Glücksstadt – Deiche gesperrt

Letzten Sonntag hatte ich mich am Nachmittag entschieden mal wieder an die Elbe zu fahren…ich hatte Lust auf einen Deichspaziergang…mein Ziel war Glückstadt. Das sind ca. 50km zu fahren.

Die Fahrt zog sich etwas, aber irgendwann war ich dann da, es war immer noch kalt und der Wind blies ganz ordentlich, aber die Sonne schien. Einen Parkplatz in der Innenstadt zu finden, war nicht schwer und dann bin ich zum Deich gelaufen und – kam nicht drauf. Alle Tore auf den Deich waren verriegelt, mal mit Kabelbindern, mal mit Vorhängeschloss. Sogar die Fahrradwege unterhalb des Deichs waren geschlossen. NICHTS zu machen. Dafür hingen überall Schilder zu Erklärung.

Jaaa na klar hatte ich schon von der Blauzungenkrankheit gehört….aber das dafür jetzt bei Glückstadt alle Deiche geschlossen wurden, hatte ich nicht mitbekommen. Es ist eine Viruserkrankung für Wiederkäuer (Schafe, Rinder, Ziegen)…und auf den Deichen leben eben viele Schafe. Für den Menschen ist sie dagegen ungefährlich.

Nun war ich erst einmal leicht genervt, weil ich mich seit langem mal wieder auf einen Deichspaziergang gefreut hatte…aber nun gut….dann bin ich zum kleinen Hafen gelaufen und anschließend in einem größeren Bogen um die Innenstadt herum.

Das war nicht genau das, was ich wollte…aber immerhin hab ich mich ausreichend bewegt.

Auf dem Rückweg zum Auto hab ich noch kurz vor 18 Uhr bei einer italienischen Eisdiele ein kleines Eis essen wollen. Die wollten um 18 Uhr schließen und haben mir eine ungehörig große Kugel in die Waffel gespachtelt….aber nur 1 Kugel abgerechnet. Hmmm lecker war das und über die große Portion hab ich mich natürlich gefreut.

Ich habe sehr wenig Eis in diesem Sommer gegessen, aber wenn, dann jedes Mal mit großem Genuss und das jetzt hier, das war für mich die Verabschiedung des Sommers. Die Eissaison ist für mich damit beendet.

Die Rückfahrt verlief, wie die Hinfahrt: es lief etwas zäh…aber egal. Wenn es nur ums Laufen gegangen wäre, das hätte ich schneller und einfacher auch von zuhause aus machen können, anstatt dafür insgesamt 100km zu fahren.

Letztendlich wollte ich aber auch dem Geschrei und Gezanke unter mir entkommen…es gab mal wieder bei den Nachbarn etwas zu feiern, mit allen Kindern und den kreischenden Enkelkindern. Zum Glück waren die schon wieder weg, als ich nach Hause kam.

Zwetschgen-Crumble

Gestern habe ich nach Feierabend die Gemüse-und Obstabteilung in meinem Lieblingsladen geplündert….es ist einfach eine tolle Zeit um frische Produkte aus der Region (oder zumindest aus Deutschland) zu kaufen.

Die Blumenkohl-Köpfe sind riesig, die dicken Porreestangen könnte man auch zur Verteidigung einsetzen, die Auswahl an Gemüse ist groß und die Preise sind echt okay dafür. Es ist Herbst…es gibt schon wieder Rosenkohl und immer noch jede Menge Zwetschgen.

Also hab ich einen meiner Mehrfach-Büddel vollgefüllt…für heute gibt es einen Zwetschgen-Crumble…aber in einer etwas gesünderen Form.

Wie immer versuche ich dabei Weißmehl, Industriezucker und Butter zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren…und auch dieses Mal hat mir der Blick ins Internet geholfen…und mit ein paar Feinjustierungen ist mir eine schöne Variante gelungen

Eigentlich fehlte nur noch etwas geschlagene Sahne – aber die hatte ich beim Einkauf vergessen.

Mein angepasstes Rezept lautete dann :

100g gemahlene Mandeln 50g feine Haferflocken, 50g kernige Haferflocken, 90g Dattelsirup, 90g weiche Butter, Mark 1 Vanillesschote, etwas Zimt und etwas Salz. Dazu 300 g entsteinte Zwetschgen.

