Spontan – Husumer Krabbentage

Letzten Sonntagvormittag saß ich ganz kuschelig zuhause vor meinem Laptop und wollte schon meinen Urlaub etwas vorbereiten, als ein Anruf von meiner Schwester kam. Sofort war ich alarmiert: was ist passiert?

Nichts war passiert. Die Beiden (Schwester+Schwager) hatten sich nur kurzfristig dazu entschieden nach Husum auf die „Husumer Krabbentage“ zu fahren und fragten ob ich mitkommen wollte… Sie würden so ca. 1 Stunde für die Fahrt brauchen.

Nach nur kurzem Überlegen hab ich zugesagt, ich benötige aber mindestens 1,5 Stunden Fahrzeit und wir haben uns dann für 12.30 verabredet. Treffpunkt: Wie immer…am Wasserturm.

Mir war jedoch sofort klar, da werden wir um diese Uhrzeit keinen Parkplatz mehr bekommen…aber okay, darüber mache ich mir Gedanken, wenn ich da bin. Die Fahrt war ganz okay, aber die Straßen waren in Husum selbst, schlimmer verstopft, als gedacht.

Meine Schwester wollte mich noch auf einen anderen Parkplatz umleiten, aber ich kam irgendwie nicht vom Fleck…teilweise ging gar nichts mehr und so fuhr ich direkt ins Parkhaus des THEO-Shopping-Center, dort wurden im Parkhaus noch freie Plätze angezeigt.

So eine Parkplatzsuche stresst mich immer, vor allem wenn wir einen festen Treffpunkt und eine feste Uhrzeit ausgemacht haben. Schwester+Schwager kamen ja von der anderen Seite her in die Stadt und mussten jetzt ein Stück der schönen Wege alleine laufen, die wir sonst immer zusammen gehen….die waren nicht begeistert…ich aber war froh überhaupt einen Parkplatz gefunden zu haben (habe später auch „nur“ 6 EUR bezahlt…das waren mir meine Nerven wert).

Der Himmel zeigte sich wolkenlos mit strahlendem Sonnenschein, aber der Wind machte es lausig kalt.

Es war jetzt Mittagszeit und wir hatten Hunger. Aber so spontan einen Platz im Restaurant zu finden, wo es drumherum so voll ist und die Leute auch draussen sitzen, bei der Kälte…das wird bestimmt nicht klappen.

Aber, oh Wunder, bei dem Italiener am Hafen, bei dem wir schon öfter waren, waren die Plätze draussen zwar alle belegt, aber drinnen waren noch Tische frei….klasse. Okay wir saßen ganz in der Nähe der Tür, die permanent offen stand, aber trotzdem war es wärmer, als draussen zu sitzen.

Und es gab Muscheln…hmmm lecker…mein Schwager hatte sich für Pizza entschieden und war enttäuscht, wir Mädels hatten beide Muscheln in Tomatensauce und waren sehr zufrieden. Der Tomatensud war nur etwas zu ölig…aber nur ganz leicht.

Anschließend sind wir durch die Stadt geschlendert, haben bei den vielen Ständen gestöbert, manchmal auch etwas gekauft…es war auch gleichzeitig verkaufsoffener Sonntag und überall war es voll – aber meistens war es nicht zu schlimm. Ein Krabbenbrötchen gab es natürlich auch. Das Brötchen war frisch aufgebacken und noch leicht warm, die Krabbenmenge war ganz ordentlich und mit 7,50 EUR im Rahmen des Erwartbaren. Krabben sind nun mal teuer geworden.

Bei dem großen Einzelhändler der Stadt, mit mehreren Geschäften, kamen wir in einem der Geschäfte an einer Popup Weinbar/Sektbar vorbei und ich las das Schild: 1 Glas Prosecco 2,50 EUR… das ist mal ein Wort.

