herbstliche Melancholie

Es ist jetzt sehr schnell wirklich Herbst geworden….nein – eigentlich ja nicht…aber durch die letzten 2 Monate hab ich meinen Vorlieben für Wanderungen in der Natur und Walkingrunden am frühen Morgen oder späten Abend nicht so intensiv nach gehen können, wie sonst.

Heute sind es genau 2 Monate und 1 Tag seit der Streit mit meinem Hausdrachen eskaliert ist und nun sitze ich bereits in meinem neuen Zuhause an einem Sonntag Morgen…bei 7 Grad auf dem Balkon mit Tasse dampfendem Kaffee und einem frischem Brot im Backofen…und schaue auf das jährlich wiederkehrende Schauspiel der Natur….

…wie sich alles vom saftigen Grün des Sommers in ein buntes Blättermeer verwandelt….die Sonne scheint…und alles ist ruhig und friedlich. Die Vögel beschweren sich gerade, das ich hier sitze….hab ich sie doch mit Krümel von Walnüssen und Haselnüssen auf einem kleinen Tischchen anlocken können….da der Balkon aber noch nicht begrünt ist, wollen sie noch nicht ins Vogelhäuschen….ich muss noch die Aufhängung anpassen oder ich hole doch erst einmal das Untergestell aus dem Keller.

Ich bin heute in einer leicht melancholischen Stimmung…ich hab soweit alles erledigt im neuen Zuhause, sogar die meisten Bilder hängen schon und die Deko-Elemente sind auch plaziert…bis auf das Bad ist somit alles wohnlich schön. Im Bad warte ich darauf das nächste Woche der Elektriker kommt und erst wenn Waschmaschine und Spiegelschrank richtig plaziert sind, geht es ans gemütlich machen.

Wenn ich etwas tun wollte, könne ich in meiner alten Wohnung die restlichen Arbeiten erledigen…mag da aber gar nicht hinfahren …. hab ja immer noch einen Monat Zeit dafür. Heute Nacht hab ich das 1. Mal bewusst geträumt und gleich mal vom Drachen: sie brachte mir Müll in die Wohnung und meinte ich solle das gefälligst wegräumen – hahahaha.

Blutdruck und Puls sind inzwischen auf meine Normalwerte runter gegangen…mein Herz hat sich inzwischen wieder beruhigt und schlägt seit Tagen wieder im Takt. Trotzdem versuche ich seit einer Woche meinen Hausarzt in Pinneberg telefonisch zu erreichen…die sind aus dem Urlaub zurück, gehen aber nicht ans Telefon…ich benötige eine Überweisung zum Kardiologen….möchte meinen 3-Jahres-Checkup jetzt um 1/2 Jahr vorverlegen…..das kardiologische Zentrum in Frankfurt meinte damals, ich soll jederzeit kommen, wenn ich merke das sich der Herzschlag verändert, da könnte ich sofort einen Termin bekommen. Aber hier in Schleswig-Holstein muss ich mir jedoch erst einmal einen Neuen suchen…und deshalb brauche ich die Überweisung.

Etwas anderes bereitet mir gerade etwas mehr Sorgen: Schmerzen in einem der Kniegelenke…evtl. eine Fehlbelastung durch die Sneaker die ich in den letzten Wochen ohne Einlagen getragen habe…bin ja viel Treppauf-treppab gelaufen, hin und her, hab schwer getragen und war ständig in Bewegung…war vielleicht etwas viel für meine Gelenke….denn auch die Hände schmerzen seit ein paar Tagen, Ich weiß ja das ich Purin-haltige Lebensmittel, also auch Fleisch, lieber meiden sollte….Schon vor einigen Jahren hat meine damalige Hausärztin in Frankfurt einen „Marker“ für Gicht bei mir gefunden…..bisher hatte ich damit aber noch überhaupt keine Probleme….aber jetzt wird es wohl mal Zeit das etwas Ernster zu nehmen.

Aber all den kleinen Wehwehchen zum Trotz, fühle ich mich emotional wohl und ausgeglichen….und mache nachher auch eine kleine Runde ins Himmelmoor…..die nächsten Tage werden beruflich wieder etwas anstrengender…muss ich doch für 2,5 Tage in die Firmenzentrale….der Controller hat unseren Aufenthalt mal eben auf 2 Übernachtungen erweitert….das war eigentlich so gar nicht mein Plan…aber gut,…dann fahren wir eben schon Montagmittag los, anstatt Dienstagmorgen…

Also bleibe ich heute in meinem kleinen Kokon aus Ruhe und Gemütlichkeit, bevor es Morgen wieder turbulent wird….

Träume – vom Schwimmen und Fallen

Seid meinem Beitrag „Vollmond“ denke ich, angeregt durch die kleinen Unterhaltungen in den Kommentaren, auch mal wieder über meine Träume nach.

Diese haben bei mir schon immer eine große Rolle gespielt…ich träume viel (wenn ich gut schlafe) und vor allem kann ich mich sehr oft an diese Träume erinnern…das daran erinnern können, kann man sich übrigens antrainieren.