Die entsteinten Zwetschen in eine gefettete Auflaufform geben. Alle anderen Zutaten vermischen und mit den Händen zu Streuseln formen und über die Zwetschgen geben. für 25-30 Minuten im Backofen bei 160Grad Umluft backen und anschließend noch warm geniessen UND wer mag etwas geschlagene Sahne dazu geben.

Der Bio Mandelsirup, den ich genommen habe, hat auf 100g ca. 1/3 weniger Kalorien als Haushaltszucker und im Originalrezept standen auch 120g Zucker. Mit den 90g Mandelsirup hab ich also gleich 2 mal gespart und für mich war es trotzdem süß genug.

Beim nächsten Mal würde ich aber etwas mehr Butter nehmen, hier waren die 90g etwas zu wenig, um ein wirklich super knusprige Streuseln zu bekommen…aber geschmacklich hat es mich ich trotzdem überzeugt.

Hmmm im Winter kommen dann Äpfel unter die Crumble-Haube…so mit etwas Marzipan und einem Schuss Calvados dazu..

fit und vital

fit und vital

Zum Glück geht es mir, neben dem Job-Chaos, richtig gut.

Letzten Sonntagnachmittag war ich im Stadtpark Norderstedt unterwegs…das ist mehr als nur ein kleiner Stadtpark…eine riesige Park-, Sport- und Waldfläche. Und bei dem schönen spätsommerlichen Tag war es ein fast mediterranes Gefühl von Ruhe und angenehmer Temperatur, und das trotz der Größe und den vielen Menschen…aber das verlief sich richtig gut.

Und abseits des Sees, wenn man durch eine Waldlandschaft läuft, war es dann richtig gemütlich…so hab ich mich auf einer Bank niedergelassen und gefrühstückt…so mit Kaffee und Schwarzbrot mit Ei.

In dieser Woche bin ich bereits an 5 von 7 Tagenentweder morgens früh bei Sonnenaufgang oder abends bei Sonnenuntergang mein Walking-Runden gelaufen

Die Bahnschienen liegen jetzt tatsächlich schnurgerade und sind fertig…Allerdings fährt noch keine Bahn. Ich denke es folgen nun bald die Strommasten und DANN weiß ich endlich, ob die Bäume hinter unserem Haus tatsächlich gefällt werden oder doch nicht. Das Thema beschäftigt mich inzwischen schon fast 2 Jahre…bei uns im Haus weiß keiner etwas genaues.

Die Arbeiten an der Bahntrasse waren bereits am Sonntagnachmittag abgeschlossen und so bin ich dann auch wieder in meine Wohnung gezogen und habe auch dort geschlafen… 2 Tage auswärts haben mir auch gereicht, mein Bett ist doch am Besten.

Ich hab dann auch ein frisches Haferflocken-Skyr-Brot gebacken…das ist so saftig und lecker geworden

Hab in der Woche mit Freunden und meiner Schwester telefoniert, viel Whatsapp-Nachrichten geschrieben, war einfach gut drauf – trotz des Stresses im Job, geht es mir gut.

Mein Gewicht hat inzwischen eine meiner klassischen „Roten Linien“ unterschritten, so das ich auf die Frage wieviel ich denn jetzt wiege, es tatsächlich nicht fehlerfrei sagen konnte. Also ich wiege jetzt 66,5 kg und immer wenn ich daran denke sind es in meinem Kopf 68kg…als ob ich eine Sperre im Kopf hätte, die es nicht zulässt, das ich 66 kg sage/denke.

Für das 1/2kg hab ich ein paar Wochen gebraucht…es gab also eine Abnehmpause…aber das hatte ich akzeptiert, hab es ja nicht eilig damit…es sind jetzt also insgesamt 8kg in 4 Monaten runter und ich fühle mich pudelwohl mit dem Ergebnis und mit meiner Ernährung….und bleibe auch weiterhin beim Interfallfasten…inzwischen habe ich den Anteil an Kohlehydraten ein wenig erhöht…ich muss nächste Woche zum Blutabnehmen, bin gespannt, ob sich die Abnahme auch auf meine Blutwerte ausgewirkt hat…Blutdruck und Ruhepuls sind aktuell sehr stabil….evtl. kann ich ja bald meine Medikamente ein wenig reduzieren.