Heute war mal wieder eine Ausnahme vom Alltag, also habe ich uns je ein Glas spendiert…meine Schwester hatte vom gleichen Stand noch Sanddorn-Trüffel mit Kornblumenhülle beigesteuert und so standen wir in dem Geschäft mit Prosecco und den herrlichen Trüffelpralinen und waren uns einig: sooo lässt es sich leben. Ach ja und warm wurde uns von dem Alkohol auch noch…hahaha.

Anschließend sind wir weiter geschlendert und am späten Nachmittag waren wir noch in dem kleinen niedlichen Cafè, das etwas abseits liegt (hier waren wir auch schon öfter), die haben seeehr leckeren Kuchen und wir haben sogar noch einen gemütlichen Platz bekommen.

Und dann sind wir so langsam zurück in Richtung Shopping-Center geschlendert, haben uns verabschiedet und uns auf die Rückreise gemacht.

Dieser spontane Ausflug hat mir (trotz Fahrerei und Parkplatzsuche) Spaß gemacht und wir haben uns verabredet, was wir in 14 Tagen mal wieder eine Mädel-Shopping-Tour machen…evtl. fahren wir nach Kiel…

Ich muss mich nur noch um die Logistik kümmern, denn an dem Tag hole ich auch unterwegs die Weihnachtsgans ab, die dann unmittelbar nach Flensburg in den Tiefkühler muss….Wenn ich aber die Gans nach Flensburg bringe, kann ich meine Schwester gleich einpacken und mit nach Kiel nehmen, muss sie dann aber auch wieder dort hinbringen…es wäre also eine doppelte Fahrerei für mich…na mal sehen…wie ich das Problem löse.

Die Weihnachtsgans (für unser Familienessen) und eine Flugente (nur für mich) hatte ich schon vor Wochen bestellt…die Preise auf dem Spargel-und Entenhof (auf dem es auch Gänse gibt) im Hasenmoor, sind zum Vorjahr stabil geblieben. Eine 4,8-5,0 KG Gans wird knapp 95,00 EUR kosten (18,85 EUR per KG). Das ist es mir wert. Die Gänse waren bisher immer super und auch die Flugenten.

Ich werden meine Flugente nächste Woche schon, vor dem Feiertag, abholen. Da freue ich mich jetzt schon drauf. Die Tiere werden tagsüber draußen gehalten und kommen nachts in den Stall. Da ich ja nicht mehr sooft Fleisch esse, ist mir Qualität im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden und dann bin ich auch bereit, mehr dafür zu bezahlen.

….

Noch eine Randnotitz aus Husum: an einem Stand wo Lederhandschuhe mit hohen Rabatten angeboten wurden, hat der Standbetreiber erzählt, das es sich für ihn nicht mehr lohnt, so einen Stand hier oder auf den kommenden Weihnachtsmärkten zu betreiben. Die Standgebühren würden immer höher, was auch an den Sicherheitskonzepten liegt, die die Standbetreiber mit bezahlen müssen.

Bei einem Verkaufsstand mit 3×3 Metern müsste er auf einem Weihnachtsmarkt in HH inzwischen 6.000 EUR bezahlen: und das Geld müsste ja erst einmal verdient werden. Ob die Werte stimmen, kann ich natürlich nicht prüfen, aber ich hatte vorher noch nie darüber nachgedacht, wie hoch solche Standgebühren sein können.

Der Händler war freundlich und nett und er hat es bedauert, das er solche Märkte zukünftig nicht mehr bedient…er meinte auch, die Menschen würden immer weniger Geld für solche kleinen Sachen wie Handschuhe, Socken und Portemonnaies aus geben. Und es bringt ja nichts, wenn er am Ende noch draufzahlen muss…er muss ja seine Familie ernähren. Das kann ich gut verstehen und ich habe ihm alles Gute gewünscht.

Husum im lila Blütenmeer

Es wird endlich Frühling …und so traf ich mich an meinem 2.Urlaubstag mit Schwester+Schwager in Husum. Noch bevor das große Krokusblütenfest an diesem Wochenende startete wollten wir lieben einen Tag vorher die Blütenpracht geniessen.

