Mit Plaudereien durch die Woche

Die Woche fing dann für mich im Homeoffice an…allerdings nur für einen Tag, die restlichen Arbeitstage war ich dann doch im Büro.

Es gab mal wieder Spannungen wegen des Postdienstes. Den machen wir ja nur noch, wenn es personelle Engpässe gibt…und genau so ein Engpass war entstanden, weil die Eine noch in Urlaub war und die Andere krank und ich hatte mich ja die gesamte vorherige Woche ins Homeoffice verzogen, hab also den Controller mit der Post alleine gelassen und war mir dessen gar nicht bewusst gewesen. Deshalb hatte ich den Dienstag im Homeoffice storniert.

Die Tage im Büro waren aber richtig gut….ähmm, was auch daran lag, das der Schweigsame sich am Dienstag krank gemeldet hat und bis einschließlich Donnerstag auch nicht zurück kam. So hatte ich also meinen alten Status Quo in dieser Woche wieder…hab quasi konzentriert und im Akkord die laufende Arbeit wieder aufgeholt, Umsatzsteuern und andere Pflichtmeldungen erledigt und mir auch mal wieder Zeit genommen, mit den Kollegen der anderen Abteilungen länger zu plauschen…das war richtig schön und tat gut.

Und mit Blick auf die jetzt kommenden Woche, wo wir bereits Montagnachmittag zu Viert für 3 Tage in die Zentrale fahren werden, habe ich es tatsächlich gewagt, Freitag einen Tag Urlaub zu nehmen. Einfach mal wieder ein schön langes Wochenende OHNE Computer und Arbeit haben.

Ich wollte mich körperlich und mental noch einmal stärken, bevor wir in der kommenden Woche mit den Schulungen für das neue System beginnen…wir erwarten, das es auch weiterhin ein gewisses Chaos geben wird, denn wir werden gleichzeitig mit den polnischen Kollegen geschult, die jetzt gerade mitten in der Umstellung stecken. Auf die Kollegen freue ich mich zwar…aber ob das so eine gute Idee ist, das wir mit unseren unterschiedlichen Anforderungen (ich weiß die Polen haben manchmal striktere und merkwürdige Regeln einzuhalten, die wir so nicht haben) zusammen lernen sollen…deren Fragen sind sicher nicht unsere…aber warten wir es mal ab.

Montag zu Viert in einem PKW fahren zu müssen, mit jeweils 4x Reisetaschen, 4x Laptops, Kartons mit Post und das mit einem Firmenwagen der zwar groß aussieht, aber hinten für mich nicht ausreichend Platz zum Luftholen bietet…naja…der Controller und ich werden uns die Fahrzeit wieder 50/50 teilen, und vorne ist für mein Enge-Problem ausreichend Platz, um mich nicht ganz so unwohl zu fühlen.

Für die nächste Fahrt (1 Woche im November) sind wir uns einig, das wir entweder mit 2 PKW nehmen oder mit einem großen Van..denn der Schweigsame muss bestimmt auch noch eine Menge Ordner auf dem Rückweg mitnehmen und das Hotel ist im November derartig ausgebucht, so das uns für 1 Person 2 Übernachtungsmöglichkeiten fehlen, es kann also sein, das einer von uns für 2 Tage woanders untergebracht werden muss.

Ich bin bis Donnerstag sehr gut durch die Woche gekommen. Hab auch länger gearbeitet, um die Plauderzeiten auszugleichen….und fühle mich inzwischen „vor der Arbeit“ – soll heißen ich hetze nicht mehr hinterher, sondern kann wieder wichtige Dinge vorbereiten, bevor sie eilig werden.

Kommunikation von Höcksken auf Stöcksken

Meine Arbeitswoche war schön…schön ruhig an den Homeofficetagen, schön kommunikativ und wenig produktiv am Mittwoch im Büro und schön produktiv an den folgenden Tagen im Büro.

Mittwoch saßen der Controller und ich wieder einmal zusammen im Büro. Es ist mehrere Wochen her, dass wir uns gesehen haben und so blieb auch nur wenig Gelegenheit miteinander zu plaudern…erst war er im Stress, dann krank, dann wieder im Stress, dann war ich krank, dann er im Urlaub….so und jetzt sitzen wir letztmalig als 2er-Team zusammen im Büro. Ab der nächsten Woche sind wir dann zu Dritt.