Mein Körper dankt mir die Gewichtsreduktion damit, das ich wach und munter bin, keine Schmerzen habe (bis auf den kaputten Fuß), gut aus dem Bett komme und mich fit und vital fühle. Das darf gerne so bleiben.

An der Flensburger Förde

An der Flensburger Förde

Die Fahrt nach Flensburg verlief unerwartet zäh….warum ausgerechnet jetzt so viele Autos in Richtung Norden unterwegs waren, hab ich nicht kapiert, dann aber eine eigene Erklärung gefunden:

Nachdem der Sommer und die Sommerferien vorbei sind, kommen nun die Kinderlosen Paare und Rentner , um den frühen Herbst bei noch warmen Temperaturen zu geniessen….das ist zumindest meine Therorie, wenn ich mir die Autos und die Menschen in den Autos anschaue hahaha – nicht repräsentativ ermittelt, sondern rein subjektiv wahrgenommen.

Nach einem leckeren Pflaumenkuchen mit Sahne und einer schönen Tasse Kaffee sind wir dann zur Solitüde gelaufen und es war wirklich eine tolle ruhige Atmosphäre

Das waren 5.2 km die wir gelaufen sind und ich war überrascht, wie gut es meiner Schwester damit ging…ihre Schmerzen werden seit der OP immer weniger und seitdem sie wieder unter Anleitung Sport macht, kommt auch die Kraft zurück..das wiederum gut ihrer Seele gut…trotzdem wird es langsam mal Zeit, das sie zur Reha kommt.

Für den Abend waren wir in einem neuen Sushi-Restaurant. DAS war toll und mega-lecker…so frisches Sushi hab ich bisher nur selten gehabt…dazu eine mehr als freundliche Bedienung, die uns davor gewarnt hat, zuviel zu bestellen…naja als die Platte dann kam, wusste ich wieso hihihi

Das war eine Menue-Platte mit 76 Stücken, die wohl für 4 Personen gedacht war….da war alles drauf was wir so gerne essen…und wir haben es natürlich nicht alles geschafft…den Rest hab ich dann mitgenommen….da werde ich heute auch noch einmal satt. Ich denke für 4 Erwachsene ist die Platte optimal

Neben einem Iced Macha tee, hatte ich noch einen Jasmintee…Ich finde das Teeset sehr stilvoll.

Wir hatten einen lustigen und unterhaltsamen Tag…so unbeschwert war es bei uns Dreien schon länger nicht mehr.

So war es  dann auch schon 19.30 Uhr als ich mich auf den Heimweg gemacht habe…Die Rückfahrt verlief zum Glück unspektakulär – die Autobahn war nahezu leer.

Ein kleiner Vorbote – Morgens im Moor

Ich schlafe in den letzten Wochen schlechter, bin oft früh am Morgen wach, schlafe dann irgendwann wieder ein. Heute Morgen war es zum Glück anders, ich habe bis 4 Uhr durchgeschlafen und lag dann bis 5 Uhr wach….fühlte mich aber nicht mehr müde.

Warum also nicht endlich mal wieder eine Walkingrunde am Morgen…anstatt abends.

Um kurz nach 6 Uhr, vor Sonnenaufgang war ich dann mit meinem gefüllten Kaffeebecher im Himmelmoor…Mein Auto war das Einzige auf dem Parkplatz.

Noch waren es angenehme 16 Grad, ich hatte ein leichte Jacke an und einen dünnen Schal…nicht wegen der Kühle des Morgens, sondern wegen der Mücken…zusätzlich hatte ich noch mein Ant-Mückenspray auf Hände und im Gesicht verteilt…nur vorsichtshalber. Sobald ich an den Moorbecken ankam, waren sie auch schon da, diese kleinen stechenden Plagegeister….ha – aber ich war geschützt…es hat mich tatsächlich nur eine erwischt.

