Die Fahrt in den Hohen Norden Dänemarks war auf der Hinfahrt kurzweiliger als gedacht…ich bin mit einer Kollegin aus einer anderen Abteilung zusammen gefahren.
Für die Rückfahrt hat sie sich dann mit den restlichen 4 Kollegen zusammen in ein Auto gequetscht (die Kollegen mussten an dem Mittwoch bis zum späten Nachmittag bleiben, während ich ja bereits morgens zurück gefahren bin, bzw. noch einen „kleinen“ Zwischenstopp in Flensburg einlegen wollte).
Die Hinfahrt war zwar kurzweilig, dafür aber sehr lang…denn es gibt etliche Baustellen auf der Autobahn in DK und oft durften wir nicht schneller als 80 kmh fahren…ging auch gar nciht schneller…wir hatten zähfließenden Verkehr, dann richtigen Stau, den nächsten Stau hab ich mehr durch ein Versehen glorreich umfahren, dann weiter zäh fließenden Verkehr und irgendwann waren wir dann da.
Der Start mit dem Mietwagen am Mittag begann auch erst einmal mit der Suche, wie man überhaupt die Automatik-Fahrgänge einlegt. Bisher hatten alle Mietwagen einen Knauf, eine Schaltleiste oder einen Drehknopf in der Mittelkonsole. Dieses aber nicht. Ich hab gesucht und gesucht, bis meine Kollegin meinte schau mal der Hebel da…es war tatsächlich ein extra Hebel am Lenkrad, der sich aus meiner Perspektive auf das Lenkrad jedoch versteckte. Nun gut – dann kann die Reise ja beginnen.
Ich bin die gesamte Strecke gefahren, während die Kollegin unterwegs zwischendurch mit den Kollegen im anderen Auto kommunizierte…so wussten wir, die sind im Stau vor uns. Während wir dann den nächsten Stau, fast unbeabsichtigt umfahren haben…sind die anderen wohl auf der Autobahn geblieben und auf einmal lagen wir tatsächlich Vor den Anderen …okay das hat jetzt vielleicht 1/4 Stunde gebracht.
Wir haben dann zu Sechst im Hotel zu Abend gegessen und ich habe noch meinen üblichen Abstecher zum Fjord gemacht…die Kollegin und ein noch neuer Kollege haben mich begleitet.
Abends am Fjord – das ist immer eine ganz besondere Atmosphäre von Ruhe und Gelassenheit.
Geschlafen habe ich dann richtig gut. Das Hotel hat eine der Etagen renoviert und die Zimmer sind jetzt heller und moderner und das neue Bett ist super.
Okay, also angekommen war ich damit…aber der kommende Tag bereite mir schon etwas Kopfzerbrechen.
Am letzten Morgen der Dienstreise war ich dann schon beim Aufstehen irgendwie in einer Art innerem Kampfmodus…Kampf mit mir selbst, immer noch mit den Kollegen so enge zusammen sein zu müssen und Kampf um mich, trotz der räumlichen Nähe, innerlich etwas abzugrenzen.
Also hab ich mich der Frühstückszeit verweigert (esse ja durch mein 16:8 Intervallfasten normwalerweise nichts vor 11 Uhr) und war stattdessen kurz vor Sonnenaufgang noch einmal unten am Fjord.
Die kühle Morgenluft einatmen und noch einmal die Stille geniessen, bevor wir aus dem Hotel auschecken, zur Firma fahren und noch 1/2 Tag Schulung erhalten.
Und manchmal gibt es so wunderbare kleine Begegnungen…und genau so eine, hatte ich an dem Morgen.
Ich lief am Fjord entlang, der Weg lag noch leicht im Dunklen, da stand ein älterer zerbrechlich wirkender Mann, so Ende 60, Anfang 70 würde ich schätze. Da er so unsicher schaute, wurde ich langsamer und mit einigem Abstand lächelte ich ihn an und wünschte ihm ein „Godmorgen“ .
