Kein Licht am Horizont

Kein Licht am Horizont

… … … … …

nach einem Monat hab ich per Whatsapp eine Antwort von meinen Ex-Freund erhalten. Ehrlicherweise muss ich sagen, das ich mit einer Antwort überhaupt nicht gerechnet habe.

Aber nun weiß ich etwas genauer was los ist: der Krebs hat sich im verborgenen weiter verbreitet und gestreut: „überall – leider, auch im Kopf“… und scheinbar auch in der Leber.

Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Ich bin schockiert und unendlich traurig. Dieses Mal fühle ich mich zwar nicht schuldig….aber ich kann mein Mitgefühl kaum mehr bewältigen…Eine Immuntherapie wurde sofort begonnen…aber selbst damit liegen die guten Prognosen bei 23 Monaten (nach meiner Recherche im Internet – muss ja nichts heißen trotzdem ist das beklemmend)…das klingt nach Lebensverlängerung…aber nicht nach Heilung. Lebensverlängerung ist natürlich gut…keine Frage…ich würde mir aber für ihn wünschen das er seine Träume und Wünsche noch lange ausleben kann.

Das hier ist nicht abstrakt – sondern real… Ein Mensch den ich mal unendlich geliebt habe, kämpft ums Überleben.

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (Autor: John Green) ist der Titel eines Buch das ich mal gelesen habe… und immer  ist es im Leben anders als man denkt….

 

 

 

unerwarteter Anruf und düstere Aussichten

Da hab ich heute Vormittag einen unerwarteten Anruf erhalten….

und jetzt…jetzt hab ich meine unbekümmerte Freude für den Moment etwas verloren.

Der beste Freund meines Ex-Freundes hat mich angerufen…und wir haben NIE miteinander telefoniert oder Kontakt gehalten….und nach ein paar Minuten Smalltalk hab ich nach dem Grund seines Anrufs gefragt…

Meinem Exfreund geht es nicht gut….um nicht zu sagen, es geht ihm  schlecht. Der Krebs ist zurück…vor 10 Tagen wurde er erneut operiert und seine Chancen stehen 50/50…. so zumindest die Aussage des Freundes….es ist bereits das 4. Mal das der schwarze Hautkrebs angreift…und dieses Mal hat der Krebs  wohl auch gestreut.

Der Freund meint, er ist schmal geworden und er ist wohl auch ruhig geworden…was überhaupt nicht seinem Naturell entspricht. Seine Mutter hat ihn zu sich geholt, so ist er  jetzt nach der OP und während der weiteren Therapie nicht alleine…Autofahren darf er wohl auch nicht mehr….aber warum nicht, das konnte er mir nicht sagen.

Die OP war dieses Mal wohl am Bauch…aber so richtig wusste der Freund auch das nicht…aber er wollte ,das ich das wenigstens weiss das es ihm nicht gut geht… dafür bin ich ihm auch dankbar.

Ich hab eine Weile gebraucht, um die Info zu begreifen….und  jetzt kreisen meine Gedanken ständig im Kopf und ich muss überlegen, wie ich damit umgehe.

…und immer wieder sage ich mir, es ist nicht meine Schuld das der Krebs wieder da ist…als ich mich getrennt habe, hatte er einen festen Job, war seit einiger Zeit gesund, hat Sport gemacht…seine sonstigen organisatorischen Probleme waren soweit gelöst….ich hab ihn also nicht hängen lassen, als es ihm schlecht ging….sondern bin gegangen, als es ihm gut ging…

… und trotzdem regt sich mein tief verwurzeltes Verantwortungsbewusstsein und verbreitet in meinem Innersten eine Art Schuldgefühl…ich versuche das Gefühl klar zu erkennen und umzuwandeln in noch mehr Mitgefühl und Anteilnahme…denn ich wünsche ihm ja nichts Schlechtes.

Im Gegenteil, ich wünschte es ginge ihm gut und er könnte mit seiner oft übersprudelnden jungenhaften Unbekümmertheit seinem Leben nach unserer Trennung eine positive Wendung geben…einen Neuanfang starten….eine neue Liebe finden …und es bekümmert mich – nein es schockiert mich, das es ihm jetzt schlecht geht…

… … … ich hoffe er findet die Kraft weiter gegen den Krebs anzukämpfen und bin froh, das seine Mutter und sein bester Freund für ihn da sind…

Ich hab ihm dann erst einmal eine WhatsApp geschrieben ….