Fahrt ins Büro – trotz Schnee

Die vielen Schneetage habe ich hier, knapp oberhalb von Hamburg, gut überstanden. Was auch daran liegt, das ich in dieser Woche geplant hatte komplett im Homeoffice zu bleiben.

Da meine Quartalsabschlüsse jedoch so gut funktioniert haben (nicht reibungslos und manchmal war es auch echt frustrierend), hatte ich bereits Mittwoch 16 von 17 Gesellschaften fertig hochladen können. Deshalb bin ich am Donnerstag relativ spontan nach Hamburg ins Büro gefahren. Donnerstag war ja für uns Deadline und den letzten Abschluss konnte ich auch entspannt vom Büro aus erledigen.

Ich bin Donnerstag extra früh losgefahren und so lag zwar wieder einmal Schnee auf den Straßen, doch es war wenig Verkehr. Die Fahrt war also kein Problem.

Das war in diesem Jahr tatsächlich der 1.Arbeitstag, den ich im Büro war. Es waren nur sehr wenige Kollegen anwesend…auf unserer Etage waren nur mein Chef und Ich da und später dann noch kurzfristig 2 Kollegen aus einer anderen Abteilung. Auch die anderen Etagen waren mager besetzt.

Auf auf der Dachterrasse lag mit mehr als 30cm der Schnee so hoch, das der erhöhte Ausstieg von unserer Etage aus, mit Schnee überzogen war. Noch ein paar Zentimeter und beim öffnen der Tür fällt der Schnee direkt in unser Büro.

Als ich den Übergang zum vorderen Haus über die Terrasse wagte (anstatt den offiziellen Weg durch die Tiefgarage zu nehmen), bin ich auch prompt im Schnee eingesunken…aber nicht so viel, wie befürchtet…denn durch mein eigenes Gewicht bei jedem Schritt, habe ich den Schnee ja sofort „verdichtet“..aber na klar waren meine Hosenbeine nass.

Es war ein ziemlich relaxter Tag…die letzte Firma fertig zu bekommen, war kein Thema mehr und ich hab mich viel unterhalten…das tat mir gut. Sooo, damit sind die Quartalsabschlüsse fertig und jetzt kann ich mich für alle Gesellschaften, um die Jahresabschlüsse zu kümmern.

Die Quartalsabschlüsse sind eine interne „Notwendigkeit“ für den Konzernabschluss. Hier gilt der „fast close“ und die Deadline war der 08. Januar. 17 meiner 26 Gesellschaften mussten also bis zu dem Datum fertig werden. Nun starten also für alle Gesellschaften die Jahresabschlüsse. Das heißt, das wir teilweise die gebuchten Werte für den Quartalsabschluss wieder auflösen und die endgültigen Daten einbuchen müssen, sobald uns diese gegen Ende Januar vorliegen.

Aber natürlich gibt es bei einigen Gesellschaften auch keine Änderungen mehr, das heißt hier könnte ich jetzt schon direkt die Daten für die Wirtschaftsprüfer extrahieren, aufbereiten und verschicken. Andererseits muss ich mich aber auch um das laufende Geschäft kümmern. Denn auch im Januar gibt es weiterhin viel zu tun.

Aber nicht heute…nein…heute will ich es einmal genießen, das ich es trotz einiger Schwierigkeiten geschafft habe, ohne vorher zu Verzweifeln, die Abschlüsse fertig zu bekommen.

Außerdem wusste ich ja , das ich am Freitag jetzt mit meinen „zwangsweisen“ 1/2-Tages-Ausgleichen anfangen musste…es gab nämlich gegen Ende des Jahres noch einen kleinen Eklat.

Einfaches Gericht: scharfe Tacos

Manchmal fallen leckere Rezepte bei mir aus dem Fokus….so erging es mir mit den selbstgemachten Tacos. Die habe ich schon sehr lange nicht mehr gemacht. Warum eigentlich? Keine Ahnung

Gestern habe ich beim Blick in den Kühlschrank 3 Paprikaschoten erblickt. Zusammen mit Porree, Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Tomaten und Stangensellerie) und wollte daraus eine Gemüsepfanne machen. Ich habe alles sehr klein geschnippelt und dann mit einer sehr scharfen roten Currypaste, Pfeffer und Kreuzkümmel abgeschmeckt und mit Tomatenmark angedickt. Auf Salz hab ich komplett verzichtet.

