Gute Nachrichten – endlich

Es gibt aber auch erfreuliche Nachrichten…Ich hab meine Entscheidung getroffen und führe meine Beziehung weiter – aber im Moment nehme ich mir viel Zeit für mich selbst, verbringe viel Zeit  ohne meinen Freund  und schlafe alleine….

Ich muss mich erst langsam wieder annähern…so essen wir zusammen, treffen uns beim Sport…und schauen auch mal zusammen etwas im Fernsehen.

Die eigentliche  gute Nachricht ist aber: heute hat mein Freund endlich einen Vertrag unterschrieben, der ihm eine Anstellung zumindest für ½ Jahr sichert….bei einer Bank….aber nicht in dem Bereich den er gerne hätte…egal…. Es ist zwar ein Job über Zeitarbeit, aber das ist scheinbar der neue Standard…kaum ein Job in diesem Teil-Bereich wird direkt vermittelt…Die Banken wollen sich einfach nicht langfristig festlegen….das Fußvolk muss schnell wieder abzustoßen sein… das ist traurig das es in einem Land wie Deutschland diese Form der Beschäftigung gibt, die es den Menschen nicht erlaubt für die Zukunft planen zu könenn…immer mehr Menschen haben nur noch Zeitverträge. Das hat Auswirkungen: Diese Menschen haben Schwierigkeiten bei der Suche nach Wohnungen, bei der Finanzierung von Eigentum und bei der Aufnahme von Darlehn im Allgemeinen.

So ist es jetzt zwar kein Aufatmen für die nächsten Jahre, aber immerhin für das  Hier und Jetzt und nach 4 Monaten  bin ich erst einmal erleichtert.

Resümee einer Woche

So langsam schaffen wir es wieder eine gewisse Struktur in unseren Alltag zu bekommen…nach 2 Jahren Fernbeziehung ist es schon etwas anderes wenn man jetzt wieder jeden Tag zusammen ist. Und da er jetzt auch noch den ganzen Tag zuhause ist, ist auch das erst einmal ungewohnt für uns Beide.

Ich gehe wie jeden Tag ganz normal zur Arbeit, kann also nicht später als 24.00 Uhr ins Bett gehen, wenn mein Wecker um 5.40 Uhr klingelt…. Während mein Schatz als Nachteule wieder nicht ins Bett findet. Auch hier ist es gut das wir in getrennten Wohnungen wohnen, so kann er auch noch wenn ich bereits schlafe noch in seiner Wohnung weiter ausmisten und aufräumen…das ist gerade seine Haupttätigkeit…und ich bin froh das so manches (in meinen Augen) Überflüssige nun doch noch den Weg in die Mülltonne findet.

Hmmm – das er vieles davon schon vor Jahren hätte entsorgen können brauche ich eigentlich nicht mehr zu erwähnen oder?…auf mich wollte er ja nicht hören, gesagt hab ich es oft genug…lach…aber umso mehr freut es mich jetzt , das er von alleine darauf kommt und die Zeit auch wirklich dafür nutzt.

Meine Arbeitstage werden jetzt wieder länger….aber alles läuft gerade zufriedenstellend…ich habe genügend Zeit mich durch viele Kontrollaufgaben und Vorbereitungen ausreichende auf den Jahreswechsel vorzubereiten. Meine Chefin ist jetzt für einen Monat noch einmal in Elternzeit…das bedeutet evtl. auch mehr ungewohnte Aufgaben…aber noch ist alles Bestens. Noch hab ich alles voll im Griff und freue mich schon auf die nächste Woche  im Büro (das hab ich auch nicht mehr so oft, das ich mich wirklich auf die Arbeit freue).

Sinnkrise?

Ich befinde mich scheinbar in einer Sinnkrise….was ist das wahre Leben? Was ist mein wahres Leben?

