Personalgespräch

Nach so vielen Monaten mal wieder in der Firmenzentrale zu sein, war schon komisch….hier hat sich viel verändert….nicht nur, das der geplante Anbau jetzt schon fertig gebaut und bezogen ist….auf dem Parkplatz herrschte jedes Mal wenn wir da waren, gähnende Leere…jetzt waren fast alle Plätze belegt.

Die Mitarbeiter-Zahl steigt und steigt…die Kollegen aus dem Controlling-Department sitzen immer noch auf der gleichen Etage in einem Großraum-Büro. Zusätzliche kleine Büros wurden auf der großen Fläche einfach abgetrennt und anderen Abteilungen zugewiesen…so das die Controller jetzt auf kleinerem Raum mit mehr Kollegen sitzen müssen….aber immerhin ist der gesamte Raum optimal Schall-isoliert und jeder Arbeitsplatz ist auch mit kleinen Schallschutz-Wänden von den anderen getrennt.

Keinem gefällt die Situation….es wird zwar nicht laut gesagt, aber ist deutlich zu spüren und auf meine Fragen bekam ich dazu auch die ehrlichen Antworten. Das Konzern-Controlling ist auf einer anderen Etage, aber auch hier ist die Sitzplatz-Situation nicht besser geworden.

Und gleich fühle ich mich wieder in meinem 2er Büro in Hamburg wieder doppelt so wohl….hahaha. Man sind wir privilegiert.

Das erste Gespräch des Tages hatte ich mit der Leiterin der Teil-Abteilung zu der ich organisatorisch zur Hälfte gehöre…ich hatte um den Termin gebeten, weil wir 400km entfernt, einfach immer vergessen werden, wenn es um Informationen oder Änderungen im Arbeitsablauf geht. Es war also eher ein freundlicher Beschwerde-Termin meinerseits….Führung erwarte ich ja gar nicht von ihr, Informationen schon. Schlimm fand ich: sie gibt es selber zu uns regelrecht zu vergessen – das soll sich jetzt ändern.

Das für mich wichtigere Gespräch war das mit meinem Chef, zu dessen Abteilung ich mit meiner Arbeitskraft zur anderen Hälfte gehöre. Mit ihm hab ich ja doch öfter Teams-Meetings wenn es Themen zu klären gibt.

Unser Gespräch war für 1,5 Stunden angesetzt….letztlich waren es fast 2 Stunden. Mein Chef redet gerne und ich ja auch….und dadurch erfahre ich immer eine Menge was gerade so in der Pipeline ist…welche Änderungen anstehen, wohin die Abteilung steuert, wo die Probleme liegen.

Und dann kommt das obligatorische: wie war mein vergangenes Jahr…was waren die Hauptthemen, was war gut, was war schlecht, wie zufrieden bin ich, was werden die Themen des nächsten Jahres sein….wie immer nehme ich kein Blatt vor den Mund….hab meinen Teil des Protokolls schon vorher ausformuliert und resümiere sachlich wo ich stehe.

Der Chef mag direkte klare Worte und das Gespräch lief richtig gut…hab eine Top-Bewertung von ihm erhalten und auch eine angemessene Gehaltserhöhung ohne große Überraschungen. Ich bin also zufrieden mit dem Gespräch und dem Ergebnis…denn jetzt hab ich es im Protokoll schriftlich, das ich auch weiterhin mindestens 1-2 Tage in der Woche vom Homeoffice aus arbeiten darf…und mündlich, das es auch ruhig mehr sein können…ihm ist es egal….er sieht ja, das ich meinen Job richtig gut mache, mich gut organisieren kann und sogar freiwillig noch mehr Arbeit übernommen habe.

Und das bedeutet mir mehr, als nur mehr Geld zu verdienen…denn, wenn es mir nur darum gehen würde, wäre ich in Hessen bei meinem Stressjob geblieben, da lag mein Jahresgehalt ja noch wesentlich höher.

Aber jetzt hab ich zu einem guten Gehalt, eben noch ein gutes Leben dazu bekommen…und das möchte ich auf keinen Fall mehr missen. Ich bereue es keinen Tag auch mit über 50 mich von Freund, Stress-Job und Bundesland getrennt zu haben.

Auch die restlichen Gespräche mit Kollegen waren erfolgreich und schön….und als wir am Nachmittag, alle unsere Meetings erledigt hatten haben wir uns auf den langen Heimweg gemacht, nicht ohne im Hafen noch ein original Dänisches Softeis in der Sonne zu genießen… dann ging es auf die Autobahn, wieder bin ich den größten Teil der Strecke gefahren…kleiner Zwischenstopp in Flensburg zum Tanken und Fahrerwechsel….und um 20.30 Uhr war ich dann wieder zuhause.

Ich muss Reisen

Ich muss also Morgen mal wieder Reisen…beruflich…und hab es mir sogar selber eingebrockt.

Im Mai eines jeden Jahres finden bei uns die Personalgespräche statt und als ich meinen Chef daran erinnerte mit mir einen Termin zu vereinbaren, hab ich vorgeschlagen, das wir das in diesem Jahr doch nicht mit Teams machen müssen, sondern ich dafür in die Zentrale kommen könnte.

