Vorfreude und Freundschaften

Die Entscheidung für den relativ spontanen Kurzurlaub kam genau richtig…obwohl es hätte für mich nicht unbedingt „der heißeste Tag des Jahres“ sein müssen…aber es kamen eben für so eine  kleine Auszeit, nur genau diese 2 Tage in Betracht.

Ich hatte die Vorbereitung mit Reisetasche packen und Reiseproviant vorbereiten usw. am Montagabend gut geplant, bin dann aber an einer Telefon-Verabredung mit meinem ehemaligen Tanzpartner hängen geblieben.

Dabei hätte ich es wissen müssen, denn auch bei unserer letzten Telefon-Verabredung haben wir uns ganz locker 2,5 Stunden ausgetauscht…und hätte ich dieses Mal nicht nach 2 Stunden auf meine noch ausstehenden Reisevorbereitungen hingewiesen, wäre es auch dieses Mal noch länger geworden.

Wir sind uns eigentlich einig, das wir öfter als alle 3 Monate miteinander plauschen sollten…aber in der Realität schaffen wir das dann doch nicht. Aber WENN wir dann mal telefonieren, ist es immer so, als ob wir uns gerade erst ein paar Tage zuvor gesehen hätten…das ist sooo schön und neben dem Rentner aus Hessen + seiner Frau, ist das meine engste und wichtigste Freundschaft.

Bei meinem letzten Besuch in Hessen im letzten Jahr, waren Er und sein Mann leider im Urlaub und so ist unser letztes Treffen tatsächlich schon 2 Jahre her…aber er plant im Herbst mit anderen Freunden nach Hamburg zu kommen….und dann werden wir uns auf jeden Fall treffen.

Es war daher schon recht spät als ich mich um Reisetasche, Wanderrucksack und Proviantkorb gekümmert habe…um es etwas zu beschleunigen hab ich auf die eigentlich geplanten Blumenkohl-Frikadellen verzichtet und statt dessen nur Ananas und Wassermelone in Stücke geschnitten, dazu noch die Haferkekse eingepackt und ein paar Scheiben meines Haferflockenbrots zum auftauen raus gelegt. Die wollte ich am Morgen dann kurz aufbacken und mit Butter+Gurkenscheiben belegen.

Nach den Kühlakkus musste ich erst einmal fahnden…irgendwo im Keller sollten sie sein…aber nach der hektischen Räumaktion durch die Überflutung war ich mir nicht mehr so sicher, wo die abgeblieben sind…aber na klar hab ich sie gefunden. Die gekauften Wasserflaschen (normalerweise beschränke ich mich auf meine Glasflaschen mit ungekühltem Leitungswasser) wollte ich in der Kühlbox mitnehmen …bei der angekündigten Hitze war das auch notwendig…eine der Flaschen hatte ich dann auch tatsächlich tagsüber im Auto vergessen: das Wasser hatte am Abend ungefähr 40 Grad – nicht sehr schön zum trinken.

Und dann lag ich endlich um 23.30 Uhr im Bett….und war voller Vorfreude auf die Fahrt und die ebenfalls noch kurzfristig gebuchte Wattwanderung „Mit der Flut an den Strand“ und war auf einmal wach. Hellwach. Ich hab mich so sehr auf das alles gefreut, das ich einfach nicht schlafen konnte. Das ist für mich sehr ungewöhnlich. Normalerweise würde ich an der Stelle eher darüber nachdenken, alles wieder abzusagen…aber nein, ich freute mich unbändig und wurde von Minute zu Minute wacher.

Ich wollte früh los fahren, damit ich die Fähre Glückstadt-Wischhafen ohne große Wartezeit nehmen kann. Aufstehen wollte ich so ca. um 05.00 Uhr am Morgen…es wurde also endlich Zeit für etwas Schlaf. Nun gut, ich hab dann mein aktuelles Hörbuch angeschaltet, den Timer auf 1 Stunde gestellt und irgendwann hab ich es dann auch geschafft einzuschlafen.

