Turbulente Tage im Büro

Meine Arbeitswoche verläuft turbulent…aber bisher habe ich alle Abgabetermine einhalten können, auch wenn es bedeutete, das ich die zwei Tage im Büro wesentlich länger habe arbeiten müssen…denn hier kann ich mich den Kollegen gegenüber ja nicht komplett verschließen, diese Zeit fehlt mir dann am Ende des Arbeitstages.

Heute kam dann zusätzlich die Anfrage aus der Zentrale, ob einer von uns Beiden mal wieder einen neuen Bankzugang testen kann…denn wir sind ja immer noch mitten im Wechsel aller dänischen Bankzugänge auf das sog. MitID-Verfahren…ich hab mich kurzerhand gemeldet, das ich das übernehme.

Die Anweisung lautete: lad Dir doch mal „die App“ aufs Smartphone und versuch Dich anzumelden und dann schauen wir mal. Nun als erstes sagte mir mein Handy, das ich ein update brauche. Update? Warum ausgerechnet jetzt? ….aber für das Update brauchte es eine WLAN-Verbindung. Aber mit dem WLAN das ich nutzte, liess sich der App-Store nicht öffnen. Okay, es gibt inzwischen mehrere WLAN-Verbindungen für unsere Firma…mit Hilfe zweier Kollegen hab ich dann endlich die neueste Verbindung mit Zugangscode gefunden.

Nun dauerte es mehr als 1/2 Stunde bis das Betriebssystem sein update erledigt hatte…dann endlich konnte ich den App-Store öffnen…aber auch hier gab es erst einmal ein Update….grrrrrr und wieder warten.

Dann endlich wollte ich die App runterladen…aber es gab nur Eine, die hieß aber anders…die Antwort der Kollegin….jaja…nimm die ruhig – probiere es einfach aus. Na so klare Anweisungen liebe ich ja.

Zum Glück war dann bei und nach der Installation alles auf Englisch, und nicht auf Dänisch….und mit einigem Suchen hat die Anmeldung und Aktivierung dann auch tatsächlich funktioniert. Dann kam der Hinweis das die App erst eine Stunde nach der Aktivierung freigeschaltet wird….WAS ?….Warum dat denn?…. Na gut, hab dann in der Zwischenzeit andere Sachen gemacht, bevor ich den Zugang mit Hilfe der App dann tatsächlich testen konnte. Das hat dann aber reibungslos geklappt. Zum Glück. Hab eine Kurzanleitung geschrieben und dem Controller zur Verfügung gestellt.

Das war, wie immer, eine Anweisung auf den letzten Drücker, denn ab Morgen werden die alten Zugangsmethoden abgeschaltet….hahaha…aber so bin ich es inzwischen ja gewohnt.

Mitten im Warten auf die Updates, hab ich auf das neue Bürogebäude gegenüber geschaut, direkt auf die begrünte Dachterrasse und prompt musste ich laut auflachen….da spazierten 3 Männer, getrennt voneinander, in einigem Abstand am Rande des Geländers, um das Grün in der Mitte der Dachterrasse herum und jeder sprach eifrig in sein Handy….das sah lustig aus und erinnerte an einen „Hofgang“ aus alten Gefängnisfilmen.

Auch sonst tut sich viel bei uns…die junge Kollegin Kim hat gekündigt und zieht aus Hamburg weg. hmmm…sehr schade, aber sie hat eine tolle Chance in Niedersachen bekommen.

Der Controller ist immer noch auf der Suche nach einem Zuarbeiter und hat jetzt einen Kandidaten in die 2. Runde genommen….was er mir von dem erzählt hat, lässt mich zwar zweifeln, ob das eine so gute Idee ist, aber letztlich muss er mit dem neuen Kollegen klar kommen….mir betrifft es nur am Rande. Ich hab meine Bedenken geäußert und halte mich ansonsten raus.

Wir haben neue Arbeitsverträge erhalten in dem jetzt 1 Tag in der Woche „mobiles Arbeiten“ als Recht fixiert wurde…die Umsetzung ist jedoch sehr bürokratisch….und damit nicht wirklich praktikabel, weil wir jedes Mal ein paar Tage vor jedem „mobilen Tag“ eine schriftliche Genehmigung vom Vorgesetzten benötigen – wer denkt sich so etwas nur aus – unfassbar.