Sofort entspannten sich seine Gesichtszüge, er lächelte kam auf mich zu und entgegnete mir etwas in einem Schwall dänischer Sätze, die ich nicht verstand. Also wechselte ich ins Englische, das ich nur wenig Dänisch kann und er meinte er würde kaum Englisch sprechen.
Er fragte mich woher ich komme und als ich „Tyskland“ sagte, meinte er in einem Kauderwelsch aus Dänisch/Englisch , seine Frau wäre mit ihm in Deutschland gewesen…dabei strahlte er über das ganze Gesicht.
Auf seine weiteren Fragen meinte ich, ich arbeite für ein dänisches Unternehmen in der Nähe und das ich hier schon ein paar Mal zu Besuch war…und ich den Fjord liebe…und das ich mich jetzt leider auch verabschieden muss, weil ich zurück zum Hotel muss.
Er streckte mir seine Hand entgegen sagte mir seinen Vornamen und wünsche mir einen schönen Tag….ich nahm seine Hand und musste lachen, mein Vorname ist die weibliche Form, seines Vornamens …das hat ihn so gefreut, das er mich spontan ganz kurz in den Arm nahm…und ich liess es zu.
Noch ein kurz Wink und ein freundliches Lächeln und wir gingen beider unseres Weges.
Ich bin nicht naiv und immer auf der Hut, wenn ich irgendwo Menschen im Nirgendwo begegne, aber der alte Mann wirkte so unbekümmert und freundlich…und irgendwie hatte er etwas fast Kindliches an sich, so etwas hatte ich schon mal bei einem Menschen mit beginnender Demenz erlebt.
Die gesamte Situation hatte überhaupt nichts Bedrohliches an sich….und ich hab mich über diese kleine Begegnung so gefreut, das auch ich mich noch entspannt in den Frühstücksraum zu der Kollegin gesetzt habe um eine Tasse Kaffee zu trinken.
Mittwoch nach Feierabend in der Zentrale war dann doch fast so etwas wie Urlaubsfeeling.
Vom Hotel aus, gingen wir runter zum Fjord und sind knappe 45 Minuten immer an der Fjord-Küste entlang bis in den Ort gelaufen…Direkt am Hafen ging es in das Restaurant. Es gibt hier nicht so viele und es ist das Einzige am Hafen und es ist eine echt gute Alternative zum Hotel-Restaurant.
Die haben hier tolles modernes Essen, allerdings auch viel Fleisch oder aber auch Fisch. So standen dort tatsächlich auch Muscheln auf der Speisekarte…allerdings erst ab 2 Personen…och schade… Aber der Controller hat sich dann auch für die Muscheln entschieden…und wir haben es nicht bereut…die Portion für 2 Personen war riesig und alle Muscheln hatten sich auch geöffnet…dazu gab es selbstgemachtes Brot und super knusprige dicke Pommes und eine Knoblauch-Aioli. Das war ein richtiger Schmaus und ich war danach angenehm satt und das ganze für umgerechnet 25 EUR pro Person. Ein fairer Preis.
Nach dem Essen ging es dann knappe 45 Minuten wieder am Fjord entlang zurück zum Hotel….und den Rest des Abends hab ich dann auf dem Zimmer verbracht….hab etwas gelesen auf dem Balkon und später noch mein Hörbuch gehört…Achja und ich hab mal versucht den Nachrichten im dänischen Fernsehen zu folgen….hahaha.
Am Donnerstag hab ich tatsächlich doch noch die meisten meiner Fragen zufriedenstellend klären können, es ist tatsächlich einfacher mal eben jemanden in ein Gespräch zu ziehen, wenn man Vorort ist.
Für den letzten Abend hier hatten der Controller und ich schon zuvor beschlossen, das wir getrennte Wege gehen. Er wollte joggen und ich mir endlich einmal die kleine Stadt ansehen.
