Der Frühling kommt langsam …

Jeder Sonnenstrahl der es an einem Nachmittag schafft, meinen Schatten-Balkon zu erreichen, wird von mir freudig aufgesogen….auch wenn es insgesamt noch kalt ist (nachts sind die Temperaturen noch unter 0 oder nur knapp darüber), genieße ich es schon wieder für kurze Zeit draußen auf dem Balkon zu sitzen….mit heißem Tee, wärmender Jacke und Schal…und manchmal stelle ich mich auch einfach nur für ein paar Minuten in die geöffnete Balkontür und halte mein Gesicht in die Sonne.

Nur am späten Nachmittag wird die Ecke mit meinem Liegestuhl auf dem überdachten Balkon überhaupt von der Sonne erreicht, der größte Teil bleibt im Schatten….das bedeutet aber auch, das ich im heißen Sommer vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt bin….da freue ich mich jetzt schon drauf.

Am Sonntag beginnt auch der kalendarische Frühling…und ich hab das Gefühl, das meine Lebensgeister und auch meine Unternehmungslust wieder steigen…und mit den aktuell gerade fallenden Spritpreisen, werde ich mich am Wochenende auch mal wieder für einen Tagesausflug ins Auto setzen…wohin ich fahren werde? Mal sehen…ein paar Ideen hab ich schon…auf jeden Fall möchte ich mal wieder raus….

Die letzten Wochen war ich immer nur in direkter Umgebung unterwegs…immer im Kreis Pinneberg…war sogar mal wieder im Klövensteen letztes Wochenende. Bis vor 1/2 Jahr war ich regelmässig alle paar Tage hier…mag die dichten Wälder, die kleinen Wege, die Ruhe und die Sonnenuntergänge.

Aber jetzt hat sich etwas verändert….ich war geschockt vom Kahlschlag der Kiefern….Himmel haben die dicke Schneisen in den Wald geschlagen…okay, einige Bäume waren vom Sturm entwurzelt…aber so flächendeckend ausgedünnt, sieht es nicht mehr nach Wald aus…..

Ich habe gelesen das tausende Fichten abgestorben sind, durch die Dürren in den letzten beiden Sommern und die Bäume deshalb gefällt werden mussten. Wie ich im Internet lesen konnte, sind durch die Baumfällarbeiten fast 5 Hektar Freiflächen entstanden…aufgeforstet wird jetzt mit Laubbäumen.

Unglaublich das auch hier im hohen Norden, wo es ja echt viel geregnet hat, die Fichten trotzdem wegen des zu niedrigen Grundwasserspiegels abgestorben sind.

Extreme Unwetter

…und jetzt mal etwas ganz anderes….die Flutkatastrophe in dieser Woche.

Bei Flutkatastrophen denke ich normalerweise nicht an kleine beschauliche Orte mit einem Bachlauf, sondern an Meere und Küstenortschaften….

Ich sehe immer wieder mit Schrecken und ungläubig geöffnetem Mund die Bilder im Fernsehen, von den aktuell unkontrollierbar tobenden Wassermassen in NRW und Rheinland-Pfalz….in Orten wie Hagen, Ahrweiler, Schuld und Erftstadt… die Bilder aus Österreich, den Niederlanden und Belgien….und jetzt kommt noch Bayern hinzu.

Unfassbar, das bei uns in Deutschland, einem der reichsten Länder der Erde, Menschen in einer Unwetter-Katastrophe sterben, aktuell sind es schon mehr als 100 Menschen, das Wassermassen eine Bundesstraße in einen Fluß verwandeln, in dem selbst große LKW untertauchen, das ganze Häuser und Existenzen von der Wucht des Wassers fortgespült werden, das Menschen auf den Dächern ihrer Häuser ausharren, bis irgendwann einmal Hilfe per Helikopter oder Boot kommt….also ehrlich, so etwas kennt man doch nur von den Unwetter-Katastrophen auf anderen Kontinenten…aber doch nicht bei uns…nicht in der Mitte Deutschlands. Das Deiche an Küsten brechen….ja, vorstellbar….aber doch nicht das die Innenstadt von Hagen überflutet wird bei Flüssen wie die beschauliche Lenne oder Ennepe?

Die Menschen in den betroffenen Orten tun mir sehr leid und ich finde die spontane Hilfsbereitschaft vieler Menschen einfach klasse. Wir hier im Norden haben Glück gehabt….ich hab gelesen das Hamburg Rettungkräfte und Boote nach NRW schickt…..Uns Bürgern, die wir weit entfernt leben, bleibt die Möglichkeit der Geldspende..

Was mich am Meisten schockiert: es kommt ja nicht überraschend…..wir normalen Bürger haben nur nicht mehr hingehört…die Warner und Mahner waren unermüdlich uns zu erklären, das solche „Jahrhundert-Hochwasser“ jetzt öfter kommen werden und das Wort „Stark-Regen“ hören wir doch auch schon seit ein paar Jahren…und hat nicht der Ort Grimma in Sachsen ganz deutlich gezeigt, das wir solche Wetter-Phänomene nicht ignorieren sollten.

Wann war das mit Grimma…ich musste es auch erst nachlesen: 2002….also vor 19 Jahren.

Wenn also jetzt Jahrhunderthochwasser nicht mehr 1x im Jahrhundert, sondern 1x in 20 Jahren auftreten, dann müssen wir doch mehr machen als nur die Orte zu reinigen und wieder aufzubauen.