Irgendetwas ist immer…

…also etwas, das nicht rund läuft….also ICH laufe nicht rund.

War ich doch endlich wieder energiegeladen, hatte Lust auf Sport und Bewegung…und hab mich richtig gut gefühlt…wachte ich am Sonntag auf – und fühlte mich komisch…leicht schwindelig beim Aufstehen und mit einem Druckgefühl auf dem linken Ohr…wie Watte und mein Hörvermögen schien dezimiert….

Das geht gleich wieder weg, dachte ich – ging es aber nicht…mit beiden Ohren zusammen konnte ich zwar hören, aber nicht erkennen, was davon links oder rechts ankam. Hab also einfach meine Kopfhörer aufgesetzt und dann jeweils eine Ohr-Seite getestet:

Tatsächlich hörte ich rechts: normal….Links dagegen waren die Töne dumpf, leise und irgendwie auch blechern…um eine Fehlfunktion der Kopfhörer auszuschließen, hab diese seitenverkehrt noch einmal auf die Ohren gezogen, aber der Effekt war der Gleiche.

Ich hatte wohl einen leichten Hörsturz…das klingt im ersten Moment sehr bedrohlich…beschreibt aber nichts anderes, als eine plötzlich, ohne erkennbare Ursache, auftretende Hörbeeinträchtigung.

Ein Hörsturz ist eine meist einseitig, plötzlich auftretende Schwerhörigkeit bis hin zur Ertaubung, wobei keine Ursache erkennbar ist. Fast immer ist ein Hörsturz begleitet von unangenehmem Ohrensausen, manchmal auch von Schwindel. Kleinere, vorübergehende Hörstürze sind relativ häufig. Schwerere Hörstürze mit Dauerschäden kommen selten vor

Auszug aus: Gesundheit.GV.AT

Zu meinem großen Glück habe ich dabei keinen Tinnitus (also hohe oder pfeifende Ohrgeräusche) und auch das schwindelige Gefühl lies schnell wieder nach und kommt nur ab und an noch. Allerdings ist die Geräuschempfindlichkeit extrem hoch gewesen in den ersten Tagen …hätte nicht gedacht, das zu meiner „normalen“ Geräuschempfindlichkeit noch einmal eine solche Steigerung möglich war.

Wenn der kleine Drucker im Arbeitszimmer anspringt, fing es in meinem Ohr an zu wummern…und gestern in der Büroküche musste ich eine Unterhaltung abbrechen, als der Wasserkocher lautstark das Wasser erwärmte. Krass!

Es gibt verschiedene Sichtweisen, früher wurde bei einem Hörsturz immer nur Stress als Auslöser genannt…heute gibt es andere Meinungen, die auch körperliche Ursachen vermuten, z.B. eine Durchblutungsstörung.

Nach anfänglicher Sorge über bleibenden Hörverlust und steigendem Risiko für einen Schlaganfall hab ich mich dazu durchgerungen, in den nächsten Tagen zum Arzt zu gehen. Natürlich hab ich hier in Schleswig-Holstein noch KEINEN HNO ….hab mir einen in Hamburg herausgesucht, der mir sogar schon für diesen Mittwoch einen Termin gegeben hatte, diesen allerdings einen Tag vorher, ohne Begründung abgesagt hat…der neue Termin ist jetzt am 25.04.

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen, mein Hörvermögen hat sich weiter normalisiert, mir ist nur manchmal etwas schwindelig und die Lautstärke-Empfindlichkeit ist im Moment das gravierendste Anzeichen, das es noch nicht wieder gut ist. Ich kann zum Glück zuhause in relativer Stille leben und auch meinen Job so gestalten, das es überproportional still um mich herum ist….das kommt mir jetzt zugute und trägt sicher auch dazu bei, das sich mein Gehör wieder so gut erholt.

Es gibt aber etwas, was mich mal wieder schwer enttäuscht hat…und wieder ist es meine Schwester, die mich emotional hat hängen lassen…Ich hab es ihr sogar noch am Sonntag per Whatsapp geschrieben, und sie meinte, es könnte auch etwas anderes sein, weil ich keinen Tinnitus habe ….und damit war die Sache für sie erledigt und sie hat sich bis Mittwochabend nicht einmal erkundigt, wie es mir geht.