Der Controller und ich wollen gerne bei unseren jeweils 2 Tagen bleiben und wir haben eine Mail an unseren Vorsetzten in der Zentrale geschrieben, das deutsche Procedere erklärt und das wir bei unserer Regelung bleiben wollen würden, die ich dann auch noch mal einzeln erläutert habe und ob er uns für diese Regelung eine generelle Genehmigung bis auf Widerruf erteilen würde.

Die Antwort an uns Beide kam am Abend: „Approved“…..na also- es hat echt Vorteile, wenn der eigene Chef weit weg sitzt.

Ich bin also insgesamt, trotz der Mehrarbeit und der Unruhe in dieser Woche, bisher sehr zufrieden.

spannende Aktivitäten voraus

Ich hab bisher noch gar nicht erwähnt, das die nächsten 2 Wochenende auch wieder aufregend werden.

Am nächsten Wochenende werde ich den Kajak-Grundkurs doch noch absolvieren können….es hat geklappt mit dem Wechsel in die Wochenend-Gruppe, nachdem ich ja krankheitsbedingt im Mai absagen musste. Boa – also in den nächsten Tagen darf mir jetzt aber nichts mehr dazwischen kommen…das ist die letzte Chance für dieses Jahr.

Und eine Woche später soll jetzt endlich auch die Ballonfahrt statt finden….im letzten Jahr hatte es wegen des stürmischen Wetters ja nicht mehr geklappt. Dafür ist die Fahrt jetzt auch, wie ursprünglich geplant, in der Nähe von Flensburg und nicht in Kiel…und so werde ich dann schon wieder bei meiner Familie übernachten….meine Schwester meinte dann auch, sie wird das Oberbett vom Wochenende einfach in „meinem“ Zimmer (also dem Gästezimmer) lassen und nur eine Tagesdecke drüber legen…weil ich in 14 Tagen schon wieder da sein werde. Erst hab ich es gar nicht kapiert…dann meinte sie, unser Termin ist gegen Abend….ach so…ja dann.

Allerdings kommt es wieder auf das Wetter an. So eine Fahrt im Heißluftballon gegen Abend, das ist genau das, was ich gerne wollte. Mal sehen ob das alles so klappt.

Grillabend mit Flammen und Sekt

Der Gasgrill auf dem Balkon war dann doch etwas zu groß um gemütlich noch zu Dritt dort sitzen zu können…also saßen wir drinnen, während der Grill draußen vor sich hin…ähmmm brannte….trotz Aluschale hatte sich das Fett entzündet. Es lag zum Glück nicht so viel drauf und wurde ruhig und zügig vom schwesterlichen Grillmeister zum Erlöschen gebracht (Gas abgedreht und Grillschale runter genommen), bevor der darüber gespannte Sonnenschirm Schaden nehmen konnte…der war extra aufgespannt um den Grill vor dem Regen zu schützen.

Witzigerweise hatte ich als kleines Geschenk eine Brandschutz-Decke mitgebracht….schon seit einiger Zeit hab ich mir eine für die Küche zugelegt und gleich noch eine mehr mitgenommen. Denn wer hat heute noch eine Pferdedecke zuhause…meistens sind die Decken heute aus einem Polyester-Irgendwas-Gemisch oder wie bei mir aus reiner Baumwolle…alles nicht wirklich geeignet.

Dieser kleine Zwischenfall brachte unsere entspannte Runde aber nicht aus dem Konzept und auch das Grillergebnis war tadellos….bis auf eine kleine Ecke des Bauchfleischs das mehr Kohle, als Fleisch war. das kleine Stück wanderte dann auch in den Müll.

Es gab selbstgebackenes Zwiebelbrot (nicht von mir, sondern meiner Schwester) mit selbstgemachter Knoblauch-Kräuterbutter (von mir), vom Grill: Backkartoffeln, Maiskolben, ganze Zwiebeln, Würstchen, Hähnchenbrust-Filet, Grillrippe und Bauchfleisch (das gesamte Fleisch hatte meine Schwester selber gewürzt und mariniert und das schmeckte man einfach…LECKER)….ach ja und Grillkäse: Camembert, der war allerdings etwas fad und trocken.

Und als wir dann alle satt und zufrieden waren, gab es am Abend noch einen schönen Spaziergang direkt bis zum Strand an der Flensburger Förde ….Das Wetter war inzwischen wieder beim Sonnenschein angekommen und das bei absoluter Windstille…

Anschließend saßen wir noch bis weit nach 1 Uhr Nachts auf dem Balkon um mit einem Glas Sekt auf die erste wirklich große Gehaltserhöhung meiner Schwester anzustoßen. Da die Erhöhung sich um ca. 1/3 des Gehalts bewegte, reichte ein Glas natürlich nicht und so wurden es mehrere.

