Arzt-Desaster

Ich hatte vor 2 Wochen eine ganze Woche Zwangspause mit heftigen Rückenschmerzen oberhalb vom Steißbein, konnte nicht wirklich sitzen, mich kaum Bewegen.

Bei meinem bisherigen Arzt in Pinneberg hab ich in der Praxis vor dem Arzt gestanden und er hat aus 3m Entfernung seine „Diagnose“ gestellt und mich mit Krankschreibung und der Empfehlung Schmerzmittel zu nehmen und ansonsten RUHE zu halten, wieder nach Hause geschickt.

Seine Meinung: Weniger ist mehr: nein Wärme ist Blödsinn, bloss keinen Sport, nein auch nicht Dehnen…ahaha- im Endeffekt konnte ich mich anschließend 2 Tage fast gar nicht mehr bewegen, weil sich die Muskulatur noch mehr verkrampft hatte…na danke auch. Ich hatte dann selbständig angefangen mich ganz vorsichtig zu dehnen und ohne meine Moorkompressen hätte ich den Schmerz nicht wirklich aushalten können….bis ich dann diesen Donnerstag beim neuen Arzt hier in Quickborn vorstellig werden konnte.

Endlich hatte ich es geschafft den Hausarzt zu wechseln. Seit Corona war hier im Ort überall Aufnahmestopp. Aber jetzt ging es. Nun sind die Schmerzen seit ein paar Tagen fast weg. Der neue Arzt ist super.

Ein Allgemein-Mediziner und auch Kardiologe (!!) der zuhört, erklärt und mich sogar untersucht hat…jawohl. Und vor allem meine Herzgeschichten haben ihn auch interessiert. Nach seiner Untersuchung meinte er: Die Wirbelsäule ist in Ordnung, die Bandscheiben sind okay…es ist eine Verkrampfung der Muskulatur: nichts schlimmes – nur schmerzhaft. Bewegen, Dehnen, stärkere Schmerzmittel die er mir verschrieben hat (anstelle des Rezeptfreien Medikaments das mir der bisherige Hausarzt empfohlen hat) und gerne Wärme drauflegen, um die Muskulatur zu entkrampfen.

Kaum war ich nach der Untersuchung im Auto, musste ich mal wieder eine Runde heulen…vor Erleichterung endlich einen vernünftigen Hausarzt zu haben…nach 5 Jahren mit dem Bisherigen der mich ja immer nur ausgelacht hat und alles was ich sagte in Zweifel zog…achja und der nie auch nur einen Hauch von Interesse an meinen kardiologischen Befunden gezeigt hatte….dem war ich eigentlich nur lästig.

Software-Logik und das Wochenende

Die Software mit der man arbeitet, ist immer nur so gut, wie der Mensch der davor sitzt.

Obwohl – das gilt heute ja oft nicht mehr. Denn in den meisten Programme werden Regeln/Prüfroutinen einbaut, die verhindern, das man bei ganz bestimmten (Falsch-) Eingabe-Konstellationen mit den falschen Daten weiter arbeitet…das nennt man i.d.R.: benutzerfreundlich.

Buchhaltungsprogramme haben i.d.R. dutzende Regeln verankert..denn unsere Arbeit unterliegt extrem vielen Regeln und man kann sonst sehr schnell viel falsch machen. Und wenn solche Programme alle gängigen Regelungen abbilden können, dann kann so eine Software auch zertifiziert werden…d.h. der Hersteller der Software lässt sich von einem unabhängigen Zertifizierer bestätigen, das seine Software z.B. alle deutschen Rechnungslegungsvorschriften berücksichtigt – es gilt als Qualitätsmerkmal.

Ich musste heute feststellen, was immer unser Buchhaltungsprogramm (ein amerikanisches Produkt) auch sonst noch kann, es hat keinerlei Prüfroutinen, um den Nutzer vor etwaigen Fehlern zu warnen oder gar zu schützen. Ich habe am heutigen Sonntag sage und schreibe 2,5 Stunden damit zugebracht, herauszufinden, wie ich damit meinen Quartalsabschluss vorbereiten und überprüfen kann…und bin dabei auf einige Merkwürdigkeiten gestoßen.

