Muttertag ? Schwesterntag !

Es gibt besondere Feiertage, die gehen an einem Teil der Bevölkerung vorbei…z.B. Muttertag und Vatertag.

Wenn man nicht selber Mutter oder Vater ist und auch die Eltern nicht mehr leben oder nicht zum eigenen Leben dazu gehören, dann haben solche Tage keine so starke Bedeutung mehr.

Als unser Vater noch lebte, haben wir ihm zum Muttertag gratuliert, immerhin hat er – trotz aller Widrigkeiten – für viele Jahre auch die Mutterrolle übernommen…auch wenn das Ergebnis seiner Bemühungen für uns nicht immer positiv war.

Seitdem unser Vater tot ist, hat meine Schwester stattdessen an Muttertag den Schwesterntag ausgerufen und so hab ich heute Morgen um 4:46 Uhr bereits einen lieben Gruß erhalten…..und diesen erwidert. Allerdings erst SPÄTER – immerhin ist Sonntag und ich hab länger geschlafen. Gut das ich mein Handy in der Nacht auf „nicht stören“ eingestellt habe….ich also kein akustisches Signal erhalten habe…das ist sehr praktisch, wenn man einen so leichten Schlaf hat wie ich.

Den Schwestern-Tag gibt es, weil wir uns damals in den gerade beginnenden Jugendjahren gegenseitig Halt gegeben haben, soweit es uns überhaupt möglich war.

Das unsere Mutter noch irgendwo lebt, wissen wir eigentlich nur, weil wir bisher noch keine anderweitige Information von einem Nachlassgericht erhalten haben. 40 Jahre ohne Mutter….da ist mir dieser Feiertag eher egal. Da steckt keine Verbitterung in dem Satz…sondern es ist eine schlichte Aussage.

Für nächste Woche, also nach der Blumen-Kaskade für dieses Wochenende, hab ich für nächste Woche jetzt 2 Blumensträuße für 2 liebe Menschen vorbestellt…..so als kleines Dankeschön für`s immer DA sein.

Und nächsten Freitag, am Brückentrag, bin ich mit meiner Schwester verabredet, wir werden uns irgendwo an der Nordsee treffen…ein Tagesausflug zu Zweit…

Schwesterntag – nicht Muttertag

Ich bin gerade ganz gerührt….

meine Schwester hat mir in einer WhatsApp einen „Schönen Schwesterntag“ gewünscht…. da wir in unserer beginnenden Jugend ohne Mutter waren…und wir uns damals sehr eng aneinander festgehalten haben.
Wir waren schon sehr verschieden: sie quirlig, lebendig, lebenslustig – aber oft haltlos…ich die ruhige, schüchterne und Vernunftgesteuerte – aber eben noch sehr jung.

Meine Schwester brauchte nach dem Weggang unserer Mutter Halt und Jemanden zum Anlehnen und obwohl ich die jüngere von uns Beiden bin, war ich durch mein Wesen schon immer eher diejenige die ihr Halt geben konnte, weniger umgekehrt.

Das auch ich oft überfordert war mit einem den Halt verlierenden Vater mit beginnendem Alkohol-Überkonsum und einer ohne Halt lebens-übersprudelnden Schwester, ist dabei oft untergegangen….Ich saß mit 13 Jahren oft alleine zuhause und habe mir Sorgen um Alle gemacht.

Was ich in diesen Jahren gelernt habe ist das, was mich heute noch ausmacht: Ich vertraue nur auf meine eigene Stärke. Ich mache Probleme mit mir selber aus… In schwierigen Zeiten ziehe ich mich zurück und starte meinen eigenen Überlebensmodus.

Das ich aus dieser Zeit auch ein Vertrauensproblem entwickelt habe, ist so aber nicht richtig…jeder der näher in mein Leben tritt, bekommt von mir erst einmal einen Vertrauens-Vorschuss, sonst würde ich die Person ja nicht näher in mein Leben lassen…..wird dieser jedoch zerstört, dann ziehe ich mich wieder zurück und starte erneut meinen eigenen Überlebensmodus…

Aber ich stelle fest, es wird für mich immer schwerer Menschen in mein Leben zu lassen… Umso mehr freue ich mich darüber das meine Schwester heute in meinem Leben wieder eine größere Rolle spielt…und heute ist sie es mit ihrem Mann, die mir öfter Halt geben, wenn ich ihn mal brauche…