Ich hab ihn also nach der Arbeit ins Hotel gefahren, hab Laptop und Unterlagen in mein Zimmer gebracht und bin anschließend mit dem Leihwagen in die Stadt gefahren. Am Hafen gibt es genügend freie Parkplätze…der Ort ist kein Touristenort…er ist klein und verschlafen, die Geschäfte schließen früh und auch die wenigen Restaurants schließen wohl schon um 20 Uhr…aber es wird schon seit Jahren daran gearbeitet, es für Touristen attraktiver zu machen. Das wäre ein Ort für mich: ruhig und verschlafen, direkt am Fjord, mit viel Wald drumherum.
Außer dem Hafen, hab ich trotz mehrfacher Besuche, bisher noch nicht viel vom Ort selber gesehen…Das Hotel liegt im Wald und auch die Firmen-Zentrale liegt außerhalb am Rande eines ruhigen Gewerbe-/Industriegebiets, umgeben von vielen Feldern und Wiesen.
Es war also ca. 17.30 Uhr als ich das Auto abstellte und mir den Weg in die „Innenstadt“ suchte…die kleinen Geschäfte waren schon dabei ihre Waren einzuräumen…es gibt eine kleine Fußgängerzone….und letztlich bin ich kreuz und quer gelaufen…und hab sogar das kleine italienische Restaurant wieder gefunden…hier waren wir schon einmal essen, als ich das 1. Mal vor 3 Jahren die Zentrale besucht habe. Die haben tolle dünne knusprige Pizzen:
Das Lustige ist, es waren so wenige Gäste, das ich mich mit dem Wirt und der Bedienung unterhalten habe…und als ich meinte ich komme aus Hamburg und bin beruflich hier…meinte er, er kenne einen Controller aus Hamburg….Juuuup – was soll ich sagen, nach ein paar Fragen hin und her war klar…hahaha er kennt tatsächlich meinen Kollegen, der ja schon wesentlich öfter reisen musste, aber auch nur selten hierhin zum Essen geht.
Der Wirt hat ein gutes Gedächtnis…Aber es sagt auch etwas über den Ort…es kommen nicht so viele Fremde, so das der Wirt sich tatsächlich an den Gast aus Deutschland erinnert, der nur alle Jubeljahre mal bei ihm zum Essen kommt.
Die Pizza war auf jeden Fall toll und anschließend bin ich noch auf der anderen Fjordseite bei nun doch wieder strahlendem Sonnenschein spazieren gegangen….bis zur Marina und noch weiter bis zum Badestrand…naja also Strand ohne Sand…dafür mit viel Seetang….die Kollegen sagen, sie gehen ungern im Fjord baden….bei dem Geruch kann ich es gut nachvollziehen…Aber der Blick aufs Wasser ist himmlisch.
Das vermittelt einem schon fast ein Urlaubsgefühl…es ist ein kleiner Feierabend-Urlaub….und ich hab später gut schlafen können..
Diese Woche war anstrengend…Dienstagnachmittag ging es mal wieder auf Dienstreise in die Zentrale, es sind sind tatsächlich schon wieder 6 Monate her seit der letzten Fahrt. Von Hamburg aus sind das fast 400km mit dem Auto zu fahren.
Der Controller hat mir wieder das Angebot gemacht, mich Zuhause abzuholen, so hab ich schon mal 25km gespart und brauchte mein Auto nicht für 3 Tage in Hamburg stehen zu lassen. Wie immer haben wir in Flensburg eine kurze Kaffeepause eingelegt und haben die Plätze getauscht.
Ich bin dann den gesamten Teil in Dänemark gefahren…was ziemlich entspannt war…denn auf den Autobahnen darf man dort höchstens 130kmh fahren…Auf dem Rückweg war der Wechsel von dänischen zu deutschen Autobahnen so krass….der Controller hat sich wieder ab Flensburg in Richtung Hamburg hinters Steuer gesetzt, aber irgendwie hatte er es eilig, obwohl er das Gegenteil behauptete als ich ihn darauf ansprach…anstatt sich also locker in den fließenden Verkehr einzufügen, war er ständig dabei zu Beschleunigen und wieder abzubremsen.