Immerhin liegt mein letzter Besuch schon 7 Monate zurück…und außerdem brauche ich noch ein Meeting mit dem Kollegen, der mich noch weiter in die Feinheiten unseres Rechnungsprogramm einweisen kann, damit ich als Key-User dann auch das Customizing selber pflegen kann.

Mein Chef fand die Idee ausgezeichnet und so hab ich die Termine fixiert….dann hab ich mich mit dem Controller abgestimmt, ob er auch mit nach Dänemark kommen will…evtl. hat er ja auch etwas zu klären…ich würde aber auch alleine fahren….aber es würde ich ja wieder anbieten, unsere Termine zu koordinieren…dann rechnen sich die 400km mit einem Mietwagen wenigstens. Ja, nein, ja, nein…letztlich hat er sich entschieden, er fährt mit.

Den Termin für die Herdreparatur hab ich ja verlegt, so kann ich freier planen. Ich werde Morgen also bis gegen Mittag im Homeoffice arbeiten, anschließend ins Büro nach Hamburg fahren…..und am Nachmittag bekommen wir den Mietwagen und fahren dann nach Dänemark, wo wir am Abend ankommen werden. Die Hotelzimmer sind reserviert…das Hotel gehört familiär zur gleichen Firma und die Zimmer sind toll…ich hab bisher immer gut schlafen können.

Der gesamte Dienstag ist inzwischen voll mit Terminen verplant (wenn, dann muss es sich auch lohnen mal wieder Vorort zu sein) und am späten Nachmittag fahren wir dann wieder nach Hause. Eine 2. Übernachtung wäre zwar möglich…aber zum Glück sind wir uns da einig, lieber wieder nach Hause fahren zu wollen. Wir wechseln uns beim Fahren ab, da ist das kein Problem.

Gut, das ich mich inzwischen soweit erholen konnte, das die Fahrt überhaupt machbar ist…Husten muss ich nur noch ab und an, meine Herzfrequenz normalisiert sich weiter und ich bin nicht mehr so schlapp…aber immer noch kurzatmig.

Eigentlich freue ich mich mal wieder auf die Kollegen in der Firmenzentrale und auch auf meinen Chef…aber ich reise eben nicht so gerne.

Personal-Gespräch

oder auch Personalentwicklungs-Gespräch ….früher hieß das auch mal: Leistungs-Beurteilung.

Wie man es auch nennen mag, gern hab ich solche Gespräche nicht…egal auf welcher Seite des Tisches ich dabei sitze. Aber durch meine eigenen Erfahrungen als Teamleiter, hab ich schon ziemlich klare Vorstellungen, wie sich ein Vorgesetzter in so einem Gespräch verhalten sollte.

Vor allem sollte er gut vorbereitet sein…Nachdem mir der Controller aber erzählt hatte, seine beiden Chefs wären jetzt nicht wirklich auf das Gespräch mit ihm vorbereitet gewesen, bin ich mit leichtem Unbehagen in das Gespräch gestartet.

Auch bei mir war es ein Teams-Meeting, auch bei mir war es in Englisch, aber eben nur mit unserem dänischen Chef (während mein Kollege noch unseren Deutschen GF dabei hatte).

Ich hatte mich gründlich auf das Gespräch vorbereitet, hab das Formular schon mal für mich vor-formuliert und dann war es eigentlich wie immer mit diesem Chef: ein gutes und lockeres, teils lustiges Gespräch …der Chef hat die Fragen gestellt…ich meine Antworten gegeben: Was läuft gut, was läuft schlecht, was waren meine Schwerpunkte, was würde mein Arbeiten erleichtern, worin sehe ich zukünftig meine Aufgaben…usw.

Da wir immer wieder ins Plaudern geraten sind, war die angesetzte eine Stunde eigentlich zu kurz…aber es gab viele neue Informationen…so mal eben nebenbei…aber eben auch seine Einschätzung meiner Leistung und meines Kommunikationsverhalten.

ER hatte sich für das Gespräch mit mir, nämlich richtig gut vorbereitet….sich von Kollegen und den Zwischen-Chef in DE und DK Rückmeldungen geben lassen, hatte mit dem für uns zuständigen DK-Geschäftsführer, mit dem ich auch zu einem Thema immer wieder Kontakt hatte, Rücksprache gehalten und mir ein sehr positives Feedback in allen Bereichen gegeben.

Das hat mich echt für einen Moment sprachlos gemacht….das Schönste was man mir sagen konnte: es erleichtert ihm die Arbeit, das er sich jederzeit auf meine Zahlen verlassen kann, ich mich an alle Abgabetermine halte und das jeder gerne mit mir kommuniziert.

Okay- also das war sogar nur das 2. Schönste. Das Beste war, das er von sich aus mein Gehalt angehoben hat, ohne das ich danach fragen musste und dann sogar noch auf genau den Wert, den ich mir als realistisch und angemessen vorgestellt hatte, ohne das ich das irgendwo mal erwähnt habe.

Auch wenn es ein wirklich gutes und positives Gespräch war, bin ich trotzdem froh es jetzt für dieses Jahr hinter mir zu haben.