Hier ein Beispiel: Eine der Regeln in Deutschland laut:

  • Umsatzsteuer kann nur auf Aufwands- und Erlöskonten berechnet bzw. gezogen werden, Ausnahmen sind noch Anlagekonten und evtl. direkte Buchungen über Bestandskonten je nachdem, nach welchem Prinzip in die Vorräte gebucht wird.

Ich hatte also einen Beleg erzeugt: Verbindlichkeiten (Soll) an Aufwandskonto mit Vorsteuer (Haben) um eine Buchung zurück zu drehen und habe mich anschließend bei der Abstimmung gewundert, warum die Verbindlichkeiten und das Aufwandskonto falsche Zahlen aufwiesen, bis ich es kapiert habe.

Die allgemein gültige Regel für Buchungen lautet: wir buchen Soll an Haben. Mit einem modernen System kann man diese Regeln auch anders herum eingeben, also Haben an Soll, muss dann aber das Vorzeichen entsprechend anpassen…aber ich liebe nun mal diese ganz klassische Buchungsweise…mein altes Programm aus 2009 hatte dafür sogar extra Spalten um die Umsatzsteuer auf den Habenseiten zu berechnen.

Nicht jedoch das Neue Programm. Das hat mal ganz locker von der Buchung aus dem Verbindlichkeitenkonto 19% Vorsteuer rausgerechnet und mir dafür auf dem Aufwandskonto den Bruttobetrag gebucht…also genau verkehrt herum.

Mit anderen Worten die Regel lautet hier nicht mehr: Soll an Haben sondern :

Buche unbedingt das Konto von dem Umsatzsteuer/Vorsteuer gezogen wird, auf der Sollseite und passe dann lieber das Vorzeichen entsprechend an, sonst hast du falsche Werte auf den Konten.

Warum gibt da hierfür keine Sperre im System…ich kenne KEINEN Vorgang bei dem aus einer Verbindlichkeit die Vorsteuer abgezogen wird…wie gesagt, das geht nur bei Aufwandskonten. Seufz. Nun gut, inzwischen habe ich auch gelernt, wie man Buchungen storniert…grummel…aber schön ist das alles nicht.

Lustigerweise gibt es auch Niemanden, der uns die Buchungslogik unseres Systems erklären kann…also: „Learning by doing“ durch „Trial and Error“.

Zum Glück habe ich mir eine kleine Firma zum „Üben“ genommen…und als ich dann noch die neue Software für den Upload in den Konzernabschluss testen wollte, habe ich gemerkt, die Daten aktualisieren sich nicht so regelmässig….hahahah – von wegen jede 1/2 Stunde – am Wochenende passiert da gar nichts – dann eben nicht.

Dann mache ich jetzt Mittag und laufe noch eine Walkingrunde…jetzt wo ich mich wieder bewegen kann…

Besuch im Büro

Mittwochmorgen um 6.45 Uhr …ich war zu dem Zeitpunkt bereits seit fast 30 Minuten im Büro, bekam ich über unseren internen Chat eine Nachricht von unserer Finanzchefin aus der Zentrale (meine Interims-Chefin), ob ich bereits im Büro bin…. Ja prima – sie frühstückt gerade im Hotel und wäre dann in ein paar Minuten da.

Ja super – also ich war extra früh gekommen, damit ich noch in Ruhe einiges fertig bekomme, bevor sie bei uns ankommt. Das war ihr ersten Besuch bei uns am Standort Hamburg. Ich hab ihr also unsere Büros gezeigt, immerhin bekommen wir ja bald einen eigenen Teamleiter für Hamburg und es ging um die Frage WO der denn wohl platziert werden könnte. Langsam wird es ja voll auf allen Etagen.

Einen Chef der ständig in Online-Meetings ist und dauernd telefoniert : also das geht so gar nicht für mich…obwohl ja bei mir ein Platz frei ist. Ich hatte schon beim letzten Besuch in der Zentrale gesagt, das ich so nicht arbeiten könne…und die Chefin hat es sich gemerkt und gefragt: mit wem ich denn zusammen sitzen möchte, wenn ich die Wahl hätte: eindeutig Katrin.

Na schauen wir mal, wie es letztendlich gelöst wird.