Ist es im Büro mit all der Verantwortung und dem täglichen Trubel…8-10 Stunden um das Ziel einer Firma mit zu erreichen…in einem Job der mir eigentlich Spaß macht…der mich ständig fordert und viel Energie kostest…

….oder ist es, wenn ich abends bei Regen draußen auf dem Balkon sitze, eingehüllt in einen warmen Schal und lausche dem Rauschen der Regentropfen auf die Blätter der Bäume, die eng um dieses Haus stehen…. Das so gemütlich und geborgen wirkt…mich umhüllt und mir einen inneren Frieden gibt?

Die Gegensätze sind so krass groß, das es manchmal kaum zu ertragen ist. Ich könnte ganze Tage hier sitzen und der Natur lauschen….und ich mag mich kaum weg bewegen….

 

Job und Leben

Am 1. April 2016 hab ich 10jähriges gefeiert. 10 Jahre  arbeite ich nun schon für diesen Konzern. Dabei wollte ich bereits nach 3 Tagen unbedingt wieder weg. Ich fand es fürchterlich.

Aus einer Position mit viel Verantwortung und 130%igem Einsatz, war ich auf einmal auf einem Posten der nur ca. 4 Tage im Monat etwas Arbeit bot. Den Rest der Zeit wollte mir aber niemand etwas Arbeit abgeben und schon gar nichts erklären.

Ich war definitiv fehl an diesem Platz, da weder mein Engagement, noch mein Fachwissen benötigt wurde. Da meine Fragen auch etwas unfreundlich abgewehrt wurden, habe ich auch das Reden eingestellt….und habe mich zu Tode gelangweilt.

Eine schreckliche Situation…blöde Umgebung, blöder Job…. Erst ein paar Monate später bekam ich die Anfrage aus einer anderen Abteilung ob ich nicht helfen könnte…das hat es dann leichter gemacht.

Und nach ca. 1 Jahr bekam ich das Angebot in eine Schwestergesellschaft zu wechseln, die gerade im Aufbau war….und genau hier war ich richtig. Genau mein Ding….Aufbau-Arbeit, Strukturen schaffen…herrlich. Viel Arbeit….viiiiiiiieeeel  Arbeit und eine große Herausforderung.

Jaaa und nun sind insgesamt 10 Jahre vergangen und aus der anfänglichen Aufbauarbeit, die insgesamt fast  7 Jahre dauerte…. Ist inzwischen ein großes Unternehmen, mit 3 Gesellschaften geworden, welches sich vorbildlich in den Konzern integriert hat.

Inzwischen sind wir so gut organisiert und strukturiert, das wir sogar zertifiziert sind…und  wir sind in ein starres Korsett der Muttergesellschaft gezwängt in dem die Anwälte mehr zu sagen haben, als andere Abteilungen und  aus unserer anfängliche Stärke der schnellen Entscheidungen in flachen Hierarchien und der abteilungsübergreifenden Arbeit ist  inzwischen ein so großer Apparat geworden, das es mir manchmal wie eine Behörde vorkommt. Alles muss dokumentiert sein, alles muss beweisbar sein….vorbei die Zeiten wo man pragmatische Lösungen gefunden hat, für Dinge die einem auf Zuruf aufgetragen wurden. Unsere Flexibilität und Schnelligkeit war ein enormer Vorteil.

Trotzdem liebe ich den Job. Nach all der Aufbauarbeit in vielen Jobs, habe ich hier endlich den Aufbau überstanden….habe mein eigenes Büro und Mitarbeiter die einen Teil der Arbeit machen. Endlich hab ich mal Zeit und bin nicht nur gehetzt und gestresst. Meine Chefs, Kollegen und Mitarbeiter vertrauen mir….

Und mit Erschrecken erkenne ich das ich inzwischen schon 30 Jahre arbeite….ununterbrochen….mit Ausnahme des einzigen Monats in meinem Leben, in dem ich Unterstützung vom Arbeitsamt benötigte…und das ist auch schon wieder 13 Jahre her….