers verfingen sich ein paar am bodenliegende Äste in den Pedalen, meine Versuche das Gleichgewicht zu halten schlugen fehl…und schwuuuups lag ich auf dem weichen Boden.

Die Äste und das Pedal zerkratzen mein linkes Bein…, mein linker Ellenbogen steckte im Dreck und obwohl ich darauf lag, hatte er nichts weiter abbekommen….aber mein linkes Handgelenk…AUAA…das tat mal so richtig weh….

Zuerst hab ich mich mal unter dem Fahrrad hervor gepult….das Blut lief an meinem Bein entlang…lach…das sah martialisch aus, waren aber nur leichte Schürfwunden…Ich  beobachtete das Handgelenk…es tat weh, wurde aber nicht dick…die Finger konnte ich bewegen (prima – nichts gebrochen)…Aber der Schmerz im Handgelenk ging nicht weg….hmmm aber es wurde nicht dick….was ich vollkommen übersehen hatte:

Die Daumenwurzel wurde dafür dicker und dicker….ohhha…

Nun gut also mit Taschentusch und meiner Wasserflasche habe ich mich vom Blut am Bein befreit und meine Daumenwurzel gekühlt…ich bin zwar noch ein paar Km mit dem Rad gefahren…aber es war mühselig da ich ja ein TrekkingCross-Rad besitze muss ich beim Auf-und Absteigen BEIDE Hände am Lenker haben und zum Bremsen ebenfalls…das ging nicht so wirklich….also bin ich zurück zum Auto gefahren…

Hab dort erst einmal  die Wund-und Heilsalbe auf den Handballen geschmiert, aus dem Verbandskasten einen Stützverband  geholt und angelegt, so gut das eben mit einer Hand ging… Sooo und zum Trost hab ich mir dann noch ein Eis gegönnt und bin ich dann noch einmal in der Fußgängerzone etwas herum gelaufen….

Inzwischen tut es nicht mehr so weh…ist aber noch geschwollen…(Zuhause hab ich erst mal Sportsalbe drauf geschmiert und einen  neuen Stützverband gemacht um das Gelenk und die ganze Hand zu schonen….hoffe die Schwellung ist morgen wieder weg….grummel…

Suche nach mir Selbst : Rückblick

Suche nach mir Selbst : Rückblick

Ich hab mich so richtig auf Kassel gefreut…das Wetter zeigte sich von der schönsten Seite und so hab ich nach der Parkplatzsuche erst einmal für den nötigen Sonnenschutz gesorgt…Am Rande der Fußgängerzone  waren dutzende Einsatzfahrzeuge der Polizei und eine ältere Dame sagte mir, es wird eine Demonstration stattfinden…gegen „Rechts“  – Anlass war die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) Anfang Juni in Wolfhagen

Irgendwie fühlt sich das hier so nah an und macht mich gleich doppelt betroffen….Ich hab vor 17 Jahren in einem der Neben-Orte von Wolfhagen gewohnt….Aber vor Demonstrationen nehme ich grundsätzlich  reiss-aus…das sind mir eindeutig  zu viele Menschen…

Ich habe mich also mit meinem Fahrrad in den Volkspark verzogen…erst einmal direkt zur Orangerie. Dort gibt es das Planetarium und ein Restaurant mit großem Außenbereich…direkt im Park. Eine malerische Kulisse. Dort habe ich mich mit Räucherlachs und Rösti  gestärkt (das hab ich in Kassel zum 1.Mal in meinem Leben gegessen…allerdings während eines Besuchs im Staats-Theater und nicht im Park).

Das Besondere an dem Volkspark in Kassel: Er liegt direkt in der Stadt und ist riesig groß….und sobald man dort ist, hört man nichts mehr von der Stadt….Der Park liegt etwas unterhalb der Fußgängerzone und auf der anderen Seite ist die Fulda….dahinter beginnt das ehemalige BUGA-Gelände….und mit dem Fahrrad sind es nur 30 km bis HannMünden…. Den Weg bin ich früher oft gefahren.

