Urlaub – leider etwas anders

Manche Telefonate sind einfach zu wichtig, um sie zu verschieben…

Vor vielen Jahren, hatte ich eines meiner wichtigsten beruflichen Telefon-Gespräche zur Mittagszeit auf der Hanauer-Landstraße in Frankfurt…

Ich bekam einen Anruf von einem französischen Belgier mit dem ich ein Bewerbungsgepräch auf Englisch führte, für eine leitende Position in der kleinen Zweigniederlassung (nahe Frankfurt) eines japanischen Konzerns.

Das war krass…zu dem Zeitpunkt war mein Englisch noch nicht so ausgefeilt und nun stand ich in einem Hauseingang und versuchte mich auf das Gespräch zu konzentrieren, während ununterbrochen der Straßenlärm um mich herum brodelte….den Job hab ich dann tatsächlich bekommen. Das war damals eine gute Entscheidung den Job anzunehmen.

Ich weiß auch nicht, warum mir das jetzt so in den Sinn kommt. denn das jetzige Telefonat diesen Freitag am späteren Nachmittag war ganz anders…obwohl ich auch auf der Straße unterwegs war, war es nicht so laut drumherum, und auch war es auf Deutsch…aber wichtig das war es ….sogar sehr wichtig.

Tja, bevor mein Kardiologe in den Urlaub ging, wollte er unbedingt noch mit mir sprechen. Die Ergebnisse des Herz-CT liegen vor und fast triumphierend freute er sich über seinen richtigen Riecher, mir zu dem Herz-CT geraten zu haben.

Sie haben etwas gefunden…was genau, kann man leider nicht auf dem CT erkennen..aber es sieht so aus, als ob ich tatsächlich an mehreren Stellen Probleme mit den Herzkranzgefäßen habe. Und da meine Symptomatik laut seiner Aussage „ja etwas ungewöhnlich“ sollte es jetzt zügig abgeklärt werden, auch wenn er leider dann nicht dabei ist.

Montag muss ich nun zu seiner Vertretung für die Vorbesprechung und am Mittwoch schon findet eine Herzkatheter-Untersuchung statt…und falls sich das bewahrheitet, was er sich vorstellt, bekomme ich Stents gesetzt.

So – das hat gesessen und ich habe ein Dejavú.

Genau so hat es bei meiner Schwester auch begonnen…und letztlich hat sie einen 4fach Bypass bekommen und das ist ja gerade mal 2 Monate her.

Das hat mich erst einmal umgehauen. Ehrlicherweise hab ich nämlich nicht damit gerechnet, das beim Herz-CT überhaupt etwas gefunden wird.

Nun gut – hilft ja alles nichts…da muss ich jetzt durch und noch hab ich die Hoffnung, das es bei der Herzkatheter -Untersuchung bleibt und evtl. nur Stents gesetzt werden…oder es gar nicht nötig wird.

Aber natürlich läuft in meinem Kopf auch die was-wäre-wenn Spirale: OP am offenen Herzen / langer Arbeitsausfall / Schmerzen / haufenweise Medikamente / Reha / psychische Belastungen …. ich hab es ja gerade erst vorgelebt bekommen – nee das will ich nicht wirklich.

Zu meiner Beruhigung sage ich mir: meine Schwester und ich sind körperlich ganz verschieben…ich hab eine robustere Konstitution und hatte nie die gleichen Krankheiten, wie sie…aber wir sind Schwestern und jetzt heißt es abwarten ohne sich verrückt zu machen. Wenn ich älter werden möchte, muss ich da jetzt durch.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende

Winter und Fühling zugleich

Für Samstagvormittag war ich mit Schwester+Schwager in Flensburg verabredet…meine Schwester ist jetzt seit mehr als 1 Woche wieder zuhause, meine Corona-Infektion und die stressige Woche sind vorbei…also kehrt so langsam wieder Normalitität in mein Leben….inclusive das ich seit letztem Wochenende wieder weiter Dänisch lerne.

Gestern ging es erst einmal um ein vorgezogenes Krokusblüten-„Fest“…das es in Flensburg zwar nicht gibt…aber es gibt einen wunderschönen alten Friedhof mit vielen Krokussen und die blühen gerade.

Aber erst einmal gab es bei mir zuhause SCHNEE. Noch im Bett liegend hörte ich Jemanden Schnee schippen…ohhhh…es gibt Schnee…aber erst beim Blick aus dem Wohnzimmerfenster begriff ich, wieviel Schnee tatsächlich in der Nacht gefallen war…es waren ca. 3-5 cm und auch auf den Straßen blieb der Schnee liegen.

Mit dem Aufstehen hab ich mir etwas zu viele Zeit gelassen…hab noch im Bett gelesen….so das mir am Ende dann keine Zeit mehr blieb noch einen Schnee-Spaziergang zu machen…aber ich hab alles eingepackt und gedacht…na dann schneit es in Flensburg bestimmt auch.

Aber schon nach ca. 40km in Richtung Norden, war vom Schnee nichts mehr zu sehen und so blieb es zwar vorläufig bei strahlend blauem Himmel…aber ohne Schnee und später dann auch mit Schneeregen und Regen und dann wieder Sonnenschein und mit Krokussen und Schneeglöckchen…eine tolle Kombination:

Das „richtige“ Krokusblütenfest findet kommendes Wochenende in Husum statt…da sind dann so viele Krokusse, das man keinen Rasen mehr sieht…ein Meer aus Blüten…das ist ein tolles Schauspiel – aber auch fürchterlich überlaufen….da ich kommenden Freitag Urlaub habe, werden wir uns evtl. Freitagmittag dort treffen…also VOR dem Fest und den Menschenmassen. Aber das ist erst einmal nur eine lockere Absichtserklärung…

Meine Schwester hat ihre lebendige Art zurück und auch mein Schwager ist ziemlich erleichtert und man merkt ihm sehr deutlich an, wie sehr ihn die letzten 6 Wochen alleine zuhause, zugesetzt haben…Beide waren übermäßig laut beim Sprechen und mein Schwager hat mich kaum einen Satz zu Ende sprechen lassen. Das war super anstrengend und auch teilweise schon nervig. Das war nichts für mich, um mich zu entspannen…trotzdem war es ein schöner Tag….am späten Nachmittag bin ich dann auch schon wieder heimgefahren.