Von der Currypaste hatte ich eindeutig zu viel genommen…es war seehr scharf….und da kam mir die Idee: zum Neutralisieren der Schärfe mache ich daraus mit Käse überbackene Tacos.

Mit Mehl, etwas Olivenöl und Wasser (ganz ohne Gewürze ) habe ich einen ganz leicht klebrigen Teig zusammengerührt, geknetet und ruhen lassen. Später habe ich daraus kleine Kugeln geformt und jede Kugel dünn ausgerollt. Ohne Fett in einer beschichteten Pfanne habe ich die kleinen Fladen ganz kurz gebacken (nicht zu lange, sonst kann man die Fladen nicht mehr zu Taco-Schalen biegen).

Es gibt bestimmt viele Methoden, wie das gut klappt…ich biege den noch heißen Fladen mit der Hand über eine Teigrolle. Die Teigrolle liegt auf 2 Gefrierdosen mit einem Handtuch abgedeckt, damit der Fladen in der Mitte frei hängt:

So bleiben die Taco-Fladen in ihrer Form und lassen sich anschließend leicht füllen:

Hmmmm die waren soooo lecker….durch das Ungewürzte Fladenbrot und den Käse, stimmte das Verhältnis mit dem sehr scharfen Gemüse. Es war genau richtig. 30 Minuten bei 180 Grad Umluft:

und das tolle, die schmecken sogar kalt….

Silvester – und Arbeitssorgen

Meine Tage sind momentan sehr voll….Hauptsächlich mit meiner Arbeit und seit meiner Venedig-Reise komme ich psychisch schnell aus dem Gleichgewicht…bin oft am Limit bei sozialen Interaktionen…bin ungeduldiger und unausgeglichener.

Um das zu kompensieren, brauche ich noch mehr Ruhe und Rückzug, als ohnehin schon….aber dann geht es mir auch schnell wieder gut….mein Zuhause als Trutzburg und Rückzugsort ist für mich ganz wichtig…und die Tage im Homeoffice geniesse ich sehr.

Das Gefühl auf der Arbeit extrem in eine neue Struktur hineingepresst zu werden, die vorne und hinten nicht passt, nimmt mir oft die Luft zum Atmen. An manchen Tagen bleibe ich ausgelaugt und atemlos zurück und fühle, wie eine diffuse Form von Unwohlsein mich erfasst. Es gibt in der Zentrale keine klaren Ansprechpartner mehr, keine festen Zuordnungen, alles ist im Fluss und niemand weiß mehr, für was der Andere eigentlich zuständig ist. ALLE mühselig aufgebaute Strukturen in der Zentrale, wurden über den Haufen geworfen und eine komplett neue Art „die Arbeit zu denken“ hat begonnen.

Und obwohl ich im Prinzip noch für meine Firmen verantwortlich bin (im Gegensatz zu den Kollegen in dK), sind die Schnittstellen zu den Kollegen gekappt…denn die bisherigen Kollegen sind nicht mehr zuständig…also hänge auch ich in der Luft…vor allem wenn die Systeme nicht so arbeiten wie sie sollen. Meine bisherigen guten Kontakte und die oft tolle Kommunikation zu meinen direkten dänischen Kollegen , hat sich komplett auf 0 reduziert.

Natürlich gibt es neue Schnittstellen, neue Kontakte…aber immer nur für einen ganz bestimmten kleinen Teilbereich…und die Führung haben jetzt die Konzern-Controller…die beschränken den Kontakt aber nur auf das Nötigste.

Es gibt nur noch eine Handvoll Kollegen in der Zentrale, die sich mal die Zeit nehmen, ein paar persönliche Worte mit mir zu wechseln…wir hasten nur noch durch die Anforderungen…der Druck steigt bei Allen.

