Auf der Elbe paddeln

Sich mit einem Kajak auf der Elbe fortzubewegen, löste ganz unterschiedliche Emotionen in mir aus.

Als Anfänger war da noch vor dem Start auf dem Wasser eine Menge Respekt vor den Wellen, der Strömung, der Tiefe und den großen Schiffen…immerhin ist das keine Badewanne, sondern ein Schifffahrtsweg für große und ganz große Pötte, die Haushoch an einem vorbeiziehen.

Als ich dann im Kajak die ersten Meter auf dem Wasser mit Gleichgewichtsproblemen kämpfte wurde mir kurzzeitig etwas flau ob ich nicht auf der (ruhigeren) Alster besser aufgehoben wäre….aber das legte sich dann doch sehr schnell wieder.

Bei schönsten Sonnenschein kam danach ein Gefühl von unbändiger Freude und dem Gefühl von Freiheit…was ja nicht so ganz stimmte, weil unsere Schnupperkurs-Coaches sehr genau darauf achteten, das die Gruppe zusammen blieb und wir alle genau das machten, was wir auch sollten.

Und als dann die Wellen der großen Schiffe bei unseren gefühlten kleinen Nußschalen ankamen, merkte ich die Kraft, die dahinter steckt….aber in den Wellen die Nerven zu behalten und entsprechend ruhig zu bleiben und weiter zu paddeln, das hat Endorphine freigesetzt….das war richtig toll.

Mein größtes Problem auf dem Wasser, war die Koordination: wie nutze ich die Paddel um welche Reaktion des Kajaks zu erzeugen und das, ohne mit den anderen Kursteilnehmern zusammen zu stoßen….aber da war ich zum Glück nicht die Einzige.

Es war eine Art Crash-Kurs…die Aushändigung des Equipments, das Anlegen der Spritzschutzdecke und der Schwimmwesten und wie man das Kajak startklar macht und das Paddel hält…und bis wir alle im Wasser waren, hat ungefähr 1 Stunde gedauert und dann waren wir mehr als 1 Stunde auf der Elbe.

Es ging nur darum, das wir herausfinden konnten ob das so ist, wie wir es uns vorstellen, denn auch der Verein hat nichts davon wenn sich Einzelne zum Grundkurs anmelden, dann aber abbrechen…und es dient auch herauszufinden ob es für Manche gar nicht erforderlich ist, einen Grundkurs mitzumachen….viele haben Surf-Erfahrungen, machen Standup-Paddeling, waren schon in Urlauben im Ausland Wander-Kajaken, haben einen Segelschein usw….ich bin da eine der wenigen absoluten Wassersport-Anfänger…aber das ist mir egal.

Ich werde den Grundkurs jetzt im Mai starten…und dann lerne ich alles, was dafür nötig ist….die Technik um richtig zu paddeln, auf Gezeiten und Strömungen zu achten und wie ich mit der Ausrüstung umgehen muss….ich freue mich darauf…

Auf dem Wasser

Den Sonntagvormittag hab ich dazu genutzt um erneut ein Kajak auszuleihen…es war aber schon nach 10Uhr, als ich dort ankam….aber noch war es leer….also rein ins Kajak und rauf auf den Alsterkanal.

Wie schon alle anderen Male zuvor hab ich mich sofort wohl gefühlt…und mit langsamen, aber gleichmäßigen Paddelschlägen hab ich mich auf den Weg in Richtung Außenalster gemacht.

Obwohl schon relativ schnell Kanus, Kajak, Sandup-Paddler, Tretboote, Sportruderer in Einer, Vierer oder Achter-Booten und sogar ein paar Schwimmer unterwegs waren und sogar eines dieser flachen Ausflugsschiffe….war es nicht zu voll….Die meiste Zeit war es schön ruhig und entspannt….und ich konnte endlich auch mal sehen, wie geübte Kajakfahrer mit dem Doppelpaddel umgehen.

Die Sonne kam auch schnell raus und es wurde warm…dieses Mal hab ich es tatsächlich geschafft die Jacke im Kajak auszuziehen OHNE das Gewicht zu stark zu verlagern…es hat also gut geklappt….auf der Außenalster angekommen, hab ich dann aber wieder gewendet und bin zurück in und durch die Kanäle gefahren….

Die wirken gemütlicher und durch die Trauerweiden auch etwas schattiger. Außerdem waren dort eindeutig gemütlichere Paddler unterwegs…..ich hab tief eingeatmet und alles um mich herum genossen…..was für eine Aussicht….was für tolle Häuser sich hier aneinander reihen….was für schöne Gärten und kleine Bootsanleger…..wie friedlich alles in der Sonne lag…..ganze Familien waren in den Booten unterwegs…die Kleinen mit Schwimmweste…die SUP-Paddler in gelassener gerader Haltung…Jugendliche die sich entspannt in Schlauchbooten sonnten….Ein paar Angler an den Rändern…

1,5 Stunden war ich auf den kleinen und großen Kanälen unterwegs…..dann kamen zwei Dinge relativ gleichzeitig: es wurden schlagartig immer voller auf dem Wasser und ….ähmm….ich hatte Hunger….hahaha…also hab ich das Kajak wieder am Ausgangspunkt angelegt and abgegeben,….das Aussteigen hat sogar gut geklappt .

Anschließend bin ich dann noch in die Firma gefahren…mein Fahrrad abholen, denn eigentlich hatte ich ja für heute eine kleine Fahrradtour geplant…aber jetzt hab ich nur das Laptop und die Arbeitsunterlagen aus dem Büro geholt und mein Fahrrad wieder eingeladen….ab nach Hause….immerhin hab ich gestern einen Weißkohl-Auflauf vorbereitet.

Und jetzt sitze ich auf dem Balkon unter meinem Sonnendach, bin gut gesättigt und überlege noch, was ich mit dem Rest des Tages anfangen werde.