Beiden geht es soweit gut, das Finanzielle regelt sich auch langsam bei Beiden, mein Schwager bewirbt sich fleißig- hat bisher aber nur Absagen erhalten. Die körperlichen Narben meiner Schwester verheilen gut, aber sie darf noch lange nicht wieder körperlich Arbeiten..ist noch krankgeschrieben..Die seelischen Attacken mit Angst und Panik sind fort …wieder Zuhause zu sein, tut ihr richtig gut.

Uund ich bin auch raus aus dem Krisenmodus….alles wird wieder gut …noch nicht jetzt sofort….aber Stück für Stück und mit jedem Tag ein bisschen mehr.

Weißkittel-Effekt

Wie kann man mich, als eingefleischten Autofahrer, davon überzeugen auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen? – Also so – jedenfalls nicht.

Freitagmorgen musste ich von Quickborn nach Norderstedt (Mitte)…das sind per ca. 14km und dauert mit dem Auto ca. 15-20 Minuten je nach Verkehrslage. Es wurde jedoch abgeraten nach dem Herz-CT selber mit dem Auto zu fahren, weil ich für die Computertomographie einen Beta-Blocker bekomme, um den Herzschlag zu verlangsamen, evtl. noch ein Beruhigungsmittel, falls der Beta-Blocker nicht ausreicht und dann auch noch ein Kontrastmittel gespritzt bekommen werde, auf das man evtl. allergisch reagieren kann.

Also hatte ich mich für die Fahrt mit den Öffentlichen entschieden. Die AKN fährt ja aktuell nicht, wegen des Umbaus von Diesel auf Elektroantrieb…und so blieb nur der „Schienenersatzverkehr“…also der Bus. Die Hinfahrt war mit knappen 30 Minuten Fahrzeit noch richtig akzeptabel und unkompliziert…JA prima – also das ging ja besser als erwartet.

Jaaaa, bis ich dann mittags wieder nachhause wollte. Das ich 20 Minuten auf den Bus warten musste – okay geschenkt…aber das die reine Fahrtzeit auf dem Rückweg dann fast 1 Stunde dauerte…also das hat mich nun wirklich nicht überzeugt…auf dem Hinweg gab es nur wenige Haltestellen…auf dem Rückweg wurde eine Schleife nach der anderen gefahren und gehalten wurde gefühlt „an jeder Milchkanne“…ja also, das mag zwar eine optimale Anbindung der kleineren Ortschaften drumherum gewesen sein…aber keine optimale Streckenführung, um mich vom Bus zu überzeugen. Aber sobald die AKN/bzw. dann die S-Bahn bald wieder fahren sollte, dann würde ich für diese Strecke tatsächlich die Bahn bevorzugen.

Der Termin in der Kardiologischen Klinik war ganz okay…aber ein komisches Zeitmanagement haben die dort schon….ich war 1 von 3 die zur gleichen Zeit einen Termin für die gleiche CT-Untersuchung hatten, bei nur einem Gerät. Mein Vorteil war nur, das ich als 1. dort ankam und somit auch als Erste dran…bei mir hat der Termin insgesamt mehr als 2 Stunden gedauert…und als ich endlich gehen konnte, saß die 3. Patientin immer noch und wartete…inzwischen schon ziemlich genervt.

Die reine Prozedur im CT hat dabei nur knappe 20 Minuten gedauert. Mehr als 1 Stunde ging dafür drauf, meinen Ruhepuls auf unter 65 Schläge zu reduzieren…Als ich dem Arzt gegenübersaß lag mein Puls noch bei 110 Schlägen…und auch der 1.Betablocker brachte den Puls nicht wirklich runter. Ich hab den sogenannten „Weißkittel-Effekt“…IMMER wenn ich beim Arzt bin, schnellen Puls und Blutdruck in ziemliche Höhen und bleiben dort auch die ganze Zeit über. Also hab ich nach einer 3/4 Stunde noch eine weitere Tablette mit dem Beta-Blocker bekommen…und sollte das nicht ausreichen, wäre noch ein Beruhigungsmittel möglich. Aber bei mir half die 2. Tablette dann relativ schnell…ich wurde extrem müde und hab von selber auf mich aufmerksam gemacht…jetzt wäre es wohl soweit…und tatsächlich lag mein Puls auf einmal bei 64 Schlägen…bei meinem Fitness-Tracker sah der Abfall des Pulses auch ziemlich drastisch aus….hahaha…aber endlich konnte es losgehen.

Da das CT eigentlich keine Röhre ist, sondern eher einem überdimensionalen Donut gleicht, war die Untersuchung für mich unproblematisch…ich lag nur mit dem Brutbereich im CT und alle anderen Körperteile waren außerhalb…also gab es kein Problem mit meiner Klaustrophobie.

Erst kurz vor Ende der CT-Aufnahmen, wurde das Kontrastmittel gespritzt…und in Sekundenschnelle breitete sich diese merkwürdige Wärme in meinem Körper aus….krass wie schnell das durch die Venen lief….und dann war auch schon alles vorbei.

