…und dann kam Poly

…und dann kam Poly

…das Sturmtief, das Anfang der Woche über uns hinweg fegte.

Ich war froh, das ich in dieser Woche das Haus eigentlich hätte nicht verlassen müssen…denn schon vor dem eigentlichen Sturm, brachte der Wind schon seit Tagen beständig einige der immer noch stehenden Bäume vor meinem Balkon in Schieflage….na da braucht es wohl schon bald keine Axt oder Kettensäge mehr.

Zusätzlich besorgt von den Ankündigungen in den Nachrichten, den offiziellen Warnmeldungen und dem vorhandenen Wind, hab ich vorsorglich alle Balkonkästen abgehängt und in geschützte Ecken gestellt…alle leichten und losen Gegenstände und den Sonnenschirm mit in die Wohnung genommen.

Nach den Bildern im Fernsehen war es wohl an vielen Stellen dann auch echt heftig….bei uns nicht. Es blieb bei dem, was immer passiert: abgerissene Äste überall…aber keine sonstigen Schäden…zumindest nichts was ich so mitbekommen habe…da hab ich hier schon Schlimmeres erlebt.

Niedersachsen hat wohl das Meiste abbekommen…wir hier hatten Glück.

Vor dem Sturm hatte es ja schon viel geregnet und meine Walkingrunden fanden bei angenehmen Temperaturen statt…und auch in besonderer Atmosphäre ..teilweise mit heftigem Bodennebel …aber sehr oft mit schönen Wolken am Himmel.

Nach dem Sturm normalisierte sich alles recht schnell wieder und zeigte am nächsten Abend einen schönen Himmel

Neuigkeiten vom Arzt und der Kollegin

Donnerstag, vor der Fahrt ins Büro, war ich erst einmal zur Blutentnahme beim Hausarzt…die 3 Monate sind rum, und nun geht es darum ob die Tabletten vom Kardiologen ihre Wirkung so gut tun, wie gehofft… vor allem das „schlechte“ Cholesterin (bei mir ja bisher gar nicht erhöht), sollte durch das Statin massig gesenkt und das Voranschreiten der Arterien-Verkalkung aufgehalten werden.

 Bei gesunden Menschen liegt der LDL-Cholesterin-Wert meist zwischen 100 und 129 mg pro 10 Liter Blut (mg/dL). Um die Bildung von Plaque in den Arterien zu verhindern, sollte der Wert für Menschen mit erhöhtem Risiko zwischen 50 und 70 mg/dL liegen

https://ada.com/de/biomarkers/ldl-cholesterol/

Nun – das hat wohl für den Moment geklappt: Mein LDL liegt im Moment bei 59 mg/dl. Na, das kann sich doch sehen lassen….die Ergebnisse kamen schon am Freitag per E-Mail.

Nach einem unruhigen Tag im Büro (wir hatten wieder so einige Bewerber und Besucher und Meetings im Nebenraum) bin ich dann später nach Winterhude gefahren….dort war ich mit meiner ehemaligen Kollegin Kim verabredet.

Wir haben in einem kleinen Steakhouse zu Abend gegessen und waren noch anschließend im Stadtpark spazieren. Es war schon wieder sehr warm und leicht schwül…aber es war trotzdem ein schöner Abend…Wir haben uns ein paar Monate nicht gesehen und es gab auf ihrer Seite viel Neues zu berichten.

Das Wichtigste: Sie arbeitet jetzt für ein anderes Unternehmen in Hamburg und ist jetzt nach den letzten beiden Versuchen schnell Karriere zu machen, endlich auch zufrieden mit ihrem Job….sie macht jetzt zwar die Arbeit, die sie auch bei uns gemacht hat…will aber gar nicht mehr Projekt-Manager werden…sie ist jetzt, tatsächlich mit Ende 20, Erwachsen geworden….die „Flausen“ sind nun der Realität des Arbeitsmarktes gewichen, nun hat sie andere Pläne… langfristige und fundierte Pläne für sich und ihren Freund und für ihr weiteres gemeinsames Leben…Sie werden wohl bald nach Asien gehen, sobald ihr Freund seine Doktor-Arbeit hier fertig hat.

