Übervolles Venedig zum Abschied

Mit meinem Ticket „ohne Warten“ in den Dogenpalast zu kommen, hatte ich noch echtes Glück…es war gerade sehr wenig Andrang und auch drinnen, konnte ich meiner Wege ziehen…okay die Schmerzen in Hand und Knie störten etwas…aber ich konnte mir alles in Ruhe anschauen.
Kaum war ich auf dem Weg zum Ausgang, strömten einige größere Gruppen unter lautstarker Anleitung in den Dogenpalast hinein…da hatte ich echt Glück.

Während am Wochenende sehr viele Italiener in Venedig waren, auch bei mir im Hotel, gab es seit diesem Montag vermehrt sehr große Gruppen aus dem asiatischen Raum.Mit

Bei mir haben sich diese Gruppen sehr unbeliebt gemacht, denn sie schauen beim Laufen NICHT – also überhaupt nicht, nach vorne und sind überrascht, wenn man Ihnen dann nicht Platz macht…was bei den schmalen Gässchen oft gar nicht möglich war. Von dem mir wichtigen Abstand zu Menschen, konnte so gar keine Rede mehr sein.

Da ich mich nicht in Luft auflösen kann und verbale Ausrufe überhaupt keine Wirkung zeigten, bin ich dann stehen geblieben, habe eine Schulter etwas vorgeschoben, bin dabei leicht in die Kniee gegangen für einen besseren Stand und habe mich bewusst auf den Zusammenprall vorbereitet.

Die einzige Reaktion auf den unvermeidlichen Zusammenprall war: ungläubiges Staunen…und das Kuriose: auch die nachfolgenden Menschen der gleichen Gruppe, haben nicht reagiert….jeder dieser Köpfe war permanent auf eine Seite gerichtet und Niemanden interessierte, das Ihnen da Menschen entgegen kamen.

Inzwischen war ich an einem Punkt angekommen, das ich keine Lust mehr hatte, mir noch mehr von Venedig anzuschauen…was aber nicht an Venedig lag, sondern an meinen eigenen Bedürfnissen nach weniger Trubel und mehr Ruhe.

Da alle sagen, ja jetzt im November ist es viiel ruhiger, als im Sommer…und es für mich jetzt kaum auszuhalten ist, bin ich froh, das ich es nicht gewagt habe früher im Jahr zu kommen…nach den ersten 1,5 Tagen war es für mich anstrengend geworden…aber ich bin froh diese Reise gemacht zu haben. Venedig ist einfach phantastisch. Würde ich noch einmal wieder kommen? Nein – ich glaube nicht.

Diese unglaublichen ersten Eindrücke und Erlebnisse mit netten Menschen waren es einfach wert hierher zu kommen und die Erinnerungen bleiben mir für immer…allerdings kann ich meine eigenen „sozialen Einschränkungen“ nicht lange ignorieren oder unterdrücken…das kostet mich einfach sehr viel Kraft und das habe ich nach Beendigung meiner Reise dann auch gemerkt…es hat 3 Tage gedauert, mich nicht mehr schlapp und krank zu fühlen. Es geht dabei weniger um rein körperliche Schlappheit, als um seelisches ausgelaugt fühlen, was sich dann auch körperlich bemerkbar macht.

Im Hotel war an meinem letzten Tag, aber auch so eine der oben beschriebenen Gruppen angekommen…und die gesamte Zeit, bis spät in den Abend wurden die Türen zu den Zimmern zugeknallt…und wieder geöffnet, Unruhe auf den Gängen, wieder fielen die Türen laut ins Schloss, wieder und wieder Puhhh….nicht schön.

Irgendwann herrschte endlich Ruhe und ich konnte schlafen..am nächsten Tag war ja mein Abreisetag. Am Abend hatte ich schon wieder alles zusammen gepackt und meine Rückreise zum Flughafen Marco Polo organisiert. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten und ich hatte mich für die direkteste Verbindung mit einem AliLaguna-Wasserbus entschieden. Inzwischen mache ich das schon etwas routinierter…hihihi

Kostenpunkt 18 EUR. Das Online -Ticket war schnell gekauft. Dieses Mal war ich schlauer und habe gleich mal geschaut, ob ich dieses Ticket auch erst noch „umwandeln“ muss…nein, das brauchte ich bloß dem Mitarbeiter an der Station zu zeigen….hier gab es scheinbar noch keine Automaten für den Einlass, sondern Menschen, die auf das Ticket schauten.