Genau so eine Aktion war es damals, fehlende seelische Unterstützung, die ich ja nun wirklich nur sehr selten brauche…..die mich dazu brachte, damals den Kontakt zu ihr massiv zu reduzieren….damals ging es um meinen Beinahe-Burnout. Und auch dieses Mal hat es mich jeden Tag mehr geärgert…immerhin hatten wir Kontakt, sie hat Urlaub und ärgert sich über ihren Mann….also erzählt sie viel…aber keine Frage: wie es mir geht.

Mittwochabend hab ich sie angeschrieben, das ich mich doch darüber gefreut hätte, wenn sie mich wenigstens EINMAL gefragt hätte, wie es mir jetzt geht….und das es mir jetzt wieder besser geht.

Sie hat sofort geantwortet, wusste aber nicht einmal was ich denn meinte….ob ich Ärger im Job hätte? …ähmmm NEIN – ich meinte eigentlich mein Hörproblem…. Da erst ist ihr bewusst geworden, das ich tatsächlich ein Problem habe und warum ich das nicht vorher geschrieben hätte…HAB ich doch !…. na egal, sie hat sich mehrfach für Ihre Unaufmerksamkeit entschuldigt. Okay-Entschuldigung angenommen.

Da ich zur Bockigkeit neige, nach dem Motto: wenn sie nicht will…dann melde ich eben auch nicht mehr, kann mich eh nur auf mich verlassen….war ich froh, das ich es doch angesprochen und damit geklärt habe. Jetzt ist für mich alles wieder gut….und so kann ich Ostersonntag ohne Groll zu Schwester+Schwager fahren.

Lustiger Doktor

Auf der Suche nach einem neuen Hausarzt hatte ich heute einen Termin bei einem Allgemein-Mediziner.

Nein ich bin nicht krank – ich habe einfach nur zu hohen Blutdruck und brauche für die Tabletten ein Rezept. MEHR nicht.

Der relativ junge Arzt (also unter 40Jahre)  fragte mich also, warum ich da bin und hat dann (da ich ja neu bei ihm bin) so einige Dinge gefragt, die ich auch klar und knapp freundlich beantwortet habe…und nach jeder meiner Antworten hat er  belustigt aufgelacht. Nach dem 4. Mal hab ich dann gefragt, was er denn an meinen Antworten so lustig findet, da hat er nur komisch geschaut, ist aber nicht darauf eingegangen. Ab jetzt war nach jeder weiteren Antwort meinerseits, seine Aussage ich sei doch gar nicht krank…

Nein – das hab ich ja auch gar nicht behauptet…ich beantworte doch einfach nur seine Fragen. Was kann ich dafür das ihm meine Antworten nicht gefallen, ich möchte doch nur ein Rezept für ein Medikament welches ich seit Jahren nehme… Nach diesen Aussagen hat er dann zum 1. Mal Bezug auf  mein Anliegen genommen und sogar meinen Blutdruck gemessen…und oh wunder…der Wert war ihm zu hoch…. SAG ich doch…

Da erst hatte ich das Gefühl ernst genommen zu werden, seine Fragen waren dann nicht mehr so lapidar und abweisend, sondern  professioneller (ein anderes Wort fällt mir dazu nicht ein).

Ich meinte dann, das ich anhand seiner Art mit mir zu reden, entnehme das ihn die mitgebrachten Befunde meines vorherigen Arztes nicht interessieren..und wirklich …mehr abweisend fragte er dann was ich da hätte…. und es hat ihn wirklich nicht interessiert….und nur widerwillig einen Blick darauf geworfen… dann hat er die Blutdruckwerte aus den Vorjahren gesehen und …

..letztlich hat er mir dann sogar eine andere Medikation verordnet…seufz, na ob wir „Freunde“ werden, bleibt abzuwarten. Ein Hoch auf die freie Artzwahl in Deutschland.