Dänisch lernen – vorerst beendet

Im Februar hatte ich ja, nach 2 Jahren online-lernen, einen Dänisch-Kurs der VHS besucht. Und jaa das hat mit mir nicht funktioniert…weil ich da noch mitten in meinen Jahresabschlüssen steckte und es zeitlich tatsächlich nicht hinbekommen habe, immer pünktlich Vorort zu sein.

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit…ich hätte es auch ohne diesen beruflichen Zeit-Engpass wahrscheinlich nicht geschafft, jede Woche pünktlich dort aufzutauchen. Ich hab mich tatsächlich nicht so wohl dabei gefühlt und inhaltlich richtig voran, ging es da auch nicht. Also hab ich mich wieder abgemeldet. Gleichzeitig tat ich dasselbe bei der Babbel-APP. Mein Abo lief gerade aus und ich musste mich sowieso neu entscheiden.

Dänisch lernen macht mir Spaß…und mein Wortschatz ist schon nicht schlecht…nur das Bilden von Sätzen fällt mir eben sehr schwer und da hilft die App auch nicht wirklich weiter und der VHS-Kurs war mir da mit dem Lerntempo zu langsam.

Der Hauptgrund warum ich mit dem Dänisch lernen aufhöre, ist aber ein ganz anderer…einer mit dem ich selber nicht gerechnet hätte. Je länger ich meinen Kopf mit der dänischen Sprache beschäftige, umso mehr blockierte der gleiche Kopf die Englische Sprache und die brauche ich ja täglich.

Am Anfang fiel es mir erst gar nicht auf…aber immer öfter suchte ich nach den richtigen englischen Begriffen…sogar die, die ich quasi täglich nutze…was meine Redefähigkeit im Job mit Kollegen und Chefs beeinflusste. Dann hab ich wieder vermehrt Englische Nachrichten im Fernsehen gehört: BBC, CNN usw….und hörte oft nur noch Blabla…auch mein Sprachverständnis nahm ab, denn ich erfasste den Sinn vieler Sätze nicht mehr.

Mein Kopf kann scheinbar aktuell nur mit 1 Fremdsprache gleichzeitig umgehen, da bleibe ich lieber bei Englisch…da ich es beruflich unbedingt brauche. Das Dänische wäre ja nur ein zusätzlicher Pluspunkt…aber ich verstehe inzwischen genug, um die dänischen Mails der Kollegen zumindest grob einzuschätzen ob wichtig für mich oder nicht und den Rest übernimmt das Übersetzungsprogramm (copy and paste).

Das war ja schon lustig als ich mit Lernen dieser Sprache vor 2 Jahren begann. Auf einmal kamen mir während der Übungseinheiten tatsächlich spanische Wörter und Sätze in den Sinn. Ich habe vor 37 Jahren mal 2 Jahre Wirtschaftspanisch in der Schule gehabt – die Sprache anschließend aber nie genutzt. Mein Kopf hat einfach die Schublade „Fremdsprachen“ aufgemacht und in den vorhanden Erinnerungen herum gekramt. Ist schon interessant, wie unser Gedächtnis funktioniert.

Das Englische begleitet mich bereits seit 45 Jahren, und beruflich habe ich es immer wieder intensiv genutzt und, nach 13 Jahren Pause, auch jetzt bereits wieder in den letzten fast 5 Jahren. So fühlte es sich eben in der letzten Zeit komisch an, wie als ob die Handbremse angezogen war…wer weiß, ein Mangel an Konzentration oder was auch immer.

Seit Ende Februar aber, geht es wieder aufwärts….mir kommen die meisten Dinge wieder flüssig über die Lippen und auch den englischen Nachrichten kann ich wieder fast uneingeschränkt folgen…nur bei den amerikanischen Nachrichten-Sprechern macht mir dieses schnelle und oft nuschelige Sprechen, das Verstehen oftmals schwer – das war aber schon früher genauso …ich bin eben doch eher für die britische Art.

Diphthong ?

Ich gebe es gerne zu, Deutsche Grammatik war nie so Meines und wer weiß heute noch auf ANHIEB was ein „Diphtong“ ist….Also meine Schulzeit ist seit mehr als 35 Jahren beendet, ich musste es tatsächlich erst einmal nach schauen – ach ja:

Ein Diphthong ist ein Doppellaut aus zwei verschiedenen Vokalen innerhalb einer einzigen Silbe. Gleichbedeutende Bezeichnungen dafür sind auch DoppellautZwielaut oder Zweilau. Die bekanntesten Schreibungen von Diphthongen im Deutschen sind ei, au, äu und eu; selten sind ai, oi und ui. Diphthonge kommen in nahezu allen Sprachen vor

Wikipedia

Und so lerne ich eben nicht nur Dänische Grammatik, sondern reaktivere sogar noch die Grundsätze der Deutschen Grammatik.

So einen Sturm kann man eben auch dazu nutzen, um die Zeit im Haus bestmöglich zu verbringen: jetzt hab ich auch mal wieder mein Dänisch-Lern-Programm gestartet und war überrascht…vieles von dem, was ich bereits gelernt habe, hat sich gefestigt….obwohl ich in den letzten Wochen noch nicht einmal die Vokabeln wiederholt hatte. Ich bin zwar auch nicht voran gekommen, aber immerhin gab es auch keine gravierenden Rückschritte.

