Stress resistent? – das war mal

Mit jeder weiteren Stunde im Feierabend werde ich ruhiger und beginne mich langsam zu entspannen…ganz langsam. Aber durch die Aufregung der letzten Tage hab ich Schmerzen in der Brust (ich habe körperliche Herz Schmerzen – also keinen keinen „seelischen Herz-Schmerz“)…ich hoffe das es heute nicht mehr zu lange dauert bis sich der Schmerz wieder legt.

In der kommenden Woche werde ich wohl doch zum Kardiologen gehen…nur vorsichtshalber…die haben gesagt ich kann bei Problemen jederzeit vorbei kommen. Aber eigentlich weiß ich schon jetzt was die sagen werden.

…evtl. können die mich auch für ein paar Tage „aus dem Verkehr“ ziehen.

Aber allein hier draußen zu sitzen ist Entspannung pur – heute ist es zum rundherum  ruhig…Für den restlichen Abend steht jetzt nur noch autogenes Training zu sanfter Entspannungsmusik auf meinem Plan…und wenn ich einschlafe umso besser…

Morgen ist ein neuer Tag, Samstag, ein ruhiger Tag…ohne Stress, ohne Hektik…nur ich und meine Wanderschuhe oder das Fahrrad (es geht wieder mit der Hand – Hurra), ich werde mir keine Sorgen machen und mich von Niemandem ärgern lassen. Ich nehme mein Butterbrot und eine Flasche Wasser und setze mich mitten in den Wald, lausche der Natur

und schon beim Schreiben merke ich, wie die Schmerzen etwas nach lassen, ich ruhiger werde, ich mich auf den fiktiven Ort meiner absoluten Wohlfühl-Entspannungsoase konzentriere….ich langsamer und bewusster ein- und ausatme auf meinen Atem lausche, spüre wie meine Arme und die Augen schwer werden…die Autosuggestion scheint schon jetzt zu funktionieren…

ich bin dann mal weg….

 

 

 

 

 

Der Draht zum Überleben

Ich bin gerade verdrahtet und an ein Gerät angeschlossen und lerne gerade am eigenen Leib, wie dankbar wir der modernen Medizin mit den fortschrittlichen Geräten sein sollten.

Mein Kardiologe (hmmm „mein“ impliziert hier, das ich also in regelmäßiger Behandlung bin oder zumindest ab jetzt sein werde)hat mich an ein 3-Tage-EKG angeschlossen…. Das zeichnet alles auf also: Mobile Überwachung.

.Und prompt passe ich fast unmerklich meine Handlungsweisen etwas an….versuche mich mehr zu bewegen und ruhiger zu sein…ist ja eigentlich Blödsinn, immerhin soll der Ist-Zustand erfasst werden um es mit dem Soll-Zustand abzugleichen.

Aber mal ehrlich…es ist so beruhigend, dass es so etwas gibt. Denn es tut gut zu wissen da ist ein Arzt der mich ernst nimmt, den es interessiert, das ich noch lange gesund leben kann und der versucht alles zu tun damit es auch so kommt.

Meinem Vater wurde vor Kurzem einen Defibrillator eingepflanzt. Dieser ist an das Herz angeschlossen und überwacht den Herzschlag…das soll bei Kammerflimmern einen elektrischen Impuls auslösen, um das Herz anzuregen wieder normal zu schlagen….zur Vermeidung eines plötzlichen Herztod.

Und genau so ein Ding werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls benötigen, wenn auch erst in hoffentlich vielen Jahren…Bei meinem Vater kam es durch eine Herzschwäche und mehrere Herzinfarkte. Bei mir kann es durch die angeborene „Anomalie“ zu Herzrhythmus-Störungen führen.

Wie gerne gehe ich also jetzt zum Kardiologen und lasse mich verdrahten und „überwachen“ damit ich noch lange so leben kann, wie ich es jetzt mag