Besuch in Lübeck

Bei ihrer jährlichen Urlaubsplanung haben der Rentner und seine Frau beschlossen, wieder einmal für ein paar Tage an den Timmendorfer Strand zu fahren. Sein Vorschlag war, wir treffen uns auf halben Wege zwischen deren Urlaubsort und meinem Zuhause, um einen Nachmittag zusammen zu verbringen.

Gegenvorschlag meinerseits: Wir wäre es mit Lübeck. Das bedeutet für mich zwar einen etwas längeren Weg…aber immerhin hatten die Beiden schon die weite Anreise aus Hessen und für mich ist das Fahren kein Problem..damit waren sie dann einverstanden.

Und ja Lübeck besteht aus mehr als nur dem Holstentor, aber das Motiv hat eine fast magische Ausstrahlung für mich 😊

Als Treffpunkt hatten wir ein Parkhaus in der Nähe ausgemacht (das hatte einen Tageshöchstsatz von 7,50 EUR – ein nicht ganz unwichtiges Argument, denn Parken kann in Lübeck durchaus wesentlich teurer sein) und uns für 15 Uhr verabredet.

Ich hab meinen 1/2 Arbeitstag im Büro in Hamburg verbracht und konnte dann dann von dort aus, locker über die A1 nach Lübeck fahren. Vor der Fahrt hab ich mir noch schnell etwas von meinen Lieblingsrestaurant neben unserem Büro geholt, eine Bowl mit viel frischem Gemüse und chrispy chicken …wie immer sehr lecker.

Ich hatte mit wesentlich mehr Verkehr am Mittag gerechnet, so war ich viel zu früh in Lübeck – bin dann noch durch einen Supermarkt geschlendert und ein paar Kleinigkeiten sind dann tatsächlich in meinem Korb gelandet.

Als wir uns dann vor dem Parkhaus getroffen haben, war es wie immer: freudiges Begrüßen, herzliche Umarmungen und sofort waren wir dabei zu plaudern, als ob wir uns erst gestern das letzte Mal gesehen hätten. Dabei war es im letzten Sommer, als ich für ein paar Tage nach Frankfurt gefahren bin. Aber wir telefonieren ja regelmässig…im Moment so alle 14Tage und dann immer für etwa 1 Stunde.

Das Wetter sollt eigentlich nicht so dolle werden…und doch hatten wir Glück und es kam für eine Weile die Sonne raus, so das wir locker und entspannt durch das Holstentor schlendern konnten und weiter bis zum Arkaden-Cafè von Niederegger. Wir haben auch tatsächlich draußen noch einen freien Tisch bekommen und es gab lecker Kaffee und Kuchen.

Später sind wir durch die Altstadt-Straßen und Gassen gebummelt, haben uns die schönen alten Häuser angeschaut, sind in ein paar Geschäfte gegangen, haben uns in ein weiteres Cafè gesetzt und dann waren auch schon 3,5 kurzweilige und unterhaltsame Stunden rum.

Die Beiden haben sich dann auf den Rückweg zu Ihrem Urlaubsort gemacht (ca. 30 Minuten Fahrt) und ich hab auch ca. 1 Stunde bis nach Hause gebraucht.

Diese Freundschaft ist mir sehr wichtig und unsere Unterhaltungen tun mir immer gut.

Von Besuchen und Freundschaften

Von Besuchen und Freundschaften

Schon vor dem Umzug von Hessen nach Schleswig-Holstein, war meine Wohnung kein Ort, an dem sich viele Menschen die Klinke in die Hand gaben…ich hab zwar vereinzelt eingeladen, aber nicht so, wie zu meiner aktiven Tanz-Zeit, mit der dazugehörenden Clique.

Mein damaliger Freund mochte keinen Besuch und so schliefen meine Gastgeber-Qualitäten dann sehr schnell ein, als wir zusammen kamen.

Ich hab davor immer gerne Freunde bewirtet und das mit der Clique passte einfach: weil man innerhalb der Gruppe so sein durfte, wie man einfach war…denn uns verband das gemeinsame Hobby Tanzen/ bzw. der Turniersport Standardtanzen.