Das klingt alles viel sachlicher und realistischer…und ich wünsche den Beiden viel Erfolg, bei all den Plänen…und freue mich, das die Beiden jetzt wieder an einem Strang ziehen…und sie ihre Depression auch überwunden hat. Es waren zwei anstrengende Jahre und sie ist auch weiterhin in Therapie…das tut ihr gut.

Wir werden weiterhin lose in Kontakt bleiben und spätestens zum Weihnachtsmarkt werden wir uns wieder treffen …hahaha…spätestens

kleine Radtour in der Schwüle

Was bin ich froh, das in dieser Woche das Wetter wieder etwas kühler ist…letzten Sonntag hatte ich mich vormittags für eine kleine Radtour entschieden…es war schon sehr warm und es wurde immer schwüler…also hab ich gut in die Pedale getreten (ich fahre mein Rad mit eigener Muskelkraft – ohne Motorunterstützung), weil der Fahrtwind so angenehm kühlte.

Leider hab ich dabei die Hitze etwas unterschätzt und war einfach zu schnell unterwegs. In einem Waldstück hab ich Pause machen müssen…mir wurde etwas schwummerig…ich hab bestimmt eine gute halbe Stunde im Schatten gesessen, hab Kaffee und Wasser getrunken und dabei einfach nur in dieses schöne Grün des Waldes geschaut…auf dem Rückweg hab ich dann die Geschwindigkeit reduziert und versucht mich mehr im Schatten zu halten.

Es waren nur knappe 24km, aber für den Rest des Tages war ich, auch nach einer erfrischenden Dusche, ziemlich hinüber.

Auch der Montag war bis mittags immer noch so unangenehm schwül… dann endlich kam der Regen und nachdem sich dieser samt Gewitter und einem starken Wind, wieder verzogen hatte:

war es ein schöner Abend …und ich konnte meine Walkingrunde am Abend wieder genießen:

Feierabend-Urlaub am Fjord

Mittwoch nach Feierabend in der Zentrale war dann doch fast so etwas wie Urlaubsfeeling.

Vom Hotel aus, gingen wir runter zum Fjord und sind knappe 45 Minuten immer an der Fjord-Küste entlang bis in den Ort gelaufen…Direkt am Hafen ging es in das Restaurant. Es gibt hier nicht so viele und es ist das Einzige am Hafen und es ist eine echt gute Alternative zum Hotel-Restaurant.

Die haben hier tolles modernes Essen, allerdings auch viel Fleisch oder aber auch Fisch. So standen dort tatsächlich auch Muscheln auf der Speisekarte…allerdings erst ab 2 Personen…och schade… Aber der Controller hat sich dann auch für die Muscheln entschieden…und wir haben es nicht bereut…die Portion für 2 Personen war riesig und alle Muscheln hatten sich auch geöffnet…dazu gab es selbstgemachtes Brot und super knusprige dicke Pommes und eine Knoblauch-Aioli. Das war ein richtiger Schmaus und ich war danach angenehm satt und das ganze für umgerechnet 25 EUR pro Person. Ein fairer Preis.

Nach dem Essen ging es dann knappe 45 Minuten wieder am Fjord entlang zurück zum Hotel….und den Rest des Abends hab ich dann auf dem Zimmer verbracht….hab etwas gelesen auf dem Balkon und später noch mein Hörbuch gehört…Achja und ich hab mal versucht den Nachrichten im dänischen Fernsehen zu folgen….hahaha.

Am Donnerstag hab ich tatsächlich doch noch die meisten meiner Fragen zufriedenstellend klären können, es ist tatsächlich einfacher mal eben jemanden in ein Gespräch zu ziehen, wenn man Vorort ist.