Treffpunkt war, wie immer, am Wasserturm und ich hab sogar noch einen der kostenfreien Parkplätze abbekommen…ich war fast 1/2 Stunde zu früh (was bei meiner Familie im Regelfall schon fast „zu spät“ ist), musste aber auch dringend mal und bin zum Einkaufszentrum gespurtet – hach welch eine Erleichterung…die letzten Male war ich von den Autobahn-Toiletten-Anlagen derart abgeschreckt, das ich dort nicht halten wollte.

..sooo und dann kam auch schon die Nachricht: die Beiden sind auch da…also bin ich im Laufschritt zurück gespurtet.

Es war jetzt 11.30 Uhr und als erstes ging es durch den Park am Wasserturm und durch den Schlosspark Richtung Innenstadt….gut das wir einen Tag vor dem Fest gekommen waren…noch waren die Besucher überschaubar…sehr schön.

In der Sonne war es schon richtig warm….aber sobald diese verschwand war ich froh um Jacke und Schal. Die Atmosphäre im Park und auch in der Stadt war angenehm ruhig (okay – bis auf die auch hier stark vertretenen Krähen)…und sogar irgendwie etwas feierlich…

Zwischen all den lila Krokussen hat sich nur selten mal eine Weiße oder gar Gelbe verirrt.. Aber ab und an findet man sogar ein paar Schneeglöckchen oder gar Märzenbecher, aber die haben es hier schwer wahrgenommen zu werden:

Nach einem ersten Rundgang durch die Parks und die Stadt ging es zum Restaurantschiff „MS Nodertor“…mein Schwager erzählte, das dieses Schiff in den 70ern im Flensburger Hafen lag, dort auch seinen jetzigen Namen bekam und für die damals so beliebten „Butter-Fahrten“ eingesetzt wurde.

Jetzt liegt es gut verankert im alten Hafen von Husum und ist ein gemütliches Restaurant. Die Karte ist überschaubar…was verständlich ist, wenn man die kleine Küche in Mitten des Gastraumes sieht, aber das Essen dort ist richtig lecker.

Mein Schwager liebt Sauerfleisch und war schwer begeistert von den knusprigen Bratkartoffeln…und da wir Mädels uns nicht auf ein Gericht festlegen wollten, haben wir einmal „Labskaus“ und einmal „Schwarzbrot mit Krabben und Spiegeleiern“ bestellt und dann je nach der Hälfte die Teller getauscht. Auch wir waren begeistert – vor allem von dem Labskaus…..soooooo lecker.

Später sind wir dann wieder kreuz und quer durch die Stadt gelaufen und haben den schönen Tag genossen, anschließend gab es noch einen Stopp in einem italienischen Eiscafé – wieder am Hafen -jetzt saßen wir aber draußen und konnten sogar für kurze Zeit in der Sonne die Jacken ausziehen.

Für den abschließenden 2. Rundgang durch den Schloßpark ging es am Nachmittag weiter durch die Straßen Richtung Park, als mich der Anruf vom Kardiologen erreichte…ich hab mich etwas abgesondert und ca. 3-4 Minuten mit dem Arzt geredet….Danach war unsere Stimmung zwar nicht mehr ganz so locker…meine Schwester musste weinen und wollte mich sofort in den Arm nehmen.

Aber ich brauchte noch ein paar Minuten, um das Gehörte zu verdauen. Ich bin nicht der Typ Mensch, der sofort Nähe braucht wenn etwas passiert, sondern ich brauche körperlichen Abstand und möchte eine Weile in Ruhe gelassen werden….hab aber inzwischen gelernt, das es für meine Familie wichtig ist Nähe zu bekommen, bzw. zu geben…also hab ich es dann nach ein paar Minuten (sie hat wirklich vorher gefragt, ob sie mich jetzt umarmen darf – dafür bin ich ihr dankbar ) auch zugelassen.

Das war also eher Trost für sie, als für mich Aber das ist okay.. Immerhin weiß sie aus der eigenen Erfahrung der letzten 2 Monate wohin so eine Herzkatheter-Untersuchung am Ende führen kann. Wäre ich allein zuhause gewesen, hätte ich es den Beiden wahrscheinlich erst 1-2 Tage später erzählt.

