Neuigkeiten vom Arzt und der Kollegin

Donnerstag, vor der Fahrt ins Büro, war ich erst einmal zur Blutentnahme beim Hausarzt…die 3 Monate sind rum, und nun geht es darum ob die Tabletten vom Kardiologen ihre Wirkung so gut tun, wie gehofft… vor allem das „schlechte“ Cholesterin (bei mir ja bisher gar nicht erhöht), sollte durch das Statin massig gesenkt und das Voranschreiten der Arterien-Verkalkung aufgehalten werden.

 Bei gesunden Menschen liegt der LDL-Cholesterin-Wert meist zwischen 100 und 129 mg pro 10 Liter Blut (mg/dL). Um die Bildung von Plaque in den Arterien zu verhindern, sollte der Wert für Menschen mit erhöhtem Risiko zwischen 50 und 70 mg/dL liegen

https://ada.com/de/biomarkers/ldl-cholesterol/

Nun – das hat wohl für den Moment geklappt: Mein LDL liegt im Moment bei 59 mg/dl. Na, das kann sich doch sehen lassen….die Ergebnisse kamen schon am Freitag per E-Mail.

Nach einem unruhigen Tag im Büro (wir hatten wieder so einige Bewerber und Besucher und Meetings im Nebenraum) bin ich dann später nach Winterhude gefahren….dort war ich mit meiner ehemaligen Kollegin Kim verabredet.

Wir haben in einem kleinen Steakhouse zu Abend gegessen und waren noch anschließend im Stadtpark spazieren. Es war schon wieder sehr warm und leicht schwül…aber es war trotzdem ein schöner Abend…Wir haben uns ein paar Monate nicht gesehen und es gab auf ihrer Seite viel Neues zu berichten.

Das Wichtigste: Sie arbeitet jetzt für ein anderes Unternehmen in Hamburg und ist jetzt nach den letzten beiden Versuchen schnell Karriere zu machen, endlich auch zufrieden mit ihrem Job….sie macht jetzt zwar die Arbeit, die sie auch bei uns gemacht hat…will aber gar nicht mehr Projekt-Manager werden…sie ist jetzt, tatsächlich mit Ende 20, Erwachsen geworden….die „Flausen“ sind nun der Realität des Arbeitsmarktes gewichen, nun hat sie andere Pläne… langfristige und fundierte Pläne für sich und ihren Freund und für ihr weiteres gemeinsames Leben…Sie werden wohl bald nach Asien gehen, sobald ihr Freund seine Doktor-Arbeit hier fertig hat.

Das klingt alles viel sachlicher und realistischer…und ich wünsche den Beiden viel Erfolg, bei all den Plänen…und freue mich, das die Beiden jetzt wieder an einem Strang ziehen…und sie ihre Depression auch überwunden hat. Es waren zwei anstrengende Jahre und sie ist auch weiterhin in Therapie…das tut ihr gut.

Wir werden weiterhin lose in Kontakt bleiben und spätestens zum Weihnachtsmarkt werden wir uns wieder treffen …hahaha…spätestens

Erwachsen-werden in den 70er

Wir stellen bei unseren Unterhaltungen immer wieder fest, wieviel Glück wir hatten Ende der 60er geboren zu sein. Als Kinder in den 70ern hatten wir zwar komische Kleidung, dafür aber auch viele Freiheiten….unsere Eltern hatten einfach nicht dieses Helikopter-Verhalten, wie Eltern heute und wir konnten ohne Aufsicht in kleineren Wäldern, an Flüsschen und  auch in der Stadt herumtollen und das Leben entdecken. Meine Mutter hat uns bei schönem Wetter immer wieder aus der Wohnung gescheucht….geht spielen – draußen…wir musste nur bei Sonnenuntergang wieder zuhause sein….und sagen wohin wir gehen….aber sonst gab es keine weiteren Verbote. Ich weiß nicht ob es die Eltern nicht interessierte oder ob sie sich einfach keine weiteren Gedanken darüber machten…wahrscheinlich letzteres

….egal, ich weiß auch  nicht wie oft ich in die „Schledde“ gefallen bin und nass nach Hause kam…lach….das gab höchstens Ärger das wir der Mutter mehr Arbeit machten….aber sonst…

Als „Schledde“ bezeichnet man  in Westfalen Temporärgewässer, die nur zeitweise Wasser führen, mir erschien es als 7-8jährige als wilder Fluss mitten in einem Waldstück… ein herrlicher Ort zum Träumen und planschen…sehr oft bin ich sogar stundenlang ganz alleine durch Wald und Felder gestreift – meine Freiheit als Kind, bis wir dann weiter in die Innenstadt gezogen sind….dort war mein Lieblingsspielplatz eine Häuserruine die schon Jahre zuvor durch eine Gasexplosion entstand…natürlich war es verboten dort zu spielen….und hier hatte ich auch Angst alleine da rein zu gehen – bis heute habe ich Angst vor Gas.

….und in den 80ern dann erwachsen zu werden…hier gab es zwar noch schlimmere Modesünden, aber wir hatten auch viele Möglichkeiten, tolle Musik, aufkommende Technik….und man hatte auch mit „nur“  Hauptschulabschluss noch die Möglichkeit eine normale Ausbildung zu machen und mit Zusatzausbildung auch eine  Karriere….heute geht ohne Abitur und Studium kaum  noch etwas.  Die Chancengleichheit von Arbeiter- und Akademikerkindern war noch greifbar…heute ist das pure Illusion.