Als ich meinen damaligen Freund kennenlernte, war die Gruppe aber schon dabei sich aufzulösen…aus den vielen Singles unterschiedlichen Alters mit dem gleichen Hobby, wurden immer mehr Paare (aber nicht innerhalb der Gruppe), mit veränderten Lebens-Schwerpunkten. Das Tanzen verlor bei den Hobbytänzern an Bedeutung und wir Turniertänzer haben zwar weiter trainiert, aber unsere Partner forderten auch ihr Recht auf unsere Zeit und so gab es keine Tanzpartys mehr….es gab nur noch Training, Turniere und ansonsten: Partnerzeit….weil unsere Partner eben selber nicht tanzten. Und Turniere gab es dann auch keine mehr, als die Freundin meines Tanzpartners schwanger wurde…dann wurde auch das Training immer weniger, er kam oft viel zu spät oder sagte kurzfristig ab….Turniere waren sowieso kein Thema mehr, weil die ja immer an Wochenenden waren. Ich sollte Verständnis haben.

Bis ich beschloss diesem, für mich unhaltbaren, Zustand, des ständigen Wartens und vertröstet Werdens, ein Ende zu setzen.

Nach einem letzten klärenden Gespräch um herauszufinden, wie er sich das vorstellt, wenn das Kind dann erst einmal geboren ist (jaaaaa ich solle Abwarten und Verständnis haben ….ahha, wie lange?), hab ich ihm die Tanzpartnerschaft gekündigt…und er mir im gleichen Atemzug die Freundschaft. Na danke auch.

Hab dann aber später mit einem neuen Tanzpartner weitergemacht und wird waren erfolgreich, waren zielstrebig und haben toll miteinander harmoniert….und es hat sich eine bis heute andauernde herzliche Freundschaft entwickelt, obwohl auch wir schon seit Jahren nicht mehr miteinander tanzen – wegen meines Problemfuß).

Mit der Trennung und dem Umzug nach Schleswig-Holstein gab es kaum Besuche bei mir zuhause, kannte ja Niemanden in der Umgebung, dann kam Corona und man sollte nicht, und ab da wollte ich auch nicht mehr.

Mit anderen Worten: es gibt nur wenige Menschen, die es in meine kleine „Burg“ und damit auch in mein Leben schaffen. Wenn ich mich in der kommenden Woche mit der ehemaligen Kollegin Kim treffe, dann nicht bei mir zuhause…wir treffen uns in Hamburg….das ist für sie näher und für mich einfacher so.

Aber auf die Rentner aus Hessen, die gestern bei mir waren, hab ich mich sehr gefreut. Die Beiden sind klasse…und ich war natürlich gespannt, wie ihnen meine Wohnung gefällt. Sie kannten ja auch meine Wohnung in Pinneberg, die mit dem Hausdrachen.

Sie finden toll, was ich aus der Wohnung gemacht habe, Aufteilung der Zimmer, Möbel und Dekoration…und vor allem Wohnzimmer und Balkon gefallen ihnen…und auch die gesamte gepflegte Wohnanlage finden sie klasse. Aussage: hier „darf“ ich wohnen bleiben. Hihi – super.

Und heute Morgen sitze ich schon wieder draußen auf dem Balkon und freue mich über den Besuch gestern, das unkomplizierte Verhältnis zu den Beiden und darüber das ich genau so leben möchte, wie ich es gerade lebe….in meiner kleinen Wohlfühl-Oase, meinem Rückzugsort.

Freundschaft lernen

Freundschaft lernen

Durch die Pandemie sind es jetzt tatsächlich fast genau 2 Jahre, die ich nicht mehr in Frankfurt und Umgebung war.

Ich hatte anfangs Bedenken, wegen meiner Verabredungen mit ehemaligen Kollegen, Freunden und meinem Ex-Team. Wie wird es sein, ist da schon eine innere Barriere zu spüren?