Geschlafen habe ich in dieser letzten Nacht nicht gut, natürlich habe ich mir schon wieder Sorgen gemacht, das es mit dem Rücktransport zum Flughafen nicht klappt…aber dafür bin ich dann noch einmal früh aufgestanden, um einen ruhigen Spaziergang an der Promenade entlang zu machen, bevor die Touristen-Ströme auf die gleiche Idee kommen.

Zwangsgemeinschaft

Für die Fahrt in die Firmenzentrale (400km eine Strecke) im Norden Dänemarks; haben wir Controller uns also zusammen in ein Auto gesetzt…unsere kleinen Koffer, Laptop-Rucksäcke, Jacken und einen Karton voller Post passten gerade so in den Kofferraum des Firmenwagens…gut das es Außenspiegel gibt.

Nun sind wir seit knappen 2 Monaten zu Viert in der Abteilung und damit noch kein wirklich eingespieltes Team. Die diversen Fahrten in den letzten Jahren, nur mit dem Controller, waren bisher immer gut…wir waren, trotz mancher beruflich unterschiedlicher Auffassungen, immer ein gut funktionierendes Team.

Die organisatorischen Abstimmungen, auf so einer mehrtägigen Dienstreise, liefen bei uns meistens ohne großen Aufwand routiniert ab…wir haben uns gut verstanden, hatten meistens angenehme Gespräche während der Fahrt, konnten auch mal schweigen. Es war möglich seinen eigenen Bedürfnissen entsprechend zu reisen. Diese Konstellation hat mir i.d.R. keinen oder nur ganz wenig Stress bereitet.

Jetzt in der Vierer-Konstellation war das natürlich nicht mehr so einfach. Es kann nämlich auch anstrengend sein, wenn nun KEINER mehr seine Bedürfnisse benennt, sondern alle aus lauter Rücksicht die Entscheidung der Gruppe überlässt.

Katrin hatte im Vorfeld die Befürchtung das die Fahrt „stumm“ abläuft, es also keine Gespräche geben wird und hat damit, ohne es zu wissen, bei mir ein über viele Jahre erlerntes Verhalten zu Tage gefördert, das ich so gar nicht mag…es aber trotzdem immer wieder mache.

Ich habe die Stille überbrückt und Gespräche angefacht oder aufrecht erhalten…sogar der Schweigsame war auf einmal dabei und hat mitgemacht: hat geredet und sogar auch gelacht. Die Fahrt nach Dänemark war damit locker und lustig und auf eine interessante Art unbeschwert.

Aber mir war bereits klar, das kann ich unmöglich für die nächsten 3,5 Tage auf diese Art durchhalten.

Aber ich habe im Laufe meines Lebens gelernt zu funktionieren…und meine eigenen Bedürfnisse für eine Weile zu ignorieren…wenn es sein muss. Geholfen hat mir dabei auch, das ich gerade noch in einer kommunikativeren Phase war und das der Vollmond sich in den nächsten Tagen seinem Höhepunkt näherte (da bin ich eh meistens aktiver- auch beim Sprechen).

Zusammen 400km im Auto, zusammen beim Abendessen im Hotel, zusammen beim Frühstück, zusammen bei den Schulungen usw. immer zusammen auf engstem Raum…jaaa es ging – aber es hat mich viel Kraft gekostet…und meine Nerven waren deshalb nicht nur wegen der neuen Software angespannt.

Aber ich habe versucht mir kleine Nischen zu suchen: bin mal zu meinen Controller-Kollegen gegangen für einen, kleinen Plausch, hab mit vielen anderen Kollegen aus der Zentrale kleine Unterhaltungen geführt, wir sehen uns ja nicht sooft.