Nur ich hab in dem Raum gefroren, da das Gerät eine Art Kühlung laufen hatte..aber die Schwestern haben zumindest ein Handtuch über meinen freien Oberkörper gelegt….aber für den Rest des Tages war mir danach richtig kalt.

Mit dem Herz-CT werden vom ruhig schlagenden Herzen Bilder in vielen Schichten hintereinander aufgenommen, um so die Funktion des Herzens und den Zustand der Herzkranzgefäße sichtbar zu machen. So sieht man eventuelle Verkalkungen in den Gefäßen und auch Verengungen und auch, ob es Probleme bei der Funktion des Herzens gibt. Um aber überhaupt etwas mit dem CT sehen zu können, darf das Herz nicht zu schnell schlagen…deshalb muss der Puls bei den meisten Menschen verlangsamt werden…sonst ist die Untersuchung nutzlos.

Das Ergebnis erhalte ich aber erst später von meinem Kardiologen….wenn er selber die Auswertung aus der Klinik erhalten hat.

Was ist eine Weißkittelhypertonie?

Der eigene Blutdruck ist kein starrer Wert, sondern unterliegt natürlichen Schwankungen. Auch bestimmte Ereignisse, wie der Besuch beim Arzt können den Blutdruck steigen lassen. Von Weißkittelhypertonie oder auch Weißkitteleffekt oder maskierter Hypertonie spricht man, wenn zuhause ein normaler Blutdruck besteht, der in einer Klinik oder Arztpraxis aber höher ausfällt, nur weil er vom Arzt ermittelt wird. Weil manche Menschen bei einem Arztbesuch nervös sind und dies als Stresssituation empfinden, kann der Blutdruck ansteigen.

Die Differenz zwischen den beim Arzt und zuhause gemessenen Blutdruckwerten liegt oft bei etwa 20 mmHg oder mehr beim systolischen Wert. Bei einem normalen Blutdruck von 120/80 mmHg ist ein um 20 mmHg erhöhter Wert enorm. Man spricht also vom Weißkittelsyndrom.

https://www.visomat.de/weisskittelhypertonie/

Vom Gordischen Knoten und Problemlösungen

In dieser Vollmond-Woche war ich tatsächlich bisher an 5 von 6 Tagen walken. Trotz der vielen Homeoffice-Tage gehe ich aktuell erst Abends meine Runden…wenn es schon Dunkel draußen ist.

Direkt nach Feierabend bin ich erst einmal platt….und raffe mich dann erst später auf…und mein neues Mobiltelefon brachte es tatsächlich fertig ein Bild vom Mond aufzunehmen, als ich außerhalb des Ortes in der Dunkelheit über die Feldwege lief…das war noch am Montagabend…also einen Tag vor dem Vollmond.

Ich gehe zwar immer noch nicht wieder in der Geschwindigkeit, wie vor meiner Corona-Erkrankung…aber die Strecken sind wieder zwischen 4,5 bis 6km…das ist mein normales Niveau für diese Walking-Runden.

Ich liebe es durch die Dunkelheit zu laufen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen….Alles Erlebte zu rekapitulieren, einzuordnen und dann loszulassen….vor allem den Stress.

Seit Donnerstag bin ich auch wieder gut gelaunt…hab meine Motz-Phase endlich abgeschlossen…SO – endlich kann ich meine Arbeit wieder geniessen…auch wenn es immer noch nicht wieder rund läuft…aber den gordischen Knoten aus Chaos, Zeitdruck, fehlenden Unterlagen, mangelhaften Erklärungen, langsamen Kollegen, neuen Formularen und herausfordernden neuen Anweisungen hab ich jetzt lösen können. Von dem großen Knoten sind noch ein paar kleinere Knötchen übrig geblieben…das Das-Große-und-Ganze Drama hat sich (vorläufig) aufgelöst.

Und wieder einmal hab ich festgestellt….alles geht nur einzeln und nach einander zu lösen…es gibt keine Abkürzungen und auch keine Wunder, die so ein Knäuel mit einem Schlag auflösen können….da hilft nur Geduld (nicht meine Stärke), Konzentration (meine Stärke) und stoische Disziplin (meine große Stärke) jedes Problem einzeln und nach und nach zu lösen…bis sich der riesige Knoten entwirren lässt.

Es gab ein paar Tage zwischendurch, wo ich einfach keinen Bock mehr hatte…und auch schon dachte – ich schmeiß gleich den ganzen Kram hin…aber aufgeben ist nicht….ohhhh nein – das mache ich nicht. Und bis Freitagabend 17 Uhr hatte ich es tatsächlich geschafft, das meiste aus diesem riesigen Wust an Chaos heraus zu lösen und es ordentlich zu verarbeiten. Freitag war ja auch die letzte Deadline für die 1.UST-Voranmeldung im neuen Jahr 2023….also bis dahin musste ich einfach Daten haben, die stimmig sind.

Ich hab in dieser Woche so viel telefoniert, wie all die Wochen zuvor nicht….jeder Knoten ein Problem, und jedes Problem anders als das Vorherige….also hab ich die meiste Zeit mit telefonieren und mailen verbracht…hab auf viele Zehen getreten, angefordert, nach gefragt, um Erklärungen gebeten, um Verständnis geworben, nette und manchmal auch lustige Unterhaltungen geführt, Verantwortlichkeiten umgeleitet und Führung eingefordert…gut das ich in dieser Woche überhaupt so kommunikationsfähig war…was mir ja nicht immer gelingt….aber es blieb mir auch gar nichts anderes übrig..und hat sich am Ende gelohnt.

Ich war auch an 2 Tagen im Büro….allerdings alleine….und hab mich mit den Kollegen aus den anderen Abteilungen auch noch gut unterhalten….aber Nach Feierabend war ich dann auch entsprechend müde.

