Schon vor dem Umzug von Hessen nach Schleswig-Holstein, war meine Wohnung kein Ort, an dem sich viele Menschen die Klinke in die Hand gaben…ich hab zwar vereinzelt eingeladen, aber nicht so, wie zu meiner aktiven Tanz-Zeit, mit der dazugehörenden Clique.
Mein damaliger Freund mochte keinen Besuch und so schliefen meine Gastgeber-Qualitäten dann sehr schnell ein, als wir zusammen kamen.
Ich hab davor immer gerne Freunde bewirtet und das mit der Clique passte einfach: weil man innerhalb der Gruppe so sein durfte, wie man einfach war…denn uns verband das gemeinsame Hobby Tanzen/ bzw. der Turniersport Standardtanzen.
Als ich meinen damaligen Freund kennenlernte, war die Gruppe aber schon dabei sich aufzulösen…aus den vielen Singles unterschiedlichen Alters mit dem gleichen Hobby, wurden immer mehr Paare (aber nicht innerhalb der Gruppe), mit veränderten Lebens-Schwerpunkten. Das Tanzen verlor bei den Hobbytänzern an Bedeutung und wir Turniertänzer haben zwar weiter trainiert, aber unsere Partner forderten auch ihr Recht auf unsere Zeit und so gab es keine Tanzpartys mehr….es gab nur noch Training, Turniere und ansonsten: Partnerzeit….weil unsere Partner eben selber nicht tanzten. Und Turniere gab es dann auch keine mehr, als die Freundin meines Tanzpartners schwanger wurde…dann wurde auch das Training immer weniger, er kam oft viel zu spät oder sagte kurzfristig ab….Turniere waren sowieso kein Thema mehr, weil die ja immer an Wochenenden waren. Ich sollte Verständnis haben.
Bis ich beschloss diesem, für mich unhaltbaren, Zustand, des ständigen Wartens und vertröstet Werdens, ein Ende zu setzen.
Nach einem letzten klärenden Gespräch um herauszufinden, wie er sich das vorstellt, wenn das Kind dann erst einmal geboren ist (jaaaaa ich solle Abwarten und Verständnis haben ….ahha, wie lange?), hab ich ihm die Tanzpartnerschaft gekündigt…und er mir im gleichen Atemzug die Freundschaft. Na danke auch.
Hab dann aber später mit einem neuen Tanzpartner weitergemacht und wird waren erfolgreich, waren zielstrebig und haben toll miteinander harmoniert….und es hat sich eine bis heute andauernde herzliche Freundschaft entwickelt, obwohl auch wir schon seit Jahren nicht mehr miteinander tanzen – wegen meines Problemfuß).
Mit der Trennung und dem Umzug nach Schleswig-Holstein gab es kaum Besuche bei mir zuhause, kannte ja Niemanden in der Umgebung, dann kam Corona und man sollte nicht, und ab da wollte ich auch nicht mehr.
Mit anderen Worten: es gibt nur wenige Menschen, die es in meine kleine „Burg“ und damit auch in mein Leben schaffen. Wenn ich mich in der kommenden Woche mit der ehemaligen Kollegin Kim treffe, dann nicht bei mir zuhause…wir treffen uns in Hamburg….das ist für sie näher und für mich einfacher so.
Aber auf die Rentner aus Hessen, die gestern bei mir waren, hab ich mich sehr gefreut. Die Beiden sind klasse…und ich war natürlich gespannt, wie ihnen meine Wohnung gefällt. Sie kannten ja auch meine Wohnung in Pinneberg, die mit dem Hausdrachen.
Sie finden toll, was ich aus der Wohnung gemacht habe, Aufteilung der Zimmer, Möbel und Dekoration…und vor allem Wohnzimmer und Balkon gefallen ihnen…und auch die gesamte gepflegte Wohnanlage finden sie klasse. Aussage: hier „darf“ ich wohnen bleiben. Hihi – super.
Und heute Morgen sitze ich schon wieder draußen auf dem Balkon und freue mich über den Besuch gestern, das unkomplizierte Verhältnis zu den Beiden und darüber das ich genau so leben möchte, wie ich es gerade lebe….in meiner kleinen Wohlfühl-Oase, meinem Rückzugsort.

