Herzens-Angelegenheiten – 2.Teil

Herzens-Angelegenheiten – 2.Teil

Gestern am späten Abend hat mich dann noch eine traurige Nachricht erreicht.

Der beste Freund meines Ex-Freundes hat mich über WhatsApp angerufen. Er wäre gerade in Amerika bei seiner Schwester, deshalb der Anruf über WhatsApp.

Er hätte auch erst gerade die traurige Mitteilung erhalten, das mein Ex-Freund vor Weihnachten verstorben ist.

Wuuum – das hat gesessen.

Nun habe ich ehrlicherweise seit dem letzten Ausbruch von schwarzem Hautkrebs mit Metastasen in den Organen und im Gehirn vor ca. 4 Jahren ständig damit gerechnet, das er das nicht lange überleben wird. Aber dann kam neben OP, Chemo, Bestrahlung und was weiß ich, eine teure und langwierige Stammzellen-Therapie und die hatte wohl gut bei ihm angeschlagen. Aber selbst mit dieser Therapie war seine Lebenserwartung auf nur wenige Jahre geschrumpft.

Es ging ihm aber zunehmend besser und da ich nichts weiter gehört hatte, ging ich davon aus, das es ihm gut geht….und so war es wohl auch, wie mir der Freund versicherte.

Am 16.Dezember haben die Beiden am späten Nachmittag noch miteinander telefoniert, weil der gute Freund Geburtstag hatte…und ca. 1 Stunde später ist mein Ex-Freund dann plötzlich gestorben – aber nicht am Krebs, sondern an einem Herzinfarkt.

Das hat mich dann richtig geschockt.

Es tut mir so leid für meinen Ex-Freund….ich hätte ihm ein langes und erfülltes Leben gewünscht…weiß aber natürlich auch, das er mit dem Leben immer haderte…sich benachteiligt fühlte, weil er nicht zu den Schönen und Reichen gehörte…er wollte immer „da Oben“ mithalten, dieser „Banker-Schnösel“ wie ich ihn immer genannt habe. Er war nie mich sich und seinem Leben im Reinen. Lügen war für ihn eine ständige Option sich besser darzustellen…etwas was unsere Beziehung von Anfang an belastet hat…ich hasse Lügen und er hat mich in vielem belogen.

Ich habe versucht ihm vorzuleben, wie schön das Leben sein kann, wie zufrieden wir mit dem sein können, was wir haben…wie gut wir davon leben können….er hat es nicht verstanden oder verstehen wollen.

Ich bin froh, das er jetzt einen sehr schnellen Tod hatte…er hat wohl nicht mehr viel davon mitbekommen…das ist ein Trost…und ich hoffe er hat jetzt den Frieden, nach dem er immer gesucht hat.

Stille konnte er nie aushalten, dabei war sein Lieblingslied: Enjoy the silence (Depeche Mode)

Einmal kurz den Atem angehalten- und das Leben geht weiter

Die Tage bis zum PET-CT waren lang…und gefühlt noch viel länger, war danach das Warten auf das Ergebnis. Krebs ja oder nein.

Das PET-CT selber war super okay….genau wie bei einem normalen CT…nur das dieses leicht radioaktive Mittelchen, das einem gespritzt wird, eine gute Stunde braucht, um sich im Körper zu verteilen…und ich sollte viieeel Wasser trinken…der Rest war, wie bei jedem anderen CT auch. Hahaha – Da bin ich ja im Laufe der Monate schon ziemlich routiniert geworden.

Die letzten Tage vor dieser Untersuchung fiel es mir schon schwerer gelassen zu bleiben…bzw. es kostete einiges an Kraft, die aufsteigende Angst weg zu drücken….und meine Hoffnung, das ich noch am Tag dieser Untersuchung das Ergebnis bekomme, hat man mir gleich genommen…NEIN – das wird ein paar Tage dauern.