Der Chef hat nach dem Drama des letzten Jahres endlich begriffen, das er sich um seine Pflegekräfte kümmern muss, wenn er den Pflegdienst nicht wegen Personalmangels schließen möchte….und das bedeutet auch, das langjährige examinierte Mitarbeiter eben eine entsprechende Entlohnung benötigen und es so auch für die neueren Mitarbeiter ein Anreiz ist, längerfristig dort zu bleiben.

Sooo und als wir dann beschlossen ins Bett zu gehen, standen da tatsächlich 3 leere Sektflaschen…und ich wollte es kaum glauben, das die tatsächlich leer waren…Zum Glück blieb dieser Ausflug in die verschiedenen Sektsorten auch am nächsten Tag ohne Kopfschmerzen.

Schwimmen, Regen und Dampf

Mit einem frisch gereinigten Auto ist es auf jeden Fall schöner eine längere Strecke zu fahren…durch meine vielen Spaziergänge, Walkingrunden oder Wanderausflüge mit den groben Wanderstiefeln, landet doch eine Menge Sand, Kies und Dreck im Auto.

Auf der Fahrt nach Flensburg, Samstagmorgen ,konnte ich, auch ohne Blick in den Kalender, feststellen das in NRW die Sommerferien begonnen hatten. Die meisten Autokennzeichen die mit mir noch weiter nach Norden wollten, stammten aus dem bevölkerungsreichstem Bundesland in dem ich groß geworden bin…viele KFZ-Kennzeichen sind mir daher vertraut oder zumindest geläufig. Es war voll auf der Autobahn, aber es floss ohne Stau und ich kam kurz vor dem verabredeten Zeitpunkt bei Schwester+Schwager an.

In den letzten Tagen hatten wir uns darauf verständigt, das wir beim ursprünglichen Plan bleiben und nicht zur Kieler Woche fahren. Wir werden am Abend auf dem Balkon grillen und zuvor geht es kurz vor die dänische Grenze zu einem großen Hotel, das einen Innenpool und einen riesigen Außenpool, sowie einige Saunen auch externen Gästen anbietet. Die Beiden waren vor der Pandemie oft dort und hatten noch Gutscheine….und mich dorthin eingeladen.

Das Wetter war super sonnig und windstill…wir schwammen also draußen und gegen Mittag hatten wir fast den gesamten Außen-Pool und auch die Saunen, für uns alleine. Und während meine Schwester und ich in den verschiedenen Saunen waren, hat mein Schwager die Zeit im Pool oder auf dem Liegestuhl verbracht.

Wir konnten also ziemlich ungestört unsere Bahnen ziehen….endlich mal wieder richtig schwimmen und das in einem nur leicht kalten Außenpool, bei Sonnenschein…ich fühlte mich wie im Urlaub.

An einen Sonnenschutz hatte ich jedoch nicht gedacht….meine Schwester ist fast immer für ALLE Gelegenheiten gerüstet.. so auch für diesen….aber letztlich hatten wir am Ende des Tages trotzdem einen leichten Sonnenbrand….bei mir war es nur zum Glück ganz leicht unterhalb meiner empfindlichen Augenpartie.

Im Laufe des frühen Nachmittags zogen sich immer mehr Wolken über uns zusammen und die Außentemperatur nahm schlagartig ab, so das ich das vorher als kalt empfundene Wasser, auf einmal als angenehm warm empfand……da war es, das eigentlich schon für den Vormittag angesagte Regenwetter…und während wir bereits wieder in den Umkleiden waren, prasselte der Regen runter.

Nur ein paar Meter weiter, an einem Stand gab es dann noch das unbedingt notwendige original dänische Hotdog…da hatte der Regen gerade wieder aufgehört und es entstand eine sehr surreale Atmosphäre.. Der auf den aufgeheizten Asphalt treffende Regen verdampfte und zwar nicht nur ein bisschen, sondern so richtig sichtbar…auf dem gesamten Gelände dampfe der Boden. Das sah gespenstisch aus.

Es war schön, wieder ausgiebig schwimmen und tauchen zu können….aber ich war dann auch platt, als wir später, schon wieder bei Sonnenschein, auf dem Balkon saßen….bei leckerem Eiskaffee….und ich brauchte mich um nichts zu kümmern…..