Für den letzten Abend hier hatten der Controller und ich schon zuvor beschlossen, das wir getrennte Wege gehen. Er wollte joggen und ich mir endlich einmal die kleine Stadt ansehen.

Ich hab ihn also nach der Arbeit ins Hotel gefahren, hab Laptop und Unterlagen in mein Zimmer gebracht und bin anschließend mit dem Leihwagen in die Stadt gefahren. Am Hafen gibt es genügend freie Parkplätze…der Ort ist kein Touristenort…er ist klein und verschlafen, die Geschäfte schließen früh und auch die wenigen Restaurants schließen wohl schon um 20 Uhr…aber es wird schon seit Jahren daran gearbeitet, es für Touristen attraktiver zu machen. Das wäre ein Ort für mich: ruhig und verschlafen, direkt am Fjord, mit viel Wald drumherum.

Außer dem Hafen, hab ich trotz mehrfacher Besuche, bisher noch nicht viel vom Ort selber gesehen…Das Hotel liegt im Wald und auch die Firmen-Zentrale liegt außerhalb am Rande eines ruhigen Gewerbe-/Industriegebiets, umgeben von vielen Feldern und Wiesen.

Es war also ca. 17.30 Uhr als ich das Auto abstellte und mir den Weg in die „Innenstadt“ suchte…die kleinen Geschäfte waren schon dabei ihre Waren einzuräumen…es gibt eine kleine Fußgängerzone….und letztlich bin ich kreuz und quer gelaufen…und hab sogar das kleine italienische Restaurant wieder gefunden…hier waren wir schon einmal essen, als ich das 1. Mal vor 3 Jahren die Zentrale besucht habe. Die haben tolle dünne knusprige Pizzen:

Das Lustige ist, es waren so wenige Gäste, das ich mich mit dem Wirt und der Bedienung unterhalten habe…und als ich meinte ich komme aus Hamburg und bin beruflich hier…meinte er, er kenne einen Controller aus Hamburg….Juuuup – was soll ich sagen, nach ein paar Fragen hin und her war klar…hahaha er kennt tatsächlich meinen Kollegen, der ja schon wesentlich öfter reisen musste, aber auch nur selten hierhin zum Essen geht.

Der Wirt hat ein gutes Gedächtnis…Aber es sagt auch etwas über den Ort…es kommen nicht so viele Fremde, so das der Wirt sich tatsächlich an den Gast aus Deutschland erinnert, der nur alle Jubeljahre mal bei ihm zum Essen kommt.

Die Pizza war auf jeden Fall toll und anschließend bin ich noch auf der anderen Fjordseite bei nun doch wieder strahlendem Sonnenschein spazieren gegangen….bis zur Marina und noch weiter bis zum Badestrand…naja also Strand ohne Sand…dafür mit viel Seetang….die Kollegen sagen, sie gehen ungern im Fjord baden….bei dem Geruch kann ich es gut nachvollziehen…Aber der Blick aufs Wasser ist himmlisch.

Das vermittelt einem schon fast ein Urlaubsgefühl…es ist ein kleiner Feierabend-Urlaub….und ich hab später gut schlafen können..

Das Wunderbare am Normalen..

…ist, das es eben so herrlich normal ist – unaufgeregt – so herrlich entspannt.

Die letzten beiden Arbeitstage in dieser Woche waren genau so…und ich dazu eben auch. Die perfekte Mischung: ich gelassen und entspannt und die Arbeit normal und ruhig…ein perfektes Zusammenspiel.

