Der innere Kampf

Ich bin mal wieder in der Stille angekommen. Auslöser war, glaube ich, das hin-und her mit der geplanten und letztlich abgesagten kleinen Feier bei mir Zuhause.

Das Ganze hat mich dann doch nicht losgelassen und seit langer Zeit bin ich mal wieder ins Grübeln gekommen und das hat mich zurück geworfen…in die Stille. In ein Gefühl ich, sollte mein Herz nicht auf der Zunge tragen.

Meine schon fast permanent gute Laune ist zwar irgendwie immer noch da….aber gedämpfter und auch nur wenn ich mich in meinem eigenen Kosmos bewege oder wenn ich ganz zufällig mit Menschen in Kontakt komme…beim Spazieren gehen, im Supermarkt usw.

Aber bei fast jeder Kommunikation mit Kollegen und Freunden bin ich auf der Hut…werde unsicher und versuche mich zurück zu nehmen…und plappere ich trotzdem einfach drauf los…ärgere ich mich über mich selbst und denke nur: ach Mensch – halt doch einfach deinen Mund….das interessiert doch nicht. Ich will doch Niemandem auf die Nerven fallen.

Ich bin (eigentlich) stark und unabhängig, bestreite mein Leben mutig, mit viel Energie, viel Freude und ohne Furcht….aber manchmal kommt, ganz unerwartet, das extrem schüchterne Kind wieder zum Vorschein das überall auf Ablehnung gestoßen ist, und gewinnt mit seiner Furcht vor Zurückweisung Oberhand.

Mein ganzes Leben kämpfe ich dagegen an, hatte es in vielen inneren Kämpfen niedergerungen…und in fast 2,5 Jahren ist es das erste Mal, das dieses Gefühl innerer Verletzlichkeit so massiv die Oberhand gewinnt.

Das Interessante ist…solange ich meine Tage ohne Kontakt zu Anderen gestalte, geht es mir richtig gut…hab nur eine leicht melancholische Stimmung, was ich als nicht schlimm empfinde… und auch per Telefon und Teams fällt es mir trotzdem leicht, locker und lustig mit Kollegen aus den anderen Standorten zu kommunizieren.

Aber sobald es um Kontakte zu Menschen geht mit denen ich eine Art Bindung habe (engere Kollegen – Freunde – Familie) wird es für mich extrem schwer…..was aber nach Außen kaum jemand bemerken würde…denn ich kann es gut verstecken.

Meine inneren Antennen sind in Alarmstimmung…nehmen auch die kleinsten Schwankungen im Verhalten anderer Menschen wahr und diese Abweichungen bewerte ich…das ist nicht gut, das weiß ich selber….aber mein Verstand hat hier leider gerade nicht das Sagen.

Das wird jetzt noch ein paar Tage so bleiben, dann normalisiert sich alles wieder….So kam es mir heute sehr gelegen, das ich einen 3. Homeoffice-Tag wegen Platzmangel im Büro einlegen musste.

Kokon der Stille

Nach dem schönen Ausflug gestern ist heute ein Tag der Stille für mich.

Stille um mich herum…. Ruhe und Stille ist auch in mir…wohlige Stille, die ich durch nichts unterbrochen wissen möchte.

Heute ist nichts zu tun…nichts stört mich (außer meiner Vermieterin heute Mittag, die sich ausgesperrt hatte) auch das Handy steht heute (fast)  still, immerhin sind heute Alle mit ihren Familien und Freunden  zusammen und feiern Weihnachten…Kaum Jemand möchte an diesem Tag alleine sein.

Ich schon. Denn es tut so gut und zeigt mir mal wieder , wie wenig ich mich für normale Beziehungen eigne. Wie soll ich das auch Jemandem begreiflich machen, das ich nicht leide, sondern es bewusst möchte…..Trotzdem freue ich mich auf meine Verabredung Morgen…aber den heutigen Tag verbringe ich im Kokon der Stille.

Ich koche mich durch meinen Kühlschrank (hab mal wieder mit hungrigem Magen viel zu viel eingekauft…das muss ich jetzt erst mal alles verarbeiten)….schaue etwas fern….lese und möchte mich  von Außen nicht stören lassen.