Arbeits-Strategie und Bürohopping

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs !)

So langsam rückt mein Urlaub immer näher. Was auch bedeutet, das meine Quartalsabschlüsse in die heiße Phase gehen….aber ich habe vorgesorgt, richtig gut vorgesorgt…so das ich bereits gestern die ersten „kleinen“ Gesellschaften fertig melden konnte. Das geht nur bei den Firmen die kein eigenes Bankkonto haben, denn die müssen nicht bis zum letzten Kontoauszüge des Monats warten, bevor der Monat geschlossen werden kann.

Ich hätte niemals gedacht, das meine Kollegin aus der Zentrale sich so darüber freut, diese kleinen und unkomplizierten Gesellschaften schon vor dem eigentlichen Stichtag für die Einbindung in den Konzernabschluss zu bekommen. Ich hatte mich in meiner Mail ja fast für diese frühe Abgabe entschuldigt…aber sie hat sich überschwänglich gefreut und sich herzlich bei mir und für meine vorausschauende Arbeitsweise bedankt.

Nanu! Mit so einer Reaktion hätte ich nie gerechnet…normalerweise gebe ich diese kleinen Gesellschaften immer erst zum Schluss ab, wenn die wichtigeren Gesellschaften fertig sind. Aber ich hatte meine Vorbereitungsstrategie ja noch einmal komplett neu aufgestellt…und diese neue Herangehensweise hat sich gelohnt.

Ich bin dieses Mal perfekt (natürlich nur gefühlt perfekt…was ist schon wirklich perfekt) vorbereitet. Falls uns jetzt die Technik keinen Streich spielt, sollte eigentlich alles gut funktionieren. Denn bis Ende nächster Woche müssen wirklich ALLE Gesellschaften fertig werden. Es gibt keine Ausnahmen und keine Verlängerungen mehr. Entsprechend nervös war ich während dieser Vorbereitungsphase. Aber jetzt kann ich mich zurück lehnen, das Wochenende in Ruhe genießen und brauche mir keine Sorgen zu machen.

Was mir unschön auffällt sind die physischen Veränderungen in unserem Büro. Einige Kollegen in Hamburg müssen jetzt räumlich enger zusammen rücken und ich bin nahezu entsetzt, wie auf einmal aus bisherigen 2er Büros, jetzt 4er Büros werden. Die Schreibtische stehen in einem Block zusammen….jeder hat gerade das noch gesetzliche Mindestmaß an Platz hinter sich bis zur Wand/Glaswand…dazu noch ein kleines Schränkchen und eine Stehlampe für 2 Schreibtische und mehr passt in so einen Raum auch schon nicht mehr rein.

Wer jetzt noch weiß, das weder Decke noch Wände eine vernünftige Schallisolierung haben, kann sich ausmalen, wie unschön das Arbeiten wird, wenn auch nur eine Person telefoniert….und so richtig glücklich sehen die Kollegen auch nicht aus. Ich hab auch mal fast 2 Jahre in der Nähe von Frankfurt in so einem Hasenstall zur Viert gesessen…das war echt eine fürchterliche Zeit.

JA das ist der Preis den die Mitarbeiter zahlen, dafür, das die Firma so rasant wächst und immer mehr Mitarbeiter eingestellt werden und Büroräume sind halt teuer in der Innenstadt….andererseits sollen wir auch wieder vermehrt im Büro arbeiten…aber hier gibt es noch keine strikten Vorgaben.

Ich kann mir also gut Ausmalen, das auch meine komfortable Lage, mit einem 2er Büro zur Einzelnutzung, bald schon wieder vorbei sein wird…zum Glück ist der Raum etwas kleiner, so das er auf keinen Fall Platz für 4 Schreibtische bietet.

Aber auch auf unserer Etage hat das muntere Wechselspiel: „ich packe meine Sachen und ziehe ins nächste Büro“ bereits begonnen. Die Chefs spielen „Sokoban“ mit ihren Mitarbeitern: d.h. die Mitarbeiter werden ständig hin und her geschoben. Nur der Controller und ich sind BISHER davon verschont geblieben.