Ich hatte ganz tolle Verabredungen….emotional, lustig, ungezwungen, vor allem jedes Treffen sehr lange, informativ, locker plaudernd, Seele-streichelnd nah und Herz-berührend, überhaupt nicht komisch oder anstrengend….innerhalb von Minuten hatte ich das Gefühl, nie weg gewesen zu sein…..Menschen die mich einfach in den Arm nehmen und sich wirklich freuen, mich zu sehen.

In diesen Treffen habe ich den Unterschied gemerkt, zwischen echter Freundschaft und allem Anderen….Wenn ich mich mit Menschen 4-6 Stunden treffe und danach denke…ach schade, der Abend ist schon vorbei….und es war kein einseitiges Erzählen, sondern eine Unterhaltung auf Gegenseitigkeit, dann ist das einfach toll.

Ich hab auch nach den Treffen schöne kleine Nachrichten bekommen und selber versendet…in denen wir uns gegenseitig für die schöne Zeit des Zusammentreffens bedankt haben.

…..und dann war noch das Treffen mit 3/4 meines Ex-Teams….Da hab ich es auch endlich begriffen….das hier ist anders…das hat es leider nicht geschafft Freundschaft zu werden….und ich kann unser Verhältnis zueinander jetzt nach dem Treffen endlich richtig einordnen.

Dabei war auch das ein schönes Treffen…es war lustig und fröhlich….aber anders….auch ungezwungen, aber nicht so ganz. Da sind alle Drei (die Vierte hatte schon vorher gesagt, sie will sich lieber zurück ziehen, wegen Corona) viel zu sehr mit sich selber und auch untereinander beschäftigt, um mehr als nur oberflächliches Interesse zu haben. Jeder will sich profilieren und sich gut darstellen….da merkt man auch die unterschwelligen Konflikte untereinander…es fühlte sich alles weit weg an….Es war schön auch diese Drei zu treffen…als ehemaliges Team, als ehemalige Kollegen….mehr nicht.

Ich musste tatsächlich erst mal wieder lernen, Freundschaften zu erkennen und diese auch zuzulassen…und das ist aber kein Ergebnis der Pandemie, sondern ein Produkt meiner langjährigen Beziehung, in der mein heutiger Ex-Freund sehr auf mich fixiert war, ich deshalb (freiwillig) viele Freundschaften/Bekanntschaften habe einschlafen lassen und meines damaligen Stress-Jobs, durch den ich eh kaum Zeit hatte….

Emotional noch weiter gestärkt bin ich wieder nach Hause gefahren…

Freundschaft – oder nicht

Wer immer am gleichen Ort gelebt hat und Freundschaften seit der Schulzeit immer noch hat, der braucht sich um das Wesen von Freundschaften keine Gedanken zu machen.

Ich dagegen musste von Klein auf an immer wieder an neuen Orten neu anfangen (Als Erwachsene hab ich mir das dann aber mit den Wohnort-Wechseln selber ausgesucht)….mir fehlt daher dieses tiefe verwurzelt sein mit einem Ort, mit einem Freundeskreis…Zusammen mit einer tief in mir wohnenden Schüchternheit, die mich heute eher als Einzelgänger kennzeichnet, fiel es mir schon immer schwer Freundschaften zu schließen.

Leider neigen gerade meine Freundschaften mit Frauen dazu, das ich immer wieder enttäuscht wurde…spätestens sobald es um Männer ging waren diese Frauen auf einmal gar nicht mehr solidarisch….und ich sollte immer Verständnis haben für abgesagte Verabredungen usw. …und so hab ich das Prinzip „Beste Freundin“ für mich im Laufe der letzten Jahre ad acta gelegt.

Jetzt hab ich wieder einmal feststellen dürfen, wie schwer es ist, über hunderte von Kilometern so etwas wie Freundschaft aufrecht zu erhalten…und ich hab bisher immer gedacht, es liegt an mir….aber das stimmt so nicht…. Ich war immer diejenige die hunderte Kilometer gefahren ist, um Freunde zu treffen und ich überwinde sogar meine Abneigung gegen das Telefonieren um Kontakt zu halten…und auch jetzt wieder hätte ich die „Unannehmlichkeit“ von 2,5 Stunden Fahrt auf mich genommen, um eines meiner Mädels zu treffen, die hoch im Norden Urlaub macht….