Diese Art der Unterhaltung ist eine ganz andere, als  die innerhalb unserer kleinen Zwangsgemeinschaft

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Zu viel unterwegs – zu wenig Erholung

Es ist jetzt Mitte meiner 2. Urlaubswoche….und nächste Woche geht es wieder ans Arbeiten. In der ersten Woche war ich ja erst für 3 Tage in Hessen (Frankfurt und Umgebung), dann wieder einen Tag Zuhause, dann für 3 Tage In Flensburg und Dänemark mit meiner Schwester) und ich bin seit Samstagnachmittag erst wieder zuhause.

Das waren insgesamt mit allen Ausflügen usw. 1.640 km die ich im Auto unterwegs war. Die ersten Tage waren sehr heiß, dann in Flensburg und Dänemark war es sehr windig. Ich bin in Hessen viel mit dem Rad gefahren (ebenerdig), dann viel Rad mit meiner Schwester (man sollte nicht glauben wie viele Steigungen es in Flensburg gibt – meine Schwester hat zum Glück ein E-Bike – ich nicht) und stundenlang in Rømø /DK am Stand entlang gelaufen.

In Frankfurt den Stress Montagabend, das extrem tolle Treffen am Dienstag mit dem Rentner+seiner Frau bei ihnen zuhause, in der Nähe von Hanau. Dazu die anschließende tagelange ununterbrochene Kommunikation mit meiner Schwester. Es gibt einfach keine Redepausen, wenn ich bei ihr bin – also gar keine.

Dazu immer und immer wieder die alten Geschichten, mit denen sie nicht abschließen kann, da kommt soviel Bitterkeit mit hoch, und sie behauptet zwar, es verarbeitet zu haben…aber man merkt sehr schnell…das sind nur Worte und die stimmen nicht.

Diese alten Geschichten haben zum Glück nichts mit mir zu tun…unsere Themen sind geklärt.

Ich hab schon so oft versucht ihr Wege aus diesen Gedanken-Spiralen aufzuzeigen, aber ich kann ihr dabei nicht helfen, solange sie nicht einsieht, das sie sich selbst damit blockiert und sie es selber „angehen“ muss, um endlich wirklich inneren Frieden zu finden.

Ich finde die Unterhaltungen darüber jedoch von mal zu mal belastender….weil sie die Verantwortung immer auf „die Anderen“ schiebt. Das sie aber heute, nach 30-40 Jahren, auch selber die Verantwortung für ihren jetzigen Umgang mit den Themen übernehmen kann, will sie nicht wahrhaben. Ja es braucht Zeit und Mut und man muss ehrlich zu sich selbst sein…das kann nicht jeder.

Womit man mal wieder sieht: jeder muss seine eigenen Wege finden mit schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit und seelischen Verletzungen umzugehen.

Seitdem ich wieder zuhause bin, fühle ich mich nicht erholt, sondern erschlagen….wahrscheinlich auch, weil ich die Dosierung einer Tablette auf Anraten des Arztes verdoppelt habe, und die Wirkung ich erst jetzt erst bemerkbar macht….und schon als ich mit den Tabletten im März begann, hab ich Wochen gebraucht, bis ich mich nicht mehr so müde gefühlt habe.

Also seit Samstagnachmittag bin ich körperlich erschöpft, müde, mir tun Knochen und Muskeln weh, ich bin seelisch ausgelaugt, ich hab mich total in meine Wohnung zurück gezogen…dazu hat das Wetter umgeschlagen und es ist bei 18-23 Grad zwar warm, aber ständig bedeckt, extrem windig…vorgestern gab es ein heftig langanhaltendes Gewitter und die Sonne mag auch nicht mehr scheinen….ich schlafe sehr viel und lange und so richtig motiviert viel in meiner letzten Urlaubswoche zu machen, bin ich auch nicht.

Ehrliches Fazit: Es war einfach zu viel.

Meine anfängliche Euphorie endlich mal wieder raus zu kommen und den Urlaub zu genießen, hat tatsächlich verdrängt, das die Tage mit meiner Schwester anschließend für meine Erholung auch nicht so toll sein werden. Dabei waren auch die Tage mit und bei ihr schön…aber eben auch anstrengend.