Meine liebste Kollegin aus DK hatte sich noch von mir verabschiedet, sie wechselt ins Konzern-Controlling und ist damit komplett „raus“ aus aus der Betreuung von Windparks und anderen Gesellschaften….wir hatten über die Jahre einige Firmen zusammen betreut und sie war erst vor 3/4 Jahr aus dem Mutterschutz zurück gekommen

Über diese ganzen organisatorischen Umstrukturierungen in diesem Jahr und die Auswirkungen auf meine Arbeit musste ich jetzt länger nachdenken. Ja – ich hatte mich ja bereits im letzten Jahr dazu entschieden, zu bleiben…und das werde ich auch jetzt.

Aber bei uns Deutschen steigen die Sorgen, wo das noch hinführen soll. Es gibt bereits jetzt schon gravierende Probleme in der Außenwirkung, die in DK leider niemand sehen will. Bestimmte Themen sind jetzt sogar schon bis zum deutschen GF eskaliert und auch unsere Wirtschaftsprüfer betrachten die Änderungen mit steigender Besorgnis.

Als ein Mensch mit hohem Verantwortungsbewusstsein für das, was ich tue, muss ich mich immer öfter zwingen, Dinge einfach laufen zu lassen…nein, das ist nicht meine Verantwortung…da kümmern sich andere drum. Die IT antwortet nicht….dann ist es nicht mein Problem, wenn ich keine Rechnungen schreiben kann…die IT muss erst noch einen neuen Debitor anlegen, wir dürfen ja nichts mehr selber machen…..puhhhh DAS ist echter Stress für mich und entspricht so gar nicht meiner Art zu Arbeiten.

Aber jetzt ist erst einmal Silvester und ich höre schöne ruhige Musik, trinke ein Glas alkoholfreien Sekt,. Es gab eine tolle selbstgemachte Lasagne zum Abendessen und einen gekauften Berliner mit Pflaumenmus. Die Wohnung strahlt sauber und gemütlich… Es ist alles getan für dieses Jahr….

Ich wünsche Euch Allen einen guten Rutsch ins das Jahr 2026…auf das es ein gutes neues Jahr wird….🍀

Kurzes Hallo

Hallo Ihr Lieben, ich hoffe, Ihr hattet schöne Weihnachten.

Durch ein kleines „Pieep“ von Bea und der Frage ob es mir gut geht, hab ich erst gemerkt, wie lange ich schon nicht mehr auf meinem Blog war.

Es ist eigentlich nichts weiter passiert, ausser das ich völlig unverhofft in ein Kommunikations-Loch gefallen bin.

Es gab in der letzten Zeit einfach zu viel  Kommunikation in meinem Leben und zu viel Stress…da hab ich mich etwas zu sehr zurück gezogen. Es gab auch vieles über das ich nachenken musste.

Eigentlich wollte ich nur ein paar Tage offline gehen…aber daraus sind jetzt schon ein paar Wochen geworden.

DANKE Bea, für den kleinen Anstupser.

Mir geht es gut, ich hatte auch eine schöne Zeit vor und über Weihnachten, dazu viel Arbeit im Job….und die stillen Tage zihaise habe ich echt genossen.

Ich werde in den nächsten Tagen noch mal ein wenig nachlesen, was bei Euch so los war und wünsche Euch noch einen schönen Sonntagabend.

Ein kleiner Blick auf das normale Leben in Venedig

An meinem letzten Morgen in Venedig, bin ich sehr früh aufgestanden, um noch einmal in Ruhe die Stadt zu geniessen… aber dieses Mal waren zu dieser frühen Stunde, noch vor Sonnenaufgang, schon sehr viele Touristen unterwegs. Mist…

Mein Weg führte mich daher am Canale entlang, aber weg von den Sehenswürdigkeiten, in Richtung des Sonnenaufgangs…es war kalt und windig nach der regnerischen Nacht, aber das machte mir nicht so viel aus…ich war mit Schal, Mütze und wärmender Jacke ausgestattet. Es waren windige 9 Grad und für Hamburg waren ja nur 4-5 Grad angesagt – so hatte ich mich gekleidet.