Wir hatten uns quasi verabredet, wenn sie mit ihrem Freund am Urlaubsort angekommen ist, meldet sie sich und ich komme dann mit dem Auto zu ihr, damit wir uns für 2-3 Stunden zum Kaffee trinken treffen können…..Alles schien soweit in Ordnung.

Freitag vor 1 Woche rief sie an…sie läge jetzt so faul mit ihrem Freund am See….und es wäre soooo toll, ich solle nicht böse sein aber…..das mit dem Treffen….sie würde es jetzt so genießen, das es mit ihrem Freund gerade mal ganz entspannt läuft.

Wie viele Stunden während und nach der Arbeit hab ich ihr zugehört, sie getröstet, sie ermutigt, sie bestärkt, Rücksicht auf sie genommen…na egal. ich hab ihr noch einen schönen Urlaub gewünscht….

Gestern aber, hab ich mich bereits zum 2. Mal mit meinem ehemaligen Kollegen, der jetzt schon 4 Jahre in Rente ist, und seiner Frau in der Lüneburger Heide getroffen…. Wir haben fast 10 Jahre lang sehr gut zusammen gearbeitet…er für die Konzernmutter…ich für 4 Tochtergesellschaften….und das Treffen war soooo schön.

Wir haben uns in einem Cafè getroffen und zu Dritt einen angeregten und schönen Nachmittag verbracht, wir haben viel gelacht, Jeder hat erzählt mal ernsthaft – mal lustig….ich mag die Beiden sehr und es hat sich inzwischen eine schöne Freundschaft daraus entwickelt….

Und wir haben bereits beschlossen, das es bald das nächste Treffen geben wird……denn die Beiden kommen öfter im Jahr nach Norddeutschland und wenn ich im Herbst für ein Wochenende nach Hessen zurückkomme, soll ich mich vorher melden….

Manchmal kommt Freundschaft auf sehr leisen Pfoten daher….von einer Seite, die man so eigentlich nicht erwartet hätte. Wir reden interessanterweise auch nur noch selten über die Firma, dafür über das Leben und die Welt….ich telefoniere inzwischen öfter mit dem ehemaligen Kollegen, als mit meinen Mädels…..

….und ihm geht es mit der Firma genauso …es gibt eben doch nur wenig Kollegen aus denen sich eine Freundschaft entwickelt….wenn man dann doch nicht mehr zusammen arbeitet. Wir sind eben nicht mehr Teil des Alltags…Wir sind die Exoten ( Er: Rentner / Ich: hab freiwillig die Firma verlassen) und alle Anderen sind in ihrem Alltags-Trott geblieben….Die können mit unseren neuen Lebenswegen nichts anfangen…

Es gibt sie bestimmt, diese Freundschaften fürs Leben….uneigennützig und selbstlos…mir sind solche Freundschaften nicht in die Wiege gelegt und ich reagiere entsprechend empfindlich, wenn ich das Gefühl bekomme, wieder nur als Seelentröster und Helfer in der Not wichtig gewesen zu sein….

…das tut mir weh und dann ziehe ich mich wieder zurück…so bleiben für mich nur sehr wenige, aber überaus wichtige Freundschaften…die ich pflege und die mir den Glauben erhalten, das Freundschaften doch toll sein können….

Frauen-Gespräche

Eine meiner liebsten Kontakte hier ist die Kollegin mit der ich mich bereits ein paar Mal getroffen habe….ich nenne sie jetzt einfach Birte (natürlich heißt sie anders, aber ich nenne sie hier so, weil ich zu ihr irgendwie kein Synonym finde, welches sie gut beschreibt).