Danach fühlte ich mich erst einmal entspannt…die Untersuchung war ja vorbei…und ich wunderte mich über meine neue Gelassenheit…immerhin hatte ich noch kein Ergebnis.

Aber der Körper kann nicht dauerhaft in Alarmstimmung bleiben…irgendwann wird auch das zu einem Teil der täglichen Routine…auch wenn ich mir immer noch täglich weiter Sorgen machte.

Dann endlich waren die Bilder online abrufbar…aber kein Befund…also mit den Aufnahmen konnte ich nichts anfangen…bin ja kein Arzt…Freitagabend endlich hab ich es erneut probiert….Aussage der Online-Plattform: es liegt ein Befund vor, der ist aber noch nicht freigegeben und wird erst am kommenden Montag freigeschaltet… Grrrrrrrr – also jetzt auch noch das ganze Wochenende weiter warten…. dieses Wochenende war tatsächlich das Schwierigste….immerhin ist es jetzt schon fast genau1 Monat her, seit der Lungenarzt mir die Überweisung zum PET-CT gegeben hat…seit fast einem Monat beschäftige ich mich mit dem Thema….und jetzt will ich einfach nur noch das Ergebnis wissen.

Gestern also – ich war im Homeoffice – hab ich mich am Vormittag noch einmal eingeloggt und den Befund gelesen. Da stand sehr viel…sehr sehr viel….aber vor jeder Aussage stand entweder ein „kein“, „nicht“ oder „unauffällig“ = Alles ist gut…was immer das Ding auf meiner Lunge auch sein mag…es ist kein Krebs.

Noch während des Lesens liefen mir die Tränen vor Erleichterung und das blieb auch minutenlang so…der Kopf hat es sofort begriffen…der Rest des Körpers hat noch eine Weile gebraucht….und dann fühlte sich mein Körper auf einmal auch wieder leicht an….erst jetzt hab ich gemerkt…wie stark angespannt ich war.

Meine kleine Welt blieb für ein paar Minuten einfach stehen und der einzige Gedanke war: hurra – ich darf weiterleben….im Nachhinein hört sich das pathetisch an…aber genau diesen einen Satz, hab ich wieder und wieder gedacht.

Erst nach gefühlten 10-15 Minuten hab ich schnell die wichtigsten Menschen in meinem Leben über das Ergebnis informiert…und dann…dann musste ich auch schon weiter arbeiten…die nächsten Quartalsabschlüsse warten schon auch mich….und schon geht das Leben weiter…

Aber seitdem spüre ich zwischendurch immer wieder ein Gefühl von unendlicher Erleichterung…und auch Dankbarkeit das ich schon das zweite Mal in diesem Jahr, so knapp dem Krankenhaus entwischt bin.

Heute ist der 3.Oktober und mein Lungen-Arzt hat sich noch nicht gemeldet, der hat in dieser Woche Urlaub. Bin mal gespannt, wie es jetzt weiter geht. Denn da ist ja immer noch etwas, was da nicht hin gehört.

Ich werde wohl in den nächsten 1-2 Wochen wenig bis gar nichts hier im Blog schreiben….im Moment fehlt mir dazu einfach die Ruhe und Geduld….

Und bei den wenigen Blogs denen ich noch folge, werde ich weiter „leise“ mitlesen, mich aber wahrscheinlich eher weniger mit einem Kommentar zu Wort melden…bitte nicht böse sein….ich komme wieder – aber jetzt brauche ich ein paar Tage, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, das ich mich nicht melde 💐🍀🥂 …ich muss mich jetzt erst einmal wieder innerlich etwas sortieren.

Der Stachel…

Der Stachel…

Neben dieser Leichtigkeit mit der mein Leben gerade verläuft, bleibt immer auch der Gedanke das es eine temporäre Leichtigkeit ist. Ich bin mir sehr bewusst das ich bisher viel Glück gehabt habe, jetzt ein so unbeschwertes Leben haben zu dürfen.