Trotz des Anrufs und der Änderung meiner restlichen Urlaubstage war es ein schöner Tag…der Frühling ist endlich da.

Winter und Fühling zugleich

Für Samstagvormittag war ich mit Schwester+Schwager in Flensburg verabredet…meine Schwester ist jetzt seit mehr als 1 Woche wieder zuhause, meine Corona-Infektion und die stressige Woche sind vorbei…also kehrt so langsam wieder Normalitität in mein Leben….inclusive das ich seit letztem Wochenende wieder weiter Dänisch lerne.

Gestern ging es erst einmal um ein vorgezogenes Krokusblüten-„Fest“…das es in Flensburg zwar nicht gibt…aber es gibt einen wunderschönen alten Friedhof mit vielen Krokussen und die blühen gerade.

Aber erst einmal gab es bei mir zuhause SCHNEE. Noch im Bett liegend hörte ich Jemanden Schnee schippen…ohhhh…es gibt Schnee…aber erst beim Blick aus dem Wohnzimmerfenster begriff ich, wieviel Schnee tatsächlich in der Nacht gefallen war…es waren ca. 3-5 cm und auch auf den Straßen blieb der Schnee liegen.

Mit dem Aufstehen hab ich mir etwas zu viele Zeit gelassen…hab noch im Bett gelesen….so das mir am Ende dann keine Zeit mehr blieb noch einen Schnee-Spaziergang zu machen…aber ich hab alles eingepackt und gedacht…na dann schneit es in Flensburg bestimmt auch.

Aber schon nach ca. 40km in Richtung Norden, war vom Schnee nichts mehr zu sehen und so blieb es zwar vorläufig bei strahlend blauem Himmel…aber ohne Schnee und später dann auch mit Schneeregen und Regen und dann wieder Sonnenschein und mit Krokussen und Schneeglöckchen…eine tolle Kombination:

Das „richtige“ Krokusblütenfest findet kommendes Wochenende in Husum statt…da sind dann so viele Krokusse, das man keinen Rasen mehr sieht…ein Meer aus Blüten…das ist ein tolles Schauspiel – aber auch fürchterlich überlaufen….da ich kommenden Freitag Urlaub habe, werden wir uns evtl. Freitagmittag dort treffen…also VOR dem Fest und den Menschenmassen. Aber das ist erst einmal nur eine lockere Absichtserklärung…

Meine Schwester hat ihre lebendige Art zurück und auch mein Schwager ist ziemlich erleichtert und man merkt ihm sehr deutlich an, wie sehr ihn die letzten 6 Wochen alleine zuhause, zugesetzt haben…Beide waren übermäßig laut beim Sprechen und mein Schwager hat mich kaum einen Satz zu Ende sprechen lassen. Das war super anstrengend und auch teilweise schon nervig. Das war nichts für mich, um mich zu entspannen…trotzdem war es ein schöner Tag….am späten Nachmittag bin ich dann auch schon wieder heimgefahren.

Beiden geht es soweit gut, das Finanzielle regelt sich auch langsam bei Beiden, mein Schwager bewirbt sich fleißig- hat bisher aber nur Absagen erhalten. Die körperlichen Narben meiner Schwester verheilen gut, aber sie darf noch lange nicht wieder körperlich Arbeiten..ist noch krankgeschrieben..Die seelischen Attacken mit Angst und Panik sind fort …wieder Zuhause zu sein, tut ihr richtig gut.

Uund ich bin auch raus aus dem Krisenmodus….alles wird wieder gut …noch nicht jetzt sofort….aber Stück für Stück und mit jedem Tag ein bisschen mehr.

Krokusblüten in Husum

Das Krokusblütenfest in Husum haben wir verpasst…das war schon letztes Wochenende…so ein Mist.

Beim Aussuchen eines Ziels für meinen Ausflug am Sonntag, hab ich erst gesehen, das es schon vorbei ist….meine Schwester war der Meinung, es wäre das LETZTE Wochenende im März und da müsste sie arbeiten….und ich hab vorher einfach nicht nachgeschaut.