Schöne Begegnungen und Unterhaltungen im Büro, langfristige Dinge, die sich endlich haben klären lassen, anderes was zumindest in Bewegung gekommen ist…meine Sorgen wegen des Fast Close sind einem strukturiertem sehr straffen Ablaufplan gewichen…

Und auch nach Feierabend ging es entspannt und herrlich normal weiter….Einkaufen, hab mir für den Sommer 2 neue Blusenshirts und eine Hose gekauft, meine Lebensmittel-Vorräte aufgefüllt, gekocht .. War gegen Abend walken auf meiner Lieblingsstrecke

und hab jetzt öfter abends auf dem Balkon gesessen….wenn es drumherum ruhig wurde….herrlich. Hab recht viel telefoniert und mich per Whatsapp ausgetauscht. Samstag dann einen großen Teil des Tages in der Wohnung herumgewuselt, für den Balkon noch Verschiedenes in Schalen ausgesäät.

So lebe ich gerne: unaufgeregt…vielleicht für andere langweilig…für mich ist es das Ziel. Ganz im Hier und jetzt, ohne den Zwang etwas machen zu müssen. und weil ich gerade kein Lust auf weitere Dänisch Lektionen hatte, hab ich in dieser Woche auch nur wenig wiederholt…Okay: ich nehme mir „Ferien“ für diese Woche.

Mein Körper dankt mir diese Ruhe und Entspannung mit einem gleichmäßigen und kräftigem Herzschlag, mit einem (für mich) normalen Blutdruck und einem wunderbaren Ruhepuls…Ich bin wach in Kopf und Körper….keine übermäßige Müdigkeit, keine Schmerzen …außer naja wo wohl – im Fuß…aber auch das ist ja normal.

Ein Leben in herrlicher unaufgeregter Normalität. Nach all der Aufregungen der letzten Monate, ist das wunderbar. Nun merke ich wieder, wie sehr ich das schätze und auch brauche.

Roggenmischbrot -Selbst gebacken

Ich bin mal wieder absolut begeistert von meinem selbst gebackenem Roggenmischbrot.

ca. 60% Roggenvollkornmehl / 30% Weizenmehl 550er / 10% Haferflocken, dazu Sauerteig und zur Geling-Sicherheit, das der Teig auch aufgeht, noch Trockenhefe, dann dann noch Wasser und Salz. Da ich ja ohne Rezept arbeite, ist das Brot etwas größer geworden, als gedacht…es wiegt fast 900Gramm. Ich hatte zuerst etwas zu viel Roggenmehl und anschließend zu viel Wasser.

Bis ich dann alles so hatte, wie ich es wollte, war die Teigmenge etwas groß, aber anderseits ziemlich perfekt für meinen gusseisernen Schmortopf, in dem ich es dann auch gebacken habe.

Backkzeit: 50 Minuten bei Ober-/Unterhitze mit 220 Grad für 10 Minuten mit Wasserdampf durch eine Schale Wasser am Boden des Backofens und den Rest der Zeit bei 200 Grad ohne Dampf.

Backfarbe, Konsistenz, Schnittfestigkeit und Geschmack sind prima. Durch die Haferflocken ist die Krume schön feucht und durch den Dampf beim Backen die Kruste schön knusprig.

Mein Lernfortschritt heute: ich habe mich gezwungen das noch heiße Brot nicht gleich anzuschneiden, sondern es tatsächlich erst mal eine Weile auf einem Gitterrost auskühlen zu lassen…so lässt es sich tatsächlich viel besser schneiden.

Die ersten Scheiben waren daher nur noch lauwarm, aber super lecker – wie immer nur mit etwas Butter bestrichen.

Wieder Zuhause

Ich komme immer wieder gerne Nachhause…ja der Kurzurlaub war echt schön – aber jetzt freue ich mich, wieder hier zu sein…Die Blumen auf dem Balkon brauchen Wasser und die Vögel draussen neues Futter. Ich brauche einen frischen Filterkaffee auf der Couch und für heute Nacht mein eigenes Bett.

Immerhin bin ich an beiden Tagen je mehr als 13km gelaufen…und meine Füße lechzten nach einem warmen Fußbad (ich hab immer noch Moor- und Schlammrückstände in den Ecken der Fußnägel)….und einem Pflegebalsam…haaaach tut das gut. Ich muss unbedingt schauen, ob es so einen Barfußpark hier in der Nähe gibt…mir hat es super gefallen und meine Füße haben gut mitgemacht.