Meine körperliche Konstitution, meine Gene und meine Lebensweise mit jahrelangem Sport und einigermaßen gesunder Ernährung und einer gehörigen Portion Glück haben es mir ermöglicht, nur leicht beschädigt über 50 Jahre alt zu werden.

Mit Fleiß und Disziplin und auch hier mit einer guten Portion Glück an den richtigen Stellen und auch mit einigem Mut hab mich im Laufe von 30 Jahren beruflich so etabliert, das ich relativ gut verdiene und mich  auch durch Corona nicht einschränken muss.

Wäre da nicht der Krebs bei meinem Ex-Freund auf so hinterhältige Art erneut ausgebrochen, könnte ich mein Leben tatsächlich komplett unbeschwert geniessen…

… so aber ist es wie ein Stachel, der immer mal wieder piekst….so ein beständiges kleines unangenehmes Erinnern, wie fragil doch unsere Leben sind. Wie schnell sich alles ändern kann…wie ungerecht die Welt ist…und doch vergesse ich es immer wieder und dann ist da dieser kleine Stachel…der mich wieder daran erinnert…unangenehm erinnert…

…und ich atme tief ein und spüre das Leben….bin dankbar und versuche alles andere zu verdrängen…bis es wieder unvermittelt da ist…das miese kleine pieksen …dieser kleine Stachel mit Widerhaken…

 

 

ein plüschiger Gruß

Während meiner letzten Beziehung war es oft nicht einfach..um nicht zu sagen es war lange Zeit sehr schwer…dann wurde es besser, wurde unbeschwerter und war sogar über eine länger Zeit richtig schön leicht…und dann drehte es sich irgendwann wieder….

In den Jahren hab ich die Beziehung zwischendurch mal „angehalten“…wollte alleine sein, hab nach elementarer Ruhe gesucht, die es in dieser Beziehung für mich meistens nicht gab. Wollte ein friedliches Leben, keinen Streit, keinen Kampf…manchmal dauerte so ein Rückzug 1-2 Tage, manchmal eine Woche und dann sogar mal mehr als 1 Monat (das war sogar über Weihnachten und Silvester).

Ich hab es eigentlich nicht als On-OFF-Beziehung betrachtet, aber eigentlich war es das….zumindest war ich mehr als einmal dazu entschlossen diese Beziehung dauerhaft zu beenden. Hab es aber nicht geschafft. Immerhin war es ja auch schön…ich wurde geliebt…und ich hab ihn geliebt…also bin ich wieder und wieder geblieben…dann ging es eine Weile wieder gut…und dann wurde es wieder schlimmer.

Wenn ich das so schreibe, bin ich fast erschrocken.

Während einer dieser Phasen in der ich mich verletzt gefühlt und eine längere Auszeit genommen  habe, bekam ich einen kleines Kuscheltier-Bärchen von ihm geschenkt, so ein kleines plüschiges anschmiegsames  – mit einer kleinen Nachricht, damit ich wenigstens etwas zum Ankuscheln habe und nicht alleine bin.

Im Laufe der Beziehung wurde daraus vier kleine Kuschel-Bärchen… Zum Aufmuntern, zum Anlehnen, als Entschuldigung oder als Bitte ihn wieder lieb-zu-haben…. Ich habe noch alle vier.

Gestern nun hab ich eines ausgesucht (das 2. was er mir geschenkt hat…am 1. hänge ich zu sehr) und werde es zusammen mit ein paar  Süßigkeiten zu einem Päckchen packen ….Mein Ex-Freund liegt aktuell wieder in der Uni-Klinik.

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Ganz Corona-konform  liegt das Kerlchen jetzt seit gestern in der Gefriertruhe und wird nach einer leichten Desinfektionsdusche in einem Plastikbeutel in das Päckchen wandern…. möchte ja kein Risiko eingehen.