Spaziergang durch die Waschküche

Freitag war es warm und es wurde wärmer und wärmer….und als kurz nach 14 Uhr der leichte Regen in Hamburg begann, wurde es nicht besser – Zeit ins Wochenende zu gehen….obwohl der Schreibtisch noch gut gefüllt war, aber das kann auch bis Montag warten.

….und obwohl es leicht nieselte bin ich mit dem Auto in eine Waschstraße in der Nähe gefahren, die auch Innenraumreinigung anbieten….ich hab seit Monaten mein Auto nicht mehr gewaschen…mich jetzt aber selbst hinzustellen und das Auto von Innen zu putzen fand ich nicht verlockend….In dieser Firma wird für 35 EUR wird das Auto von Außen und Innen gereinigt und die machen das richtig gut, wovon 20 EUR auf die Innenreinigung entfallen. Samstag fahre ich übers Wochenende zu Schwester+Schwager…da wollte ich gerne ein sauberes Auto haben.

Mit dem sauberen Auto ging es dann durch den leichten Nieselregen nach Hause…dort regnete zwar noch nicht, aber die Luft wurde unangenehm schwül.

Als ich mich um kurz nach 20 Uhr zu einem langsamen Spaziergang entschloss find es auch gerade an zu töpfeln…es waren immer noch 25-26 Grad und mit jedem Schritt und jedem Atemzug schien es, als ob weniger Sauerstoff in meinen Lungen ankommt.

Auch dieser Regen brachte keine Erleichterung…keine Abkühlung, und das obwohl ich keine Jacke anhatte und der Regen auf Kopf und Arme tropfte….Die feuchte warme Luft brachte den Waschküchen-Effekt die Hitze des Tages kann durch den kälteren Regen nicht entweichen, alles vermischt sich zu einem unangenehmen feucht-warmen Brei der auf der Stelle verharrt…aber ich war trotzdem froh eine kleine Runde gelaufen zu sein, auch wenn ich anschließend am ganzen Körper mit Schweiß überzogen war.

Nachdem ich mich ausgiebig vom Schweiß befreit hatte, hab ich mir seit Wochen mal wieder ein Glas Wein gegönnt…zugunsten meines Blutdrucks und meinem allgemein Wohlbefinden hatte ich darauf verzichtet. Jetzt saß ich zufrieden auf der Couch und hab mein Wochenende eingeläutet.

Und bei Waschküche fällt mir noch ein: Ich hab dann auch mal ein Fazit gezogen für das feste Haar-Shampoo, feste Haarspülung und normale Körperseife, welche ich jetzt mehr als 1/2 Jahr benutze: Ich hatte Glück mit der Auswahl, meine Haare haben sich gut daran gewöhnt, sind schön glänzend und lassen sich gut kämmen…das Feste Shampoo schäumt gut und ist auch ideal, um mal eben die Haare am Waschbecken zu waschen…es verteilt sich gut, ist ergiebig und lässt sich leicht wieder ausspülen. Für Unterwegs (also Sport oder Reisen) hab ich jetzt eine große Seifendose, da liegen alle 3 Seifen gleichzeitig drin. Das nimmt auch weniger Platz weg, ist nicht so schwer….einzig, man muss sich merken welches Seifenstück für was ist und welche Sorte man gekauft hat (dafür hab ich am Anfang die Papp-Verpackung aufbewahrt hahaha). Also ich bleibe dabei und brauche keine Plastikflaschen mit Shampoo, Seife oder Haarspülung mehr zu kaufen. Das fühlt sich richtig an.

Latent aggressiver Unterton

Als in Schleswig-Holstein lebender und ich Hamburg arbeitender Mensch, wurde ich mal wieder darauf gestoßen, das alles unterhalb vom Norden und Osten einen weiteren Feiertag hatte….wir jedoch nicht.

Ich war sogar leicht irritiert, als mich der Rentner aus Hessen anschrieb ob ich einen Brückentag nehmen werde…Wann, wofür, welchen Feiertag gibt es denn noch?

Nein neidisch war ich nicht…gönne ALLEN ihre Feier- und Brückentage…ich hab genügend Terminarbeit zu erledigen und war ehrlichweise sogar ziemlich froh, das es am Freitag, auch ohne den Brückentag, extrem leer in unserem Büro war.

Was mich neben dem Hinweis auf den Brückentag aber noch mehr irritiert hat, ist der leicht gehetzte, genervte und angespannte „Ton“ in den Nachrichten des Rentners. Das ist sonst gar nicht seine Art und ich hab ihn darauf angesprochen….er meinte es wäre nichts, außer das seine Frau weiterhin Probleme mit ihrem Zahnersatz hat…und doch scheint da noch etwas anderes zu sein.

