Warten auf die Entscheidung

(Achtung – nur langweiliges Arbeitszeugs !!)

Und schon seit Wochen traktiert uns der Controller wieder mit seinen Abwanderungsplänen…er hatte also ein 1.Gespräch, ein 2.Gespräch und die letzten Einzelheiten wurden lt. seiner Aussage auch geklärt, der Vertrag liegt vor und anstatt jetzt (endlich) einfach zu unterschreiben und bei uns zu kündigen, hüllt er sich in eine Art komatöses Schweigen.

Einzig unseren neuen Teamleiter hat er auf den gleichen Stand gebracht…also ob er nun kündigt oder nicht und das er sich jetzt entscheiden will.

Letzten Freitag, nachdem alle gegangen waren, hatte ich noch ein Gespräch mit dem Controller…er solle sich gut überlegen was er nun macht, ob er die Sicherheit hier, gegen etwas Neues dort eintauschen möchte. Er möchte einen Neuanfang…denn kann er aber bei uns nicht auf die Weise bekommen, wie er es gerne hätte. Er wollte am Wochenende gründlich darüber nachdenken und sich entscheiden.

Montag war er dann kurzfristig im Homeoffice und keiner hat etwas zu dem Thema von ihm gehört…Dienstag war er mit den anderen Beiden im Büro = und wieder nichts.

Mittwoch nun hatten wir ein Teammeeting Vorort….also jetzt muss er doch mal mit einer Entscheidung kommen…aber nein – wir saßen fast 2 Stunden zu Viert im Meetingraum und er hat NICHTS dazu gesagt.

Das ist unfair uns allen Gegenüber…dann hätte er auch im Vorfeld die Klappe halten können, so hat er uns alle in Aufruhr gebracht…nun warten da zwei Kollegen und ein Teamleiter auf seine Entscheidung….und er sagt einfach nichts.

Katrin und ich hatten schon am Montag beschlossen: also WIR fragen ihn jetzt nicht danach…da muss er schon auf uns zukommen.

Mittwochnachmittag ist mir dann allerdings der Kragen geplatzt und ich hab unseren Teamleiter direkt angesprochen, ob sich der Controller jetzt mal bei Ihm festgelegt hat, so von wegen Kündigung oder nicht.

Unser Teamleiter war ehrlich entsetzt, das auch ICH schon im Vorfeld davon wusste…und hat anschließend auch so ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert, was er mit der Firmenzentrale so zu dem Thema gehört, bzw. besprochen hat….das geht mich ja eigentlich nichts an…aber Fakt ist: auch ihm Gegenüber hat sich der Controller noch nicht erklärt.

Eine Aussage war dann aber auch, finanziell wird sich die Firma „nicht erpressen“ lassen, dafür hat sich der Controller bei einigen Leuten in den letzten Monaten zu unbeliebt gemacht…und beim letzten Mal als er ja auch einen unterschriebenen Vertrag vorgelegt hat, hat man ihm mit einem Zuschlag beim Gehalt, halten können.

Das ist dieses Mal gar nicht mehr das Ziel, in zu halten. Wenn er gehen will, dann soll er gehen. Das wäre evtl. für alle Seiten das Beste, auch wenn die Firma dadurch eine Menge Spezialwissen verlieren würde…es gibt bestimmte, sehr spezielle Regelungen in unser deutschen Hauptfirma, mit denen ich nie etwas zu tun hatte…das ist schon ein sehr spezielles Geschäftsmodell, das mit der Zentrale in DK stark verwoben und eher undurchsichtig erscheint.

Da könnte ich also gar nicht helfen. Ich habe dafür mir dafür, durch meinen Firmen, anderes Sonderwissen angeeignet und ich kenne von uns Vieren die neue Buchhaltungs-Software aus dem Tagesgeschäft am Besten. Hier könnte ich ebenso helfen, wie bei organisatorischen Dingen…und Katrin hat ja auch einen großen Teil schon bei der Migrationsarbeit übernommen, was eigentlich der Controller hätte machen sollen. Sie hat schon mal einen 3/4 Überblick über die Hauptfirma – bis auf diese interne Verrechnungslogiken.