Fazit: Die Woche war anstrengend – aber gut und ich fühle mich wieder fit….das Einzige was mich doch etwas dämpfte war der Termin zum Herz-CT am Freitag….

Der Ausdruck Gordischer Knoten bezeichnet ursprünglich kunstvoll verknotete Seile, die einer griechischen Sage nach am Streitwagen des phrygischen Königs Gordios befestigt waren. Sie verbanden die Deichsel des Wagens untrennbar mit dem Zugjoch. Bekannt wurde der aus dem Bast der Kornelkirsche bestehende Knoten, weil Alexander der Große ihn mit seinem Schwert durchschlagen haben soll.

Heute bedeutet die Redewendung „den gordischen Knoten durchschlagen“ oder „den gordischen Knoten lösen“ die Überwindung eines schwierigen Problems mit energischen beziehungsweise unkonventionellen Mitteln

https://de.wikipedia.org/wiki/Gordischer_Knoten

Also meine Lösungen waren zwar nicht unkonventionell….dafür aber mehr als energisch 🙂

Urlaubsreif

Urlaubsreif

Mir geht es wieder besser…das mit dem Riechen klappt wieder ganz gut…nur das Schmecken ist noch „dumpf“ und so kann ich einige Dinge immer noch nicht wieder geniessen…was ich tatsächlich frustrierend finde…denn das Essen riecht so lecker und wenn ich dann z.B. meine selbstgemachte Pizza esse, kaue ich auf dem Mozzarella herum, als ob es Kaugummi wäre ..dabei liebe ich diesen Käse auf der Pizza.

Auch Kartoffeln, Brot und Nudeln sind immer noch eher fade. Gemüse-Curry mit Reis und alles scharf oder pikant Gewürzte schmeckt mir dagegen schon wieder ..und auch dünn geklopfte und gebratene Schnitzel schmecken….aber meine so innig geliebten frischen Brote mit Butter….da könnte ich fast heulen….aber ich hoffe das normalisiert sich auch bald wieder.

Mittwoch und Donnerstag war ich endlich mal wieder im Büro…nach fast 2 Wochen Homeoffice wollte ich unbedingt wieder mal Kollegen sehen und sprechen…aber die Tage waren, wie auch alle anderen Tage in dieser Woche, durchwachsen.

Und obwohl vieles gut gelaufen ist, fühlte es sich so unglaublich zäh an…denn mit dem neuen Jahr hat sich vieles im monatlichen Ablauf geändert und das läuft alles noch nicht…in keiner meiner Firmen läuft es rund…entweder es fehlt die eine Abrechnung oder die Andere, die Daten sind nicht im System gepflegt, so weiß ich gar nicht auf was ich tatsächlich warten soll und in jeder Firma läuft es anders…mal kommen die Abrechnungen nun aus dem Drittland, mal aus der EU, dann aus dem Inland – aber anders als bisher. Alles muss neu ins System gepflegt werden,..die Preise sollten eigentlich aus den Verträgen hervorgehen, aber da stehen oft lustige Sachen…aber nicht das, was ich brauche…die Kollegen „Arbeiten mit Hochdruck“ an Lösungen….ach und bei einem Netzbetreiber wurden wir als Kunden vergessen, der hat aber auf meine Mail echt schnell und vor allem sehr nett reagiert… bei anderen hängt man Ewigkeiten in der Warteschleife bevor die Verbindung dann doch abbricht.

Mal ist das Geld da, aber nur ein Teil der Abrechnungen, dann ist nur ein Teil der Abrechnungen da, aber es kommt kein Geld an oder nur ein Teil. Freitagmittag hatte ich das erste Efolgserlebnis, das ich tatsächlich EINE Gesellschaft komplett abrechnen konnte…hurra…jetzt hab ich zumindest bei einem der neuen Direktvermarkter eine Ahnung davon, WIE sich die Preise zusammen setzen…und auch meine Jahresabschlüsse kommen so langsam voran.

Aber nach all den Wochen mit der OP meiner Schwester, den Jahresabschlüssen, meiner eigenen Corona-Erkrankung und all dem Trubel, was gerade noch nicht so läuft, bin ich urlaubsreif. Ich bin schnell genervt und abends bin ich hundemüde.

….der Controller ist z.B. echt nett, hört sich meine Klagen an und hat echt auch Verständnis für meine Probleme…er ist froh, das er diese Arbeit nicht mehr machen muss und ich bin im Gegenzug froh, nicht seinen Job machen zu müssen….hahaha da sind wir uns einig.

Auch das Thema mit unserem engen 3er-Büro findet hoffentlich bald eine gute Lösung. So wie es aussieht, bekommen wir noch weiteren Platz in dem Gebäude-Komplex und es wird gerade fleißig geplant. Unsere Abteilung bleibt wohl auf der jetzigen Etage, aber es werden einige Büros frei…Der Controller hat jetzt den Vorschlag gemacht, das ich in ein Nebenbüro umziehe, während er mit unserem 3.Kollegen im bisherigen Büro bleibt….ich würde zwar auch in ein 2er Büro ziehen…aber für den Moment könnte ich es erst einmal alleine nutzen…und ich wäre raus aus unserem Glaskasten, denn das Büro hätte zu beiden Seiten richtige Trennwände, was auch bedeutet es hallt weniger. Für seinen Vorschlag bin ich sehr dankbar und bin gespannt, ob das so umgesetzt wird….dann würde ich auch wieder öfter ins Büro fahren.

Kaffee-Genuss – ausgesetzt

Und während draußen die Welt seinen gewohnten Abläufen folgt, sich Drama an Drama reiht, sitze ich zuhause und versuche mich zwischen Homeoffice und Corona-Infektion hindurch zu manövrieren.