Wir hatten also viel zu besprechen und haben uns ausgiebig unterhalten: über den Job, die Zukunft mit dem neuen Kollegen, unsere Sitzplatz-Situation, über seinen Urlaub, seine Frau und die Kinder, über Sinn- und Jobsuche der Jugendlichen, über die Lage in der Welt, die Pandemie, über Aktienanlagen, über Atomstrom und -bomben, über (essbare) Pilze, über Inflation und Klimawandel und Wanderurlaub in den Bergen, über italienisches Essen und den Gardasee…also eigentlich über Gott-und-die Welt.

Im Ruhrpott sagt man dazu: Wir kamen von Höcksken auf Stöcksken.

Das hat vor allem Spaß gemacht, weil wir Beide in Redelaune waren und wir auch die Zeit dazu hatten….Effektiv habe ich zwar nur sehr wenig gearbeitet…aber das musste auch mal sein. Im Homeoffice bin ich dafür ja meistens extrem produktiv, weil ich so gar keine Ablenkung habe.

Aber auch die restlichen Tage im Büro waren super. Was vor allem an den anwesenden Kollegen lag, mit denen ich mich sowieso gerne unterhalte… alles lief entspannt und es gab auch einiges zu Feiern.

Ich hab es aber geschafft alle meine Quartalsabschlüsse bis Freitagmittag fertig an die Zentrale zu melden und bin dann auch zügig ins lange Wochenende gegangen.

Donnerstagabend hatte ich ein Telefonat mit einem Ex-Kollegen aus Hessen….wir schreiben in großen unregelmäßigen Abständen mal eine Whatsapp-Nachricht und seine Letzte beinhaltete viel Frust. Kernaussage: Es wird alles nicht besser – sondern immer chaotischer. Damit meinte er seine Arbeit…und er leitet eine inzwischen auf 8 Personen angewachsene technische Abteilung. Er war sich unsicher, ob ich den Arbeitskram überhaupt noch hören möchte, also schlug ich vor doch mal wieder zu telefonieren, das letzte Mal ist bestimmt schon ein Jahr her.

Und so hab ich mal wieder ein paar Neuigkeiten aus der alten Firma erfahren und wie es sich für ihn anfühlt. Wir hatten uns schon vor meinem Weggang über die Konzernstrukturen und die Ignoranz mancher Abteilungen aufgeregt. Für ihn hat sich zwar einiges verbessert und er ist glücklich mit seinem Team…aber die Kommunikation mit den anderen Abteilungen und den anderen Firmen innerhalb des Konzerns ist genauso schlecht, wie früher…hinzu kommen jetzt akute Personalprobleme in den Handwerksbetrieben, mit denen er schon seit Jahren gut zusammenarbeitet. Jetzt rächt es sich, dass der Konzern immer auf externe Handwerker gesetzt hat, anstatt intern eine eigene Abteilung für diesen Bereich aufzubauen. Denn wenn diese spezialisierten Handwerksbetriebe keinen Nachfolger finden, dann wird so ein Betrieb eben geschlossen, sobald der Inhaber in Rente geht…da kann die Auftragslage noch so gut und gesichert sein…es muss auch Menschen geben, die das ausführen können.

Vor allem kritisiert er die extrem schlechte Kommunikation mit „meiner“ Abteilung….und er vermisst meine strukturierte Arbeitsweise und die enge Abstimmung zwischen uns, die es unseren beiden Abteilungen ermöglichte, reibungslos zu funktionieren. Wie ich es schon befürchtet hatte, ist im Anlagevermögen inzwischen das reinste Chaos ausgebrochen und die neue Chefin kümmert sich nicht. Das tut mir zwar leid für ihn und für all die Zeit, die ich da reingesteckt habe, als ich diese Aufgabe einem Teammitglied übergeben habe…aber es tritt mich nicht mehr…dazu bin ich inzwischen zu weit entfernt.

Wir haben fast 1,5 Stunden telefoniert und auch über andere Themen gesprochen…und wieder einmal freue ich mich über meinen gelungenen Absprung aus diesem Stressjob. Ich bin mehr als zufrieden mit meinem jetzigen Leben und vermisse das alles gar nicht…bis auf 2-3 Kollegen, wie den, mit dem ich gerade telefoniert habe.