Jetzt muss ich nur noch entscheiden wohin ich das Päckchen schicke. Das Krankenhaus (hab dort angerufen) möchte nicht, das ich es dorthin schicke.  Bleiben noch seine Mutter oder sein bester Freund.

Bei seiner Mutter bin ich nicht sicher ob sie das auch tatsächlich weiterleitet…bei dem Freund nicht sicher ob er ihn überhaupt besuchen darf…. das werde ich mal abklären…

 

Kein Licht am Horizont

Kein Licht am Horizont

… … … … …

nach einem Monat hab ich per Whatsapp eine Antwort von meinen Ex-Freund erhalten. Ehrlicherweise muss ich sagen, das ich mit einer Antwort überhaupt nicht gerechnet habe.

Aber nun weiß ich etwas genauer was los ist: der Krebs hat sich im verborgenen weiter verbreitet und gestreut: „überall – leider, auch im Kopf“… und scheinbar auch in der Leber.

Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Ich bin schockiert und unendlich traurig. Dieses Mal fühle ich mich zwar nicht schuldig….aber ich kann mein Mitgefühl kaum mehr bewältigen…Eine Immuntherapie wurde sofort begonnen…aber selbst damit liegen die guten Prognosen bei 23 Monaten (nach meiner Recherche im Internet – muss ja nichts heißen trotzdem ist das beklemmend)…das klingt nach Lebensverlängerung…aber nicht nach Heilung. Lebensverlängerung ist natürlich gut…keine Frage…ich würde mir aber für ihn wünschen das er seine Träume und Wünsche noch lange ausleben kann.

Das hier ist nicht abstrakt – sondern real… Ein Mensch den ich mal unendlich geliebt habe, kämpft ums Überleben.

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (Autor: John Green) ist der Titel eines Buch das ich mal gelesen habe… und immer  ist es im Leben anders als man denkt….

 

 

 

Etwas mehr im Gleichgewicht

So langsam kommt mein Seelenleben wieder ins Gleichgewicht…

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Wie immer hilft die Routine meines eigenen Lebens dabei. Nicht das es das Leid eines anderen Menschen schmälert oder meine Anteilnahme verschwunden ist…das nicht, aber ich kann jetzt wieder besser damit umgehen.

Ich kann nicht helfen – außer meine Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen…und das hab ich getan. Mehr kann ich aktuell nicht tun. Auf meine WhatsApp hab ich keine Antwort bekommen…aber ich erwarte hier auch gar keine. Gegen den Krebs muss er selber ankämpfen…seine eigenen Kräfte mobilisieren und unterstützen können die Menschen, die ihm jetzt nahe sind…. Ich bin es nicht mehr.

Das ich zuerst ein schlechtes Gewissen hatte, ist im nachhinein auch für mich komisch und mit jetzt wieder klarem Verstand weiß ich, das ich mich nicht schuldig fühlen muss (DANKE an dieser Stelle für die lieben Kommentare)….das Mitgefühl ist bei mir weiterhin da- und das ist gut so.

Wie immer bringen mich solche Nachrichten dazu, auch auf mein eigenes Leben zu blicken und zu hinterfragen….und ich fühle eine Dankbarkeit, das ich mein Leben bislang so gesund leben darf.

Denn wenn ich etwas aus den letzten Monaten an Erkenntnis gewonnen habe, dann ist es, das es in vielen Fällen einfach Glück ist ob man krank wird oder nicht,,,und man die Gesundheit zwar ein wenig mit Fitness und gesunder Ernährung beeinflussen kann…aber das sich z.B. eine Mutation von Zellen eben NICHT damit generell ausschließen lässt…es ist immer auch ein stückweit Glück.

Das ist schrecklich, weil es zeigt wie wenig Einfluss wir im Einzelfall tatsächlich auf unser Leben haben….