Mein Immunsystem durchläuft die Abwehr der verschiedenen betroffenen Stellen im Schnelldurchgang:

Fieber – check erledigt / Kopfschmerzen – check erledigt / Gliederschmerzen – check erledigt….so es folgt die 2. Welle:

Husten – check – in Arbeit / Schnupfen – check läuft auch / Müdigkeit – check auch da …was fehlt noch? ohhh Halsschmerzen …wie sieht es aus? – negativ, wir haben uns für den direkten Angriff auf die Bronchien entschieden…check – sehr wirkungsvoll.

Allgemein gesprochen geht es mir besser…aber ich bin noch müde und schlapp und seit Donnerstag kommen noch für mich unbekannte Erfahrungen hinzu…die finde ich jedoch sehr interessant, weil ich es mir überhaupt nicht vorstellen konnte, nichts mehr schmecken oder riechen zu können.

Witzigerweise kam es nicht auf einen Schlag, sondern wurde innerhalb eines Tages immer weniger, so das ich es erst gar nicht richtig bemerkt habe. Vormittags hatte ich mich zwar gewundert warum die genaschten kalten Nudeln vom Vortag so fade waren….und auch mein Gulasch am Mittag, mit den Nudeln zusammen, war irgendwie fade…nanu….da ist doch eigentlich sonst immer ganz schön viel Geschmack…Für den Abend hatte ich mir eine Pizza vom Italiener bestellt…da ich ja immer noch Corona-Positiv bin, wollte ich mir wenigstens zuhause etwas leckeres gönnen.

Die Pizza sah lecker aus: mit viel Mozzarella, Thunfisch und Zwiebeln…groß und knusprig….aber bereits nach 2-3 Stücken mochte ich nicht mehr….also ne – davon hatte ich mir ja echt mehr versprochen….hab mich noch beim Telefonat mit meiner Schwester darüber beklagt, das ich selten eine so schlechte Pizza von einem Italiener gegessen habe….

und als mein Husten immermehr zunahm, lutschte ich eins dieser Bonbons mit Honig…die Dinger mag ich gar nicht…der Honig schmeckt immer so unnatürlich und ist sehr präsent im Mund…und erst da hat es irgendwann Klick gemacht…das Bonbon war im Mund, aber vom Honig hab ich nichts gemerkt….Jetzt erst hab ich verstanden, mit meinem Geschmacks- und Geruchssinn stimmt etwas nicht. In der Küche hab ich eine frische Zwiebel aufgeschnitten – Nichts, in meinem Gewürzschrank hab ich die Nase in allerlei Gewürze gehalten – fast nichts zu riechen – ein Hauch von Nelken, eine Ahnung von Curry….das wars.

Es hat mich nicht erschreckt, hoffe doch, das sich ,wie 96% der davon Betroffenen, innerhalb der nächsten Woche alles wieder normalisiert und so lange nehme ich es als interessante Begebenheit. Immerhin bin ich Genussmensch. Ich liebe gutes Essen und leckeren Wein, Sekt oder Anderes (Okay – im Moment gibt es bei mir immer noch die Getränke ohne Alkohol – wegen des Blutdrucks, seit mittlerweile fast 2 Monaten)

Spannend finde ich jetzt die Frage: was Esse ich nun, wo ich es nicht schmecke. Mein erster Gedanke war: Super – ich kann auf die Süßigkeiten verzichten – dann nehme ich evtl. sogar noch 1-2 kg ab. Aber schon noch 1 Tag war klar – so einfach ist das gar nicht…ich meine nicht den Verzicht, sondern das, was ich durch den Hals bekomme. denn am Kauprozess ist ja auch der Geruchssinn beteiligt und der sagt unserem Gehirn dann, ob uns das schmeckt.

Fleisch geht gar nicht….ohne Geschmack/Geruch auf einem Sück Gulasch zu kauen, macht überhaupt keinen Spaß…das kann ich nicht zu Ende kauen und auch nicht runterschlucken. Auch gekochte Nudeln gehen gar nicht. Gekochte Kartoffeln auch nicht….aber was geht sind knusprige Bratkartoffeln (oder Röstkartoffeln aus der Heißluftfritteuse). Eintöpfe und Suppen gehen auch nicht….gebratenes Gemüse mit etwas Biss geht….Was wunderbar funktioniert sind die schwarzen Brotsorten mit Sonnenblumenkernen mit einem frechen Tilsiter belegt.

Alles was beim Kauen im Mund eine gewisse Struktur hat, den Zähnen etwas Widerstand bietet, das kann ich essen und auch schlucken…außer Fleisch. Und was interessanterweise auch geht, sind Süßspeisen…weil ich ganz leicht die Süße erkenne…es gab also gestern süße Pfannkuchen….und heute mache ich Milchreis. Denn als Mensch will ich ja nicht nur satt werden, sondern auch etwas Schönes haben.

Ich schmecke also salzig und etwas süß, rieche ganz leicht Gewürznelken und nehme die Schärfe von Pfefferminzöl wahr…und hoffe das sich bald alles wieder normalisiert.

Was mir WIRKLICH fehlt, ist der Geschmack meines Kaffees am Morgen….jetzt trinke ich das schware Gebräu und mit jedem Schluck suche ich den Geschmack und mit jedem weiteren Schluck bin ich enttäuscht….was fehlt mir doch dieser Genuss der ersten Tasse Kaffee am Morgen…schön heiß und die Finger um meine Lieblingstasse gewickelt…leicht schlürfend (bin ja alleine) und freue mich über den Duft und den Geschmack und dann kann ein Tag ja nur gut werden…jaaa so soll ein Morgen starten…

Bald wieder…ganz bald…hoffe ich

Hätte es nicht so bleiben können?

