Wandern im Dauerregen

Wandern im Dauerregen

Den ganzen Tag hat es nicht einmal aufgehört zu Regnen…Die Fahrt nach Ahrensburg verlief reibungslos. Anstatt meine Dicke Winterjacke immer wieder durchregnen zu lassen, hab ich mal etwas anderes ausprobiert:

Erst mal eine dicke Sweatjacke, darüber mein Regenjacke, die nur wenig gefüttert ist und darüber noch den dünnen Regenponcho. Das hatte den charmanten Vorteil, das weder der Schal, noch mein Wander-Rucksack vollkommen durchnässt wurden und ich gleichzeitig nicht zu warm angezogen war….

Nach 2,5 Stunden war der Poncho zwar innen wie außen nass…aber das war gar kein Problem…immerhin waren meine  Socken bereits nach 30 Minuten  vollkommen durchnässt… Die Wege waren derartig durchweicht und matschig, das ich mehrfach keine andere Wahl hatte als mich mit den Füssen in die tiefen Pfützen zu „retten“ um nicht der Länge nach hinzufliegen…mehrfach bin ich auf dem unebenen Wegen weg gerutscht….

Anfänglich dachte ich noch, mir wird bestimmt niemals warm werden…aber bereits 20 Minuten später sah das ganz anders aus…

Die Stunden im Wald taten mir gut…dabei war ich eigentlich ständig am Rande des Waldes, so das ich mich gut orientieren konnte…und trotz des schlechten Wetters waren viele Jogger, Hundebesitzer  und Spaziergänger unterwegs…

Da ich die meiste Zeit damit beschäftigt war auf den Weg zu achten, blieb meinem Kopf keine Zeit mehr andere Gedanken aufzunehmen….im Nachhinein war DAS die perfekte Erholung.

Den Rest des Tages hab ich dann entspannt und zufrieden auf der Couch verbracht. Mission completed.

 

 

 

 

Paranoia lässt grüßen

Das Buch „Zero, Sie wissen was du tust“ von Marc Elsberg ist nach „Blackout“ das 2. Buch von ihm, welches mich fesselt.

Es ist ein Thriller um Privatsphäre, Internet-Daten, Aktivitätstracking usw. … mega-aktuell , ungeheuer spannend, erschreckend realistisch und damit läuft mir zumindest schon ein Schauer über den Rücken. Wie privat sind wir eigentlich noch?

Ich hatte schon vorher bei meinem Laptop die eingebaute Kamera zugeklebt…weil ich mich sonst unwohl gefühlt habe ….aber mit diesem Buch fühlt man sich verfolgt….oder zumindest wie ein Neurotiker…

Natürlich ist es nur ein Roman. Aber er stellt viele Dinge die wir inzwischen als Normal betrachten in einem anderen Licht da. Wie sorglos sind wir wirklich mit unseren Daten und wie selbstbestimmt treffen wir tatsächlich unsere Entscheidungen?

Bei jeder Suchanfrage im Internet wird uns von Google, Bing oder Yahoo eine Vorauswahl präsentiert. Bereits hier wird unsere Entscheidung beeinflusst, weil uns eben nicht alles angezeigt wird und da auch alles nur nacheinander dargestellt werden kann, beeinflusst die Reihenfolge der Ergebnisse noch einmal… und das ist nur der Anfang….

….wie gesagt: die Paranoia lässt grüßen!

sei offline – und trotzdem lebendig

Vor ein paar Jahren war es für mich normal ständig per Internet online zu sein und dazu ständig Freunde zu treffen.

Chatten mit aktuellen Freunden auf einer privat geführten Webseite…täglich, über den ganzen Tag verteilt. Dazu die öffentliche Plattform Wer-kennt-Wen für den größeren Freundeskreis …außerhalb unserer „Tanzhelden“ ..und natürlich Stay-Friends für Freunde und Schulkollegen aus alten Zeiten. Dazu noch Xing…die berufsbezogene Plattform…und dann auch noch Facebook…dazu dann noch ein paar dieser kostenlosen Singleseiten…

Dazu mein eigener Blog, tägliche Telefonate mit meiner damals besten Freundin…treffen mit den „Helden“ und Training im Verein und mit meinem Trainingspartner…dazu noch ausgehen am Wochenende bis früh in den Morgen hinein….nach dem Training oder dem Tanzabend, noch ab in die Disko.

Ich hab so ziemlich alles nach geholt, was ich früher verpasst hab…ständig in Kommunikation mit anderen… nur nichts verpassen, immer mit dabei…immer online. Viele Stunden hab ich mit anderen Singles gechatted um DEN Richtigen zu finden. Nur nicht offline sein, ich könnte ja etwas verpassen.

Heute ist das nicht mehr wichtig. Mein Leben ist oft offline, ruhiger….eine ständige Kommunikation mit vielen Menschen ist nicht mehr mein Ziel. Ich lese meine Beliebtheit nicht mehr anhand der Chat-Einträge ab oder anhand der Likes oder der Anzahl der „Freunde“….das sind Indikatoren die das Belohnungssystem ansprechen…und wir damit unseren Wert ablesen können. Aber das ist lächerlich.

Ich mache meine eigene Zufriedenheit nicht mehr von solchen Indikatoren abhängig. Na klar benutze ich das Internet für viele Dinge…das ist auch toll, aber es ist nicht mehr mein Leitmedium. Ich nabele mich vom Internet ein Stück ab, zieh mich zurück und genieße mein Leben offline.