Und dann wurde es langsam heller, als die Sonne aufging…was für ein schöner Morgen: kühl, still und absolut friedlich…wunderschön

Ich bin eine etwas größere Runde gelaufen und so an den Weiden und Wiesen entlang gekommen, wo noch der Bodennebel aufstieg…es überkam mich ein leichtes Herbstgefühl…

Auf das baldige Ende des Sommers freue ich mich schon, wenn die Abende kühler werden, man wieder tagsüber eine Jacke drüber zieht und das Laub anfängt sich zu verfärben.

Sommer ist für mich Stillstand, weil es zu heiß ist und Hitze macht mich träge. Herbst und Frühling sind aufregend, weil in der Natur so viel passiert…ich bin dann gerne draußen. Das heute war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommt….ich hab den Morgen sehr genossen.

Falsche REHA?

Und das mit dem Job, war ja nicht das einzige Drama in dieser Woche….auch bei meiner Schwester ist wieder einmal etwas komplett schief gelaufen.

Gibt es das eigentlich wirklich oder ist das nur ein subjektives Gefühl, das bei manchen Menschen einfach IMMER etwas schief läuft….auch wenn sie eigentlich keinen aktiven Anteil daran haben.

Für meine Schwester wurde vor ein paar Wochen, noch in der Klinik in Flensburg, von der Sozialstation eine Reha-Maßnahme bei der Rentenversicherung beantragt. Die Genehmigung kam und sie sollte nach Bad Bramstedt (das sind nur knappe 27km von mir entfernt).

Ca. 3 Wochen musste sie auf den Beginn warten, das heißt sie war wieder zuhause und es gab keine Physiotherapie oder ähnliches, sie hat aber selber schon wieder angefangen an ihrer Mobilität zu arbeiten. Letzten Mittwoch war es dann soweit, : Schwester + Schwager sind von Flensburg nach Bad Bramstedt gefahren, ihr wurde ein Zimmer zugewiesen, mein Schwager hat ihre Sachen schon alle einräumt und meine Schwester hatte eine Eingangsuntersuchung bei der Ärztin.

Und während die Ärztin total hektisch und aufgedreht meine Schwester anblaffte, das sie hier falsch ist, kristallisierte sich dann heraus was hier falsch sein sollte. Es wurde für meine Schwester eine REHA für ein orthopädisches Problem beantragt und genehmigt…sie müsste jedoch eine Reha für ein Neurologisches Problem bekommen und das bieten die in Bad Bramstedt nicht an.

Das Ende vom Lied: sie wurde prompt wieder nach Hause geschickt und es muss eine eue Reha beantragt werden. Das kann aber unter Umständen wieder ein paar Wochen dauern…und bis dahin muss sie sich vom Hausarzt weiter krankschreiben lassen.

Was meine Schwester so fertig machte, war ja nicht einmal das mit der falschen Reha und den verlorenen Wochen zuhause, sondern die Art, wie die Ärztin mit ihr umgesprungen ist. Meine Schwester ist eben immer kurz vor einer Panikattacke, wenn es um solche Dinge geht und hätte eine etwas ruhigere Ansprache benötigt, um selber nicht durchzudrehen.

Ich war noch im Büro und wir haben uns dann noch für den gleichen Nachmittag zum Kaffee bei mir zuhause verabredet…So konnte ich mit ihr reden, sie in den Arm nehmen und wieder beruhigen…

Eine kleine weiße Maus..

..auf dem Küchenregal, ist kein Grund für den Kammerjäger…denn es ist eine Zucker-Maus von Haribo.

Warum sie da liegt? Es ist mein Symbol für einen kleinen Sieg.

Ein technischer Kollege hat einen ganzen Eimer dieser zuckrigen Süßigkeit bei sich im Büro und ich frage ihn Dienstag ob ich eines haben könnte. Na klar – nimm so viele wie Du willst! – Danke ich hätte gerne nur Eins.

Dann nahm ich es mit nach Hause und nun sitzt es auf einem meiner beiden Küchenregale. Warum hab ich ihn danach gefragt…ich kann es nicht einmal sagen, es war einfach ein Impuls…denn essen wollte ich es eigentlich gar nicht.

Früher hab ich solche Dinge unglaublich gern gegessen und das war vielleicht meine Motivation mir eins davon zu nehmen. Aber kaum hatte ich es in der Hand, hab ich festgestellt – nee eigentlich hab ich gar keine Lust es auch wirklich zu Essen.