Was ich leider in Celle nicht gemacht habe ist Kajak fahren, obwohl es dort die Aller gibt und man Kajaks ausleihen konnte….eigentlich schade, wo ich das doch so gerne mache. Aktuell ist es mein „Kopf“ der mich zögern lässt..hmmmm na mal sehen – ich nähere mich dem Thema wieder ganz langsam.

Gestern während draußen der Wind stark die Bäume und Büsche durchschüttelte, saß ich mit Kopfhörern und ruhiger Musik am Laptop, hab eine neue Dänisch Lektion gestartet, meine Beiträge geschrieben und mich später um die Wäsche gekümmert….und erst mit der Zeit drangen die Geräusche von Baumaschinen zu mir durch.

Tatsächlich wird jetzt an der Bahntrecke hinter dem Haus, also vor meinem Balkon, gebaggert. Immer noch etwas geschützt, weil unsere Bäume und Büsche immer noch stehen…die haben tatsächlich 4 Monate gebraucht, um bis hierhin zu kommen, um endlich die Aushub-Arbeiten neben den Bahngleisen zu starten….ob die diesen Streckenabschnitt tatsächlich in diesem August fertig bekommen? Im Moment sieht es auf dem gesamten Abschnitt nicht danach aus. Aber richtig beurteilen kann ich das natürlich nicht.

Das Wetter wurde gegen Mittag besser bei ca. 14 Grad, aber auf den Balkon zu gehen, war durch das Baggern keine Option. Also auf nach Hamburg in den Wohldorfer Wald. Auch hier war ich schon länger nicht mehr zum walken/wandern.

Da ich nicht schon wieder meine Wanderschuhe anziehen wollte, bin ich auf Sneaker umgestiegen…Aber mit der Wahl hab ich mir keinen Gefallen getan, schon nach kurzer Zeit hatte ich an beiden Füßen Schmerzen….also hab ich ein wenig mit der Schnürung experimentiert, bis es dann doch irgendwie für eine Weile ging…schön ist es hier:

Recht zügig verzog sich jedoch der blaue Himmel und es wurde trübe und düster und dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis der Regen kam…darauf war ich jedoch vorbereitet…meine Regenjacke hat eine großzügig geschnittene Kapuze:

Mit 4,5 km war das dann auch eher eine beschauliche Runde…aber für heute hatte ich dann auch genug…mit einem kleinen Schlenker zum Supermarkt war mein Bewegungsdrang für heute auch gestillt….Zuhause wartet immer noch der Kleiderschrank, den ich noch Umräumen möchte und ein kleiner Berg Bügelwäsche liegt auch noch herum.

Urlaubsfeeling in Fachwerk – Celle

Nach dem schönen Nachmittag im Moor, ging es über die Landstrassen ganz entspannt nach Celle…Das Wetter war immer noch wunderbar sonnig und warm, ohne heiß zu sein.

Beim Einchecken im Hotel gab es dann für mich erst einmal eine Irritation: Es war geschlossen.

Nicht nur das die Türen zu waren, teilweise waren die Fenster auch von Innen abgeklebt…sieht nach Umbau aus. Auf der Rückseite war die Tür auch verschlossen…aber es gab ein Schild mit einem Hinweis auf einen „Nachteinlass 24/7“ und eine Telefonnummer. Hmmm es ist noch nicht einmal Abend? – Na gut, ich hab die Telefonnummer angerufen.

Per Telefon wurde ich dann zu einen geheimen Ort neben der Tür gelotst, wo die Kartenschlüssel der heute ankommenden Gäste bereit lagen: jede Karte mit einem Aufkleber welcher Name zu welchem Zimmer gehört. Der Mann am Telefon war freundlich und wies mir dann noch den Weg zum Gästehause nebenan… aber ich fand es trotzdem merkwürdig, das man mir bei der Buchung diese besondere Eincheck-Methode nicht vorher mitgeteilt hat.