Pause – beendet

Mein internes Reparaturprogramm hat gewirkt und so konnte ich meine Kommunikationspause beenden OHNE  gleichzeitig meine Beziehung zu beenden. 

Nicht dass es mir jetzt schlagartig gut geht, aber es geht mir besser….und ich hab wieder das Gefühl zu Leben. Das ist mir gerade sehr wichtig.

Vor ein paar Wochen hab ich erfahren das eine liebe Kollegin mit 52 Jahren gestorben ist…ich wusste zwar das sie krank ist, nicht aber das es dieses Mal etwas anderes ist. KREBS ….und es hat nur 4 Wochen gedauert von der Diagnose bis zum Tod….

Es traf mich unvorbereitet und hat mich erschüttert.

Sie arbeitete an einem anderen Standort der mehr als 2 Stunden mit dem Auto entfernt ist und wir haben uns vor ein paar Monaten zum Weinfest im Taunus verabredet und es war ein schöner Abend. Obwohl wir uns nur selten getroffen haben,  haben wir uns immer  gut verstanden.

ABER ….ich hab auch ein echt schlechtes Gewissen…sie hat mir noch eine firmenbezogene E-Mail geschickt…und ich hab diese nicht beantwortet….hab nur gedacht…jaaaaa – das mache ich noch…und dann ist es unter gegangen. Und nun ist es zu spät. Das tut mir im Nachhinein sehr leid, wenigstens DANKE hätte ich sagen können, das sie mir diese Mail weiter geleitet hat, obwohl sie schon krank war.

Sie hat mir bei unserem letzten Zusammentreffen einen „Sorgenfresser“ geschenkt …so ein Kuscheltier mit riesigem Reissverschluß als Mund.

Ich würde den Sorgenfresser hoffnungslos überfüttern, wenn ich all meine Sorgen auf Zettel schreiben und das Kuscheltier damit füttern würde…

Von Tag zu Tag werde ich unausgeglichener, reizbar wie zu meinen „Besten Zeiten“ und reagiere impulsiv agressiv auf meine Umgebung. Nun konnte ich mich endlich in den Urlaub retten…

Zuviel Leben in zu kurzer Zeit und der Tod ist präsent

Die letzten Wochen waren nicht leicht.

Manchmal scheint das Leben zu stagnieren und dann passiert so viel auf einmal, das es auch für ein paar Jahre reichen würde…Mir ist es im Moment einfach zu viel…und ich wünsche mir wieder etwas mehr Routine und Banalität zurück.

Ich habe mich mit dem besten Freund meines Schatzes überworfen…auf die Nerven ist der mir schon eine Weile gegangen, aber vor ein paar Wochen ist das echt eskaliert, weil ich ihm mal sehr deutlich und klar gesagt habe was mir auf der Seele brannte…mein armer  Schatz stand dazwischen, aber ich hab ihm gesagt, er soll sich ja da raus halten, sich auf keine „Seite“ schlagen, also auch nicht auf meine…ich kann meine Disputs immer noch alleine austragen.

Der Mann meiner Quasi-Schwiegermutter ist sehr schwer an Krebs erkrankt und wird jetzt in den nächsten Tagen zum Sterben nach Hause geschickt. Er leidet sehr stark unter Schmerzen und meine Quasi-Schwiegermutter benötigt jetzt mehr Hilfe und seelischen Beistand. Mein Freund und ich reden jetzt ständig über Patientenverfügungen, Vollmachten, Testament nach Berliner Model, Erbrangfolge, Witwenrente und über das Sterben und den Tod.