Egal – ob mit Fest oder ohne, die Krokusse blühen länger als nur einen Tag…Es geht am Sonntag also nach Husum.

Das mit dem Aufstehen nach der Zeit-Umstellung hat gut geklappt, wenn auch nicht so früh, wie gedacht…Doch um 9 Uhr war ich dann, nach einem entspannten Frühstück, auf der Autobahn. Es war nicht viel Verkehr unterwegs.

Der Vorteil so ohne Fest: freie Parkplätze waren im Überfluss vorhanden….bin also erst einmal zum Schloss und durch den Schlosspark gelaufen, um die Krokusse zu sehen und ja es waren seeeeeehr viele Krokusse, aber eben doch schon am Verblühen….

und es hätte bei dem strahlendem Sonnenschein ein gemütlicher und schöner Spaziergang sein können…allerdings war die Geräuschkulisse alles Andere als gemütlich oder ruhig:

Ganze Kolonien von Krähen sind im Schlosspark gerade beim Nestbau und auf Nahrungssuche….Das Krächzen von mehreren Hundert Vögeln in den Bäumen und am Boden war eine Stimmgewalt, die meinem Bedürfnis nach einem ruhigen Spaziergang widersprach und die mich dann doch schon nach kurzer Zeit, in die Stadt und zum Hafen führte.

Ich hab später gelesen, das es inzwischen mehr als 350 Vogel-PAARE sind, die sich im Schlosspark regelmäßig aufhalten…Saatkrähen und Dohlen.

Am Hafen dann war es himmlisch ruhig und friedlich und…jaaa windig. Direkt am Hafen hab ich mich später in einem Cafè draussen niedergelassen…mit Blick in die Sonne…das war fast warm….trotzdem hab ich meine dicke Jacke über den Schultern gelassen…der Wind blies mir sonst in den Nacken….
Es war herrlich dort im Hafencafè zu sitzen…später bin ich am Hafen entlang gelaufen, dann durch die Stadt und anschließend „An der Mühlenau“ entlang und im Bogen durch ein Waldstück wieder zurück zur Stadt.

Interessant „Mühlenau“ ist ein sehr gebräuchlicher Name für einen Bach oder ein kleines Flüsschen….den gibt es auch in Quickborn, in Hamburg….laut Auskunft Wikipedia gibt es 18 verschiedene kleine Gewässer, die so heißen.

Mit insgesamt per als 10km hab ich einen schönen Ausflugstag in Husum gehabt…und hab am frühen Abend noch eine Weile auf meinem Balkon gesessen, wenn es jetzt schon länger hell bleibt, muss ich das auch nutzen – oder?

Abtauchen – in Husum

Freitag und ich hab Urlaub….und weil es der Brückentag zwischen „Christi-Himmelfahrt“ und dem Wochenende ist, war es nicht nur MEIN Urlaubstag….aber deshalb war er nicht weniger schön….nur voller.

Vor der Fahrt nach Husum, für das Treffen mit meiner Schwester, bin ich zum Corona-Test gefahren….und es lief auch alles, wie sonst auch: mit dem Auto vorfahren…einchecken, testen, wegfahren…..nur das sehr viele andere Menschen das auch wollten…und das war wohl auch das Problem….also der Test lief gut und schnell….das Blöde war nur, das ich auch stundenspäter immer noch nicht mein Ergebnis hatte….

Egal, das kommt schon noch…und bin dann in Richtung Husum losgefahren….die Fahrzeit lag bei fast 1,5 Stunden mit einer kurzen Pause….verabredet hatten wir uns am Wasserturm, dort gab es aber nur noch einen freien Parkplatz, also musste ich erst einmal suchen….und es war klar, also wenn ich dort stehen bleibe, fülle ich bestimmt die Kassen der Stadt…war doch die Parkdauer auf 2 Stunden begrenzt. Aber ich hatte keine Lust jetzt noch länger herum zu suchen.