Mein Körper verlangt nicht mehr nach zuckerhaltigen Dingen…der Kaffee schmeckt auch ohne sehr gut und sogar den Milchreis esse ich nur noch mit Zimt, aber ohne Zucker (die laktosefreie Milch ist aber auch etwas süßer als normale Milch).

Heißhunger auf irgendetwas Süßes hab ich schon seit 3 Monaten nicht mehr, seit ich mit dem 16:8 Intervallfasten angefangen habe. Ich merke wann ich wirklich Hunger habe und auch, wann ich schon satt bin…und mein Geschmack hat sich entsüßt…na klar kommt in jedes gute Gericht auch 1/2-1TL Zucker zum karamellisieren und um den Geschmack abzurunden…aber das ist im Verhältnis dann doch eher wenig.

Inzwischen sind jetzt 7kg runter, am Bauch hab ich 5cm verloren und insgesamt fühle ich mich pudelwohl damit. Ich habe jetzt bereits das Normalgewicht für mein Alter leicht unterschritten und bewege mich in Richtung Idealgewicht. Das Interfall-Fasten passt einfach zu mir und meinem Lebensstil.

Mein BMI ist perfekt und mit dem BAI bin ich auch gut im gesunden Bereich. Mein persönliches Ziel sind noch so ca. 3-4kg zu verlieren.

Vor allem möchte ich auch die drohende Gefahr für einen Prä-Diabetes abwenden können. Ich hoffe das sich die Gewichtsreduktion auch positiv auf meine Blutwerte auswirkt und mein Kardiologe dann evtl. die Medikation reduziert…in einem Monat ist es wieder soweit.

Das blöde Virus

…ist wieder da (oder auch „der blöde Virus“ = der Duden sagt Beides ist möglich, aber ich kann mich nicht an das „der“ gewöhnen).

Während ich also Dienstag Stunde um Stunde mit meiner neuen Kollegin eng Seite an Seite an einem Arbeitsplatz saß und es ihr immer schlechter ging, dachten wir Beide immer noch an einen grippalen Infekt bei ihr.

Mittwochmorgen saß ich ebenfalls mit gaaanz leichten Halsschmerzen im Büro, als ihr Anruf kam. Ihr geht es inzwischen noch schlechter und der Corona-Test war positiv. Sie ist auf dem Weg zum Arzt und bekam auch eine Krankmeldung bis einschließlich Montag.

Noch während unseres Telefonats (man konnte sie vor lauter Krächzen kaum Verstehen), ging ich schon zum Eingangsbereich, wo Masken und Tests immer für Alle bereit liegen. Und ein paar Minuten später war klar: ich hab es auch.

Also Maske auf, in unserem Online-System bis Ende der Woche Homeoffice beantragt, noch eine Mail an das HR und unsere Assistentin der Geschäftsleitung geschrieben um darauf hinzuweisen, das unsere Etage nunmehr verwaist sein wird (die anderen sind entweder im Urlaub, bereits im Homeoffice, auf Dienstreise oder eben krank).

Ein positiver Corona-Test haut mich ja nicht um, aber im Laufe der nächsten Tage kamen im Schnelldurchlauf alle üblichen Symptome: Erst leichte Halsschmerzen, leichter Reizhusten, dann Kopfschmerzen mit etwas erhöhter Temperatur (aber immer erst ab späten Nachmittag), dann Schüttelfrost und Gliederschmerzen (von Do auf Fr habe ich kaum schlafen können).

Trotzdem hab ich an allen 3 Tagen Remote gearbeitet (der Controller hat noch Urlaub) und unsere Firmen so am Laufen gehalten…denn es gab mal wieder einige dringende Dinge zu erledigen und ein paar Schwierigkeiten zu überwinden.

Allerdings habe ich mich an allen 3 Tagen am frühen Nachmittag abgemeldet und den Rest des Tages meiner Genesung gewidmet: d.h. ich bin auf die Couch gegangen und habe NICHTS gemacht außer ruhen und schlafen und etwas Essen zu kochen.