Ich hab auch schon vor ein paar Jahren schon in einem Automaten-Motel übernachtet. Aber da war schon bei der Buchung klar, das es kein Personal Vorort geben wird. Den Zimmerschlüssel musste man sich an einem Eincheck-Automaten ziehen, mit einem Sicherheitscode, den ich bei der Buchung per Mail erhalten hatte. Das war mal eine neue Erfahrung.

Das Gästehaus war relativ neu und mein Zimmer ruhig und sauber…. mit Blick in einen Garten. Nach einer erfrischenden Dusche und einer kleinen Ruhepause auf dem Bett, ging es in die Altstadt.

Was für eine schöne Stadt…ich liebe Fachwerkhäuser (bin ja in NRW in einer kleinen Stadt mit viel Fachwerk groß geworden) und hier gibt es unzählige davon…na gut – also gezählt wurden sie schon. Laut dem Tourismusbüro sind es über 480 und man kann hier wirklich kreuz und quer laufen und überall findet man tolle Häuser…nicht nur Fachwerkhäuser, sondern auch andere Baustile mit viel Verzierungen und alles fügt sich harmonisch zusammen.

In keiner anderen Stadt Europas stehen so viele Fachwerkhäuser lückenlos zusammen wie in Celle. Rund 500 Gebäude bilden einen kompakten, in sich geschlossenen Altstadtkern – einmalig im internationalen Vergleich. Das belegt nun auch ein Gutachten.

https://www.db-bauzeitung.de/news/weltweit-dichtestes-fachwerk-ensemble-celle/

Selbst an unauffälligen Durchgängen, durch den ich nur durch Zufall geegangen bin, kommt man am Fachwerk nicht vorbei:

Und dann gibt es ja noch das alte Rathaus und das Schloss mit dem schönen kleinen Schlosspark drumherum.

Zum Abendessen ging es auf den Markplatz, noch war es warm genug zum draussen sitzen und anschließend noch durch den französischen Garten….ein richtig toller Urlaubstag war das heute.

Geschlafen hab ich anschließend super.

Im Moor

Im Moor

Nun gut, der verschwunde Sack Blumenerde hat mich nicht lange aufgehalten. Weg ist nun mal weg….ich bin also Sonntagvormittag losgefahren. Die Kaffee-Becher waren gefüllt, Wasserflasche auch, Butterbrote geschmiert….hahahaha ich könnte ja unterwegs verhungern so in der weitern Prärie über deutsche Autobahnen.

Kurz noch der Stopp um meine Bürgerpflicht bei der Wahl zu erfüllen und dann ging es in Richtung Süden…bis kurz vor Hamburg ging es dann auch flott…aber dann gab es einen Unfall noch vor dem Elbtunnel….Stau! und zwar mit Stillstand…..und auch hinter dem Elbtunnel später ging es durch die Baustellen nur langsam weiter…alles zusammen hat das dann ca. 2,5 Stunden anstatt 1 Stunde gedauert ..mir aber trotzdem kaum etwas ausgemacht…ich war ja versorgt.

So war es dann gegen Ende der Mittagszeit, als ich im Pietzmoor bei Schneverdingen ankam. Tolles Wetter, Sonntag, Muttertag = der Parkplatz war brechend voll….aber meine Hoffnung trog mich nicht, die meisten hatten sich um diese Zeit in das Wald-Restaurant begeben…das hatte ich für diesen Tag erst gar nicht in Betracht gezogen…obwohl das Essen im Schäferhof sehr gut ist. Gute Qualität, regional und saisonal. Dafür gab es ja meine Butterbrote.