Wir kamen dann ca. 19:40 Uhr im Hotel an…haben uns kurz in den Zimmern eingerichtet und waren dann im Hotelrestaurant zum Abendessen. Das Essen dort ist klasse…später bin ich noch runter zum Fjord gelaufen…
…und dann im großen Bogen durch den Wald zurück zum Hotel… Herrlich diese Idylle hier…es war immer noch sehr warm und teilweise stickig… so das ich selbst die ganze Nacht über die Balkontür weit geöffnet lies…und nur die Vorhänge leicht geschlossen hatte.
Da alle Zimmer auf dieser Seite (mit Blick in den weitläufigen Park und Wald dahinter) ein durchgängiges Balkondeck hatten (nur mit kleinen „Gartenzäunen“ abgetrennt für jedes Zimmer) hab ich allerdings die dicken Zimmerstühle in den Balkontür-Eingang gestellt….hahaha so das nicht einfach jemand in mein Zimmer kommen konnte….nicht das es hier besondere Gefahren gäbe…aber Vorsicht ist trotzdem besser.
Immerhin schlafe ich mit Ohrstöpseln, weil unter diesen Zimmern Restaurant und Küche liegen und die müssen spät am Abend ja noch die Küche in Ordnung bringen…da schallt das Geklapper schon mal rauf bis zu mir…aber mit den Stöpseln ist das dann kaum mehr wahrnehmbar.
Der Mittwoch startete dann erst mal ganz entspannt mit einem tollen Frühstück im Hotel, bevor wir dann den knappen Kilometer bis zur Zentrale gefahren sind.
Aufgrund unserer unterschiedlichen Funktionen innerhalb der Abteilung, hab ich bei den Kollegen im 1. Stock gesessen, wo es um die Buchhaltung der operativen Gesellschaften geht, während der Controller zu den Konzern-Controllern im Erdgeschoß gesellte. Viele Kollegen waren aber eh nicht Vorort.
Wie schon im Voraus angekündigt, war kaum ein Abteilungs- oder Teamleiter verfügbar…alle waren in externen Meetings in dem Hotel, in dem wir auch untergebracht waren.
Aber immerhin gab es für mich so einen freien Platz mitten zwischen den Kollegen im 1.OG und ein paar Minuten ging es erst einmal um das Wiedersehen, bevor ich es mir an dem Arbeitsplatz gemütlich machte…da wir alle mit derselben Ausstattung arbeiten ( IT-technisch werden noch ALLE Landesgesellschaften von der Zentrale aus, ausgestattet) passte sogar die Dockingstation und nur die Aufteilung der beiden externen Bildschirme hab ich auf meine Bedürfnisse einstellen müssen. Immerhin ging es um 2 volle Arbeitstage, die ich hier verbringen sollte.
Das einzig fixierte Meeting fand erst am späten Nachmittag des Folgetages statt. Bis dahin hab ich erst einmal normal gearbeitet und nach und nach versucht meine Fragen von den Controller-Kollegen beantwortet zu bekommen…aber – erstaunlicherweise:
hatten die auch nicht mehr Informationen als ich
waren sich teilweise der kommenden Problematiken noch gar nicht bewusst (meist gehörte Antwort: „so weit bin ich noch gar nicht…das hat ja noch Zeit“….weil die ja etwas länger Zeit zur Fertigestellung bekommen.
und haben mich für alle Fragen an die Teamleiterin verwiesen
Hmmm…das irritiert mich dann schon…und ich verstehe immer mehr, das die sich hier größtenteils nicht zum selberdenken berufen fühlen…sondern die machen einfach so lange mit den nicht mehr funktionierenden Formeln weiter, bis ihnen jemand sagt, wie sie es jetzt anders machen sollen….also erst in dem Moment, wo sie die entsprechenden Excel-Files ausfüllen müssen…und nicht eine Minute vorher.