Zum Glück gab mein Kühlschrank noch genügend her für die obligatorische Hühnersuppe, die ja bekanntermaßen immer hilft, auch wenn es dafür keine wissenschaftliche Beweise gibt – aber jeder WEIß eben, das sie hilft…vor allem wenn man sie selber macht oder gemacht bekommt hahaha.

Heute ist Samstag und nun hab ich noch etwas Husten, die Nase läuft, die Nebenhöhlen sitzen zu und ich fühle mich etwas matschig…ansonsten geht es mir schon wieder besser…das Schlimmste scheint damit überstanden und ich will mich nicht darüber beschweren…meiner Kollegin geht es nämlich immer noch nicht wirklich gut.

Das heißt, das meine gefühlte Stärke der letzten Monate, kein Trugschluss war, sondern sich meine Abwehrkräfte super erholt haben….Eine weitere Auffrischung-Impfung brauche ich also erst einmal nicht, denn jede überstandene Infektion entspricht einer weiteren Impfung.

Der heutige Test ist zwar immer noch positiv, aber ich hoffe das die Viruslast bis Montag oder spätestens Dienstag wieder soweit gesunken sein wird, das ich ins Büro kann.

Ich bin immer noch überzeugt von Impfungen und werde mich bei Notwendigkeit auch jederzeit wieder impfen lassen…aber das darf jeder so sehen wie er möchte.

Am Strand und im Meer

Am Strand und im Meer

Mittags hab ich an der Seepromenade im Schattenbereich eines Restaurant gesessen…es ging immer noch etwas Wind, das machte es angenehm. Es gab für mich gebratenes Schollenfilet mit einem Salat und Pommes.

Das Restaurant war nicht überfüllt….und die Atmosphäre war ruhig/ entspannt….ich bin dann noch eine Weile sitzen geblieben und hab mir die vorbei flanierenden Menschen angeschaut.

Ich finde es spannend wie Menschen miteinander umgehen und schon ganz lange hatte ich nicht mehr die innere Ruhe oder auch die Möglichkeit einfach mal entspannt nach dem Essen im Restaurantbereich sitzen zu bleiben. Hier hatte ich weder vorab reserviert und noch ein Zeitfenster genannt bekommen. Das war quasi Essen-gehen-wie früher….herrlich und für mich inzwischen fast ungewohnt.

Nach dem Essen bin ich langsam wieder zum Strandkorb geschlendert, dort hab ich mich noch etwas ausgeruht, bevor ich zu einem weiteren Spaziergang ins Wattenmeer aufbrach….der Treffpunkt für die geführte Wattwanderung lag ein ganzes Stück weit weg….also bin ich ca. 200-300m vom Strand weg ins Wattenmeer gelaufen, bevor ich mich parallel zum Strand entlang bewegte. Ich wusste nicht mehr ganz genau, auf welcher Höhe der Treffpunkt war, bin dadurch etwas zu weit gelaufen, dann zurück zum Strand und an der Promenade entlang, bis ich mein Ziel erreicht hatte.

Es war früher Nachmittag und die Sonne war inzwischen gnadenlos…es war heiß und wurde langsam auch etwas stickig…zumindest am Strand. Ich war immer noch etwas zu früh und hab am Rand, im Schatten, auf das Startsignal des Wattführers gewartet.

Eine Familie mit mehreren Kindern stand unmittelbar neben mir und ich musste laut auflachen als einer der Söhne, so ca. 9-10 Jahre alt, seine Mutter anschaute und dann meinte :

„Mami geht es dir gut? Du siehst so angestrengt aus. Entweder Du bist hochkonzentriert oder depressiv“. Die Mutter schaute ihren Sohn empört an und musste auch lachen…dann zog sie ihren Sohn beiseite und die Stimmung bei der Familie war auf einmal wieder locker.

Und dann ging es los und auf einmal wusste ich wieder, warum ich eigentlich keine geführte Wattwanderung mehr machen wollte. in der ersten 3/4 Stunde kamen wir nur ganz langsam von der Stelle, weil der Wanderführer jedes Lebewesen im Wattenmeer ausführlich erklärte und es war eine große Gruppe, bis da alle Fragen beantwortet waren, dauerte es eben….und dann ging es wieder ein Stück weiter ins Watt.