Ich hab im Laufe der Jahre gelernt, das Körper und Geist so mit mir kommunizieren können… Mit Ende 20 unmittelbar vor dem Bandscheibenvorfall und bevor ich mit irgendeiner Sportart überhaupt anfing, ich war absolut unsportlich, hab ich mehrere Monate bestimmt jede 3. Nacht davon geträumt ,ich schwimme durch Bäche, durch Kanäle, unter Brücken hindurch, in unterirdischen Seen, ich bewegte mich ununterbrochen schwimmend durch die Stadt…so richtiges Brustschwimmen mit dem Kopf im Wasser…und dieses Schwimmen im Traum fühlte sich gut an. Ich ging bloß nie schwimmen, kaltes Wasser mag ich nicht und diese Technik des Brustschwimmen hatte ich nie gelernt….

Irgendwann nachdem der akute Bandscheibenvorfall vorbei war, dachte ich : OKAY – ich probiere es einfach mal aus und bin nach Werl in das Hallenbad gegangen…und von da an ,bin ich 3x in der Woche ins Hallenbad gegangen und hab mir diese Atemtechnik des Brutschwimmens durch abschauen und nachmachen selber bei gebracht, bis ich auf diese Weise ohne Unterbrechung 1km schwimmen konnte. Ich hab seit dem nie wieder vom Schwimmen geträumt und bin jahrelang regelmäßig geschwommen. Zusammen mit anderen Sportarten hab ich nie wieder Probleme mit der Bandscheibe gehabt.

Jahrelang hab ich geträumt ich kann Mauern, extrem steile Brücken, Berge nicht erklimmen, die sich mir unvermittelt in den Weg stellten und selbst wenn ich weit hoch komme, komme ich auf der anderen Seite nicht heile runter….ich stürze ab (und beim Abstürzen bin ich dann wach geworden und lag danach stundenlang schwer-atmend wach)…ich wusste zwar, das ich gut in meinem Job bin, aber ich war ängstlich und hab mir wenig mehr zugetraut, z.B. Menschen zu führen…..bis ich 2002 die Chance bekam tatsächlich beruflich weit nach oben aufzusteigen…und ich hab den sicheren Boden in NRW verlassen, um in Hessen Karriere zu machen….noch mit meinem Ehemann an der Seite….aber bereits nach 1/2 Jahr in Nord-Hessen hab ich den Absprung auch von ihm gewagt…Wir hatten uns schon seit Jahren zu unterschiedlich entwickelt und Er wollte auch wieder zurück in seine Heimatstadt. Mit dem beruflichen HOCH und dem Privaten RUNTER….hörten auch die Träume von Hürden nicht überwinden und vom runterfallen auf…..

….nicht jeder Traum zeigt einem einen neuen Weg….das meine ich auch nicht…aber bei immer wiederkehrenden Träumen (und ich hab noch eine Menge über die ich berichten könnte) sollte man vielleicht einmal genauer in sich hineinhören…. mit was das eigene Unterbewusstsein gerade beschäftigt ist, ohne das es das Bewusstsein realisiert.

Mein Alptraum im Zug

Letzte Woche auf der  Zugfahrt zu meinem neuen Auto, hab ich einen dieser Nahezu-Alpträume erlebt, die mich früher öfter  nachts heimgesucht haben….Dabei fing es  erst mal gar nicht schlecht an.

Der Tag startete bereits um 5 Uhr…um 6 Uhr saß ich am Schreibtisch, um noch so viel arbeiten zu können wie möglich. Feierabend um 13 Uhr ….und um 14.08 Uhr saß ich in der S-Bahn in Richtung Frankfurt-Hauptbahnhof.