Aus dem ruhigen Arbeiten wurde erst einmal nichts bei mir. Wir haben uns fast eine Stunde lang unterhalten: über die aktuelle Situation im Büro (ohne GF) und im Team (ohne Teamleiter – den wir ja noch nie hatten), über die Sitzplatz-Situation auf unserer Etage und die extrem schlechte Akustik und den Hall in unseren Büros, über die Migration auf das neue System und die Probleme damit, über meine geänderten Firmen und über meine Gesundheit. Es war ein sachliches und gutes Gespräch…sie hört zumindest zu. Lösungen hat sie aktuell keine.

Das mit der schlechten Akustik hatte ich schon immer bemängelt, aber es hat kaum Jemanden interessiert…nun endlich ist da mal eine Führungskraft, die es ebenso bemerkt und bemängelt wie ich…und später hab ich erfahren, es sollen nun bald wenigstens für alle Räume noch Schallschutz-Segel an den Decken angebracht werden…das ist immer ja schon mal etwas. Nur wenige Büros sind damit bisher ausgestattet worden.

Später hat sich die Chefin dann noch mit den anderen Beiden aus unserem Team unterhalten und Mittags hatte sie uns auswärts zum Essen eingeladen. Dabei haben wir auch erfahren, das es so langsam in die Endrunde bei den Bewerbungen um den Teamleiter-Posten geht. Bin mal gespannt wen wir da bekommen werden.

Da bei uns ja alles auf English läuft und die Finanzchefin auch kein Deutsch spricht, war schon mal klar…was immer der zukünftige Teamleiter kann oder nicht kann…Englisch wird er in jedem Fall können…denn sie war bei jedem Bewerbungsgespräch federführend dabei.

Für Karin und der Controller haben auch einen Erfolg gehabt: sie bekommen eine Aushilfe über die Zeitarbeit, die bei der Umstellung und Aufarbeitung der Reisekosten hilft. Der Teil der Umstellung war ein kompletter Reinfall. Gereist wird gerade in der Projektentwicklung ja sehr viel, dementprechend stapeln sich die Abrechnungen…und das Externe Reisekostensystem ist extrem kompliziert und saumässig an die neue Software angeschlossen. Ab jetzt muss noch viiiel mehr manuell nachgearbeitet werden….hahaha sage noch einer unser Beruf würde demnächst von der KI übernommen…keine Chance – nicht bei solchen miserablen Softwarelösungen.

Wenn sich gute Tage schlecht anfühlen

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs !!)

Man sollte doch eigentlich meinen, das nach mehr als 2 Monaten mit dem neuen System, so etwas wie Normalität in meine Arbeitstage kommen – also ansatzweise kann man es erahnen, wie diese Normalität aussehen könnte, wenn denn mal alles laufen würde – Das tut es aber leider noch nicht.

Aber wir machen Fortschritte….kleine Schritte zwar – aber immerhin. An manchen Tagen brauche ich nicht mal die IT oder unser Change-Team….Meistens dann, wenn ich die Probleme mal für EINEN Tag einfach ignoriere hahaha.

Ich schaffe es immer wieder mich an den kleinen Fortschritten zu erfreuen…habe aber auch noch andere Baustellen im Tagesgeschäft, die gerade größer werden…da sind z.B. die beiden neuen Firmen, die ich übernommen habe und so langsam merke ich, warum es den dänischen Kollegen so wichtig war, das diese von Deutschland aus betreut werden.

Na danke liebe Kollegen, jetzt darf ich mich mit einigen Landeigentümern auseinandersetzen, die seit 2 Jahren darauf warten, das sie ordentliche Abrechnungen und entsprechende Nachweise erhalten. Das darf ich jetzt natürlich rückwirkend erledigen. Die Kollegen hatten sich hinter der Sprachbarriere verschanzt, haben die Gelder ausbezahlt und sich ansonsten quasi tot gestellt.

Mit einem der Landeigentümer hatte ich gestern ein erstes Telefonat und ich habe ihn gebeten noch ein wenig Geduld zu haben, denn in die Aufschlüsselungen der alten Jahre muss ich mich erst einmal selber reinfuchsen…aber dafür fehlt mir jetzt einfach die Zeit.