Husum, auch bekannt durch Theodor Storm als „Die Graue Stadt am Meer“…..

Was eine bestimmt passende Beschreibung ist für einem trostlosen Februar Morgen….aber weniger an einem Brückentag im Mai…auch wenn zugegebenermaßen das Wetter schon eher grau und ungemütlich war….und am Hafen zog der Wind auch unangenehm.

Wir starteten jedoch vom Wasserturm erst einmal durch den wunderschönen Schlosspark….das Krokusblütenfest 2021 ist zwar ausgefallen, aber auch ohne das lila-wogende Meer an Krokusblüten (das übrigens das Größte in Nordeuropa sein soll lt. NDR) ist der Schloßpark zwar relativ überschaubar, aber sehr gemütlich und dicht bewachsen:

Danach ging es dann durch verspielte kleine Gassen mit schön hergerichteten Häusern und Vorgärten in die Altstadt.

Jaa, es war wirklich voll, die Geschäfte hatten geöffnet, auch in Cafes und Restaurants konnte man DRAUSSEN sitzen, Essen und Trinken. In einem kleinen gemütlichen Cafe haben wir unseren Tag mit Erdbeerkuchen und Kaffee/Heißer Schokolade gestartet.

Abstand halten war in der Stadt nicht wirklich möglich, aber trotzdem fand ich es nicht unangenehm….der Inzidenzwert liegt UNTER 30…in vielen Geschäften gab es zur Kontakt-Nachverfolgung die Lucca-APP, die Beschränkung des Einlasses war durch Taschen-Korb-Schlüssel-oder Schuhlöffel-Mitnahme am Eingang gesichert, ohne die man ein Geschäft nicht betreten durfte und die Verkäufer haben das gut gemanagt und auch darauf geachtet , das sich nichts knäult, da gab es dann schon mal eine Ansage…Desinfektions-Spender gab es überall…mit der Technik der Spender hatten wir an manchen Stellen trotzdem unsere Probleme hahaha….so unterschiedlich funktionieren die und mache waren wahrscheinlich auch bereits ausgenudelt.

UND trotz Masken, überall fröhliche und aufgeschlossene Menschen….vor allem in vielen kleine Geschäften sind wir mit den Menschen in teils längere Unterhaltungen gekommen…..und das sag noch einer etwas über stoffelige mundfaule Norddeutsche.

Es liegt ja auch immer an einem selber, denn ich fand das heute alles zwar voll, aber nicht übervoll … auch die Maskenpflicht war zwar lästig….aber ich hab keine Nicht-Maskenträger gesehen und genörgelt hab ich nur selber einmal leise, weil es in einem Laden so stickig war, ich eine Hitzewallung bekam und irgendwie das Gefühl hatte keine Luft mehr unter dem Ding zu bekommen….aber nach 1 Minute war alles wieder okay.

Ich fand es auch nicht hektisch oder stressig ..na gut….also…bis auf die Sache mit dem Test….Mein Ergebnis vom Morgen, ist einfach nicht per Mail angekommen…und meine Schwester wollte gerne in das Restaurant eines großen Kaufhauses…weil es Innen liegt und von daher wärmer wäre….aber die wollten einen negativen Corona-Test haben…meiner lag ja aber nicht vor…

Also zum Testzentrum um die Ecke…kein Problem….DACHTE ich zumindest…kannte ich doch bisher nur unkomplizierte Verfahren (von der Odyssee erzähle ich später noch)

Nach dem Test sind wir dann erst einmal weiter geschlendert und inzwischen wollten wir dann doch lieber am Hafen Fisch essen und dort brauchte man keinen Test (grummel….grummel – und wozu hab ich dann noch einmal einen Test gemacht).

Dort wo wir sitzen wollten, war jedoch alles besetzt und dort wo es nicht besetzt war, gab es nichts zu essen, sondern nur Getränke….also nahmen wir das italienische Restaurant – auch direkt am Hafen. Die hatten ein Zeltdach über den Tischen, die 4er Tische waren mit Plexiglas voneinander getrennt, es gab sogar Decken (von denen man uns im Cafe noch gesagt hatte, die seien unhygienisch und daher dürften sie keine anbieten), es gab auch einiges an Fisch….UND es wurde gerade ein Tisch frei.

