Entspannter Ostersonntag

Ostersonntag bin ich dann zum Mittagessen zu Schwester und Schwager gefahren…es gab Lammbraten mit Rotkohl und Klößen…hmmm lecker.

Beide sind momentan viel entspannter, als die Monate zuvor.

Meine Schwester ist ja immer noch im „Hamburger Model“, d.h. seit Monaten wird ganz langsam ihre Arbeitszeit wieder angehoben…aktuell ist sie bei 5 Stunden täglich….und seit längerem schon will sie ihre Stundenzahl dauerhaft reduzieren. Sie hat mit ihrem Arbeitgeber gesprochen und sich bei verschiedenen Szenarien ihr Gehalt ausrechnen lassen, dann hat sie über die Rentenversicherung die Auswirkungen auf ihre Rente ausrechnen lassen und seitdem mein Schwager in einer „Maßnahme“ der Rentenversicherung für die nächsten 10 Monate ein geregeltes Einkommen hat, wird sie nun ab Mitte Mai ihre Arbeitszeit von 38,5 Stunden auf 25 Stunden reduzieren. Zusätzlich laufen bei ihr noch Anträge auf einen Schwerbehindertenausweis und eine Teil-Invalidenrente….aber zu beiden Anträgen gibt es noch keine Entscheidung.

Ich kann sie verstehen, zu der körperlichen Belastung im mobilen Pflegedienst (seit nunmehr 40 Jahren) führt auch immer wieder, seit den Herzoperationen und der OP an der Wirbelsäule, ihre psychische Instabilität, zu Problemen…sie fühlt sich schnell überfordert und gerät in Panik.

Zu der geplanten „Umschulung“ meines Schwagers vom Berufskraftfahrer zum Busfahrer, hat die Rentenversicherung inzwischen entschieden, das auch der Beruf des Busfahrers für ihn nicht mehr geeignet ist. Nun ist er in einer Maßnahme die ihm 10 Monate die Möglichkeit gibt, herauszufinden, welchen Job er noch machen kann…dazu gehören auch Bewerbungstraining, Computer-Kurse und auch ganz wichtig: 3x die Woche Fitnesstraining mit Anwesenheitspflicht….u.a. helfen die Coaches dabei verschiedene 2 wöchige Praktikumsplätze in Unternehmen zu finden, um so wieder Zugang zum Arbeitsmarkt zu bekommen.

Inzwischen liebäugelt mein Schwager mit einem Praktikum als Fahrer im Sozialbereich…also z.B. als Fahrer für Behinderte oder alte Menschen. Er ist nun einmal durch und durch Fahrer und kann sich für seine letzten Jahre im Beruf keinen Bürojob vorstellen. Und wenn alles gut läuft, kann er jederzeit direkt aus der Maßnahme heraus in einen Job wechseln…das motiviert ihn.

Das Beide nun wieder eine Perspektive haben, ist auch für mein Seelenleben eine Wohltat. Ich komme nun endlich aus dem Krisenmodus raus und werde auch meine finanzielle Unterstützung Ende Mai einstellen können, da mein Schwager über die Rentenversicherung jetzt monatlich sogar mehr Geld bekommt, als er vorher Arbeitslosengeld bekommen hatte.

Beide haben sich im Laufe der letzten 1,5 Jahre eine sparsamere Haushaltsführung angewöhnt und so werden sie auch zukünftig besser mit ihrem Haushaltseinkommen auskommen…vorallem seit ihre Eigentumswohnung abbezahlt ist.

Wir hatten einen schönen Ostersonntag und die Zeit verging wie im Fluge mit Essen, einem schönen Spaziergang an der Flensburger Förde entlang

und später gab es noch das klassische Osterbrot als Kuchen, dazu eine selbstgemachte Erdbeer-Mandarinen-Marmelade. Diesmal hatte mich meine Schwester vorher informiert, das SIE den Hefezopf backt. In den Jahren zuvor haben wir öfter mal Beide gebacken, um den jeweils anderen zu überraschen.

