Auf der Elbe – im Kajak (2)

Es ist schon erstaunlich, wie schnell mein Leben mich aus meiner Komfortzone holen kann, wenn ich aktiver unterwegs bin. Es fordert mich gerade auf positive Weise und lockt mich damit aus meiner so lieb-gewonnenen Isolation.

Der 2. Teil des Kajak-Kurses am Sonntag fing wieder um 10 Uhr Vormittags an und ging bis zum späten Nachmittag. Ohne lange Vorreden hieß es dann auch: umziehen, Kajak zugeteilt bekommen und entsprechend einstellen und ab auf die Elbe.

Bei schönstem Sonnenschein und nur leichtem Wind waren wir insgesamt mehrere Stunden auf dem Wasser (mit Pause)…haben weitere Paddel-Techniken gelernt, fangen gespielt und sogar die Fahrrinne de Elbe überquert, haben den Wellen der vorbeifahrenden Schiffe getrotzt und uns km um km paddelnd fortbewegt.

Beim Trainieren des Ausstiegs an einem höhergelegenen Steg, hab ich nun endgültig begriffen, das ich dabei eher wie eine schwerfällige Robbe aussehe und das niemals mit Eleganz hinbekommen werde….zum Glück war ich nicht die Einzige. Der Trainer meinte dann auch, es gibt viele Vereinsmitglieder die ausschließlich vom Strand aus starten können und Stege vermeiden.

Obwohl ich Oberarme und Schultern regelmässig trainiere, war ich nie ein Fan von Klimmzügen oder auch Liegestütz….und genau diese Fähigkeit fehlt mir jetzt. Ab jetzt heißt es jeden Abend Liegestütz machen.

Für alle Teilnehmer, die bis zu dem Zeitpunkt noch nicht unfreiwillig gekentert sind, kam dann zum Schluß noch die Kenter-Übung….ja auch ICH musste – natürlich freiwillig – das Kajak über den Kipppunkt hinaus kippen, bis ich im trüben Wasser landete.

Hab ich schon einmal erwähnt, das ich kaltes Wasser hasse? ..ich gehe nicht mal ins Freibad wenn es heiß draussen ist…aber durch die Sonne, die körperliche Anstrengung und weil das Wasser sogar schon 18 Grad hatte, fand ich die Abkühlung sogar angenehm.. Es gelang mir augenblicklich die Spritzschutzdecke zu lösen und aus dem Kajak auszusteigen, behielt dabei sogar das Paddel in der Hand. Aber ich war ja auch darauf vorbereitet…wenn das plötzlich passiert, ist die Frage, wie schnell ich dann reagieren werde…aber dafür wird es auch immer wieder geübt.

Dann folgte der Wiedereinstieg ins Boot mit Hilfe eines Retters….denn das Boot muss ja erst einmal vom Wasser befreit werden…das geht nicht allein…deshalb muss jeder im Laufe der Zeit auch das Retten üben und nicht nur das gerettet werden. Ich muss aber erst einmal lernen mit Hilfe eines Trainers wieder zurück ins Kajak zu kommen, um weiter paddeln zu können.

Bäuchlings quer über dem Kajak hängend, hat mich die Aussage „Du musst jetzt deinen Körper drehen“ in ziemliche Nöte gebracht, wusste ich doch nicht, in welche Richtung ich mich wie drehen sollte, so das der 1. Versuch scheiterte, bis ich dann begriff was genau ich wie an meinem Körper wann, wie drehen muss….also irgendwann saß ich dann wieder richtig drinnen- triefend nass von oben bis unten, mit immer noch viel Wasser im Boot und mächtig stolz auf mich selbst – geschafft.

Am Ende dieser 2 Tage hatten wir alle die Anforderungen für den EPP 1 geschafft…den Europäischen Paddel-Paß, 1. Stufe…damit sind wir berechtigt ab sofort am regulären Vereinstraining auf der Elbe teilzunehmen.

Pläne durchkreuzt

Nach dem schönen Ausflug am Samstag, blieb ich am Sonntag bis zum Nachmittag zuhause…dann bin ich ins Fitnessstudio gefahren.

Ich hab moderat trainiert…d.h. mich nicht ausgepowert, aber trotzdem die Gewichte etwas erhöht….außerdem hab ich 3,5km auf dem Rudergerät verbracht…immerhin startet in der kommenden Woche jetzt endlich der Kajak-Grundkurs.

Frisch geduscht und total zufrieden komme ich wieder zuhause an…und nach ca. 2 Stunden starten die Halsschmerzen…schnell wird aus dem leichten Halskratzen mehr….viel mehr, dazu kommen Kopfschmerzen und die Nase läuft auch…

In der Nacht bekomme ich, auf dem Rückenliegend nur schwer Luft ( die Nase war zu und durch den Mund ging es gerade so eben)…wären meine Mandeln nicht schon entfernt, hätte ich vermutet, das diese stark geschwollen sind…aber es waren wohl die Lymphknoten die anschwollen…ich bekam starke Schluck-und Atemprobleme…das hatte ich das letzte Mal kurz bevor mit die Mandeln vor 15-16 Jahren entfernt wurden…damals kam mir das Wasser, welches ich trinken wollte, aus der Nase wieder heraus, so zugeschwollen war mein Hals…Ganz so schlimm war es jetzt zum Glück nicht…aber immerhin so beunruhigend, das ich den Rest der Nacht eher sitzend geschlafen habe….so ging es mit dem Atmen.

Ich hab mich also Montagmorgen erst einmal in der Firma krank gemeldet…im Laufe des Tages kamen dann noch ein paar andere Symptome hinzu…der private Corona-Test war negativ und in die Arztpraxis durfte ich nur mit einem offiziellen Corona-Test, der dann aber auch negativ sein musste…dafür bekam ich dann aber noch einen Arzttermin am frühen Abend.

Der Gang zum Testzentrum in ca. 600m Entfernung, zeigte meine Kurzatmigkeit und mir wurde schwindelig…war froh als ich wieder zuhause war….Testergebnis: negativ.

Die Autofahrt zum bisherigen Hausarzt in Pinneberg, brachte mir die Erkenntnis, das ich mir wohl doch mal einen hier Vorort suchen sollte…Aber inzwischen vertraue ich dem Arzt und er hat mich kurz angehört und untersucht und ist der Meinung das ist dann wohl jetzt „meine Portion Omikron ist“, weil alle Symptome darauf hindeuten, auch wenn die Tests bisher negativ sind….was wohl an der 3fach Impfung liegt.

Einen PCR-Test hab ich nicht bekommen…aber eine Krankmeldung bis Ende dieser Woche…und ich hab nicht widersprochen.

Inzwischen ist es der 3. Tag den ich mich elendig fühle…inzwischen sind die Halsschmerzen etwas zurück gegangen, dafür hab ich den Eindruck es liegt ein Sandsack auf meiner Brust.

Das heißt aber auch: es wird nichts mit dem Kajak-Kurs…und DAS macht mich schon sehr traurig…es sind ja nur 4 Termine und 2 werde ich auf jeden Fall verpassen….aber der Verein hat mir ein anderes Angebot gemacht…ich muss mal schauen, ob das für mich infrage kommt.

Naja – ich kann es jetzt nicht ändern….und versuche bestmöglich gesund zu werden: schlafe viel und ruhe mich tatsächlich aus…mein Körper arbeitet sich an den verschiedenen Symptome nacheinander ab, das ist nervig und es ist nicht schön sich so krank zu fühlen…aber so geht es immerhin voran…und dann hoffe ich das ich bis Ende der Woche wieder fit bin…wenn nicht geht es noch einmal zum Arzt…