Ich lief also immer weiter bis ich zu einem öffentlichen Park kam…wie sehr mir das Grün und die Bäume doch in den letzten Tagen gefehlt hatten, merkte ich erst jetzt….die meisten Häuer in San Marco sind direkt aneinander gebaut…es gibt keine Lücken, fast kein Grün…..ganz wenig Bäume…ein paar Hinterhöfe mit etwas grün…aber insgesamt nur sehr wenig. Hinter dem Park waren dann noch ein paar 4stöckige Wohngebäude…hier wohnten scheinbar die Venezianer selbst.

Ich hatte aber gehört, das die Meisten auf den vorgelagerten Inseln leben, weil es dort günstiger ist. Bei meinem Spaziergang konnte ich auch sehen, wie die Wasserbusse anlegten und Heerscharen an Menschen, oft mit Logos von Hotels und anderen Unternehmen auf der Kleidung, mit gesenktem Kopf und zielstrebig in den verschiedenen kleinen Gängen verschwanden….auf dem Weg zur Arbeit.

Irgendwie merkte man: das hier, das ist eher das wahre Leben, weg von der Glitzerwelt der teuren Geschäfte und den Attraktionen der alterwürdigen Gebäude, Kanäle und Gondeln. Hier sieht man die Menschen die von Hand ihre Waren von kleinen Booten auf Handkarren umladen, die diese Handkarren mühsam die ganzen Stufen der vielen Brücken rauf und auch wieder runter wuchten und es gibt viele Brücken in Venedig und keine anderen Wege.

Alles war auf diese Insel kommt, muss mittels kleiner Boote und Handkarren verteilt werden. Es gibt keine Alternativen. Alles ist mühselige Handarbeit. Jede Rolle Klopapier, jedes Pfund Mehl, jedes Stück Schokolade, jede Flasche Wasser…alles muss vom Festland per Schiff gebracht werden und dann auf kleiner Boote oder Handkarren für die Weiterverteilung auf die Hotels und Geschäfte umgeladen werden.

Es gibt keine Kehrmaschinen oder Müllwagen, keine Elektrowagen…die Müllsäcke aus den Häusern, müssen eingesammelt und zum Müllboot gebracht werden. Die Handwerker die mit dem Wasserbus zu einem Termin fahren, schleppen ihre Ausrüstung in kleinen Handkarren (ähnliche Größe wie Kinderwagen) mit und schultern dabei auch noch ihre klappbaren Leitern….weil es keine andere Möglichkeit gibt.

Gesehen habe ich das schon öfter in den letzten Tagen, aber selber Wind, Regen und Kälte zu spüren und dabei zu sehen wie die Menschen bereits vor Sonnenaufgang daran arbeiten, Venedig schön und am Laufen zu halten, hat es mir noch einmal bewusst gemacht, wie privilegiert ich bin, hierher zu reisen, um mir diese so schöne Stadt anzuschauen.

Die Menschen machen das Beste daraus: Hier wird das Gemüse direkt vom Schiff aus verkauft….das erspart das mühselige Ausladen.

und das Boot unten fand ich auch bemerkenswert….Aber es sind immer 2 Personen notwendig…einer der auf dem Boot bleibt und die Waren anreicht und einer der die Waren auf den obligatorischen Handwagen läd und zu den Kunden bringt, denn auch hier gilt: „Tiefgekühlt – direkt bis ins Haus“.

Die Menschen vor Ort haben es sich nicht ausgesucht, das Ihre Stadt ein Weltkulturerbe (wenn auch der Titel seit 2021 bedroht ist) ist oder das die Stadt nicht nur vom Wasser, sondern auch von Touristen überflutet wird. Aber es ist Arbeit, die bezahlt wird und wie überall sieht man auch hier viele Nationalitäten, die diese oftmals schweren Arbeiten verrichten. Ruhig und stoisch und ohne aufzufallen.

Ich mag es auf solche Normalitäten zu achten…auf das, was hinter dem Glitzer und schönen Schein liegt…ich beobachte gerne.