Birte ist nur 1-2 Jahre jünger als ich, sehr hübsch, fraulich gerundet an den richtigen Stellen, hat ein ausgesprochen freundliches Wesen und ein quirliges Naturell…auf den ersten Blick wirkt sie unglaublich zufrieden und in-sich-ruhend. Sie ist gerade Oma geworden, ist vom Mann getrennt, kurz vor der Scheidung und hat seit ein paar Monaten einen neuen Mann in ihrem Leben.

Und genau da fangen ihre Probleme an…mit ihrer  ausgesprochen fürsorglichen Art und dem starken  Bedürfnis nach Bestätigung und Halt stößt sie bei ihrem pragmatischen und viel beschäftigten Freund auf einen kompletten Gegensatz.

… es war für mich  so herrlich erfrischend den ganzen Abend bei einer Flasche Sekt und leckeren Kleinigkeiten alles zu bereden…und ihr tat es gut einfach mal zu reden…und sich dabei auch mal im Kreis zu drehen (also mit den Themen)…. es war ein schöner Abend … und wir haben auch viel lachen müssen…also kein Tränen-Geklüddere…. und natürlich hatten wir noch andere Themen…Frauen-Themen eben…

wie schon die Mal zuvor ist uns der Gesprächsstoff nicht ausgegangen…

Schöner Abend in Hamburg

Ich war seit Jahren nicht mehr im Theater und hab es sehr genossen. Das werde ich jetzt öfter wieder machen.

Und es ist für mich auch besser im Theater, als im Kino. Warum? Man sitzt zwar genau so eng. Aber man hat nicht ständig diese Menschen die dazwischen reden oder sich mit dem Handy beschäftigen, Popcorn oder Nachos essen oder lauthals mit einem Strohhalm Cola schlürfen…lach…es ist eine etwas gediegene Form der Unterhaltung.

Dazu stehen da echte Menschen die bis zu 2 Stunden eine ECHTE Leistung vor Deinen Augen vollbringen. Es ist echt, es ist jetzt, da kann man nicht einfach das Band anhalten und eine Szene neu machen. Man kann ein Stück mögen oder nicht…aber es passiert vor Deinen Augen und bei manchen Szenen weiß man nicht, war das Stolpern nur ein Fehler oder war das eine Regieanweisung. Das finde ich spannend und schön.

Fast hätten wir es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Meine Kollegin kam ein paar Minuten zu spät bei mir an und musste dann erst noch mal auf die Toilette…wir sind dann mit meinem Auto weiter gefahren und es lief auch richtig gut kein Stau, keine Verzögerung…aber ALLE Parkhäuser rund um das Theater waren BESETZT…..also sind wir die Seitenstraßen hoch und runter gefahren…und so langsam wurde die Zeit knapp…fast wäre ich, wie alle anderen, an dem EINEN Parkplatz vorbeigefahren. Im ersten Moment war ich mir auch unsicher…darf man da parken? es wirkte erst wie ein Platz vor einer Einfahrt…zwischen 2 Bäumen…erst bei näherem Hinsehen entpuppte sich die „Einfahrt“ als auf eine Backsteinfront aufgemalt…hahaha….also schnell die Spur gewechselt und eingeparkt…okay – das Einparken hat etwas gedauert, weil die Parklücke etwas eng war und es unangenehme Eisenpfosten gab…aber nach 3x kurbeln war ich drin…und wir erstaunlicherweise wieder ganz nah am Theater – über diesen Parkplatz hab ich mich noch stundenspäter riesig gefreut, so kamen wir noch rechtzeitig und konnten in aller Ruhe die Jacken an der Garderobe abgeben.

Nach dem Theaterbesuch sind wir noch ins „Cafe May“ gegangen…das weniger ein Cafe als ein Szenelokal für jüngere Leute war. Es war urgemütlich mit vielen alten Sofas und Sesseln, sehr hohen Decken, alten Dachbalken…dazu eine ausgiebige Getränkekarte mit allem was das Herz an Alkohol so begehren könnte… ich hab mich für Cuba Libre entschieden. Als Dankeschön für die Einladung ins Theater hat meine Kollegin uns den ganzen Abend mit Getränken versorgt…und dann haben wir das gemacht, was Frauen so gerne machen…wie haben geklönt, geschnackt, gebabbelt…bis weit nach Mitternacht.