Und gerade als der Stress im Job und die Herausforderung mit meiner Schwester wieder beherrschbar wurde, kamen ja, so ganz nebenbei, auch schon meine eigenen kardiologischen Untersuchungen, die mich an 4 von 5 Werktagen immer wieder von Termin zu Termin trieben….jaaa so langsam wird es ….und am kommenden Montag hab ich zum vorläufigen Abschluß noch ein Herz-CT.

Samstag war ich dann endlich mal wieder richtig gut entspannt, weil ich nicht die gleiche Problematik mit dem Herzen habe, wie meine große Schwester….mein Lipoprotein A ist fast nicht nachweisbar…nur mein Cholesterin ist leicht zu hoch…alle anderen Blutwerte sind okay und auch mein Herz machte im Ultraschall keine auffälligen Purzelbäume (Verräter – warum versteckst Du Dich ausgerechnet jetzt)…nur der Blutdruck ist permanent, trotz Tabletten, viel zu hoch…es gibt also Neue Tabletten.

Den Samstagmittag war ich mit meiner Schwester in einem tollen Restaurant, in der Nähe der Reha und es regnete und stürmte – aber es war trotzdem ein toller Tag.

Mir ging es am Sonntag soooo gut, das ich morgens ins Fitnessstudio gefahren bin und am späten Nachmittag noch eine Walkingrunde absolvierte….man ging es mir gut – so richtig fit und kraftvoll, wie schon länger nicht mehr. Perfekter Ruhepuls.

Hätte es nicht so bleiben können?

Diesen Montag im Homeoffice lief es ganz okay, aber gegen Abend bekam ich Schüttelfrost und sehr starke Kopfschmerzen…Nanu – vertrage ich die neuen Tabletten nicht? In der Nacht taten mir alle Glieder weh – oder war es Muskelkater vom Fitness-Studio? Ich konnte es nicht einordnen – allerdings konnte ich die Nacht kaum Schlafen vor Schmerzen…konnte nicht liegen und war zu kaputt zum Stehen.

Morgens im Homeoffice fühlte ich mich dann zerschlagen und nach einem Telefonat mit einer Kollegin, hab ich dann vorsichtshalber einen Corona – Schnell-Test gemacht…tja – was soll ich sagen:

Das ist das erste Mal seit fast 3 Jahren das so ein Test bei mir positiv ausfiel…..Okay – jetzt hab ich tatsächlich auch ganz offiziell Corona. Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Schlappheit begleiten mich zu den täglich positiven Tests also seit 3 Tagen.

Inzwischen geht es mir wieder besser….aber noch nicht richtig gut. Ich arbeite weiterhin, habe aber nur 3/4 Tage – alles ohne Krankschreibung …aber ich schone mich sehr viel und mache nur das, was gerade am Nötigsten ist…den Rest der Zeit ruhe ich auf der Couch und Schlafen gehe ich auch sehr früh.

Na die restliche Woche schaffe ich so auch noch….hoffe das bis zum Wochenende alles wieder negativ ist…vorsichtshalber hab ich schon mal den Samstag bei meiner Schwester abgesagt. Sie hat bisher keine Symptome und auch die Tests sind negtiv- das soll auch so bleiben.

Fall ins Kommunikations-Loch

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs)

Was in den letzten 5 Wochen zusätzlich für eine Menge kleinerer und auch großer Dramen sorgte, ist mal wieder die noch extrem ausbaufähige Kommunikation von der Zentrale nach HH und noch viel schlimmer, auch innerhalb der Zentrale…und ich war der Bote, der in das Kommunikations-Loch fiel..

Nach erfolgreichem Durchlaufen aller Freigaben über die Zentrale, hab ich die ersten (und kompliziertesten) Jahresabschlüsse an die Wirtschaftsprüfer geleitet…so bitte schön – Ihr seid dran. Zu meinem Glück hat sich mein Lieblingsprüfer dieser Abschlüsse angenommen und mir nach ein paar Tagen eine erste Mail geschrieben…so hätten sie sich die Umsetzung der neuen gesetzlichen Vorschriften, die es erst seit dem 13. Januar 2023 gibt, nicht vorgestellt. Hmmmm – aber – so hab ich es schriftlich aus der Zentrale. Ja aber – ne – so geht das nicht…es hätte doch inzwischen eine Kommunikation mit einer übergeordneten Leiterin gegeben, und dabei wäre etwas anderes besprochen worden.

Echt jetzt? Also auf allen meinen dänischen Kommunikationswegen hab ich davon nichts mit bekommen…und ich übersetze jeden Satz, den ich noch nicht selber verstehe, mit Hilfe einer Übersetzungssoftware…da war aber auch nicht ansatzweise von einer Änderung im Procedere die Rede.

Der tolle Prüfer hab die Klärung übernommen mit seinen Vorgesetzten und unserer Zentrale und schon einen Tag später hab ich von ihm, über ein Teams-Meeting die inzwischen überprüfte Vorgehensweise Schritt für Schritt erzählt bekommen und gleich alles mit geschrieben. JA – so ergibt es Sinn…und ich kann es auch buchhalterisch begründen und nachvollziehen…na gut – bis auf die Kontenklasse…aber das ist Interpretations-Sache und ich beuge mich ohne große Gegenwehr, auch wenn ich es anders sehe. Das ist jetzt mein geringstes Problem.

Ich muss also eine Menge Dinge stornieren und Neu machen…für beide Gesellschaften…aber es wurmt mich, das ich nicht informiert wurde…ich hab an die entsprechenden Personen eine Mail verfasst und gefragt ob ich denn blind bin, oder ob die Info tatsächlich nicht bei mir gelandet ist. Das ich es aber gut gefunden hätte, die Änderung im Procedere ein wenig früher zu wissen, denn so hab ich viel Zeit vergeudet.