Übervolles Venedig zum Abschied

Mit meinem Ticket „ohne Warten“ in den Dogenpalast zu kommen, hatte ich noch echtes Glück…es war gerade sehr wenig Andrang und auch drinnen, konnte ich meiner Wege ziehen…okay die Schmerzen in Hand und Knie störten etwas…aber ich konnte mir alles in Ruhe anschauen.
Kaum war ich auf dem Weg zum Ausgang, strömten einige größere Gruppen unter lautstarker Anleitung in den Dogenpalast hinein…da hatte ich echt Glück.

Während am Wochenende sehr viele Italiener in Venedig waren, auch bei mir im Hotel, gab es seit diesem Montag vermehrt sehr große Gruppen aus dem asiatischen Raum.Mit

Bei mir haben sich diese Gruppen sehr unbeliebt gemacht, denn sie schauen beim Laufen NICHT – also überhaupt nicht, nach vorne und sind überrascht, wenn man Ihnen dann nicht Platz macht…was bei den schmalen Gässchen oft gar nicht möglich war. Von dem mir wichtigen Abstand zu Menschen, konnte so gar keine Rede mehr sein.

Da ich mich nicht in Luft auflösen kann und verbale Ausrufe überhaupt keine Wirkung zeigten, bin ich dann stehen geblieben, habe eine Schulter etwas vorgeschoben, bin dabei leicht in die Kniee gegangen für einen besseren Stand und habe mich bewusst auf den Zusammenprall vorbereitet.

Die einzige Reaktion auf den unvermeidlichen Zusammenprall war: ungläubiges Staunen…und das Kuriose: auch die nachfolgenden Menschen der gleichen Gruppe, haben nicht reagiert….jeder dieser Köpfe war permanent auf eine Seite gerichtet und Niemanden interessierte, das Ihnen da Menschen entgegen kamen.

Inzwischen war ich an einem Punkt angekommen, das ich keine Lust mehr hatte, mir noch mehr von Venedig anzuschauen…was aber nicht an Venedig lag, sondern an meinen eigenen Bedürfnissen nach weniger Trubel und mehr Ruhe.

Da alle sagen, ja jetzt im November ist es viiel ruhiger, als im Sommer…und es für mich jetzt kaum auszuhalten ist, bin ich froh, das ich es nicht gewagt habe früher im Jahr zu kommen…nach den ersten 1,5 Tagen war es für mich anstrengend geworden…aber ich bin froh diese Reise gemacht zu haben. Venedig ist einfach phantastisch. Würde ich noch einmal wieder kommen? Nein – ich glaube nicht.

Diese unglaublichen ersten Eindrücke und Erlebnisse mit netten Menschen waren es einfach wert hierher zu kommen und die Erinnerungen bleiben mir für immer…allerdings kann ich meine eigenen „sozialen Einschränkungen“ nicht lange ignorieren oder unterdrücken…das kostet mich einfach sehr viel Kraft und das habe ich nach Beendigung meiner Reise dann auch gemerkt…es hat 3 Tage gedauert, mich nicht mehr schlapp und krank zu fühlen. Es geht dabei weniger um rein körperliche Schlappheit, als um seelisches ausgelaugt fühlen, was sich dann auch körperlich bemerkbar macht.

Im Hotel war an meinem letzten Tag, aber auch so eine der oben beschriebenen Gruppen angekommen…und die gesamte Zeit, bis spät in den Abend wurden die Türen zu den Zimmern zugeknallt…und wieder geöffnet, Unruhe auf den Gängen, wieder fielen die Türen laut ins Schloss, wieder und wieder Puhhh….nicht schön.

Irgendwann herrschte endlich Ruhe und ich konnte schlafen..am nächsten Tag war ja mein Abreisetag. Am Abend hatte ich schon wieder alles zusammen gepackt und meine Rückreise zum Flughafen Marco Polo organisiert. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten und ich hatte mich für die direkteste Verbindung mit einem AliLaguna-Wasserbus entschieden. Inzwischen mache ich das schon etwas routinierter…hihihi

Kostenpunkt 18 EUR. Das Online -Ticket war schnell gekauft. Dieses Mal war ich schlauer und habe gleich mal geschaut, ob ich dieses Ticket auch erst noch „umwandeln“ muss…nein, das brauchte ich bloß dem Mitarbeiter an der Station zu zeigen….hier gab es scheinbar noch keine Automaten für den Einlass, sondern Menschen, die auf das Ticket schauten.