Es ist, wie es ist…ich brauche einfach viel Ruhe für mich selbst…und selbst wenn ich meine eigenen Bedürfnisse missachte, wie in diesem Fall, holt es mich am Ende wieder ein.

Seit Samstagmittag bin ich wieder Zuhause und erst seit gestern Abend (Dienstag) fühle ich mich wieder lebendig. Die Tage dazwischen hab ich mich nur etwas um meine Wohnung und die Wäsche gekümmert…ansonsten hab ich auf der Couch gelegen und gelesen, etwas gekocht, auf dem Balkon etwas aufgeräumt und stundenlang den Vögeln zugeschaut und eben sehr viel geschlafen.

Gestern Abend war ich dann endlich mal wieder zu meiner normalen Walkingrunde am Abend unterwegs..sehr schön…jetzt bin ich also wieder da…

Wie vergesslich kann man sein

(ACHTUNG: nur langweiliges Arbeits-Zeugs 😊):

Nach der Fahrt in die Firmenzentrale hatte ich mich für die nächsten Tage ins Homeoffice verzogen….musste ja immerhin auch 3 Arbeitstage nachholen und überhaupt wurde es hektisch…viele Kollegen gehen jetzt in Weihnachtsurlaub…da musste ich vorher unbedingt noch so einiges fertig bekommen, brauchte noch Unterschriften und einige Zahlungen mussten dringend und sofort raus…ich scheiterte jedoch an der emotionalen Überforderung meines direkten Kollegen.

…und manchmal wundere ich mich, warum ein so unorganisierter Mensch, in der Buchhaltung arbeitet. Unser Berufszweig lebt von Organisation und Struktur….und ich sage ja gar nicht, dass seine Struktur der meinen Gleichen sollte…also von mir aus kann seine physische Unordnung vorherrschen, aber er sollte Unwichtiges von Dringendem unterscheiden können und das Wichtigste sollte er sich irgendwo notieren.

Wenn ich also Zahlungen zur Freigabe fertig habe, dann sollte er es doch schaffen diese innerhalb eines Tages auch tatsächlich freizugeben…ich gebe seine Zahlungen ja auch innerhalb von ein paar Minuten frei…und er kommt oft mehrmals am Tag mit diversen Zahlungen für EINE Gesellschaft. Ich sammle meine Zahlungen für verschiedene Gesellschaften und verschiedene Banken und mache i.d.R. nur an einem Tag in der Woche ALLE Überweisungen….wir haben da sogar mal eine „Regel“ aufgestellt..aber sei-es-drum.

Meine Zahlungen wurden nicht freigegeben, auch am nächsten Tag nicht und ich schreibe eine Mail um auf die Dringlichkeit hinzuweisen. Antwort krieg ich keine – und auch keine Freigaben.

Ich rufe an und der Controller ist gereizt und sagt er hat keine Zeit dafür – JA okay – aber WARUM meldet er sich dann nicht…dann hätte ich in der Zentrale um Freigabe gebeten. Ja also evtl. könnte er es später machen – aber das wüsste er nicht…aber die eine Bank – die würde er gerne machen – die anderen nicht….HALLO – jetzt mal Klartext: JA oder NEIN….da sind dringende Zahlungen dabei. Ich muss mich doch darauf verlassen können.

Letztlich stellt sich heraus, der Controller hat einen neuen PC bekommen und alle seine voreingestellten Websides mit den vorausgefüllten Usernamen und Passwörtern sind weg – und er kann sich nicht erinnern.

Also anstatt beim Helpdesk um die Rückspeicherung zu bitten, richtet er sich jetzt seine Daten mühselig von Hand selber ein..nur das er sich NIE irgendwelche Zugangsdaten irgendwo gesichert hat….also durchsucht er schon seit Tagen seinen PC nach alten Zugangsdaten.

… … … … … … Ich bin sprachlos!

Ich habe Zugangsdaten für ungefähr 30-35 Programme, Apps, Websides, Bankzugänge, VPN,Sharepoints usw. na klar kann man nich alle auswendig wissen, da jedes Programm seine eigenen Regeln für User-Name und Password-Vergabe hat. Aber es ist doch klar, jeder sollte sich seine Daten irgendwie und irgendwo „merken“ ….und damit meine ich nicht das Passwort, dass man unter die Tastatur klebt oder ähnlich lustige Dinge.

