DAS Brot zum Grillen: Stockbrot

Für den restlichen Samstag hab ich meinen Aktionsradius auf Wohnung und Balkon beschränkt.

Einziges weiteres noch durchzuführendes Highlight für heute bleibt damit das Grillen.

Obwohl ich weiß, das ich eigentlich das Bein hochlegen und stillhalten sollte, bin ich in der Küche aktiv gewesen: Kartoffelsalat nach schwäbischem Grundrezept zubereiten, das Bauchfleisch marinieren, Pilze putzen, vorgekochte Maiskolben vorbereiten…und den Brotteig vorbereiten: es gibt Stockbrot. Es ist für mich DAS Brot zum Grillen.

Viele verbinden Stockbrot mit ihrer Kindheit…ich nicht…ich verbinde Stockbrot mit schönen Erinnerungen an lauschige Grillabende in der Kleingarten-Kolonie mit meiner Frankfurter Clique. Mit Mitte 30 hab ich es tatsächlich zum ersten Mal gegessen. An meine Kindheit erinnert mich eher der Kartoffelsalat, obwohl der damals in jeder Menge Mayonnaise ertrank….und mein Vater war immer so stolz auf seinen Kartoffelsalat.

Vor ein paar Jahren hab ich angefangen Kartoffelsalat ohne Mayo zu machen, dafür mit Brühe, eben wie beim Schwäbischen…der ist wesentlich bekömmlicher und schmeckt mir richtig gut.

Den fertigen Teig für das Stockbrot hab ich zu langen Würsten gerollt und auf die Schaschlik-Spieße gewickelt, und mit etwas Öl bepinselt… zuerst lagen die Spieße leicht über dem Grill zum backen und erst zum Schluß ging es direkt auf das Grillrost

So war es am Ende innen weich und fluffig und hatte trotzdem außen Röstaromen vom Grillrost und der Holzkohle.

Ich muss wirklich feststellen, so ohne meinen Vermieter-Hausdrachen fühle ich mich auf dem Balkon doch ein ganzes Stück ungezwungener….

Grillstation

Des Deutschen liebstes Hobby ist gleich nach Fußball, das Grillen.

In den letzten 10-15 Jahren ist da so ein Hype entstanden…so eine eigene Industrie hervorgekommen…eine eigene Sprache hat sich entwickelt und die Männer prahlen nicht mehr mit ihren  Autos, sondern mit ihren Grills.

Ohne Balkon und ohne Garten kann man  einfach nicht mitreden über die neuesten Rezepte fürs Grillen, Grilltrends…es fühlt sich an, als ob man von einem Teil des Lebens ausgeschlossen ist… und als ich dann endlich einen Balkon hatte, durfte ich dort nicht Grillen…okay – wir haben es trotzdem ein paar mal gemacht.

Aber alleine das Zusammenbauen eines Kugelgrills mit Zwischen-Ebenen und Deckel…und wie man was benutzt um ein schönes Smoke-oder Grillergebnis zu bekommen: das ist mir zu kompliziert. Dazu die Vergleiche Gasgrill, offener Grill,  geschlossener Grill, Grillwagen mit verschiedenen Ebenen….

Mein Ex-Freund und ich hatten uns dann für einen Lotus-Grill entschieden. Neben dem Vorteil, das man schon nach ein paar Minuten sein Grillgut drauflegen kann, hat er  noch einen ganz besonderen Vorteil:

Man legt sein Fleisch, Gemüse oder was auch immer ,auf den Heißen Grill…wendet es und wenn es sichtbar fertig ist nimmt man es runter und kann es essen. FERTIG.  EINFACH  zu handeln. Ohne große Zauberei und elendig viel technischem Schnickschnack…Perfekt für mich.

Nicht das ich nicht gerne auch MEHR können würde…aber dazu braucht man einfach Platz und Gelegenheit und die bietet eine Mietwohnung mit kleinem Balkon nur selten….

Also habe ich mich auch hier in meiner neuen Norddeutschen Heimat für einen Lotus-Grill entschieden und diesen bei Ebay für kleines Geld ersteigert.

Gestern also hab ich ihn das 1. Mal in diesem Jahr auch benutzt, nachdem ich es endlich geschafft hatte, die notwendige Brennpaste zu besorgen.  Entsprechende Holzkohle hatte ich noch und noch viel wichtiger: Grillen ist mir hier auch erlaubt (meine Vermieterin meinte jedoch: bitte nicht zu oft, also nicht täglich).

Auf den Grill sollten Pellkartoffeln vom Vortag, Maiskolben  und Bauchfleisch. Wie bereits oben beschrieben ist dieser Grill  schnell und einfach zu bedienen – das schaffe sogar ich.

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Es war einfach köstlich.