Geschlafen habe ich in dieser letzten Nacht nicht gut, natürlich habe ich mir schon wieder Sorgen gemacht, das es mit dem Rücktransport zum Flughafen nicht klappt…aber dafür bin ich dann noch einmal früh aufgestanden, um einen ruhigen Spaziergang an der Promenade entlang zu machen, bevor die Touristen-Ströme auf die gleiche Idee kommen.

Zaaack – da lag ich dann

Beim Aussteigen aus dem Wasserbus, habe ich immer aufmerksam darauf geachtet, das ich zur richtigen Zeit meinen Fuß vom Boot auf den Ponton setze…

aber ich war für einen gaaanz kurzen Moment abgelenkt, war etwas zu langsam…das Boot senkte sich gerade wieder etwas….mein Schritt war dadurch nicht hoch genug  und ….

ZAAACK lag ich der Länge nach auf dem Ponton…ich dachte nur: na mein Kopf ist jetzt wirklich nah genug …es fehlten höchstens 2 cm und meine Nase wäre auch auf dem Boden angekommen.

Zahlreiche Hände haben mir sofort geholfen…ich spürte zuerst mein rechtes Knie und dann meine rechte Hand…

…aber das kenne ich noch vom Tanzen: Steh sofort auf und mache weiter…also habe ich mich wieder in die Senkrechte gestellt, mich bedankt und bin sofort weiter gestapft…

während der ersten Schritte lauschte ich auf meinen Körper…okay, das Knie hielt…Gehen geht…wenn auch schmerzhaft…es lief kein Blut…nur leichte Schürfwunden…okay..

Die Hand schmerzte sehr….aber ich konnte alle Finger bewegen und auch sonst schien nichts gebrochen zu sein….von den Handknöcheln bis über das Handgelenk schmerzte erst einmal alles mehr, als mir  lieb war…

…okay wahrscheinlich ist die Hand etwas gestaucht, keine offene Wunde…die Hand schwoll auch NICHT an…

Mist und ich hatte meine elastische Binde nicht dabei und auch kein Schmerzgel.

Erst einmal bin ich dann in den Dogenpalast gegangen und hab mir alles angschaut, was mich so daran reizte.

Später dann ging ich in eine Apotheke habe mir Schmerzgel und einen elastischen Verband besorgt und mir selber einen Verband angelegt.

Kein Grund sich zu sorgen…der Schmerz bleibt ein paar Tage und geht auch wieder weg.und falls nicht, kann ich dann immer noch zuhause zum Arzt gehen.

Ich habe in der Nacht dann gut geschlafen..auch ohne Schmerztablette und heute geht es schon wieder ganz gut, der Schmerz ist schon weniger geworden…aber schonen werde ich die Hand ein paar Tage…

Das einzige was sicher gelitten hat, war mein Stolz…so vor allen Passagieren, als die Dumme, der Länge nach hinzufallen…

hahaha ich bin bloß froh, das sonst nichts Ernstes passiert ist.

Tücken der Technik und eigene Dummheit

Für den Montag hatte ich mir als Erstes vorgenommen, den Markusdom zu besuchen. Kurzfristig hatte ich  über Get-Your-Guide ein Ticket gebucht, das es mir erlaubt hätte ohne Warteschlange in den Dom zu kommen.

Hätte…denn am vereinbarten Treffpunkt war niemand und es kam auch niemand…okay? Nach vergeblichen 15 Minuten hab ich beschlossen, dann mache ich jetzt den 2. Teil des Vorhabens…ich nehme eines  der Varporetti und fahrt etwas herum…. doch auch das war erst einmal schwierig.

Wieso? Nun ich hatte mit der Technik zu kämpfen. Erst einmal hatte ich ein Online -Ticket mit verschiedenen Barcodes. Der Einlass-Automat an der Varporetto-Station wollte jedoch einen QR-Code.