Überhaupt scheint es gerade für ihn schwierig zu sein, sich überhaupt irgendetwas zu merken. Seit 2 Monaten erzählen eine Kollegin und ich ihm ständig, wo er bestimmte Verträge findet. Alles ist ordnungsgemäß an 2 unterschiedlichen Stellen abgelegt: Sie hat ihm eine Mail geschrieben, ich hab es ihm auch noch einmal gesagt, ihm geschrieben und immer wieder auf unseren Sharepoint verwiesen…da wo man üblicherweise (auch er) Verträge abzulegen hat….ich hab es ihm im Chat geschrieben und doch hab ich in dieser Woche eine Mail bekommen mit der Frage: wo er den Vertrag findet.

Ich versuche mich nicht aufzuregen (was nicht gelingt) und schicke ihm einen Screenshot mit dem Pfad und hänge den Vertrag als PDF an die Mail… OHNE Text – sonst werde ich unhöflich.

Auch hat er komplett vergessen, das ich Anfang des Jahres noch 2 Tage Urlaub habe, weil er vergisst, das wir uns ja eigentlich abstimmen, wer wann in Urlaub geht (er hat Urlaub beantragt ohne sich abzustimmen) und auch noch vergisst, das es eine Excel-Datei gibt, in die er schauen kann, da tragen wir uns ein – alle – außer ihm…aber er schreibt unserem Chef ich wäre ja da….Ähmm NEIN – bin ich nicht…ich hab bereits genehmigten Urlaub…ich hab den Urlaub mit Allen abgestimmt, auch mit ihm und im Chat kann er es nachlesen und unser Chef hat sein okay per Mail auch an ihn geschickt…aber er hat es nicht mehr im Gedächtnis.

Er fragt mich nach 2 Banken, die über das gleiche Portal laufen, ich nenne sie ihm und ratet mal…bereits Minuten später hat er es vergessen….und ich werde langsam ärgerlich und sage es auch….nenne sie ihm erneut und wieder nach mehreren Minuten fragt er wieder weil er sich nicht sicher ist..sag mal – das ist doch nicht normal.

Ansonsten bleibe ich in dieser Woche relativ stumm in seine Richtung…mag mich nicht weiter mit ihm unterhalten.

Für den Mittwoch hatte ich mich spontan entschieden ab Mittags in Büro zu fahren…ein Kollege aus einer anderen Abteilung wird uns Ende des Jahres verlassen und wir wollten mittags alle Zusammen Essen gehen….und auch Donnerstag war ich ab Mittags im Büro, die Controlling-Abteilung hatte einen Termin bei einer Fotografin.

Ich war also 2x 1/2-Tag in Büro und hatte eigentlich keine Lust auf die Enge in unserem Dreier-Büro, schon gar nicht durch die Unruhe die der Controller verbreitet…er murmelt ständig vor sich hin….ich hab die Kopfhörer aufgezogen und versucht mich zu konzentrieren, bin aber immer wieder auch direkt angesprochen worden…NEIN – ich will mich nicht unterhalten – ich will arbeiten – ich hab nur noch wenige Tage bis zum Jahresende und muss auch mal fertig werden.

Er vergisst alle Absprachen, wer wann im Büro und im Homeoffice ist…schmeißt ständig seine eigenen Entscheidungen über den Haufen…ich kann mich auf nichts mehr verlassen.

Wenn ich selber entspannt bin, kann ich mit seiner Vergesslichkeit und Unzuverlässigkeit meistens ganz gut umgehen, aber aktuell ist es eher schwierig für mich…Er ist zwar ein netter Kerl – aber beruflich geht mir diese Art gehörig auf die Nerven und ich habe jetzt eine Entscheidung getroffen.