Ich habe es aber hinbekommen die Abrechnungen für das letzte Jahr fertig zu stellen, so das ich wenigstens schon mal die offenen Beträge auszahlen kann – die Abrechnungen sind raus (das Formular war so unmöglich dargestellt, das musste ich komplett neu aufbauen. Die Nachweise werde ich später nachliefern. So wie ich die Daten überflogen habe, wird es schwierig werden…hoffentlich stimmen wenigstens die errechneten Zahlen, auf die muss ich mich nun erst einmal verlassen.

Und so sind meine Tage mal gut und mal schlecht…mal geht es aufwärts, dann wieder rapide abwärts…die reinste Achterbahn.

Und dann gibt es eben diese Tage, die doch eigentlich gut waren, sich aber so gar nicht danach anfühlen, weil ich am Ende des Tages zwar einige Aufgaben/Probleme lösen und abarbeiten konnte, dafür aber mehr Neue hinzugekommen sind….

Aber auch diese Aufgaben werde ich lösen…eine nach der Anderen…und irgendwann kommen auch wieder besser Zeiten…

Kurz vorm Durchdrehen

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs)

Ich habe tatsächlich letzte Woche von Donnerstagmittag bis Sonntagabend nicht gearbeitet…ja das tat gut….auch wenn ich genau wusste: das wird mich wieder einholen…die Arbeit macht sich ja nicht von alleine.

Und genau so war es auch: von Montag bis Mittwoch war ich im Homeoffice und habe einen Abschluss nach dem nächsten durch das alte System gejagt….sooooo nun sind 25 von 27 Gesellschaften bei den Wirtschaftsprüfern…für einen Moment konnte ich durchschnaufen, bevor ich dann nach und nach die Rückmeldungen mit Fragen und mit den Abschlussberichten bekommen werde und dann auch noch die aller letzten Umbuchen im Altsystem machen muss, um das Jahr endgültig abzuschließen.

Ich dachte, das mit den Rückmeldungen dauert noch eine Weile, denn auch unsere Wirtschaftsprüfer ächzen unter der Last der vielen Gesellschaften…aber Pustekuchen…bereits bis Ende meiner Arbeitswoche am Donnerstag (Freitag hatte ich schon den nächsten Urlaubstag) hatte ich schon 5 Rückmeldungen bekommen…seufz.

Dabei wollte ich mich endlich auf die Migrationsdaten konzentrieren, die ersten Kontrollen hatten gezeigt, das da noch einiges nicht stimmt…aber wie immer, gab es Schwierigkeiten beim Anpassen…ich hatte also ein kleines Meeting mit unserer Kollegin aus dem Change Team, um die offenen Fragen zu klären…und bei der Suche im neuen System, nach einer Lösung für diese Schwierigkeiten, bin ich tatsächlich auf die Lösung für ein anderes Problem gestoßen.

Das war so absurd, das ich ausgerechnet in dem Programmteil die Lösung gefunden habe…wo ich es nie vermutet hätte. Auf meine Frage schon vor Wochen, ob man bei gebuchten Posten evtl. den Buchungstext ändern kann, hieß es von der Herstellerfirma und auch von unserem Change-Team immer …man wisse gar nicht, ab das gehen würde. Dabei ist ein Buchungstext kein „sensibles Feld“. Soll heißen es dürfte kein Problem sein, den Text zu ändern…solange man alles andere nicht ändern kann.

Ich wollte mich zwar nicht damit zufrieden geben, wusste aber auch nicht, wo ich das suchen sollte und bin durch Zufall darauf gestoßen. In einem Untermenü eines Untermenü-Punktes stand dann auf einmal „Change Text Voucher“. Nanu- genau so etwas suche ich doch. Ich hab den Programmpunkt aufgerufen, hab ein bisschen herumexperimentiert und juuup: ist zwar nicht wirklich logisch, funktioniert aber – und jede Änderung wird protokolliert, aber darin sehe ich kein Problem, ganz im Gegenteil.

Sooo also hab ich schnell eine Kurzanleitung geschrieben und meinen beiden Kollegen zur Verfügung gestellt.