Irgendwann hab ich dann in der App noch einmal genauer gelesen, das ich erst einmal zu einem Automaten müsste, um meinen „Voucher“ in ein reguläres Ticket zu wechseln..ich sollte den Barcode scannen oder eine PNR-Nummer eingeben.

Den Barcode wollte der Automat nicht…also noch einmal in der App nach der PNR-Nummer gesucht und sogar  gefunden (das reinste Suchspiel – so klein war die Nummer ganz oben, ganz am Rand)

Okay-prima…das richtige Ticket kam aus dem Automaten. Hatte aber weder einen QR-Code, noch einen Barcode…sondern einen Magnetstreifen.

Wieder die freundliche Hilfe eines Mitarbeiters Vorort in Anspruch genommen…doch doch…einfach davor halten und tatsächlich …NUN konnte ich fahren..wenn, ja wenn…ich denn wüsste, wohin ich eigentlich will.

Ich hatte ja keinen festen Plan, habe mich einfach für eine Linie entschieden…und bin drauf los gefahren…ja, das machte Spaß…war aber auch sehr langsam, weil diese Linie kreuz und quer fuhr und überall an den entsprechenden Stationen anhielt.

Ich bin dann ausgestiegen, später wieder eingestiegen und weiter ging es…mein Ticket galt für 2 Tage..ich konnte es also sooft benutzen, wie ich wollte.

Irgendwann war ich in Dorsoduro…und blieb da auch..hier war es schön, nicht so überlaufen und deshalb viel ruhiger. jaaa dahin hätte ich auch laufen können….aber so war es eindeutig schöner.

Das Museum über Leonardi Da Vinci habe ich dann besucht…okay.

Hab mal wieder festgestellt…ich mag lieber rumlaufen und mir Orte anschauen….nicht so sehr Museen besuchen..dafür habe ich definitiv keine Geduld (mehr)

Also bin ich weiter gelaufen…habe mittags in einem kleinen Restaurant gegessen…und bin dann weiter gelaufen…bin sogar am  Busbahnhof  mit „Autobussen“ vorbei gekommen, um wieder zu den WasserBussen zu kommen.

Es war schon Nachmittag und ich hatte noch das Ticket für den Dogenpalast…Also DEN wollte ich auf jeden Fall sehen.

Die Rückfahrt verlief unkompliziert und dann…kam mein kleiner Unfall….

Venedig und die Gefahr durch Regen

Es hat die Nacht über geregnet und am Morgen konnte man auf dem Markusplatz und drumherum unmittelbar die Auswirkungen sehen und spüren.

Auf dem Markusplatz stand schon das Wasser…aus den „Cisterne“, die eigentlich das Wasser auffangen sollen, drücke es sich zusätzlich nach oben heraus

Die Menschen vor dem Markusdom wartenden auf den bereitgestellten mobilen Stegen…damit sie das nicht im Wasser stehend tun  mussten.

Zum Markusdom hin ist der Platz leicht abschüssig, so das sich das Wasser nun an den nach 2019 (nach dem letzten verheerenden Hochwasser) aufgestellten Glasbarrikaden  sammelt, anstatt gleich in den Dom zu laufen.

Das ist schon krass, wie bereits ein moderater Regen in einer Nacht, den Platz teilweise unter Wasser setzt…das finde ich erschreckend.

Auch direkt am Canale Grande  schwappte das aufgewühlte Wasser auf die Promenade.

Jetzt war es leicht zu erkennen wer Einheimischer (in Gummistiefeln) oder Tourist (in Turnschuhen ) war. hahaha..okay ich hatte meine Wanderstiefel an…so machten mir die Pfützen erst einmal nichts aus…nasse Füße  habe ich dann aber doch bekommen. fand ich jedoch gar nicht schlimm…bei meinen dicken Socken 

Kampf mit den Regenschirmen

Nach dem Besuch auf dem Markusplatz gestern früh und einem ausgedehnten Spaziergang durch San Marco, ging es wieder zurück zum Hotel…zum Frühstücken.