Gestern schrieb er mir um 12.32 Uhr das er in Whatsapp Bilder in seinen „Status“ gestellt hätte, wenn ich mir die denn anschauen wolle. Ich schaue so gut wie nie in den Status-Bereich…denke, wenn mir jemand etwas zeigen will, dann schreibt er mir einfach eine Nachricht und hängt die Bilder an. Also macht mich der Rentner immer darauf aufmerksam, wenn es etwas zu sehen gibt, weil von alleine würde ich es nicht mitbekommen. Aber während der Arbeitszeit schaue ich nur selten auf mein privates Smartphone.

Seine Nachricht hab ich erst am Abend gesehen und die Status-Bilder waren nicht mehr dort….als ich es ihm schrieb, hat er eine komische, in meinen Augen patzige Antwort gegeben…sehr irritierend. Auch seine Aussage er hätte den Status einen Tag zuvor um 12 Uhr reingestellt (nach 24 Stunden erlischt der Status wieder automatisch)..aber er hat mich erst am nächsten Tag um 12.32 Uhr informiert, also als die Bilder schon wieder weg waren…warum ärgert er sich dann, das ich „zu spät“ bin??? und noch ein paar schnippische Bemerkungen. Selbst wenn ich unmittelbar nach seinen Hinweis in den Status geschaut hätte, wären die Bilder nicht mehr da gewesen.

Das war jetzt nicht die ersten Nachricht mit so einem latent aggressiven Unterton…Aber vielleicht bin ich einfach nur zu empfindlich. Kenne mich andererseits aber gut genug, um solche Antworten schon vorzufiltern, aber selbst danach bleibt die Antwort immer noch unentspannt und patzig.

Habe beschlossen es achselzuckend zur Kenntnis und nicht nicht weiter persönlich zu nehmen. Am Montag haben wir eine Telefon-Verabredung….dann klären wir das.

Ich hab da so eine Ahnung. Die beiden Rentner wohnen in einem kleinen Dorf ca. 50km von Frankfurt entfernt. Terrasse und Garten des Reihenhäuschens sind in Blickrichtung auf viele weitläufige Felder….und auf dieser riesigen Fläche hat vor ein paar Wochen jetzt der Ausbau einer großen Wohnsiedlung mit Geschäftsgrundstücken für Supermärkte usw., begonnen. Schon vor 2 Jahren, als die Pläne bekannt wurden, wollten sie ihr Haus verkaufen und wegziehen…das hat aber nicht geklappt, weil sie nichts Neues gefunden haben, was preislich machbar gewesen wäre. Die Preise sind inzwischen so hoch, das der Erlös des Hauses nicht für ein anderes Haus oder eine große Wohnung gereicht hätte.

Also sind sie geblieben und nun haben sie tagtäglich den Krach einer riesigen Baustelle direkt vor der Terrasse. Der Rentner ist nervlich schon während der letzten Jahre im Büro nicht stabil gewesen, das hatte sich aber ziemlich gut entwickelt, seit er früh in Rente gehen konnte..

Ich vermute also das dies der Grund für sein angespanntes Verhalten ist….latent aggressiv…wahrscheinlich merkt er es selber nicht einmal.

Wieder auf dem Sattel

Es ist früher Morgen und ich sitze auf meinem Balkon und freue mich über die noch morgentliche Stille ….es sind angenehme 18 Grad…da nutze ich doch diese frühe Stunde für einen Kaffee draußen. Der Tag soll ja noch richtig warm werden.

Ich weiß gar nicht warum, aber inzwischen ist schon Mitte Juni und bisher hab ich mein Fahrrad in diesem Jahr noch gar nicht genutzt. schon vor Wochen hatte ich es aus dem Fahrradkeller geholt und in die Tiefgarage gebracht. Der Boden im Fahrradkeller wurde neu gemacht und alle Räder mussten für eine kurze Zeit weichen. Nun steht es also hinter meinem Auto und wartet darauf, das es endlich los geht….und es wartet und wartet und dann laufe ich doch wieder meine Walkingrunden und lasse das Rad außer Acht.

Gestern Abend nun hab ich die Luftpumpe und einen Lappen geschnappt…und nach ein paar Minuten war mein inzwischen schon fast 16jahre altes Trekking-Cross-Rad schon wieder einsatzbereit.