Ich überlege allerdings noch, ob ich es dem Change-Team überhaupt mitteile…nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus der Erkenntnis vieler Jahre hinaus, das manches war (systemseitig) möglich, aber (intern) nicht wirklich gewollt ist…evtl. sollten wir die Funktion gar nicht finden und wenn ich das jetzt herausposaune, könnte es passieren, das dieser Programmpunkt für uns gesperrt wird – hahaha – hab ich alles schon erlebt.

Manchmal ist es besser, einfach das Wissen nicht hinauszuposaunen. Mal sehen ob die Kollegin aus dem Change-Team das Thema noch einmal aufgreift, bisher haben meine mehrmaligen Nachfragen zu keiner Lösung geführt…deshalb bin ich jetzt skeptisch.

Donnerstag war ich im Büro und das war seit längerem mal wieder ein Tag in dem ich durchzudrehen drohte Es prasselte so viel auf mich ein, das ich minutenlang vor dem Computer saß und nicht wusste, was MACHE ich jetzt als NÄCHSTES…vor allem für die beiden neuen Gesellschaften, die ich übernommen habe, gab es viel Anfragen von allen möglichen Kollegen, dazu viele allgemeine Meetings, wo man merkt, die anderen Abteilungen haben gerade so gar keinen Stress…und ich wurde nervöser und nervöser, habe mich, wie ein Terrier, in einige Aufgaben verbissen die aber zu Fehlern im System führten und kam in einen negativen Strudel aus Sorgen und Verzweiflung, weil einfach nichts funktionieren wollte.

STOP und tief durch atmen…so geht das nicht. Ich habe mich dann selber aus der Schusslinie genommen, hab mir kleine Auszeiten genommen…mit Kollegen gequatscht, länger Mittagspause gemacht….hab ein paar einfache Nebensächlichkeiten abgearbeitet, bevor ich mich dann wieder an die eiligen und wichtigen Sachen gemacht habe. Da ist zwar auch nicht wirklich logisch, aber ich brauchte das…dann müssen die Anderen eben warten…muss ich ja auch oft genug. Mehr als arbeiten geht nicht.

kleine Veränderungen

Letzten Sonntag war ich dann wieder einmal früh morgens im Himmelmoor unterwegs…allerdings nicht ganz sooo früh…es schon nach 7 Uhr. Dafür waren -6 Grad, kaum Wind und kein Regen.

Der Moorsee und die Moorbecken warenteilweise zugefroren…das sah sehr schön aus…und ich bin wie immer meine Runde gegangen

Was mir allerdings negativ aufgefallen ist…der sonst als Nebenweg ausgeschilderte Weg, direkt neben den Moorbecken, ist nur noch auf einem kleinen Stück begehbar…der größte Teil wurde dauerhaft für den Durchgang geschlossen.

Seit das Himmelmoor 2022 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde, gab es so nach und nach kleine Änderungen., das jetzt ist für mich nicht so schön….ja klar bin ich für Naturschutz….keine Frage…trotzdem finde ich es sehr schade, das ausgerechnet dieser Weg gesperrt wurde.

Der Weg tat meinem Fuß immer gut und meiner Seele sowieso…ich gehe nun mal nicht gerne dort, wo alle Anderen gehen, halte mich gerne abseits der Hauptpfade…nun gehe ich auf dem geschotterten Hauptweg und kann den Menschen an der Stelle nicht mehr ausweichen. Na klar halte ich mich an die Regeln…ich kann ja auch andere Wege abseits der Moorbecken nehmen.

Bei mir ist es nur, das ich eben gerne meine gewohnten Wege gehe…seit der Corona-Pandemie und meinem Umzug in diesen Ort hier, hat sich mein Aktions-Radius auf einige liebgewonnene Strecken reduziert…ich fahre nicht mehr für jede Walking-Runde irgendwo hin…bleibe gerne im Nahbereich…und brauche für mein Wohlbefinden, eben diese liebgewonnenen Strecken. Das gibt mir Ruhe und ist auch eine Form von Sicherheit für mich.

Weihnachtsgans im Februar

Ich war froh, das ich die Nacht dann doch zuhause geschlafen habe…so hatte ich den Samstagvormittag noch Zeit für mich, bevor ich mich dann wieder ins Auto setzen musste…Auf ging es wieder mal nach Flensburg.