  1. In der S-Bahn wagen 5 Teenager die sich so unflätig benommen haben, das mir fast die Spucke weg blieb
  2. Auf den letzten 4 Teilabschnitten zum Hauptbahnhof blieb die Bahn derartig lange stehen, so das mein Zeitpuffer von 20 Minuten dahinschmolz, wie Butter in der Sonne.
  3. Den ICE hab ich noch bekommen….aber dieser war extrem voll…Was wollen die alle an einem Donnerstagnachmittag auf dem Weg nach Straßburg?…. Nun gut…bei der Suche nach einem freien Platz, gab es sehr viel unfreundliche Abwehr, obwohl einige Plätze unbesetzt schienen…aber das sah vielleicht auch nur so aus.
  4. In einem 6er Abteil hab ich dann noch einen Platz bekommen….schön…darüber hab ich mich gefreut und nach ein paar Minuten schon überlegt ob es nicht besser sei, sich einfach auf den Gang zu setzen.
  5. Ich hab mich ganz schmal gemacht….die Handtasche auf dem Schoß und die Tasche mit dem KFZ-Kennzeichen zwischen den Beinen…die Dame links von mir hatte ihren Koffer auf dem Tischchen stehen…und hatte ein Notenblatt in der Hand…quasi stumm sang sie vor sich hin und fuchtelte die ganze Zeit mit der rechten Hand den Takt mit…die Dame schräg gegenüber hatte es nicht mal für nötig befunden ihre Beine anzuziehen, als ich versuchte in das Abteil zu kommen, war ansonsten aber eher starr und stumm. Der Herr mir gegenüber, Typ „übrig geblieben“ grinste mich die ganze Zeit stumm an und die beiden älteren Herren am Fenster unterhielten sich über Belangloses
  6. Es war der heißeste Tag der Woche und bei 36 Grad ausserhalb, war es in dem Abteil warm und stickig….Kopfhörer in den Ohren und Sudoku vor den Augen hab ich versucht mich mantra-ähnlich von all dem abzuschotten. Leider ist es mir nicht gelungen dieses Elend von Fuchtelei  in meinem Sichtfeld auszublenden und meine ganze Kraft brauchte ich, um mich ruhig zu halten.
  7. Als nach fast 2 Stunden dann auch noch klar war, das der ICE es nicht rechtzeitig bis nach Offenburg schafft und ich meinen Anschlusszug NICHT erreichen werde, hab ich gedacht, an diesem Tag werde ich mein Auto garantiert nicht mehr erhalten (Ich hatte einen Fixtermin für 17 Uhr) … WAS also mach ich.
  8. In Offenburg also raus aus dem Bahnhof und die Taxen standen am anderen Ende…also durch die pralle Sonne gerannt und den Taxifahrer gefragt, wie lange er bis nach Kehl braucht (20 Minuten – okay, das würde gerade eben noch so passen) und ob er auch EC-Karten annimmt. Seine Antwort: Steigen Sie ein.
  9. Auf dem Weg unterhalte ich mich mit dem Taxifahrer und sage: ohhh gut das ich mit EC-Karte bezahlen kann und er so: WIE EC? Das geht nicht…nur Bargeld….. Ja, aber danach hab ich doch gefragt… ER so: nein ,das haben Sie nicht?….GRRRRR okay wir einigen uns, er hat mir nicht zugehört….kein Problem fahren sie mich einfach zum nächsten EC-Automaten der auf dem Weg liegt…das klappt.
  10. Sooooo wir kommen rechtzeitig in Kehl an, aber es ist Stau auf dem Weg nach Straßburg…das Taxi steckt fest…dabei kann ich das Autohaus schon sehen…ich rufe an, das ich im Stau stehe und den Rest jetzt Zufuss komme….ich also gleich da bin.
  11. Also Taxi mit 40,60 EUR   (und damit teurer als die ganze Bahnfahrt) bezahlt und ab wieder durch die Sonnen-Hitze und an allen Autos vorbei …ich bin quasi schon halbtot als ich das ankomme…ok,ok…etwas übertrieben….aber so hat es ich angefühlt…lach
  12. Danach geht alles ganz glatt. Ich bekomme ein Glas Wasser, einen freundlichen Verkäufer, eine Quittung und mein Auto…HURRA.
  13. Also ab nach Hause….um es kurz zu machen…2x Stau, einmal zähfließender Verkehr…eine Raststätte mit fettigem Essen und dann bin ich Zuhause…

Der Alptraum steckt in der  Enge des vollen Abteils (ich habe Klaustrophobie), in der Hitze und dem nicht voran kommen und über allem trohnt und droht  der Termin….nach 17 Uhr wäre niemand mehr da gewesen um mir mein Auto zu übergeben….Ich bin bedient.

Reihenhaus-Alptraum

Mein ganz persönlicher Alptraum läuft da gerade im Fernsehen. Eine moderne Reihenhaussiedlung mit kleinen Grundstücken. Die Nachbarn sind immer zur Stelle und bekommen  immer ALLEs mit.

Na klar ist das eine überspitzte Komödie…aber in leicht abgeschwächter Form gibt es das in vielen Vororten….ein Grund mehr nicht in ein Reihenhaus zu ziehen….wenn dann nur ein alleinstehendes Haus mit rundherum viel Garten…am Besten nicht einsehbar.

Ich hab sogar  tolle Mietwohnungen abgelehnt, weil es Wohnungen „mit Familienanschluss“ waren…also solche 2-Familienhäuser, wo der Mieter quasi durch den Flur der Vermieter gehen musste. Also wenn der Eingangsbereich im Haus nicht von der Wohnung getrennt war…ein Grauen für mich.

Ich liebe es eher etwas anonymer. Na klar weiß ich gerne, wer meine Nachbarn sind und ich grüße immer und jeden im Treppenhaus und auch ein kurzes Schwätzchen ist manchmal okay….

Aber ich MUSS jederzeit  die Möglichkeit haben einfach nur zu grüßen und weiter gehen zu können… OHNE das ich gezwungen bin ein Gespräch zu führen und OHNE das jeder die Einzelheiten meines Lebens mit bekommt.

Nicht das ich etwas zu verbergen hätte, aber ich fühle mich so wohler.