Während der Autosuche hatten mein Schatz und ich auch noch einen Autounfall mit seinem alten Auto…es ist niemand von uns zu Schaden gekommen, aber das Auto ist jetzt ein wirtschaftlicher Totalschaden und mit dem neu gelernten Wort „irreführendes Blinken“ hat mein Schatz auch noch Teilschuld….nun gut – also muss das neue Auto jetzt sehr schnell angeschafft werden, schneller als geplant, damit auch teurer und vor der geplanten Zeit. Damit entfällt eine Teilfinanzierung über eine Bank, da mein Schatz ja erst Anfang des Monats den Job gewechselt hat….Seufz….aber auch dafür haben wir eine Regelung getroffen. Aber es bleibt eine Menge Papierkram mit den Versicherungen, Gutachter und mit dem Autohaus ….Das alte Auto steht jetzt leider noch in Garage – das neue Auto muss zwischenzeitlich eben draußen stehen….

Mein Stresslevel ist damit schon ziemlich hochgekocht, da kommen noch die Zahnarzttermine:  mein Schatz benötigt ein Implantat und noch so einiges anderes…und die Zahnärztin hat bei mir fest gestellt, das meine gesamt Kaumuskulatur sehr stark verkrampft ist und ich durch zu viel Druck meine Zähne zermalme…Ein Zeichen von Stress oder zu starken Muskeln im Kiefer.  Wenn ich mir jetzt noch meine leider wieder akuten Magen-Darm-Beschwerden eingestehe (über die ich nie rede, die aber seit Jahren immer wieder auftauchen) dann muss ich leider sagen: es ist der Stress…

…dann hat es uns Beide auch noch mit einem 2. Grippe-Schub erwischt…und trotzdem sind wir arbeiten gegangen.  Meine Schwester hat unseren Vater in der letzten Woche mehrfach nicht erreicht und die Krankenhäuser in seinen Wohnort abtelefoniert und tatsächlich – er war im Krankenhaus und hat nicht einmal Bescheid gegeben und auch nicht, als er entlassen wurde.  Polypen wurden entfernt.

und in dieser Woche hab ich eigentlich Urlaub, da erreicht mich die Nachricht das mein Vater mit einem  Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde….Komplett dehydriert, in körperlich sehr schlechtem Zustand, er hat wohl mindestens einen Tag gelegen ohne das es jemand mit bekommen hat. Er war nicht ansprechbar, hat eine beginnende Lungenentzündung  und die Ärztin sprach von einem Magengeschwür Ich bin also hingefahren (270km) Mein Vater war überhaupt nicht ansprechbar und hat sich vor Schmerzen gewunden. Erst im Laufe der Untersuchungen ergab sich eine so stark entzündete Gallenblase das die Ärztin von einer Blutvergiftung sprach…

Meinem Vater wurde also sehr kurzfristig die Gallenblase heraus operiert…Er brauchte mehrere Bluttransfusionen und bisher geht es im noch nicht viel besser…so richtig ansprechbar ist er immer noch nicht.  

Da mein Vater nicht ansprechbar war, konnte er sich bei der Einlieferung nicht richtig anmelden, auch nicht der OP zustimmen…und auf einmal muss ICH entscheiden….Meine Schwester und ich sind laut der Patientenverfügung berechtigt für ihn zu entscheiden, wenn er es nicht mehr kann….und auf einmal musste ich schnell Entscheidungen treffen – was ich auch tat…hab mich aber per Telefon mit meiner Schwester abgestimmt… Puh – das ist schon ein immenser Druck den ich da gespürt habe, die Verfügung so zu interpretieren das es dem Willen meines Vaters auch tatsächlich entspricht .

Ich hab im Krankenhaus auch mit der Sozialstation gesprochen – die sind dort total nett und helfen uns nun: die stellen jetzt bei der Krankenkasse den Antrag auf Einstufung in einen Pflegegrad….und helfen uns bei der Entscheidung  ob ein ambulanter Pflegedienst, eine Kurzzeitpflege oder eine Pflegeheim für unseren Vater vernünftig wäre. Alleine Leben wird so nicht mehr funktionieren – ich hab in seiner Wohnung mal den Kühlschrank auf gemacht….und mich in der Wohnung umgeschaut….hmmm wofür bezahle ich eigentlich die Putzfrau, nur fürs Fensterputzen?