Wir hatten uns auf diesen Termin geeinigt, um dann endlich das Weihnachtsessen nach zu holen. Meine Schwester war ja über Weihnachten in der Reha und so blieb die Gans im Gefrierschrank und jetzt endlich sollte es dieses Festmahl geben.

Wie immer beim Weihnachts-Essen waren wir zu Viert, denn natürlich durfte auch deren bester Freund nicht fehlen…und so war es wie immer: eine super leckere knusprige Gans mit Rotkohl und Klößen, später Eis zum Nachtisch, viel Unterhaltung und viel Gelächter.

Ich fand es mega lecker…meine Schwester war nicht ganz zufrieden. Sie war eher ein Nervenbündel…das was ihr sonst so leicht und locker von der Hand geht, war nun eine anstrengende Hürde für sie…das war neu und hat mich erschreckt. Hmmm – das müssen wir im Auge behalten.

Später hat sie sich auch entspannen können, als sie merkte das es uns Allen richtig gut schmeckt…und wir hatten einen schönen Nachmittag mit dem obligatorischen Spaziergang runter zur Solitüde, am Strand entlang und im großen Bogen zurück zu den Beiden nach Hause.

So war es dann noch lustig und schön…am Abend ging es dann wieder auf die Autobahn bis nach Quickborn. Das war jetzt aber auch genug Fahrerei in den letzten Tagen.

Endlich mal GUTE Nachrichten

Nach nunmehr 5 Monaten bekam mein Schwager nur endlich das Schreiben von der Rentenversicherung. Solange hatten die sich Zeit gelassen, um über den Widerspruch zu entscheiden, nachdem sie die Umschulung zum Busfahrer abgelehnt hatten.

Den Widerspruch hatte ich für die Beiden ausführlich ausformuliert, mein Schwager hatte es per Einschreiben weg geschickt und dann passierte, genau : nichts…mein Schwager blieb arbeitslos und ihm wurde auch geraten nicht einfach irgendeinen Job anzunehmen, da sonst die Rentenversicherung der Meinung sein könnte, er bräuchte diese Umschulung ja gar nicht.

Nun…aber die Zeit wurde jetzt knapp und immer knapper. Sein Arbeitslosengeld endet jetzt Mitte März und wir hatten schon überlegt wie es ohne weiter gehen soll. Erste Maßnahme: meine Schwester hat beantragt, das mein Schwager über sie krankenversichert sein wird…ganz wichtig.

Dann haben sie versucht einen Antrag auf Bürgergeld zu stellen, das ging aber nicht…dafür bekommt meine Schwester dann doch etwas zu viel (die bekommt, ebenfalls von der Rentenversicherung, Wiedereingliederungeld, weil sie momentan ja nach Hamburger Modell nur 3 Stunden täglich arbeitet und das wird wohl auch eine Weile so bleiben). Aber sie haben wohl Anspruch auf Wohngeld oder besser gesagt auf einen Zuschuss zu den Nebenkosten. Beide haben schon ihre Finanzen durch geschaut, wo sie noch sparen können und ich habe angeboten meine monatliche Unterstützung wieder aufleben zu lassen und etwas zu erhöhen.

Und jetzt endlich kam der Bescheid im besten Beamtendeutsch, das sie seine Möglichkeit einen Job als Berufskraftfahrer zu bekommen, neu bewerten und „dem erhobenen Widerspruch wird daher abgeholfen“ in dem der Ablehnungsbescheid aufgehoben wird. Meinem Schwager stehen damit „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ zu.

Mit anderen Worten es wird sich jetzt Jemand mit ihm in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, ob es jetzt tastsächlich die Umschulung sein wird und wenn ja wie das Aussehen kann. Zum Schluss hat sich die Rentenversicherung noch für die lange Bearbeitungszeit entschuldigt.

JAAA – also das ist doch mal eine gute Nachricht und bedeutet endlich wieder eine Perspektive für meinen Schwager und vor allem auch eine seelische Erleichterung für uns alle Drei…wir sind eben die „Kernfamilie“ und ich hänge ja auch finanziell mit dran. Kann die Beiden ja nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.

doch vorzeitig abgereist

Am 2. Urlaubstag fühlte ich mich dann nicht entspannt und auch nicht wirklich froh….das änderte sich dann mit meinem Massage-Termin…obwohl es sich erst gar nicht so anfühlte.