Wir sitzen also wie auf heißen Kohlen. Denn bei unseren kurzen Kündigungsfristen muss dann natürlich schnell für einen Ersatz gesorgt werden…und der Teamleiter ist auch schon mit dem HR dabei eine Stellenanzeige online zu stellen. Für gute Leute muss man eben frühzeitig suchen oder eben evtl. lange auf Jemanden warten…also wird schon mal vorsorglich mit der Suche gestartet. Absagen kann man dann das Ganze immer noch.

Inzwischen ist das bereits das 3x das der Controller auf dem Absprung ist…ich hoffe für ihn (und uns) das er es dieses Mal schafft.

Ich habe das bisher nur einmal gemacht…und ich habe mich dann, sogar noch vor der Zusage, gegen einen Firmenwechsel entschieden. Die Zusage kam dann einen Tag später…aber da hatte ich mich ja bereits entschieden: ich bleibe wo ich bin. Das heißt aber auch, ich muss mich mit den Gegebenheiten abfinden und ich lerne tatsächlich täglich mehr, damit umzugehen.

Mein Stresslevel sinkt trotz allem weiter…in dieser Woche habe ich mit dem Chance-Team, die Migrations-Daten für das letzte Modul interhalb der Software fertiggestellt…die Daten stehen zum Testen bereit…nur ich komme nicht auf unser Testsystem…seufz….jaja es läuft immer noch nicht alles rund. Jeden Tag ist irgendetwas was nicht oder nicht mehr funktioniert…die reinste Wundertüte.

Außerdem habe ich jetzt angefangen für die letzten Gesellschaften die „Adjustments“ im neuen System nachzubuchen…und in den nächsten Tagen gebe ich eine Gesellschaft an den Teamleiter ab, damit er auch diesen Teil der Arbeit in der Praxis erlernen kann. Bei mir geht es also in die richtige Richtung.

Aber ich habe genügend andere Sorgen, denn die beiden Gesellschaften, die ich von den dänischen Kolleginnen übernehmen musste, die machen viel Arbeit und noch mehr Sorgen…da werde ich noch Monate brauchen, um den alten Kram aufzuarbeiten und diese Firmen auf ordentliche Füße zu stellen.

Und zwei meiner bisherigen Gesellschaften, die bisher ohne nennenswerten Geschäftszweck, so vor sich hin dümpelten, wurden nunmehr neue Projekte zugewiesen…d.h. hier ist jetzt auf einmal auch mehr zu tun, weil z.B. ein Projekt eingekauft wurde.

Also muss wieder alles angepasst werden….wieder rennt man hinter Firmenänderungen, neuen Bankkonten, Unterschriften und Verantwortlichen her und hofft immer, das alles irgendwie doch gut geht – wie bisher auch hahaha…so läuft das bei uns: einfach mal machen und dann sehen wir, wie weit wir damit kommen.

Verlasse Dich nicht auf andere…mach einfach selbst. Das ist zwar eigentlich gar nicht meine Arbeit…aber als „Project-Controller“ bleibt einem nichts anderes übrig. Wir alle wissen, das ist genau der Bereich in dem es immer noch keinen funktionierenden Workflow gibt…es gibt zu viele Abteilungen und zu wenig Kommunikation und wir Controller sind da die einzige Schnittstelle, wo ja alles zusammenlaufen muss.

Also bleibt uns gar nichts anderes übrig, als selbst aktiv zu werden um einiges ans Laufen zu bekommen…denn bald schon schreien die ersten Projektplaner nach der Bezahlung erster Rechnungen.

Vom Legal hab ich bereits eine Rechnung über einen sehr hohen Betrag erhalten….dafür müssen aber erst einmal die Voraussetzungen in unserem System geschaffen werden…und all das, was da nötig ist darf ich gar nicht mehr selber anlegen, sondern das machen verschiedene Abteilungen in der Zentrale. Ein Hoch auf die Dezentralisierung einzelner Arbeitsschritte (eine der Kröten die ich schlucken musste).