Während ich immer versuche Vorauszuplanen und unklare Dinge vorab zu klären, so das ich dann, wenn es zeitlich darauf ankommt, einfach nur noch die geklärten Vorgehensweisen abarbeiten muss. Jetzt verstehe ich tatsächlich besser, warum die Kollegen es nur selten schaffen, ihre Deadlines einzuhalten. Große Veränderungen werden erst in der letzten Minute geklärt und dann adhoc umgesetzt.
Das hat natürlich den Vorteil, sie fassen solche Dateien nur einmal an, nämlich in dem Moment, wo diese fertiggesellt werden müssen…ich wiederum fasse solche Dateien meisten 2-3 mal an:
zur Vorbereitung und Klärung der veränderten Berechnungsmethodik in den Excel-Files
zur weiteren Vorbereitung mit upgedateten Daten und nach Abstimmung mit externen Daten
zur Fertigstellung mit letzten verbrauchsabhängigen Buchungen und Endkontrolle
Was dann bedeutet, das der 3.Teil ziemlich schnell geht…weil alles andere bereits geklärt und abgestimmt ist. Es wäre mir ein Greuel erst am Abgabetag alles auf einmal machen zu müssen…das wäre mir zu stressig. Aber jeder so, wie er mag.
Das erklärt aber auch, warum ich immer diejenige bin, die als Erstes Fragen stellt und ungläubige Blicke / Antworten bekommt….nach dem Motto: was sind das für Fragen….die haben sich mit den Veränderungen bis dahin noch nicht beschäftigt…während ich schon an der Umsetzung arbeite und daraus dann die Fragen entstehen.
Was aber bei der Teamleitung nicht bedeutet, das meine Fragen adäquat beantwortet werden…ich werde mit einer kurzen Antwort abgespeist und später (wenn meine Abgabetermine bereits vorbei sind) kommen allgemeingültige Regeln für alle…und je nach Wichtigkeit, muss ich dann sehen, ob und wie ich das dann noch nachträglich geändert bekomme.
Welche Vorgehensweise entspannter ist, mag ich nicht beurteilen…ich habe für mich beschlossen ich halte mich an meine Deadlines…denn das sieht mein Chef.
Wenn die Fachabteilung, zu der ich teilweise gehöre und die auch meine Deadlines bestimmt, nachträglich, also nach Ende meiner Abgabefristen, Berechnungsformeln verändert, ist das ein Problem dieser Teamleiterin.
Was ich für mich verstehe, ich werde hier immer in einen Zielkonflikt geraten…und evtl. werde ich mich im Laufe der nächsten Jahre aus diesem Bereich der operativen Gesellschaften etwas zurück ziehen können.
Denn das Gespräch am Folgetag mit meinem Chef, führt mich ab sofort noch stärker in seinen direkten Bereich hinein..in den zweiten möglichen von drei Bereichen (Development and Administration / Construction / Operating). Bisher habe ich nur Firmen aus der 1. und 3. Kategorie…Während die 2. Kategorie bisher noch nicht von Deutschland aus betreut wird. Bis jetzt….ab jetzt heißt das dann aber auch ich fahre alle 2-3 Monate nach DK.
Unvermittelt bin ich zu einem dieser kleinen Postkarten-Momente gekommen…ein perfekter Moment, ein überwältigendes Gefühl von WOW .
Montagabend gegen 20 Uhr sind wir im Norden von DK am Hotel angekommen…und da das Hotel mitten im Nirgendwo, dafür aber nahe am Fjord liegt, haben wir im Hotelrestaurant gegessen. Das Essen dort ist hochwertig und richtig klasse. Ich nahm den Fisch mit frischem Gemüse und neuen Kartoffeln. Wie immer in „guten“ Restaurants war die Menge jetzt überschaubar, aber absolut ausreichend zum satt werden.