Ich dagegen interessiere mich eher für das Wasser und die Weite und eben das Laufen im Watt. die Gezeiten, die Gefahren, die Priele usw. Herumstehen und nach Wattwürmern buddeln oder Herzmuscheln beim eingraben zu beobachten finde ich dagegen nicht so spannend und außerdem spürt man beim Laufen auch den leichten Wind besser bei dieser Hitze….wieder hatte ich mich eingecremt und mein leichtes Sommertuch als zusätzlichen Sonnenschutz über Nacken und Arme gelegt…aber das war jetzt schon fast unangenehm…es waren mehr als 32 Grad.

Warum ich dann diese Tour gebucht hatte? Nun, das letzte Mal war ich vor 2 Jahren hier und ich wollte lieber noch einmal diese Tour machen, um kein unnötiges Risiko einzugehen, alleine der Flut entgegen zu gehen…und das war auch richtig so – denn er hat auf eine neue, sich gerade bildende Priele hingewiesen, die sich parallel zum Strand entwickelt, d.h. wenn man nicht aufpasst kann einem hier der Rückweg abgeschnitten werden…denn die Priele laufen bei Flut als erstes voll. Noch ist die Priele nicht tief…aber das kann in 1-2 Jahren bereits anders aussehen.

Ich habe also gelernt auch bereits bei Ebbe auf neue Priele zu achten und das man sich unmittelbar, wenn man die Flut erreicht hat, auf den Rückweg machen sollte…nur nicht zu lange warten. Die Flut kommt am Anfang mit einer Geschwindigkeit von ca. 3kmh, das ist eine moderate Geschwindigkeit mit der man locker mitgehen kann, und das Wasser reicht einem dabei bis max. bis zu den Knien.

Die Gefahr kommt aber nicht vom Wasser das vor oder hinter einem liegt (je nach Blickrichtung zum Strand oder vom Strand weg) , sondern von dem, welches sich fast unbemerkt von den Seiten nähert und einen dabei auch noch überholt.

Aber der Moment, wenn man knappe 1,50 – 2 km vom Strand entfernt auf die Flut trifft…die man bei dem gleißendem Licht, kaum vom Himmel und dem feucht glänzendem Watt unterscheiden kann …ist ein unbeschreibliches Gefühl. Gut erkennen kann man die Flut, wenn man auf die Möwen achtet, die sich in der Ferne sammeln…das wo sie sind, ist auch das Wasser.

Unvermittelt standen wir also im Wasser…und nach ein paar Minuten ging es dann langsam wieder zurück zum Strand- eben mit der Flut. Ich finde das Gefühl unbeschreiblich…diese Kraft des Wassers. Da fühlt man sich als Mensch auf einmal ganz klein und demütig.

Nach Abschluss der Tour bin ich dann wieder am Strand entlang, zurück zum Strandkorb gelaufen…dieses ich bin im Sand gelaufen und nicht im Wasser…vor 2 Jahren hatte ich eine sehr schmerzhafte Erfahrung als ich mit einem Fuß in ein gebuddeltes Loch geraten bin, welches ich durch das Wasser nicht sehen konnte…die Erfahrung wollte ich auf keinen Fall wiederholen.

Als es langsam Zeit wurde mein Hotelzimmer zu beziehen, hab ich den Strandkorb verlassen und bin an Strand und Promenade entlang zurück zu meinem Auto gelaufen…das Hotel lag nur knappe 10 Minuten Fahrzeit entfernt. Insgesamt bin ich an diesem Tag 14,3 km gelaufen (die Strecke kommt auch daher, das ich bei der Wattführung Nicht stand wie alle anderen, sondern mich ständig in der Nähe der Gruppe bewegt habe…bin immer weiter gelaufen, um die Gruppe herum, hin- und her gelaufen, hab mich etwas entfernt und dann wieder zurück…ich stehe nun mal nicht gerne still).

Ich war dann aber auch froh, als ich im Hotel ankam…mein Zimmer war zwar alt, aber sauber und vor allem war es angenehm kühl…

Im Wattenmeer

Natürlich hab ich es nicht ganz geschafft, mit 5 Uhr aufstehen…aber letztlich war ich um kurz vor 6 Uhr abfahrbereit…mit gefüllten Kaffeebechern und gebuttertem Brot für später.