Trotzdem stecke ich immer noch in den Grundsätzen der Grammatik und den Ausspracheregeln. Immerhin bin ich aber schon bei „k“ angekommen….bin aber immer noch nicht in der Lage diese schnell genuschelte Sprache, außerhalb des Lernprogramms, überhaupt als verschiedene Worte zu identifizieren….in Filmen und Dokus wo mal hier und da ein paar Sätze in Dänisch vorkommen höre ich nur ein schnelles Gewirr an Lauten.

Es ist, als ob man neben einem, schnell durch einen Bahnhof fahrenden, Zug steht und versucht in ein einzelnes Abteil zu schauen….wuuutsch…und schon ist es vorbei…..so schnell können sich meine Ohren gar nicht auf die Sprache einstellen….hahaha…

Da mir die geschriebene Sprache aber täglich im Job begegnet, fällt mir das Lesen und Verstehen so leichter…hier fallen mir zumindest in der Schreibweise einige der bereits gelernten Grammatikregeln ins Auge….auch wenn ich die Worte oft noch nicht richtig aussprechen kann und die Hilfe des Google-Übersetzers in Anspruch nehmen muss, um die manchmal doch sehr komplexen beruflichen Inhalte auch richtig zu verstehen.

Syntax-Error im Kopf

Seit Tagen quäle ich mich durch die Grundformen der dänischen Grammatik: Nomen, Pronomen und Adjektive in all ihren verschiedenen Formen: Personalpronomen, Possessivpronomen, reflexive Possessivpronomen, Objektpronomen, Demonstrativpronomen, dazu die Adjektive in der Einzahl und Mehrzahl, in der bestimmten und unbestimmten Form.

Ich hab im Laufe meine Lebens tatsächlich vergessen, wie ich das Alles im Deutschen mal systematisch gelernt habe. Grammatik zu benennen war nie mein Lieblingsthema…ich spreche eben die Grammatik so, wie ich sie mal irgendwann gelernt habe, ohne mir Gedanken darüber zumachen, also intuitiv richtig….wäre ja auch mit über 50 Jahren komisch, wenn ich mir bei jedem Satz erst Gedanken darüber machen müsste, nach welchen Regeln die Worte gebildet werden müssen.

Aber das Ganze jetzt geballt im Dänischen zu lernen, lässt mich ungläubig verstummen…Seit Tagen folgt eine Grammatik-Regel nach der Anderen….hört das denn gar nicht mehr auf?

Ich bin also genau am wichtigsten und gleichzeitig schwierigsten Punkt im Dänischen angekommen und nun heißt es: Durchhalten…..aber schon mehrfach hab ich einfach mittendrin das Notebook zugeklappt….Syntax Error.

Ich kann mir Wörter mit vielen Buchstaben wesentlich besser merken, als diese Fülle an kurzen einsilbigen Worten. Ich würde gerne dieses Kapitel kurzfristig überspringen…aber Babbel lässt mir da keine Wahl: es sind 10 Lektionen als Grundlage der dänischen Grammatik, von denen ich jetzt 6 mindestens 2x durch habe…und trotzdem werde ich Morgen noch einmal von Vorne anfangen…

Das Lustige ist, ich lerne in diesen Grammatik-Lektionen auch Alltags-Vokabeln und die bleiben hängen….der Rest vermischt sich zu einem Brei, also das was ich eigentlich in diesen Lektionen lernen soll: Grammatik-Regeln.

Danmark calling…

Seit etwas mehr als 1 Monat arbeite ich jetzt für diesen dänischen Konzern…

…und schon in dieser kurzen Zeit habe ich in Telefon-Konferenzen soviel Englisch gesprochen, wie in den letzten 13 Jahren zusammen gerechnet nicht…hahaha, und dazu noch die fast täglichen Emails auf English gerade in Richtung der IT-Abteilung.

Und es klappt mit der Sprache viel besser als ich vermutet hatte, was aber auch daran liegt, das ich in den letzten 1-2 Monaten in meiner Freizeit meine Sprachkenntnisse aufgebessert habe. Das macht sich jetzt schon bemerkbar.

Trotzdem stelle ich mehr und mehr fest, wäre es gar keine soo schlechte Idee, doch auch noch Dänisch zu lernen. Zum Einen kommen Fehlermeldungen in den Programmen fast immer auf Dänisch, zum Anderen ist der Google-Übersetzer für diese Sprache eindeutig NICHT geeignet, zum Dritten erhalte ich immer wieder Verträge zum Bearbeiten, die komplett in Dänisch geschrieben sind und zum Vierten gibt es in Dänemark (erst seit kurzem, meint mein Kollege) Neue Kollegen, die überhaupt kein Englisch oder Deutsch sprechen… Das macht die Verständigung dann auch nicht einfacher.

Eigentlich erstaunlich, für ein Konzern der sich rühmt das die Firmensprache Englisch ist….

Der Oberknaller aktuell ist jedoch: ICH soll 11 Deutsche Firmen rückwirkend zum 1.1. in unsere Buchhaltungssysteme implementieren,welche ich gerade mal so eben kennen gelernt habe. Dabei spricht die Dame in Deutschland Vorort überhaupt kein Englisch, sondern nur Deutsch….also läuft die gesamte Kommunikation nach Dänemark über mich und ICH soll ihr die Systeme erklären, die ich selber gerade so seit knapp einem Monat kenne und benutze…. hahahaha.

Es fordert mich gerade sehr auf allen Ebenen und macht dabei auch richtig Spaß.