Ich habe mir für das Homeoffice über die Firma, einen mobilen Handscanner besorgt…der wurde am Donnerstag geliefert und damit ist meine Ausstattung im Homeoffice komplett…so werde ich jetzt tatsächlich ziemlich autark sein…ab 2023 versuche ich noch öfter von Zuhause aus zu arbeiten und werde mich auch weniger nett geben, alles im Vorfeld abzustimmen – nutzt ja eh nichts, wenn er es gleich wieder vergisst und sein eigenes Ding durchzieht (übrigens nutzt da auch keine schriftliche Version – er würde es ja nicht mal nachlesen)…

unentspannter Kollege

Ja auch die schönste und entspannteste Zeit macht mal Pause…diese Woche verlässt mich zum ersten Mal meine inzwischen schon fast gewohnheits-mässig vorhandene gute Laune.

Diese Woche ist beruflich herausfordernd….anstrengend. Was zum einen an dem Präsenz-Meeting am Dienstag lag und an der schlechten Laune meines Kollegen.

Dem Kollegen fällt es zunehmend schwer ruhig und gelassen auf die Fragen und Anforderungen der wieder vermehrt ins Büro kommenden andern Kollegen zu reagieren….es läuft einfach nicht rund und er hadert mit  Gegebenheiten, die er ohnehin nicht ändern kann..

…ich versuche weiterhin so wenig wie möglich zu fragen und mache meine Aufgaben ohne weitere Hilfestellungen alleine…wurschtel mich bei manchen Dingen einfach mal so durch….und meistens finde ich auch eine Lösung, damit  das Programm  das macht, was ich möchte….hahaha! Ja eine richtige Einarbeitung an dem Programm hab ich nicht bekommen…und das rudimentäre Wissen von früher hilft mir dabei auch nicht wirklich…also „learning by mistake“.

Nach dem Meeting  Dienstag bin ich am Mittwoch wie geplant ins Home-Office gegangen…zum Glück….doch bereits nach dem Mittag, mit Erledigung des Tagesziels mit Abgabedatum war bei mir die Luft raus., ich war platt…ich hab mich dann mit so ein paar Routinearbeiten noch beschäftigt, aber bereits kurz nach 15 Uhr konnte ich mich zu nichts mehr motivieren….na gut das ich  bereits um 6.30 Uhr  am „Heimarbeits-Schreibtisch“ angefangen habe …also FEIERABEND.

Den heutigen Bürotag hab ich fast stumm erledigt und wir sind Beide gut voran gekommen, aber auch heute war der Wurm bei ihm drin und mit seinem Lamentieren hat er mich immer wieder aus der Konzentration geholt, hab zugehört und bin darauf eingegangen… Mittags hab ich dann eine Runde um den Block gemacht, am Nachmittag noch den „Gang“  zum Postholen, das sind immer so 15-20 Minuten….lach….doch auch danach war der Kollege immer noch nicht wirklich gut gelaunt…und ich hab  halbwegs stumm weiter gearbeitet…

Irgendwann hatte er sein Tief überwunden und dann hab ich ihn auch schnell in das lange Wochenende verabschiedet….Morgen ist er im Homeoffice und ich im Büro.

Nach so einem Tag freue ich mich auf meine Wohnung. Tür zu, Schuhe aus, ab auf den Balkon und erst einmal durchatmen.

Soooo jetzt hab ich noch genau 4 Tage (incl. des Feiertags am Montag) um meine Datenübernahme zu beenden…. und ich hab nicht vor das ganze Wochenende damit zu verbringen….

…ich brauche noch ca. 1,5 – 2 Arbeitstage ….das sollte ich also hin bekommen. Durch das Meeting am Dienstag sind viele Ungereimtheiten weg gefallen….dafür sind neue Hinzu gekommen. Aber egal…ich habe jetzt für mich entschieden, wie ich es machen werde….sollte es im Nachhinein noch notwendig sein etwas zu korrigieren, dann mache ich das später….JETZT möchte ich mit dem aktuellen  Wissensstand zu den Projekten die Daten  FERTIG in unser System übertragen haben.

Dienstag ist der 2. Juni: Ende der Datenübernahme, RAPPORT nach DK und dann wird es hoffentlich wieder entspannter bei mir… und hoffentlich auch bei dem Kollegen.