Aktuell nehme ich mir 2 Homeoffice-Tage pro Woche und für unsere Abschlusszeiten nehme ich auch mehr…nächste Woche arbeite ich 4 Tage von Zuhause aus. Sollte sich an meiner Arbeitsplatz Situation etwas ändern, würde ich auch regelmäßig öfter mobil Arbeiten….jetzt ist es wieder ein Vorteil für meine Arbeit nicht an das Hamburger Büro gebunden zu sein.

Countdown gestartet

Sooo – die offizielle Arbeitswoche ist geschafft….

Heute lief es für mich zwar richtig gut, bin gut voran gekommen…aber mein Team-Neuzugang ist echt schräg drauf, heute konnte ich nicht mehr ruhig bleiben und hab ein paar Mal ungehalten auf seine Arbeitsweise und seine oft unangebrachten Bemerkungen reagiert – das kam natürlich gar nicht gut an.  Ja – ich weiß, das war unklug…aber ich hab mich soo geärgert.

Das Ende vom Lied: ab dem Zeitpunkt hat er wirklich überhaupt nicht mehr nachgedacht und  noch mehr Fehler produziert. Als er gegen Ende des Nachmittags gesagt hat, irgendwie sei er erschöpft hab ich ihn ins Wochenende geschickt.

Da hat er mir doch tatsächlich als Erklärung gesagt, er hätte in dieser Woche bereits 45 Stunden gearbeitet und er wäre jetzt ausgebrannt….Zugegebenermaßen hab ich einen Moment gebraucht um mein Gesicht wieder in den Griff zu bekommen…so ganz konnte ich das ungläubige Grinsen nicht unterdrücken. Mit dem Wort „ausgebrannt“ verbinde ich doch etwas anderes…

Nun gut – was soll ich darauf sagen…am Besten NICHTS. Immerhin ist er bereits 5 Monate bei uns, da hätte ich eigentlich etwas MEHR erwartet. Und damit meine ich NICHT mehr Arbeitsstunden, sondern besser genutzte Zeit, mehr Leistung, mehr Konzentration, weniger Quatschen und wesentlich weniger an unkoordinierten Nachdenk-Aktionen die zu keinem oder einem falschen Ergenis führen. Die Flexibilität im Geist und den wachen Verstand erkenne ich gerade nicht so wirklich.

Aber vielleicht liegt es ja an mir –  vielleicht sind es zu viele Worte – zu viel Erklärungen in bester Absicht…aber wenn sein Verstand nicht mitkommt nutzt das ja auch nichts…

Puhhhhhh – ich werde meine Strategie ändern…ändern müssen….ich überlege mir bis zum Wochenanfang wie ich jetzt weiter vorgehen werde.

Gestern hat mir meine Chefin meinen letzten Urlaub genehmigt, damit ist mein letzter Arbeitstag bereits am 13.09.2019. Freitag den 13. – gut das ich nicht an einen Unglückstag glaube.

Der Countdown beginnt:

Verbleibende reguläre Arbeitstage: 50 ./. 2 = 48 Tage  (hab noch 2 Tage Urlaub mittendrin)

Inclusive  1 x Halbjahres-Abschluss-Reporting komplett / 2 x Monatsabschlüsse m. Reporting

Aber auch meine Team-Mitglieder gehen noch in den Sommerurlaub und ich muss weiterhin viel Zeit für die Einarbeitung einplanen.

Nun, aller Hektik zum Trotz, verbringe ich jetzt einen entspannten Feierabend und werde mich  „NUR“ an einem Tag am Wochenende ins Büro begeben, in der Hoffnung damit dann in der kommenden Woche nicht gleich zu Anfang wieder zeitlich in Bedrängnis zu kommen und nervlich zu schnell am Limit zu sein. Ich ziehe also einen Teil des zeitraubenden Reporting vor… so schaffe ich mir eine kleine „Zeit-Insel“.

So sollte es möglich sein ab Mitte der Woche die Anzahl der Arbeitsstunden wieder auf ein normaleres Maß zu senken…