Aufregung- 3.Teil

Alles musste nun schneller gehen, als eigentlich geplant…also Wohnung aufräumen, ein Gästebett im Kleiderzimmer herrichten…und das obwohl ich im gesamten Zimmer durch die angefangene Aus-und Räumaktion der Schränke überall Kleidungsstücke rumliegen hatte….also das musste unbedingt auch noch fertig werden.

Auf der anderen Seite passte das prima, dann konnte meine Schwester gleich mal durch die Sachen schauen, ob sie davon etwas gebrauchen kann. Sie ist zwar etwas kleiner, und auch etwas schmaler gebaut (seit der Diabetes-Diagnose hat sie 8KG abgenommen)…aber beide sind wir mit Kleidergrößen zwischen 38-42 jetzt nicht weit voneinander entfernt…nur das ihr Körperbau eher zierlich gerade ist, während meiner mit etwas breiteren Hüften eher weiblich geformt ist…das macht die Weitergabe von Röcken und Hosen nur selten möglich….aber Blusen, Shirts und Jacken lassen sich problemlos tauschen….und sie verträgt viele der Stoffe, bei denen mein Körper sofort mit Hitzewallungen reagiert….hahaha…ich hab mich jetzt von vielen Teilen getrennt, die ich so schon lange nicht mehr tragen kann.

Die innere Unruhe der letzten Tage setzte sich aber weiter fort….weil ich musste ja noch einkaufen…muss ja auch etwas zum Essen anbieten können….Nur selbstgebackenes Brot mit Butter zum Frühstück reicht zwar bei mir…aber nicht wenn ich Besuch bekomme.

JA, es ist zwar meine Schwester, sollte also keine große Sache sein, aber mein ziemlich spontaner Vorschlag hat mich in Zugzwang versetzt und ich bin in der Tat aufgeregt. Ich genieße ja mein Alleinsein….diese Unabhängigkeit, dieses selbst-bestimmte Leben….und ich liebe es allein in meiner Wohnung zu sein…in meiner Trutzburg…..hier bin ich entspannt und fühle mich wohl. Brauche auf niemanden Rücksicht zu nehmen.

Aber ich kämpfe ja immer noch mit den Auswirkungen der Zeit-Umstellung…mit der Müdigkeit…mit Blutdruck und Ruhepuls…und jetzt kommt noch die Aufregung das ich Besuch bekomme hinzu….ich bin das gar nicht mehr gewohnt…ich Eigenbrödler. Also putzen, aufräumen, vorbereiten, einkaufen…ich bin tatsächlich aufgeregt….und freue mich auch ….und mache mir Sorgen um sie, und um meinen Schwager…und auch um mich, weil ich seit Tagen so aufgedreht bin….um mein Herz, das so komisch schlägt…

Zum Schluß bin ich am 31.03. Nachmittags noch auf die Idee kam, zur Begrüßung einen Eiskaffee anzubieten…immerhin sind heute über 20 Grad und die Sonne scheint…ich hab schon die Balkonmöbel aufgestellt und den Sonnenschirm vorbereitet…für einen Kuchen hatte ich keine Energie…aber so ein Eiskaffee mit Vanilleeis geht schnell und unkompliziert…aber dafür musste ich noch einmal los…

Samstag in der Stadt

Um jetzt wirklich in den nächsten Wochen ein paar Km mit dem Auto einzusparen, hab ich mich entschieden, es mal mit einem Wochen-Ticket für den ÖPNV zu probieren. Ein Tagesticket wie ich es benötige, kostet 7,90 …das Wochenticket 29,20 und das gilt dann für genau 7 Tage….

Meine Kollegen haben mir erzählt wie unkompliziert ein Handy-Ticket ist…also hab ich die HVV – App auf mein Handy geladen, mich registriert und besitze jetzt mein erstes Handy-Ticket.

Auch wenn ich es beängstigend finde, das sich alles mehr und mehr auf das Handy fokussiert. Ich muss mich bereits in unregelmäßigen Abständen mit meinem Firmen-Handy verifizieren, wenn ich den Firmen-Laptop anschalte…das finde ich schon ulkig und hoffe immer, das es nicht ausgerechnet dann passiert, wenn ich es zuhause hab liegen lassen….

Ich bin also heute am Samstag mit dem Fahrrad bis zur S-Bahn-Station geradelt…und dann bin ich mit der S-Bahn (incl. Rad) nach Hamburg gefahren…hab dort ein paar Dinge erledigt…nur das Wetter wurde immer schlechter….

…hmmmm okay – wo ich ja schon mal in der Stadt bin und das Wetter nicht so dolle ist, kann ich auch mal kurz ins Büro fahren…nein – nicht um zu arbeiten….ich hatte mich im letzten Team-Meeting freiwillig für eine Sonderaufgabe gemeldet.

Der mega-kleine und hoffnungslos überfüllte Abstellraum benötigt dringend eine helfende Hand….keiner hat noch den Überblick was noch an Büromaterial und Putzutensilien auf Lager ist und so geht ständig jemand los, um genau das zu kaufen, was derjenige gerade benötigt….das ist ineffektiv.

So hab ich den wirklich ungünstig gestalteten Raum erst einmal bis auf das Regal leer geräumt, alle Dinge sortiert, Leerkartons beschriftet und alles neu einsortiert….

Jede Menge Alt-Elektrokram auf einen gesonderten Haufen gelegt…darüber müssen andere entscheiden. Man sollte doch meinen, das auch vor einem Büroumzug mal jemand schaut, ob das eigentlich noch benötigt wird..

Jetzt kann man den Raum auch wieder betreten….und ich zumindest kann nun schnell überblicken, was wir noch ausreichend auf Vorrat haben und was wieder nachbestellt werden muss…

Aber auch nach der Räum-Aktion war das Wetter nicht besser und so bin ich auf dem Rückweg zur S-Bahn zum Lieblings-Falafel-Laden gefahren und mich dann auf den Heimweg gemacht.