In diesem Jahr war ich aber sowieso zu schlapp…und da aus ihrem Teig 2 Brote geworden sind, hab ich auch noch ein kleines Care-Paket mit nach Hause bekommen….freu

Ostersonntag – Familientreffen

Nach einer Woche mit bewusst noch weiter zurückgezogener und damit geräusch-reduzierter Lebensweise, hab ich mich vor dem Oster-Sonntag ein wenig unwohl gefühlt…und ehrlichweise hatte ich auch überhaupt keine Lust zu Schwester+Schwager zu fahren….innerlich fühlte ich mich schon bei dem Gedanken, an die Lebendigkeit und Lautstärke bei den Beiden, gestresst.

Natürlich weiß ich, das dieses Einigeln zwar gut für mein Ohr ist, nicht aber für mein seelisches Wohlbefinden…..also war es gut, das ich die Einladung schon vor längerem angenommen hatte.

Samstag hab ich ein Gartencenter gestürmt, eine große runde Pflanzschale und Pflanzen dafür gekauft und hab für die Beiden eine üppige Balkonbepflanzung zusammengestellt….etwas Deko dazu….besser und haltbarer als jeder gebundene Blumenstrauß, bei denen, in meinen Augen, aktuell Mondpreise aufgerufen werden. Für einen einigermaßen schönen Blumenstrauß braucht man heute unter 50 EUR gar nicht hinzugucken….selbst kleine einfache Blumensträuße ohne SchnickSchnack kosten mindestens 35 EUR und sehen aus wie 15 EUR….und meine Schwester liebt ihren Balkon genauso, wie ich den meinen.

Hier hab ich jetzt eine ganze Schale voll Frühlings-/Früh-Sommerblumen, die erst noch richtig anfangen zu Blühen und dann noch 1-2 Monate glücklich machen können…Alles in hellem Flieder, Rosa und Weiß…hab leider vergessen ein Foto davon zu machen: Oleander, doppelfarbige Margeriten, Schneeflocken-Blümchen, Glockenblume, „Pink-Kisses“-Nelken, Blumenerde hab ich ja eh zuhause ….und die Deko liegt bei mir auch in den Kisten herum.

Um 9 Uhr Morgens waren zwar doch viele Autos auf der Autobahn Richtung Norden unterwegs….aber die Fahrt lief unproblematisch, weil staufrei. Aber ich fühlte mich immer noch unwohl bei dem Gedanken den ganzen Tag ununterbrochenem Reden ausgesetzt zu sein…das hat mich letztlich derartig gestresst, das mein kompletter Magen-Darmtrakt unangenehm aus den Fugen geriet.

Eine Schwester, die oft selber krank ist und alles mit den Errungenschaften der modernen Pharmaindustrie bekämpft, hat immer eine gut sortierte Hausapotheke …und als gelernte Krankenschwester immer auch genügend Durchsetzungskraft und Überzeugungswillen auch andere damit zu therapieren.

Meinen Dickschädel brauchte sie dieses mal gar nicht erst zu knacken…schon nach kurzem Widerstand war ich bereit und hab mir eine Tablette (also eine rezeptfreie) geben lassen…und tatsächlich ging es mir schon nach ein paar Minuten wesentlich besser.

Und ich war wirklich überrascht, wie sich Beide bemüht haben, bewusst leiser als sonst zu sprechen…Beide waren aber auch ausgeglichen und friedlich…es gab nicht dies oft so überbordende Mitteilungs-Bedürfnis, wo einer den anderen übertönen möchte. Gegen Abend hab mir allerdings öfter das gepeinigte Ohr zuhalten müssen….aber das war auch okay. Ich war dankbar über die überhaupt gezeigte Rücksichtnahme.

So war es dann doch ein echt schöööner Ostersonntag mit leckerem Essen (das ich nach der Tablette, dann auch geniessen konnte) und einem wunderschönen Ausflug ins Habernisser Moor. Letztlich bin ich bis 19.30 Uhr geblieben, bis ich mich auf den Heimweg gemacht habe.

Und obwohl ich eigentlich schon am Vormittag unser locker geplantes Treffen für das nächste Wochenende (Geburtstag) absagen wollte, weil wir uns ja an diesem Wochenende (Ostern) treffen….hab ich dann doch zugestimmt…wir treffen uns nächsten Samstag an der Nordsee für einen gemeinsamen Tagesausflug…..jaaaa – ist ja doch meine engste Familie….und ich hab die letzten Jahre ja meinen Geburtstag zwar immer besonders, aber eben bewusst alleine verbracht…und als ich das auch für dieses Jahr schon mal andeutete, war ihr die Enttäuschung anzusehen. Also gut.