Das Frühstück war okay…es war alles da, was man so an normalem kontinentalen Frühstück erwarten konnte. Für die Dauer es Urlaubs habe ich mich entschlossen, mein Intervallfasten auszusetzen… meine Esenszeiten sind  eh etwas durcheinander geraten.

Der Frühstücksraum war nett und ich konnte mich sogar in einen weiteren Raum verziehen, es war noch früh und die meisten Gäste lagen wohl noch im Bett.

Später bin ich dann von San Marco in Richtung San Polo über die Rialto-Brücke gelaufen..Na klar war es dort voll….sehr voll sogar.

okay es ist Sonntag..Zeit für Familienausflüge. Ich bin immer weiter gelaufen. War auch auf einem kleinen Markt, aber es hatten nur wenige Stände offen..ich habe  getrockneten Knoblauch gekauft.

Der Regen war ständiger Begleiter des Tages…aber noch war er moderat…wurde im Laufe des Tages aber beständiger…und damit kamen dann auch die gefühlt 100.000 Regenschirme zum Vorschein.

Das war gar nicht gut für mich. Bei den schmalen Wegen zwischen den Häusern hindurch, die oft weniger als 1,5m breit sind, fühlen sich Regenschirme für mich wie Waffen an.

Die meisten Regenschirme waren für mich auf Augenhöhe…ich war also ständig dabei mich gegen die spitzen Enden der Regenschirme zu wehren. Dann dauerte es auch nicht mehr lange und ich merkte wie (zum Glück ganz langsam) erst Unmut , dann Anspannung und ganz allmählich Panik in mir hochstieg…da war sie wieder im Anmarsch – meine Klaustrophobie.

Zum Glück konnte ich mir schnell etwas abseits gelegene Wege suchen  und bin dabei auf diesen Vogel gestossen der mich nur kurz ansah..sich aber nicht stören liess  hahaha

und ich machte mich auf den Weg zurück zum Hotel.

Um 18 Uhr fand dann die Mystery-Tour statt…eine auf English geführte Tour….doch leider hatte sich meine seelische Verfassung noch nicht wieder eingependelt und schon wieder war ich den vielen Regenschirmen ausgesetzt…entsprechend schrecklich fand ich die Tour.

Leider haben mich die Geschichten weder inhaltlich gefesselt, noch von dem drumherum ablenken können.  Ich habe mit Mühe die 1 1/2 Stunden durchgehalten – war aber froh, als es vorbei war.

Ehrlicherweise war ich überrascht, über die vollen Gassen, Geschäfte und Restaurants….in einem fast leeren Restaurant habe ich dann eine Pizza gegessen.

Aber die Bedienungen waren komisch…erst  waren sie übertrieben höflich, aber nachdem ich weder einen Nachtisch, noch einem Espresso wollte, haben sie mich ignoriert und lange auf die Rechnung warten lassen.

Und kaum hatte ich bezahlt (mit Trinkgeld) drehten sie mir demonstrativ den Rücken zu und sagen nicht einmal „ciao“ oder etwas ähnliches. Das sah schwer danach aus, also ob ich sie beleidigt hätte…womit auch immer.

Egal – ist nicht mein Problem..ich hatte meine Eigenen. Denn jetzt began das, was ich schon kenne: ich wollte nach Hause..ich meine richtig nach Hause…das ging ja nicht..aber dann wenigstens ins Hotel.

Dem Impuls habe ich jedoch widerstanden und bin aus dem Trubel heraus in eine ruhigere Gegend gelaufen…sooo und jetzt erst einmal tief Luftholen und durchatmen.

Für den nächsten Tag standen dann auf meinem Plan: mit dem Wasserbus herum fahren und Neues entdecken. Außerdem wollte ich noch in den Dogenpalast und den Markusdom…

Die 2. Nacht in Venedig habe ich auch wieder richtig gut geschlafen…das zumindest funktioniert hier richtig gut.

Obwohl es nicht mein bester Tag war…ich finde Venedig immer noch faszinierend und bin voll im Hier und jetzt…es tut mir gut (also bis auf die Sache mit den Regenschirmen).