Regnerisch, 11 Grad, leichter Wind….und wir saßen Draußen, gehüllt in Fleecejacke, Regenjacke, Schal und mit Fleecedecken um die Beine und tranken Kirschschorle, heißem (Jasmin-)Tee und Prosecco und dazu gab es die klassische Scholle mit Krabben und Bratkartoffeln….und weil es doch ein italienisches Restaurant ist, wolle ich noch Bruschetta als Vorspeise.

und die Scholle war soooo lecker….die Bratkartoffeln waren jetzt nicht so knusprig, aber dafür richtig gut.

Nach dem Essen sind wir dann weiter durch die Geschäfte gezogen….erst einmal aufwärmen….und ein paar schöne Sachen haben wir auch gekauft.

Es ging heute nicht um Sight-Seeing, nicht um das Erkunden einer Stadt, es ging nicht um sportliche Bewegung…es ging einzig darum sich einen schönen Tag in der Stadt zu machen und mal wieder relativ unbeschwert zu „schladacken“: Bummeln, shoppen, unterhalten, schöne Dinge anschauen….und dabei mal aus dem Alltag abtauchen.

Und als wir am Abend wieder bei den Autos waren, lagen 18.000 Schritte und mehr als 10km hinter uns…hahaha. Also shoppen ist doch auch Sport….aber ich war auch froh als ich später wieder zuhause war….ich war platt

Familientreffen: Geplantes und Befürchtetes

Morgen soll ja jetzt doch endlich der Telekom-Techniker ins Haus kommen…na hoffentlich klappt es dieses Mal auch wirklich…

…für diesen Termin hab ich ja meine Verabredung zum Nordseekrabben-Fest auf Sonntag verlegen müssen. An diesem  Wochenende finden die Husumer Krabbentage statt…Meine Schwester und Schwager fahren ca. 50km und für mich sind es  ca. 130km…freue mich schon total…und Sonntag ist auch noch verkaufsoffener Sonntag…ich befürchte es wird sehr voll werden…andererseits bin ich gerade sehr entspannt, was auch Einfluss darauf hat, wie stark ich auf Enge reagiere…

…apropos reagieren…bester Indikator das es mir gut geht: seit mehr als 2 Wochen geht es der Haut um meinen Augen richtig gut und ich kann wieder jeden Tag Kontaktlinsen tragen…ich kann es immer noch nicht fassen.

Was ich daraus lerne ist: Lange bevor der Verstand es auch nur ahnt, zeigt der Körper das etwas schief läuft. Man muss nur verstehen was er (der Körper)  uns mitteilen möchte.

Und noch etwas lerne ich daraus: Wer es schafft die Angst vor Verlust oder Veränderung zu überwinden, kann auch mit einschneidenden Umbrüchen seinem Leben eine positive Wendung geben. (Wie immer gilt auch hier: das ist keine allgemeingültige Formel und löst nicht alle Probleme des Lebens…aber wenn man es zulässt,  kann es eben für Einzelne Teil der Lösung sein).

Hmmm – etwas trübt meine Freude bei den Gedanken an das Wochenende.  Die  Krabbentage finden in Husum statt…es besteht also die theoretische Möglichkeit das wir am Sonntag unser Mutter über den Weg laufen…nach unserem letzten Kenntnisstand lebt sie immer noch dort. Aber selbst wenn wir uns über den Weg laufen sollten, keiner würde den Anderen wieder erkennen…

Ich war 13 Jahre alt als unsere Mutter weg ging…und danach hab ich sie nur noch ein einziges Mal gesehen… auf der Beerdigung unserer Oma…da war ich so ca. 26 …  heute bin ich 51Jahre alt….wie gesagt, es ist ja nur eine theoretische Möglichkeit…die Wahrscheinlichkeitsrechnung spricht eindeutig gegen ein unbeabsichtigtes Familientreffen.