Der Controller ist nach dem Essen sofort auf sein Zimmer, ich wollte noch vor dem Hotel einen kleinen Spaziergang machen. Obwohl ich den größten Teil der Strecke gefahren bin, war ich noch munter…es war bereits 21.30 Uhr und so langsam ging auch die Sonne unter. Aber zum Fjord wollte ich nicht…denn dazu hätte ich einen relativ steilen Weg durch ein Waldstück gehen müssen…und sooo fit bin ich ja noch nicht. Also eigentlich…
…aber als ich durch die Bäume ein kräftiges Orangerot wahrnahm, konnte ich nicht widerstehen….hab den steilen direkten Weg gemieden und bin einen etwas sanfter-abfallenden Kiesweg gelaufen…ohhhje, zurück muss ich auch noch…aber das Abendrot-Orange hat mich weiter angezogen.
Nach wenigen Minuten war ich unten am Fjord….hier kann man direkt am Wasser entlang bis die Kleinstadt laufen, die ca. 4km entfernt ist….aber das wollte ich diese Mal gar nicht.
Ich wollte einfach nur zum Wasser und um besser sehen zu können, ging es auf den kleinen Holzsteg…und dann war er da, dieser perfekte kleine Moment von absoluter Stille, angenehm warm, ohne Wind und einem Ausblick der mich innerlich verstummen ließ – der Postkartenmoment:
Ich blieb ein paar Minuten nur und hab diese Atmosphäre des Augenblicks genossen….die Sonne ging dann jetzt doch recht schnell unter und ich hab mich auf den Rückweg gemacht.
Zum Glück ging der Kiesweg dann doch sanfter bergauf, weil ich die Abzweigung Richtung Hotel ignoriert und dem Weg weiter gefolgt bin. Am Ende des Weges musste ich dann noch ein Stück an der Straße zurück laufen, hab mir aber dadurch das steilste Stück gespart…Aber jetzt war ich trotzdem richtig KO und hab mich schnell schlafen gelegt.
Es ist schwer über 400km entfernt den Kontakt zu den Kollegen in der Firmenzentrale zu intensivieren, wenn auch noch meine Ansprechpartner ständig wechseln….so wollte ich einen Kollegen endlich mal persönlich sprechen, der noch kein 1/2 Jahr bei uns ist….nur um zu hören das genau jetzt sein letzter Tag ist….und wieder hab ich 4 Gesellschaften die wie ein Pokal zum Nächsten gereicht werden….allerdings gibt es noch gar keinen Nachfolger…und „Irgendjemand“ wird sich meiner Gesellschaften schon annehmen.
Dieses interessante Firmenkonstrukt über 2 Länder hinweg, erfordert in vielen Fällen das es 2 Gesellschaften gibt: eine Deutsche und eine Dänische. Und während ich die Deutschen Gesellschaften bearbeite, werden diese dann komplettiert mit dem Dänischen Teil. Erst Beides zusammen ergibt damit erst das gesamte Bild für die Investoren.
Ich brauche also für viele Gesellschaften immer einen Controller-Pendant in Dänemark. Daher ist es wichtig, das wir uns gut abstimmen und auf Augenhöhe begegnen…immerhin arbeiten wir in denselben Dateien und müssen diese letztlich zusammen verantworten. Haben dadurch aber auch eine gegenseitige Kontrolle.
Ich hab mich also riesig gefreut, das meine Lieblingskollegin in der Zentrale für den Feierabend ein privates Treffen im Restaurant am Fjord mit einigen der Kollegen organisiert hat. Da man ja nie weiß, wann man mal zusammen arbeiten wird, war es auch okay, das ich die anderen noch gar nicht kannte.
Das Restaurant lag direkt am Fjord und so sind der Controller und ich noch eine kleine Runde spazieren gewesen…also das ist echtes Postkarten-Feeling:
Zu Acht waren wir später im Restaurant und es war ein toller Abend….also lustig, richtig lustig und ungezwungen….ich kann es mir gut vorstellen mit diesen Kollegen zusammen zu arbeiten…