Gleichzeitig mit mir kam auch eine sehr alte Dame bei der Thai-Massage an…aber während ich mich nach ein paar kurzen Sätzen zu Beginn, stumm der wohligen Atmosphäre und in die Hände der Mitarbeiterin begab, redete und redete die alte Dame in einer Lautstärke über Krankheiten und Therapien, von denen ich lieber nichts hören wollte und ich konnte mich nicht wirklich entspannen. Normalerweise wird man aufgefordert (manchmal steht es auch auf einem Schild) das man leise sprechen und sich ruhig verhalten soll, um die anderen Gäste nicht zu stören.

Auf meine Frage ob die Dame jetzt etwas die GANZE Zeit über reden wollte, ging die Mitarbeiterin zu ihrer Kollegen und kurz darauf war die alte Dame dann auch leiser und später war sie sogar mal ein paar Minuten ruhig…zum Glück blieb sie auch insgesamt nur 1/2 Stunde.

und dann hatte ich so ziemlich die beste Thai-Massage die ich jemals erhalten habe…okay, ich war schon fast 1 Jahr bei keiner mehr….aber früher hab ich das ja sehr regelmässig gemacht…in Frankfurt war ich zeitweilig 1x in der Woche, und in schwierigen Zeiten sogar teilweise sogar 2x. Aber das hier in Soltau war Extraklasse.

Es folgte ein ziemlich enttäuschendes Mittagessen in einem italienischen Restaurant. Das Restaurant was ich eigentlich angepeilt hatte (das war beim letzten Mal so toll dort) öffnete erst am Abend.

Aber direkt daneben gab es dieses italienische Restaurant mit großem Außenbereich. Draussen auf den Schildern standen lauter leckere Sachen, aber die gab es gar nicht zu Bestellen (von dem Einen war nicht mehr genügend da, dann waren die Muscheln schlecht geworden, der Fisch war nicht geliefert worden) der Tisch war dreckig, die Inhaber laut, im Waschbecken auf der Toilette stand das Wasser und mit dem Toilettensitz bin ich komplett weggerutscht, weil dieser lose war. Von außen sah es gemütlich aus … aber die scheinen ihre besten Tage hinter sich zu haben…es kümmert sich scheinbar niemand wirklich darum. Alles hier schrie: uns geht es finanziell schlecht.

Das dachte ich auch von der Pizza, die zwar groß war, aber bei der man irgendwie „vergessen“ hatte, die Zutaten (Tomatensoße, Thunfisch und Zwiebeln) in akzeptabler Menge auf die Pizza zu legen…alles war nur in Mikrospuren vorhanden…dafür jede Menge Käse und wie kann eine so dünne Pizza so labberig sein…haben die vergessen den Ofen richtig heiß zu machen?…und auf einer Thunfisch-Pizza, sollten auch mehr als ein paar Krümmel Thunfisch sein.

Ich war aber überhaupt nicht in Beschwerde-Laune, hab mir 3/4 der Pizza einpacken lassen und bin wieder gegangen….Nach einem ausführlichen Spaziergang durch die Stadt und die Umgebung, hab ich dann tatsächlich meine Reisetasche wieder gepackt, hab alles ordentlich in der Ferienwohnung hinterlassen und mich auf den Rückweg gemacht.

Ich hab noch einen Stopp in Winsen(Luhe) eingelegt….hatte aber irgendwie keine Lust mehr auf Sightseeing, obwohl es ein schöner Ort ist…ich werde wieder kommen – für einen Tagesausflug

Später zuhause ging es mir wieder richtig gut…ich war gut gelaunt und entspannt…hab die Pizza mit Thunfisch und Zwiebeln aufgepimpt und stückchenweise in der Heißluftfritteusse knuspig aufgebacken…so geht das.

Geschlafen hab ich in dieser Nacht prima.

Dem Impuls widerstehen

Nach meinem Ausflug ins Pietzmoor bin ich dann weiter nach Soltau gefahren…habe mich erst einmal in einem Supermarkt mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt, bevor ich weiter zur Ferienwohnung gefahren bin.