Der Standplatz in der Tiefgarage hat einen enormen Vorteil…ich kann sofort ohne Mühe losfahren und noch besser, ich darf das Rad sogar hochoffiziell da stehen lassen…das hat mir meine Vermieterin im Frühjahr erzählt. Die Eigentümer-Gemeinschaft hat nämlich festgelegt, was jeder auf seinem Autostellplatz neben dem Auto, noch da abstellen darf. Einige hatten angefangen Koffern und Getränkekisten und alles Mögliche dort zu lagern…Jetzt gibt es Regeln und ein Fahrrad ist erlaubt. Hab ich schon erwähnt, das ich echt gerne hier wohne? Aaach ist das schön, es gibt klare Regeln und die hängen nicht von den Launen eines einzelnen Drachen ab.

Also hab ich mich in den Sattel geschwungen und bin ein paar Kilometer gefahren….und sofort war es wieder da, dieses Gefühl von Freiheit, welches ich immer verspüre, wenn ich ohne Weg und Ziel, ohne Verpflichtung und Zeitdruck mit dem Rad unterwegs bin….unbändige Freude, wie ich sie ja auch beim Kajak-Fahren erlebe.

Diese Leichtigkeit der Bewegung wurde aber dann schon nach ein paar Kilometern durch meinen Hintern beeinträchtigt….ach ja, da war noch was…Meine Kehrseite muss sich erst wieder an den Sattel gewöhnen.

Aber mein Ziel für diesen Tag hatte ich schon erreicht: die Hemmschwelle zum Rad zu Greifen ist wieder weg – keine Ahnung warum die überhaupt da war.

Jetzt können die kleinen Radtouren wieder beginnen…und die Kombitouren: Rad ins Auto, ferneres Ziel ansteuern, Radtour machen und später wieder mit dem Auto zurück. Die Kombination mit dem 9EUR-Ticket für die Bahn hatte ich zuerst ins Auge gefasst…das würde aber nur gehen, wenn ich morgens früh zu einem Ziel mit der Bahn fahre und den Rückweg per Rad antrete…denn ich denke an den Wochenenden werden die Züge weiterhin überfüllt sein. Aber es ist schön, jetzt wieder mehr Möglichkeiten zu haben…auch wenn ich vielleicht nicht alle nutzen werde.

Ich bin auf jeden Fall wieder auf dem Sattel.

Methodische Fehlersuche….und doch schwierig

Endlich ist Wochenende…aber auch: HUUUCH – schon wieder ist Wochenende.

Eigentlich kam ich heute ganz gut voran….bis ich auf die Idee kam, mich endlich mal um eine Differenz zu kümmern, die ich seit ein paar Wochen in den Verrechnungskonten habe…ist nichts Wildes…ein kleiner Betrag…um nicht zu sagen es waren 0,23 EUR.

Aber Differenz ist Differenz und die muss beseitigt werden. Beteiligt waren 3 Firmen mit insgesamt 6 Personenkonten und 2 Monatsabrechnungen. Alles wird kreuz und quer berechnet, summiert und gegengerechnet und dann per Bank ausgeglichen. Das ist nichts Außergewöhnliches und läuft in der Regel reibungslos. Allerdings nur so lange, wie alle Beteiligten auch dasselbe Buchen.

Aber im Mai hatte ich wohl meinen „Verstand verschlampt“ (ein lustiges Zitat aus dem Musical „Wicked“) und während meiner Grippe -Phase ziemlichen Murks fabriziert.

Schön wäre es ja gewesen, wenn ich ein und dieselbe Differenz mit gegensätzlichen Vorzeichen in verschiedenen Firmen wiederfinde…dann einmal per Bank ausgleichen und gut ist.

Aber nein, wenn ich etwas verkehrt mache, dann aber richtig…und so hab ich den gesamten Vormittag damit zugebracht die Zahlen zu checken, die Berechnungen, die Verbuchungen, das gegenseitige Aufrechnen und letztlich die Überweisungen und konnte nacheinander 3 Fehler ausfindig machen…also so kleine versteckte, die erst einmal gar nicht auffallen…summiert kamen da 0,23 EUR raus….und damit hatte ich es – Heureka….aber warum geht es am Ende dann doch nicht auf 0,00 EUR auf, sondern es bleibt die doppelte Differenz.

Also steckte in einer der 3 beteiligten Firmen auch noch ein 4.Fehler Grummel….irgendwann hab ich es dann gesehen: eine seitenverkehrte Buchung in dem Monat, der eigentlich gar nichts damit zu tun hatte, aber jetzt mit dem Ausgleich auch gleich die Differenz zusätzlich mit ausgleichen sollte. Das war ein ganz typischer Anfänger-Fehler bei der Fehlersuche.