Die Mail hab ich aber nicht abgeschickt, erst nächsten Tag eine leicht entschärfte Version. Die Antwort kam prompt…also ich hätte doch Zugriff auf die Mail-Adresse und ich hab doch auch Zugriff auf den Chat, also sollte ich alle Infos haben und ja sorry das alles in Dänisch ist, aber sie würde sich bemühen, mir zukünftig alles in English zu schreiben.

STOPP – hier läuft etwas falsch…aus ihrer Mail konnte ich sehen, sie hat mich überhaupt nicht verstanden und ich hab es dann noch einmal klar gestellt, Welche Infos ich, auch auf Dänisch, verstanden und umgesetzt habe und ihr das Problem noch einmal erklärt.

Ihre Antwort…jetzt würde sie verstehen, aber diese komplizierte Anweisung kenne sie überhaupt nicht…sie würde das jetzt mit der entsprechenden Vorgesetzten klären.

Ein paar Stunden später gab es eine erneute E-Mail und ein Telefonat und die Teamleiterin meinte es tät ihr leid, ja diese neue Handhabung sei nie bis zu ihr gedrungen und wir müssen jetzt tatsächlich alle entsprechenden Gesellschaften noch einmal neu machen. Sie war fast den Tränen nahe, weil sie selber einige Firmen mit vielen dieser speziellen Buchungen hat und selbst alles neu machen muss.

Sie tat mir richtig leid und mein Ärger war auch schon längst verflogen, hab ihr das auch gesagt, das ich sie ja nicht alleine meine, immerhin gibt es noch andere übergeordenete Stellen,….denn damit hatte ich ja nicht gerechnet, das Informationen es nicht einmal innerhalb der Zentrale bis an die richtigen Stellen schaffen…oder sie sind in der Hektik der letzten Wochen einfach untergegangen.

Ich hab also Freitag im Homeoffice die Stille dazu genutzt, alles zu Stornieren, neu zu Berechnen, Gutschriften zu schreiben, neu zu Buchen, alles in unseren Arbeitslisten neu einzutragen, neu quer zu checken, andere Dinge dadurch neu zu berechnen und ebenfalls zu korrigieren, neue Nachweise zusammen zu stellen und erneut upzuloaden, die Umsatzsteuer-Abstimmungen neu durch zuführen und Korrekturen ans Finanzamt zu geben, also alles das, was ein braver Buchhalter so tun muss,…und das ganze dann am Ende mit den Ergebnissen der Wirtschaftsprüfer abzugleichen, mein dänisches Pendants über die Änderungen zu informieren, das die auch ihren Kram neu berechnen muss, damit wir es auf allen 4 Seiten richtig haben – CHAKA – jawohl jetzt passt alles.

Während ich die Teamleiterin während unseres Telefonats auf das erneute Kommunikations-Problem ansprach, leugnete sie ein Problem dieser Art…ich weiß nicht, ob sie es nicht sehen will oder sie, wenn sie es bestätigen würde, sich selber eingestehen muss, das strukturell etwas schief bei uns läuft….ist ja nicht das erste Mal.

Letztlich bin ich entspannt und zufrieden ins Wochenende gestartet…denn jetzt weiß ich, was bei dem Thema zu tun ist..und der Rest ist nur noch Konzentration und Fleißarbeit. Aber die vielen Überstunden, um im Januar rechtzeitig fertig zu werden, hätte ich mir allerdings schenken können.

Kleine Strategien

Das Bewegen in Menschenmassen fühlt sich für mich oftmals herausfordernd an…aber im Laufe der Jahre hab ich mir viele kleine Dinge angewöhnt, die mir das Leben leichter machen..und ich bin freundlicherweise gefragt worden, welche das denn sind.

Um es vorweg zu nehmen, ich habe keine Patentlösung dafür und auch nimmt es mir nicht meine Angst vor engen Räumen und vielen Menschen, aber ich kann damit mein Unwohlsein oftmals reduzieren, wenn ich den Situationen nicht ausweichen kann.

Allerdings ist eine meiner Hauptstrategien bewusstes Bewegen im „öffentlichen Raum“ und das heißt eben oft auch einfach: Vermeidung.