Die Ferienwohnung war über eine schmale Metall-Wendeltreppe von der Gartenseite des Hauses zu erreichen. Den Schlüssel bekam ich aus einer verschließbaren Box. Das war alles sehr unkompliziert. Nur die Treppe war derartig schmal, da passte ich gerade eben so durch, aber schon mit der Reisetasche wurde es so eng, das ich sie nur eng am Körper vor mir hertragen konnte.

Als es dann am Abend auch noch mit dem Schnee anfing, musste ich jeden Schritt auf der Treppe genau abwägen…es war glatt und die Vermieterin hatte mich per Whatsapp auch schon vorab darauf aufmerksam gemacht.

Diese kleine Wohnung mit einem großen Wohn-Schlafraum, einem großen Bad und einer Mini-Pantry-Küche in einer dunklen Ecke im Flur (es gab aber unglaublich viele Lampen) war schön…sie hatte sogar einen verglasten Balkon, überhaupt gab es sehr viele Fenster, die viel Licht hineinliessen, mit einem schönen Blick in die Gärten drumherum. Bei Minusgraden ist das mit den vielen Fenstern nicht unbedingt von Vorteil und so gab es für alle Fenster auch Thermo-Vorhänge.

Leider hatte die Pantryküche keine Herdplatte, dafür Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher und Kaffeemaschine…nun gut…damit entfielen mein geplantes Abendessen und auch das Mittagessen am nächsten Tag. Was auch fehlte war ein kleines Spülbecken zum Abwaschen des benutzen Geschirrs…dafür gab es aber eine Waschschüssel – das Wasser musste man sich dann eben aus dem Bad holen – haha das war jetzt nicht komfortabel, aber auch kein Problem. Also die „Pantry-Küche“ war nichts weiter als ein Einbauschrank im Flur, der mit Elektrogeräten und Küchenutensilien ausgestattet war.

Ansonsten war alles da, was man brauchte…sogar ein kleiner Willkommensgruß in Form einer großen Flasche Wasser und ein paar Süßigkeiten neben einem Willkommensschild. Es gab auch Teebeutel, Filtertüten und Kaffeepulver (hab ich aber nicht genommen)….auch Shampoo, Duschgel und andere Toiletten-Artikel wurden zur Verfügung gestellt. Da ich in solchen Dingen eigen bin, hab ich natürlich meine mitgebrachten Sachen genutzt…fand es aber trotzdem nett.

Und obwohl alles so richtig nett und gemütlich war, wollte ich was? Ich wollte einfach nur nach Hause. Ich kann gar nichts dagegen machen, es ist ja keine bewusste Entscheidung, sondern einfach das Gefühl, das ich jetzt doch viel lieber wieder Zuhause wäre..in meinem eigenen Zuhause.

Und hätte ich nicht bereits für den nächsten Vormittag einen Massagetermin vereinbart, ich wäre wahrscheinlich sogar wieder gefahren. So konnte ich dem inneren Impuls widerstehen. Das war gar nicht so leicht und mein Verstand musste mich erst einmal überzeugen.

Das hier ist ein schöner Ort, ich habe für 2 Nächte bezahlt, ich hatte einen schönen Ausflug heute und morgen kommt noch eine Massage. In die Therme wollte ich eigentlich auch, wenn ich denn auch die gepackte Sporttasche mit genommen hätte – hab ich aber nicht. Aber okay, es gibt anderes was ich machen kann. Okay ich bleibe heute hier…morgen kann ich immer noch nach Hause fahren…ich muss ja nicht beide Nächte hier verbringen. Aber eine Nacht sollte ich hier bleiben.

Ich hab mich dann erst einmal auf die Couch gelegt und für die nächsten Stunden tief und fest geschlafen und als ich später am Abend aus dem Fenster schaute, hatte es geschneit…es lagen so ca. 2-3 cm Schnee. Ohhhh – wie schön…also wieder Wanderschuhe an und ab nach Draussen….herrlich wie der Schnee bei jedem Schritt knirschte…alles war ruhig und friedlich und menschenleer…und jeder Schritt fühlte sich federleicht an…

Mal sehen, wie es Morgen weiter geht.