Ich war insgesamt nur 1,5 Jahre in Kassel….aber der Volkspark war mein Lieblingsort, er war eine Art geschützter Raum für mich, eine Art Wohnzimmer…den Park hab ich bei eisigen Minus-Temperaturen im Winter stetig durchwandert und mein unbändiges  Gefühl der Verlorenheit hinausgebrüllt (wenn denn Niemand in der Nähe war)….hab den Bäumen und Seen  meine Verzweiflung erzählt nicht zu wissen, WER ich denn eigentlich bin,…ich war mit Anfang 30 zum ersten Mal in meinem Leben allein (war von NRW nach Hessen gezogen, hatte eine Karriere und hatte mich gerade von meinem Ehemann getrennt mit dem ich seit meinem 16.Lebensjahr zusammen war) …und wusste nicht, was ich eigentlich vom Leben wollte…ich hab auf den Wanderungen in dem Park in endlos erscheinenden Diskussionen mit mir selbst, nach MIR gesucht…und mich dann  auch gefunden.

Ab dem Frühling bin ich mit dem Fahrrad durch den Park gefahren…kreuz und quer…und immer wieder … rüber in die Fulda-Aue…und um den BUGA-See herum….durch die Felder bis nach HannMünden…und noch weiter…und wieder zurück. Das war in dem heißen Sommer 2003. Da wusste ich schon was ich wollte…hatte auch Freunde gefunden…und wusste das ich doch nicht mehr lange bleiben werde, die Karriere war nicht das, was ich wollte. Da saßen wir bis Ende Oktober bei immer noch warmen Wetter bis spät abends  mitten auf dem Rasen vor der Orangerie.

Im Volkspark in Kassel hab ich MICH damals als Mensch neu gefunden und  die Weichen für meine Zukunft gestellt, habe dort meine Entscheidungen vorbereitet und dann auch getroffen….

Irgendwie erscheint es mir nur logisch an diesen Ort zurück zu kehren, um die nächsten gravierenden Entscheidungen in meinem Leben durch den Park zu tragen….und es tat gut…

Neues Hobby

Um 8 Uhr klingelte der Wecker, um 8:03 Uhr war die Bettwäsche runter gezogen und seit 8.05 Uhr läuft bereits die Waschmaschine…nicht mit der Bettwäsche, sondern mit der Bettdecke….

Seitdem ich diese blööööde Haustaubmilben-Allergie  habe, läuft noch viel häufiger die Waschmaschine als früher: wöchentlich Bettdecke, Bettwäsche, Kopfkissen, Bettlaken waschen…dazu ständig saugen und feucht wischen…

Da diese Allergie bei mir eine „schwere“  Ausprägung hat, ist das leider notwendig.

Am Anfang dachte ich noch…ach ja …das beruhigt sich schon wieder und dann reicht alle 2 Wochen der Bettbezug, alle  3 Wochen Decke und Kopfkissen selber.

DENKSTE!  … meine Augen und meine Haut sagen sehr schnell DOCH es MUSS sein…

Bei den meisten Haustaub-Allergikern schlägt sich das Ganze auf die Bronchen nieder, die müssen niesen, die Nase läuft, das Atmen fällt schwer und kann sogar  zu Asthma werden.

…bei mir  dagegen macht sich die Allergie auf der Haut bemerkbar…auf der Haut rund um die Augen, inclusive der Augenlider,  bis zu den Wangenknochen und manchmal auch bis in die  Augen selbst….die Haut ist geschwollen, rot, juckt, schuppt,  brennt und tut weh…verträgt keinerlei Cremes und nur wenige Salben…und das auch nur kurzzeitig…

Zu den  schlimmsten Zeiten sah ich so aus, als ob ich verprügelt worden bin (meine Chefin meinte ich sähe nach „häuslicher Gewalt“ aus)…und dabei haben mich meine Kollegin nur im gemilderten Zustand gesehen…also schon eingecremt und mit medizinischem Puder zum kaschieren….

Seitdem endlich klar ist, das es sich um eine Kontakt-Allergie durch Haustaub-Milben handelt muss ich waschen, waschen, waschen….das Encasing  (spezielle Bezüge für Allergiker – von der Krankenkasse bezahlt) vertrage ich aktuell leider nicht  durch die dann noch stärkeren Hitzewallungen während der gesamten Nacht.

Und nicht zu vergessen die Wohnzimmercouch…ich habe alle Kissen entsorgt und durch Allergiker-Kopfkissen ersetzt, die ich in die Kissenhüllen stopfe….und ich habe eine Decke aus reiner Baumwolle gekauft, die ich als Schonbezug auf die Couch lege…die Decke kann ich bei 95Grad waschen…die Couch ja leider nicht …dafür gibt es Anti-Milbenspray.

Also ist Waschen zu meinem Hobby geworden. Dabei hab ich immer gedacht meine Wohnung ist eigentlich sauber…aber ich verstehe jetzt den Unterschied zwischen sauber und Allergiker-geeignet….seufz..