Es ist ja nicht so, als ob ich diese Methoden nicht schon seit Jahren Auszubildenden und Neuzugängen in der Buchhaltung wieder und wieder erklärt habe: Bevor ihr mit der Fehlersuche beginnt: kontrolliert ALLE vorhandenen Daten…macht eine Extra Excel-Datei oder nehmt ein Blatt Papier und beginnt ganz von vorne….Methodisches Nachvollziehen ALLER Buchungen…nicht irgendwo mittendrin anfangen…in diesem Fall eben auch alle anderen Offenen Posten anschauen.

Wenn Kollegen mich früher um Hilfe beim Suchen baten, waren die immer wieder empört, wenn ich alles noch einmal von Anfang an kontrollierte, weil sie das ja schon getan hatten….und ich musste mich erklären, das ich eben IMMER ganz von Vorne anfange…und jetzt war ich selber in die Falle getappt.

Wichtig ist nur die Erkenntnis:

  1. die Fehler habe ich alle gefunden und korrigiert
  2. mein Verstand funktioniert zwar schon wieder ganz passabel…aber es fehlt noch ein gutes Stück zur Normalität
  3. Ich bin es überhaupt nicht gewohnt so viele Fehler zu fabrizieren und es nagt an mir

Zähhhhhhhhh

Beruflich läuft es etwas zäh…und selbst die gelassenen Kollegen aus der Zentrale sind nicht mehr so „hygge“. Nachrichten werden neuerdings öfter nicht einmal mehr mit Anrede oder Grußformel am Schluss versendet, Smileys viel seltener genutzt….ausgetauscht wird nur noch der notwendige Inhalt…das Menschliche lässt rapide nach.

Ich habe Antennen für diese Art von Veränderungen im Verhalten von Menschen und mache mir so meine Gedanken. Z.B. wenn mein Chef mir um 23.29 Uhr eine Mail geschrieben hat und ich sehe das er um 7.04 Uhr schon wieder online ist und auf meine Antwort sofort reagiert….verschiedene Kollegen fast erschrocken Fragen zur Klärung von Sachfragen abblocken, weil sie keine Zeit mehr haben und eine Kollegin im technischen Bereich ihre Fragen und ihren Frust bei mir abläd und vorwurfsvoll meint: DU bist doch der Controller.

Ja – das in ich…Controller und kein Hellseher. Ich kümmere mich um das buchhalterische Zahlenwerk für das Projekt – aber an der Planung 2011, wo auf einem Grundstück nun die Zuwegung zu unserer Anlage genau liegt und wer welche Pflichten übernimmt, war ich nun wirklich nicht beteiligt und diese Information brauche ich auch für meine Arbeit nicht……ich hab dann mal den Kontakt zum damaligen Projekt-Manager empfohlen, ihr dann aber doch beim Suchen in der Datenbank geholfen.

Jetzt beginnen die 1/2 Jahres-Abschlüsse und für die Zentrale bedeutet es sogar: Jahresabschluss…die heiße Phase beginnt…und überall tauchen neue Probleme auf….ist eines gelöst, kommen zwei neue hinzu.

Dabei hab ich Glück, das ich bereits vorher einen kleinen Zeitpuffer herausarbeiten konnte…aber wenn das so weiter geht, ist dieser verbraucht, bevor ich auch nur in die Nähe meiner Abgabetermine komme…

Okay: Challenge accepted …. na klar schaffe ich das trotzdem..

Eine von 16 Millionen

…auch ich habe das 9EUR-Ticket für den Juni gekauft und bin damit eine von 16 Millionen Menschen in Deutschland.

Ob das Ticket auch alle nutzen, weiß ich nicht…ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen es zumindest für die 3 Tage in der Woche für die Fahrt zur Arbeit zu nutzen…denn die Anbindung mit der AKN von Quickborn nach Hamburg-Bahrenfeld ist ziemlich gut. Mein bevorzugtes Transportmittel ist das Auto.

Während der ersten 1,5 Jahre mit der Pandemie wollte ich partout nicht mit den Öffentlichen fahren…hab es von Pinneberg aus ein paar Mal machen müssen, als mein vorheriges Auto mehrfach zur Reparatur war…das war ganz okay, aber es hat mich nicht ganz überzeugt.