Ich bin durch all das sehr schnell gereizt, fühle mich schnell angegriffen und  gehe leicht in die Luft…da auch im Job aktuell vieles passiert und eigentlich meine volle Aufmerksamkeit erforderlich ist…ich bin gerade sehr dünnhäutig ..

 

Und wieder mache ich mir Sorgen

Die 2. OP meines Freundes ist  gut gelaufen….nach 4 Tagen war er wieder zuhause. Die OP-Wunden auf dem Rücken und in der Achselhöhle sehen gut aus…. Auch wenn die Narbe auf dem Rücken etwas martialisch wirkt…alles heilt gut ab….und inzwischen sind fast 3 Wochen vergangen und die Tagesroutine hat schon längst wieder angefangen.

…ABER am Freitag ist nun der vorläufig letzte Termin in de Klinik – zur Kontrolle ….und die „Ergebnisse“  werden besprochen… ich hab schon Angst,  das das nicht alles war.

Na und es ist sowieso schon klar, das rein nach dem Vorsichtsprinzip noch einmal etwas am Bein entfernt werden muss, bevor sich das Gewebe verändert. Es ist ein potentieller Gefahrenherd, der beseitigt werden muss.

Außerdem ist nun klar das sein Vertrag in 400km Entfernung bald beendet sein wird….aber wie es weiter geht wissen wir noch nicht….Also wieder ran an den Computer und Bewerbungen schreiben. Naja, auf der einen Seite bin ich froh, dass wir dann nach 2 Jahren endlich keine Fernbeziehung mehr führen müssen, auf der anderen Seite ist es ein Job der Geld zum Leben in die Kasse spült.

Jetzt hilft nur wieder: Daumen drücken …..!!

 

Von Wehwehchen und Echten Krankheiten

Mein Körper wehrt sich gegen den Dauerstress mit anhaltenden Kopfschmerzen….dazu Verspannungen und so machen Wehwehchen die ich schon lange nicht mehr als Stress-Indikatoren wahrgenommen hatte: starke Schwierigkeiten mit der Verdauung und ständiges Jucken in den Ohren.

Das ist schon Jahre her….aber jetzt sind diese Dinge wieder da und ich hab keine Zeit mich darum zu kümmern….Schlaf und Entspannung würden helfen. Stattdessen komm ich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit….ich kann mir einfach NICHTS mehr merken….alle gerade nicht unmittelbar benötigen Informationen fallen „hinten runter“…ich werde fahrig und bin unkonzentriert und ich werde unausgeglichener.

Es kostet mich also noch viel mehr Kraft als sonst, meine Arbeit ordentlich zu erledigen, bin danach viel schneller ausgelaugt und halte meinem Körper noch mehr Schlaf vor um die anderen Dinge erledigt zu bekommen…

Ein neu aufgetauchtes Problem kam dann auch noch von meinem Süßen….er musste zum Arzt wegen seines Blutdrucks…und der hat ihn nicht nur gründlich untersucht, sondern nun auch zügig zum Hautarzt geschickt. Also hab ich mir mal einen Tag frei genommen um ihn in die Onkologie nach Mainz zu fahren….und bereits ein paar Tage später hab ich ihn zur ambulanten OP noch einmal hin gefahren. Das ist nun 14 Tage her und bisher kam noch keine weitere negative Nachricht….Es scheint mit der einen OP tatsächlich alles raus geschnitten worden zu sein. Puh…Glück gehabt.

Ich hatte bereits im Sommer darauf aufmerksam gemacht, das es Zeit sei sich mal wieder beim Hautarzt zu melden…..denn mehrere der Leberflecke fingen an ihre Form zu verändern…und bei seiner Vorgeschichte, ist das kein gutes Zeichen. Auf mich hat er zwar nicht gehört…zum Glück aber auf den Arzt…. Eine Sorge weniger!