  • Ich gehe nicht in die Fußgängerzone, ins Kino, in ein Einkaufszentrum oder in den Park wenn ALLE Anderen es auch tun…ich nutze dann eher die frühen Morgenstunden oder die letzte Stunde bevor der Markt oder der Laden schließt. Ins Kino gehe ich erst, wenn der Film schon etwas länger läuft..ich muss nicht die Erste sein.
  • Wenn es trotzdem voll in der Stadt wird, nehme ich oft Seitenstraßen, die parallel zu den vollen Straßen entlangführen, auch im Einkaufszentrum, schlängele ich mich oft durch die Seitengänge.
  • Ich mache mich auf Gehwegen nicht klein – sondern groß. Wenn ich mich klein mache, werde ich nicht wahrgenommen und noch weiter an den Rand gedrängt. Mache ich mich dagegen groß und etwas breiter als ich bin und nehme RAUM ein, dazu hilft eine gerade Körperhaltung, nicht eng am Rand entlang laufen und zur Not die Ellenbogen ein wenig vom Körper abzuwinkeln….dann haben die meisten Menschen eher das Bedürfnis mir auszuweichen. Nicht weil ich etwas bedrohlich wirke, sondern es ist der natürliche Reflex des Menschen, nicht mit einem Anderen zusammen stoßen zu wollen (natürlich gibt es auch hier Ausnahmen)
  • Ich laufe vorausschauend und wenn ich sehe, das mir ein Schwung Menschen im Pulk entgegenkommt, und ich nicht ausweichen kann, dann kommt meine Hauptstrategie: Ich winkle fest meinen linken Arm halboffen vor meinem Körper an, so das die Hand leicht nach außen zeigt (in etwa wie ein Tänzer, der mit dem Arm seine Partnerin locker umfassen möchte)….und lasse die Menschen quasi an diesem Arm „abfließen“…so hab ich vor mir einen zusätzlichen Raum von ca. 20-30 cm geschaffen…und das ist genau dieser zusätzliche Raum, der bei mir meistens ausreicht, um nicht in Panik zu verfallen.
  • Zusätzlich nehme ich dazu die linke Schulter ganz leicht nach vorne, was mir einen sicheren Stand und damit auch emotional hilft mich dem „zu Stellen“
  • Das ist auch meine Strategie in Aufzügen, wenn ich es nicht vermeiden kann..meistens nehme ich jedoch die Treppe.
  • In Aufzügen und anderen engen Situationen versuche ich zusätzlich meinen Blick nach Oben zu richten und tief und bewusst zu atmen.
  • und wenn Menschen beidseitig an mir vorbei wollen…ich also durch einen Pulk Menschen hindurch gehen muss, denn nehme ich Beide Arme gleichzeitig nach vorne…ähnlich einem Schwimmer beim Brustschwimmen….so das sich die Fingerspitzen vorne fast treffen. Belustigte Blicke ignoriere ich…denn meistens funktioniert es…es hilft auch oftmals ein freundliches „sorry“ oder „kann ich bitte kurz…“
  • Wann immer es geht, hab ich einen festen Einkaufskorb dabei…den ich in jede Richtung als Abstandshalter einsetzen kann..nämlich immer dort, wo es mir gerade zu eng wird
  • natürlich hilft beim Schlange-stehen auch ein nettes Wort…ich bin ehrlich, ich warte meist zulange damit und dann bin ich schon zu angespannt und damit auch nicht immer so nett, sondern knurre eher.
  • In Cafes und Restaurants suche ich mir immer Plätze am Rand und immer so, das ich möglichst auf einer Bank sitze oder zumindest so, das der Rücken nicht zum Gang hin zeigt….Laufwege der Bedienungen meide ich ebenfalls.
  • Sitze ich in einem Gang um zu warten (z.B. im Amt oder Krankenhaus) und die Menschen gehen zu dicht an mir vorbei, nehme ich entweder meinen Korb und stelle ihn vor mir ab, wenn ich den nicht dabei habe, strecke ich meine Beine etwas weiter aus…behalte aber den Gang im Auge, möchte ja nicht, das jemand anderes über meine Beine stolpert.
  • und sollte sich jemand zu nahe bei mir hinsetzen und ich fühle mich eingeengt, dann wechsle ich auch schon mal den Platz
  • Im Büro ist der direkte Weg zu meinem Schreibtisch etwas verengt…dadurch bleiben die Kollegen schon vorher stehen und es weiß auch jeder das ich ein Problem mit Enge habe und die Kollegen reagieren entspannt, wenn ich mit dem Stuhl ein Stück zur Seite rutsche oder sie bitte, sich nicht an meiner Stuhllehne abzustützen, wenn ich darauf sitze.
  • ….es gibt noch einiges mehr…aber das sind nur so kleine Dinge…die mir oft kaum mehr bewusst werden…ich mache es einfach…

Wie gut das funktioniert hängt aber immer auch von meiner Tagesform ab…und manchmal funktioniert das alles gar nicht…vor allem nicht, wenn ich müde bin oder hungrig…wenn ich unter Zeitdruck etwas erledigen möchte auch nicht…es geht meistens richtig gut, wenn ich entspannt bin und mich bewusst darauf einlasse.

Und natürlich sind das auch Dinge die ich nur deshalb so flexibel einsetzten kann, weil ich alleine lebe und auf niemanden sonst Rücksicht nehmen muss…Wenn es mir zu voll wird im Supermarkt oder Restaurant dann gibt es eben etwas anderes zu Essen..und wenn der Park zu voll ist, dann fahre ich eben woanders hin oder auch wieder nach Hause…ich kann es nicht erzwingen …aber meistens kann ich ganz gut damit leben, auch wenn es sich stressig anhört…ich bin ja sowieso eher der Typ Einzelgänger und liebe meine Ruhe.

Entspannungs-Spaziergang

Entspannungs-Spaziergang

Im Job läuft es gerade auf Hochtouren und so hab ich mir am Dienstag einen frühen Feierabend gegönnt…ich brauchte Entspannung. Kurz vor Sonnenuntergang kam ich im Himmelmoor an, und hatte sooo einen tollen Sonnenuntergang bei eisigen Temperaturen und klarem Himmel.

Es war unglaublich – ruhig, windstill und himmlisch beruhigend…der Moor-See war im vorderen Teil gefroren.

Im weiteren Verlauf meiner Runde, direkt dort wo es einen phantastisch weitläufigen Blick über das Moorgebiet gibt, war die Torfschicht auf dem Wanderweg leicht gefroren und knirschte unter meinen Schritten….und das Rot der untergehenden Sonne war grandios:

und brachte mir geanu die Art von Erholung und Seele-baumeln-lassen, die ich gerade nötig hatte.

Es waren nur knapp 4,5km aber das genau zum richtigen Zeitpunkt….und nach dem Sonnenuntergang lief ich in der Dunkelheit die mir inzwischen so bekannten Wege. Das ganze Gebiet ist ja nur knappe 4 km von meinem Zuhause entfernt und ich liebe es immer noch dort die verschiedenen Wege entlang zu streifen. Es beruhigt mich und gibt mir eine schöne Zufriedenheit, wenn ich wieder zurück auf dem Parkplatz bin.