Nun also von Quickborn aus…ich brauche nur 5-6 Minuten zufuss von meiner Wohnung bis zur Bahn….fahre dann 8 Stationen mit der AKN, muss dann 1-2 Minuten am Gleis warten, um dann in die S-Bahn zu steigen…und nach wenigen Stationen Fahrt, laufe ich dann noch mal knappe 15 Minuten bis zum Büro. Reine Fahrzeit der Bahn 35 Minuten. Das ist wirklich eine sehr gute Anbindung und für den Moment fühlt es sich auch richtig gut an.

Die Bahn morgens früh ist erst ziemlich leer und war bisher in Hamburg zwar voll, aber nicht überfüllt….am Nachmittag dagegen ist es schon ziemlich voll…aber noch so, das jeder einen Sitzplatz bekommt, wenn gewünscht…aber dann ist an Abstand überhaupt nicht zu denken…aber es geht und ist auch auszuhalten.

Wieder mit so vielen Menschen in engerem Kontakt zu sein, ist jetzt nicht mein erklärtes Vergnügen, aber noch geht es…und durch die Masken die 99% aller Mitreisenden auch ordentlich tragen, wird es mir auch nicht zu unangenehm. Die Meisten verhalten sich ruhig, Lesen ein Buch oder schauen gebannt auf das Smartphone.

Aber ob ich das auf Dauer machen werde, weiß ich noch nicht…immerhin verbinde ich mit der Heimfahrt am Nachmittag auch noch den Besuch im Fitnessstudio, mache den Einkauf, fahre noch an das Elbufer oder in den Wald…..Dinge für die ich jetzt erst nach Hause muss, um erst einmal das Auto zu holen.

Aber die Bahnfahrt bringt tatsächlich auch wieder eine etwas straffere Führung in meinen Alltag…nix da mit: aaaach ich lese noch ein paar Minuten im Bett oder ich räume noch die Spülmaschine aus….jetzt heißt es: nach dem Wecker klingeln bleiben maximal 10 Minuten um wach zu werden…und dann gilt es einen straffen Ablaufplan einzuhalten, damit ich pünktlich um kurz nach 6 Uhr am Bahnsteig stehe. Jawohl – und bisher hab ich es an allen Tagen geschafft…hab bisher noch keine Bahn verpasst.

Ich finde es sogar lustig, das ich es so unkompliziert schaffe, mich wieder an einen straffen Zeitplan zu halten, hatte ich es in den letzten Monaten ja durchaus mal etwas schleifen lassen mit dem Aufstehen und ins Büro fahren…..ist doch egal ob ich um 7.00 Uhr oder 7:30 Uhr im Büro bin…die meisten Kollegen kommen erst gegen 9 Uhr.

Die Bahn wartet aber nicht auf mich…auch wenn ich dann einfach die nächste nehmen könnte….aber nein…..das fange ich gar nicht erst an. Und ja – es hat sogar etwas Beruhigendes, das ich mir um Verkehr und Parkplatz keine Gedanken machen muss.

Dafür rückt etwas anderes in den Vordergrund: das WETTER und damit verbunden auch die Kleidung. Und hier zeigen sich die Tücken des Bahnfahrens, die mich schon früher haben verzweifeln lassen.

Wenn es Morgens um 6 Uhr nur 11 Grad sind, dann brauche ich also eine Jacke die mich warm hält, denn auf den Bahnsteigen ist es immer zugig und Laufen muss ich ja auch noch vor und nach der Fahrt . Also ist es egal wenn für nachmittags 22 Grad und Sonne angesagt sind….ich brauche morgens eine wärmende Jacke…die ich dann am Nachmittag bei der Wärme nicht anziehe und trotzdem wieder mit nach Hause nehmen muss.

Und ich brauche Schuhe in denen ich einigermaßen gut Laufen kann, das sind dann aber nicht die, die ich normalerweise zu den Klamotten tragen würde, wenn es warm wird….aber auch noch Wechsel-Schuhe mitnehmen…neeee, das ist mir zu viel Geschleppe. Laptop + Unterlagen + Kaffeebecher+ Frühstück/Mittagessen und sonst noch Kram müssen ja eh schon mit. Okay bei 3 Tagen Büro am Stück, kann ich den PC im Büro lassen, dann muss er nur Mittwochs und Freitags mitgeschleppt werden.

Also alles hat Vor-und Nachteile….für den Juni finde ich das ganz okay…vor allem der Preis ist unschlagbar…Aber sobald das Wetter noch heißer wird oder aber regnerisch, werde ich wieder zum Auto zurückkehren….ich bin und bleibe einfach ein Autofahrer….