Die knappen 50 km bis zur Fähre Glückstadt verliefen auch unkompliziert…nur das mich mein Navi in die Stadt, anstatt zum Fähranleger geleitet hat…die Schilder Vorort haben mich in die entgegengesetzte Richtung geführt – gut das ich denen dann gefolgt bin. Es ist ja nicht so, als ob ich hier noch nicht gewesen wäre…aber es ist schon länger her…seufz.

Die Fähre hat für mein Auto und mich 11 EUR gekostet…das hatte ich tatsächlich teurer in Erinnerung. Kann es sein, das die wieder günstiger geworden sind? Ich erinnere mich beim letzten Mal einen „Kraftstoff-Zuschlag“ bezahlt zu haben…das war nach der Pandemie, als die Spritpreise so hochgeschossen waren.

Die knappen 30 Minuten Überfahrt nach Wischhafen waren toll…so fing der Urlaub echt schon schön an…immerhin fahre ich nur selten mit der Fähre…es war also etwas Besonderes für mich.

Und auch die restlichen knappen 60km bis nach Cuxhaven/Duhnen waren ruhig und entspannt und ich extrem gut gelaunt und voller Vorfreude…dabei ging es nur langsam voran…immerhin wollten die Bauern noch ihre Ernten einfahren, bevor es in den nächsten Tagen anfängt zu regnen…es sollte ja der bisher heisseste Tag des Jahres werden….dementsprechend viele Trecker waren unterwegs…aber ich hatte ja keine Eile.

Ich bin ohne weiter anzuhalten bis nach Duhnen gefahren….wusste ja noch vom letzten Urlaub hier, wo genau ich in der Nähe des anvisierten Strandes kostenlos parken konnte und bin direkt an den Strand gegangen…die Temperaturen lagen schon bei 22 Grad…aber es waren um diese Zeit (kurz nach 9 Uhr morgens) fast keine Besucher da…perfekt für mich.

Natürlich hatte ich mich vorher im Internet schlau gemacht, wann Wattwanderungen an dem Tag möglich sind….ich bin ca. 1,5 Stunden vor der idealen Zeit losgelaufen…so das ich noch die letzten Ausläufer des sich zurückziehenden Wassers durchwaten konnte…d.h. meine Füße waren immer leicht vom Wasser umspült. Durch den, durch Pricke (oder auch Prigge) genannten Wegweisern, sicheren Weg durch das Wattenmeer, wusste ich genau wo ich schon jetzt gefahrlos laufen konnte…und die noch etwas tieferen Stellen habe ich einfach umlaufen…

und es war einfach himmlisch….und auch ziemlich windig…ich hatte zum Glück einen leichten Schal mit dabei, den ich um Nacken und Arme gelegt habe. Mein Wanderrucksack hatte neben Kaffee, Wasser, etwas zu Essen und Notfallpack natürlich auch eine Windjacke parat – aber dafür war es mir einfach schon zu warm.

Ach ja und natürlich gab es auch ausreichend Sonnenschutz…mein Cappi hatte ich schon auf und mit Sonnenschutz-Creme hatte ich mich bereits im Auto eingecremt. Ich hatte auch noch ein großes Handtuch und für alle Fälle auch Wattschuhe eingepackt…aber natürlich bin ich barfuß gelaufen…immerhin ist es genau das, was ich hier so liebe…mit bloßen Füßen laufen zu können. Der Rucksack war gut vollbepackt…aber er machte mich auch unabhängig vom Auto…so das ich den ganzen Tag nicht zurück zum Auto laufen brauchte.

Ich blieb 1,5 Stunden im Wattenmeer bevor ich mir tatsächlich einen Strandkorb mietete. Übrigens zum ersten Mal in meinem Leben…hahaha bisher fand ich es immer okay, mich einfach irgendwo am Strand nieder zu lassen…aber ich wollte ja noch bis zum Nachmittag bleiben und dieser prallen Sonne wollte ich mich dann lieber doch nicht aussetzen…und das war genau die richtige Entscheidung…

Am Nachmittag hatte ich ja noch die geführte Wattwanderung vor mir…