Und das war ich tatsächlich anlegen dürfte…das kann ich gar nicht…das hat man mir vor 8 Monaten in der Schulung am Ersten Tag einmal gezeigt….das weiß ich doch jetzt nicht mehr….hihihi…aber die Kollegin aus der Zentrale, hat es mir auf die Schnelle eingerichtet ….puh – eine Sorge weniger.

Vom Reden und Schweigen

Nach diesem Wochenende musste ich erst einmal wieder „Stille tanken“…ich hatte nicht mal mehr Lust etwas zu schreiben. Ich hatte mich derart kommunikationstechnisch ausgepowert…

Es war ein tolles Wochenende, es hat super viel Spaß gemacht und ich bin sogar länger geblieben, als ich geplant hatte…aber danach brauchte ich erst mal wieder Schweigen.

Wir haben nahezu ununterbrochen geredet…lach…bis kurz vor 2 Uhr nachts. Es hat mich gewundert das meine Schwester überhaupt so lange aufgeblieben ist…normalerweise geht sie so um 21 Uhr schlafen, da sie ja sehr oft bereits um 4.30 Uhr zur Arbeit fährt. Da hat sie sich im Laufe der Jahre angewöhnt immer früh schlafen zu gehen.

Aber auch sie hat es genossen mal ungestört reden zu können. Mein Schwager war ja nicht da und so haben wir geredet und geredet….Einzig während der Saunagänge war es dann mal still.

In der Sauna herrscht das Gebot der Ruhe…was ich auch richtig finde. Wenn ich alleine in der Sauna bin, mag ich es ja auch nicht, wenn die Anderen sich unterhalten. Aus diesem Grund haben wir uns für die Ruhephasen zwischen den Saunagängen zwar ein schönes Plätzchen gesucht…aber die Ruheräume gemieden….hahaha. In früheren Zeiten sind wir schon mal aus so einem Ruheraum geflogen, weil wir ständig gekichert und gebabbelt haben.

Es war schön…es war lustig…und es tat unglaublich gut. Wir waren im Campus-Bad in Flensburg. Zuerst schwimmen im 50m Becken…wow…die wenigsten Bäder haben so große Becken…dann ab in den Saunabereich.  Später hab es Frucht-Cocktails (ohne Alkohol) und nach ein paar Stunden haben wir dort auch gegessen. Getränke und Essen waren erstaunlich gut und preislich angemessen. Wir hatten Burger bestellt und das waren keine pappigen Industrie-Burger, die schmeckten sogar richtig gut…auch die Pommes waren knackig und lecker….

Die verschiedenen Saunen waren ordentlich, sauber und nicht überfüllt…(na gut – während der Aufgüsse war es schon voll…aber nicht zuuu voll).

Ich glaube wir waren erst gegen 21 Uhr wieder zuhause…und mit einer Flasche Wein und 2 Gläsern ging es dann weiter mit dem Reden. Eigentlich kann man sagen, wir haben die letzten 9 Jahre nachgeholt…und wie üblich ging es dabei hauptsächlich um ihr Leben…die privaten Probleme, die beruflichen Probleme…aber ich hab es ja gelernt auch einfach mal in ein Thema reinzugrätschen ..und eine meiner größten Schwächen wird hier zur Stärke, ich rede einfach dazwischen und so bin ich beim Reden nicht zu kurz gekommen.

Sie hatte im Gästezimmer das Bett für mich vorbereitet und ich bin dann auch fast sofort eingeschlafen…Sonntag Morgen ging es dann schon früh wieder raus…ich wollte ja direkt nach dem Frühstück schon wieder fahren. Gefrühstückt haben wir in einem kleinen Cafe in der Nähe  und das war dort nett und lecker …und danach sind wir dann doch noch durch das in den letzten 20-30 Jahren entstandene Naturschutzgebiet, dem ehemaligen Truppenübungsplatz, gelaufen.