Es war ein klasse Abend..mit ihr fällt es mir nicht schwer mich zu unterhalten…ich brauche nicht nach Themen zu suchen…die Themen finden wir automatisch…lach…

Wir sind uns einig, das war nicht unser letzter gemeinsamer Abend…es gibt noch so viel zu entdecken (sie hat gerade an dem Tag ihre Scheidungspapiere erhalten und 33 Jahren Ehe schiebt man nicht innerhalb von ein paar Monaten beiseite) und es gibt noch so viel Leben zu leben….

Netter Besuch vom Kollegen

Donnerstag hab ich Besuch bekommen… mein Kollege aus einer entfernten Dependance… Er arbeitet quasi  in der gleichen Funktion für eine der anderen Gesellschaften im Konzern…

Vor mehr als 10 Jahren waren wir mal kurzzeitig zusammen…das waren keine 3 Monate….dann verschwand er von heute auf morgen für mich in der Sprachlosigkeit und ich wusste nicht warum…hab es nicht verstanden…

Ca. ¾ Jahr später haben wir es dann geschafft das Ganze mal aufzuklären….Bei ihm wurde Prostata-Krebs festgestellt und er hatte gerade Schwierigkeiten bei der Trennung von seiner  Frau und mit seinen Kindern…..und er hat Angst bekommen, das ich das ich deshalb nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte….für ihn war es ein „Makel“  Aber geredet hat er mit mir vorher nie darüber….Männer. Jahre später hat er es mal als einen seiner größten Fehler genannt und es bereut mich einfach so ziehen gelassen zu haben. Na  das ist immerhin ein Kompliment.

Na gut….wer weiß wofür es gut war…zumindest haben wir uns später ausgesprochen und haben daraus eine seit Jahren dauernde Freundschaft gemacht….wenn auch nur aus der Ferne….

Immer wenn er bei uns am Standort war, haben wir uns zusammen gesetzt und geredet, oft nur bei einer Tasse Kaffee im Büro, manchmal sind wir auch Mittags zusammen essen gewesen…ansonsten nur per Telefon oder Mail…. Jede Verabredung für den Abend hab ich aber abgelehnt, da ich ja wieder in einer Beziehung war. Davor waren wir eine Weile oft abends aus….Das ist der Kollege der mich noch vor 2 Jahren als hübsch, aktiv und unternehmungslustig bezeichnet hat (s.https://wirbelwind68.com/2017/02/18/aktiv-und-unternehmunglustig-ich/)

 

Nun also hat er sich wieder angekündigt. Er weiß ja das ich die Firma und die Gegend verlassen werde und es ist das letzte Mal das wir uns vor meinem Weggang sehen können.

und dieses Mal sind wir  nach Feierabend erst mal spazieren gewesen und später waren wir bei einem guten Italiener.  Und wir haben von 17-22 Uhr ununterbrochen geredet. Haben uns mal wieder auf den neusten Stand gebracht…bei uns Beiden passiert ja ständig etwas Neues.

Er hat von den Problemen seiner inzwischen erwachsenen Kinder geredet, von seinen Beziehungen die kommen und gehen,…bei ihm halten die Beziehungen immer noch nur für eine paar Monate :-). Über Hausverkauf und Wohnungskauf….über die Firma und die gestiegenen Anforderungen. Über Gesundheit und Krankheiten…und natürlich über mein Beziehungs-Aus und meinen bevorstehenden Umzug nach Norddeutschland.

Es war ein herrlich entspannter Abend….so viel gelacht hab ich schon lange nicht mehr…Als das Restaurant dann endlich schließen wollte, war ich auch ziemlich müde und so  haben wir uns verabschiedet und ich bin in mein Zuhause  auf Zeit gefahren (und mein Kollege ist in sein Hotelzimmer gegangen).

Ach war das schön mal wieder so über alte und neue Zeiten quatschen zu können….unbekümmert und unbeschwert.