Das große Schweigen

Das Leben draußen in der Natur erwacht…überall zwitschert und raschelt es. Ich dagegen rutsche mal wieder in eine Phase der Stille. Das geschieht nicht plötzlich, sondern schleicht sich langsam an…aber ich erkenne es inzwischen selber schon ganz gut und sah es schon vor 2 Wochen kommen.

Dabei bin ich nicht schlecht gelaunt oder depressiv, sondern es fehlt mir ganz einfach das Bedürfnis zu Reden. Hauptsache mein Schatz ist da und hält mich ganz fest, sagt mir das er mich lieb hat…und gut ist…mehr brauche ich nicht. Außerdem ist das Reden mit ihm ausgenommen in meiner stillen Phase.

Und jetzt wo er wieder arbeitet und ich alleine zuhause bin, nehme ich die Stille doppelt wahr, als etwas für mich Wichtiges. Als einen Freund. Eine Stille die mich umhüllt und beschützt. Ich fühle mich darin geborgen, entspannt und ganz ich Selbst. Und jede Kommunikation von oder nach Außen ist eine Disharmonie, eine Störung.

Und auch im Job kümmere ich mich gerade um die „stillen Themen“ bei denen ich stundenlang stumm und konzentriert Dinge erledige, die andere langweilig finden würden. Gut das ich meistens selber entscheiden kann, wann ich welche Arbeit mache, so kann ich je nach meiner Verfassung stille oder kommunikative Dinge erledigen.

Hier auf der Arbeit ist die Gefahr, dass aus dem Bedürfnis der Stummheit schnell eine große Distanz zu meiner Umwelt entsteht, sehr hoch. Also hab ich mich heute Mittag zusammen gerissen und habe bei meinen Mädels gefragt ob alles i.O. ist, was es Neues gibt und wie das Wochenende war….und dann ging es auch schon wieder leichter, mit dem kommunizieren und wir haben etwas geplaudert.

Vor dieser Distanz zu meinen Kollegen und Mitarbeiten habe ich etwas Angst, weil ich Niemandem begreiflich machen kann, das es nichts mit ihnen zu tun hat und das auch nichts Schlimmes passiert ist, sondern das es einfach eine kurze Phase (meistens ein paar Tage) ist, um all den Stress der letzten Wochen und Monate zu verarbeiten. Es ist eine Art Selbstschutz um meine Seele wieder in Balance zu bringen. Als Vorgesetzte sollte man jedoch zu jeder Zeit verlässlich und berechenbar bleiben und das gelingt mir hier nicht. Verlässlich bin ich schon, aber meine Reaktion wirkt auf Andere dann zögerlich, ablehnend oder auch etwas schroff…

Wichtig ist für mich, dass ich es schaffe meine Bedürfnisse inzwischen selber zu erkennen und nicht mehr überrascht bin, wenn mich dieses große Schweigen überkommt. Ich akzeptiere es und versuche es bestmöglich in meinen Alltag einzubringen.

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2 Gedanken zu “Das große Schweigen

  1. Deswegen programmiere ich so gern – da darf man den ganzen Tag ungestört schweigsam vor sich hin tippen und keiner nimmt einem das krumm … 😉

    Mein 2. Job ist ja mit viel Kundenkontakt verbunden – mir wird das auch schnell zu viel, obwohl ich es eigentlich gern mache.

    Ich denke, so lange Du das Deinen Mitarbeitern gut vermitteln kannst, sollte das kein Problem sein.

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