Meine Schwester wohnt in der GLEICHEN Straße, wie wir damals als Kinder mit unseren Eltern, als unser Vater noch bei der Marine war…und der Truppenübungsplatz war gleich hinter den Häusern…wir Kinder durften dort zwar nicht spielen….taten es aber trotzdem…lach…das gab dann auch schon mal Ärger mit den Soldaten und auch mit unseren Eltern.

Heute ahnt man nicht mal mehr, das es einmal ein Übungsgelände der Bundeswehr war, inzwischen ist es ein beliebtes Naherholungsgebiet und ich bin immer wieder überrascht wie dicht bewaldet das Gebiet inzwischen ist.

Es war schon fast Mittag als ich mich wieder ins Auto gesetzt habe und nach Hause fuhr…den Rest des Sonntags hab ich schweigend verbracht…. kein Handy / keine WhatsApp-Nachrichten / kein Blog / keine Musik….Stille.

Und zusammen mit meiner Walking Runde am Abend waren es fast 12km….

Das große Schweigen

Das Leben draußen in der Natur erwacht…überall zwitschert und raschelt es. Ich dagegen rutsche mal wieder in eine Phase der Stille. Das geschieht nicht plötzlich, sondern schleicht sich langsam an…aber ich erkenne es inzwischen selber schon ganz gut und sah es schon vor 2 Wochen kommen.

Dabei bin ich nicht schlecht gelaunt oder depressiv, sondern es fehlt mir ganz einfach das Bedürfnis zu Reden. Hauptsache mein Schatz ist da und hält mich ganz fest, sagt mir das er mich lieb hat…und gut ist…mehr brauche ich nicht. Außerdem ist das Reden mit ihm ausgenommen in meiner stillen Phase.

Und jetzt wo er wieder arbeitet und ich alleine zuhause bin, nehme ich die Stille doppelt wahr, als etwas für mich Wichtiges. Als einen Freund. Eine Stille die mich umhüllt und beschützt. Ich fühle mich darin geborgen, entspannt und ganz ich Selbst. Und jede Kommunikation von oder nach Außen ist eine Disharmonie, eine Störung.

Und auch im Job kümmere ich mich gerade um die „stillen Themen“ bei denen ich stundenlang stumm und konzentriert Dinge erledige, die andere langweilig finden würden. Gut das ich meistens selber entscheiden kann, wann ich welche Arbeit mache, so kann ich je nach meiner Verfassung stille oder kommunikative Dinge erledigen.

Hier auf der Arbeit ist die Gefahr, dass aus dem Bedürfnis der Stummheit schnell eine große Distanz zu meiner Umwelt entsteht, sehr hoch. Also hab ich mich heute Mittag zusammen gerissen und habe bei meinen Mädels gefragt ob alles i.O. ist, was es Neues gibt und wie das Wochenende war….und dann ging es auch schon wieder leichter, mit dem kommunizieren und wir haben etwas geplaudert.

Vor dieser Distanz zu meinen Kollegen und Mitarbeiten habe ich etwas Angst, weil ich Niemandem begreiflich machen kann, das es nichts mit ihnen zu tun hat und das auch nichts Schlimmes passiert ist, sondern das es einfach eine kurze Phase (meistens ein paar Tage) ist, um all den Stress der letzten Wochen und Monate zu verarbeiten. Es ist eine Art Selbstschutz um meine Seele wieder in Balance zu bringen. Als Vorgesetzte sollte man jedoch zu jeder Zeit verlässlich und berechenbar bleiben und das gelingt mir hier nicht. Verlässlich bin ich schon, aber meine Reaktion wirkt auf Andere dann zögerlich, ablehnend oder auch etwas schroff…

Wichtig ist für mich, dass ich es schaffe meine Bedürfnisse inzwischen selber zu erkennen und nicht mehr überrascht bin, wenn mich dieses große Schweigen überkommt. Ich akzeptiere es und versuche es bestmöglich in meinen Alltag einzubringen.