Die Rundtour durch das Moor ist knappe 5 km lang und zuerst waren noch einige kleinere Familientrupps vor mir auf dem Weg..aber die hab ich dann schnell ein- und überholt und dann hatte ich tatsächlich wieder die Ruhe, die ich so mag…es war zwar nicht menschenleer, aber viel weniger Menschen auf den Wegen, als gedacht und vor allem war es meistens schön ruhig.

Sofort fühlte ich mich ruhig und zufrieden…die Landschaft ist einfach herrlich hier…locker und leicht lief ich die Wege und hätte gefühlt ewig so weiter laufen können

Am Ende des Rundwegs wollte ich noch nicht zurück zum Auto…bin dann einen etwas kleineren leicht versteckten Weg gegangen…hab mich dann irgendwann ins Gras gesetzt und einfach nichts weiter gemacht als bei meinen Problemfuß die Schmerzen weg zu kneten und die Umgebung zu geniessen.

Als ich wieder am Auto ankam waren es knappe 8km und das bei dieser schönen Umgebung. Ich war schon mittendrin im Urlaubs-Feeling.

Urlaubsgefühl – klasse

Es ist so ein richtig tolles Urlaubsgefühl – wie schon lange nicht mehr.

DAS ist das Gefühl von Freiheit … ich kann..muss aber nichts tun. Endlich mal wieder unbeschwert die Zeit geniessen, einfach weil es freie unverplante Zeit…gerade mal keine Sorgen und Nichts, um das ich mich kümmern muss.S

Schlendern, Zeit „vertrödeln“, Seele baumeln lassen. Ich darf das, ich kann das …und es macht Spaß

Es war also eine gute Entscheidung einfach mal wieder weg zu fahren. Das hab ich bereits gestern gespürt und genau so geht es heute weiter.

Ich schlendere noch einmal durch Celle schaue mich hier und da um…laufe und schaue zu den schönen Fachwerkhäusern hinauf

das älteste Fachwerkhaus aus 1522

…jetzt sitze ich im Cafè und trinke einen Kaffee. Die meisten Geschäfte haben noch geschlossen und die Menschen gehen ihren Beschäftigungen nach…gehen ins Büro und schließen ihre Geschäfte auf oder arbeiten an den Gebäuden.

Gerade dieses Normale eines Alltags der Anderen, die meine Wege kreuzen, verstärkt mein Gefühl von Freizeit und Freiheit.

Das Hotel ist meinem Wunsch nach einem ruhigen Zimmer nachgekommen…es war ein herrlich ruhiges Zimmer, sauber und relativ neu eingerichtet…das Bett war gut…ich konnte super schlafen.

Beim Frühstück konnte ich sehen, das die meisten Gäste beruflich hier waren: Handwerker, Handlungreisende und Techniker/Ingenieure (das hab ich aus der Unterhaltung des Nebentisches entnommen, die unterhielten sich in Englisch über die komplexe Umsetzung eines Problems).


Solche Gäste sind meistens ein gutes Zeichen für ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis. Bodenständig ohne Schnickschnack…genau das, was ich von einem Hotel erwarte (außer ich mache „Wellness-Urlaub“ da hab ich andere Ansprüche an das Hotel)

Ich werde nachher noch ein wenig durch die Geschäfte ziehen…seit langer Zeit hab ich mal wieder Lust auf ein Kleid….gestern hab ich eines im Schaufenster gesehen…ein Leinenkleid das bis zum Knie geht, schmal geschnitten und troztdem luftig um die Hüften sitzt und keine Spaghetti-Träger hat…hahaha…also so ziemlich die perfekten Voraussetzungen für mich mitbringt…außerdem kann man es super mit weißen Turnschuhen tragen.

Während ich bis vor ein paar Jahren sehr häufig Kleider und Röcke getragen habe, waren es in den letzten Jahren fast aussschließlich Hosen…schon allein wegen meiner eingeschränkten Auswahl an Schuhen…aber dann trage ich jetzt eben Sneaker dazu…ich hab jetzt 2-3 Paar, die passen könnten.