Innere Stärke – auch ohne Familie

Dienstagabend sollte eigentlich der nächste Versuch für die Ballonfahrt über Flensburg stattfinden…aber schon Tage zuvor war klar: das klappt wieder einmal nicht, aufgrund der Wetterverhältnisse vor Ort …das war inzwischen der 4.Versuch, seit Juli letzten Jahres und einen weiteren wird es in diesem Jahr nicht mehr geben.

Leider ist meine Schwester extrem unflexibel bei der Terminsuche….nun gut – dann geht es im nächsten Jahr weiter. Ihre rigorose Absage, es doch noch mal innerhalb der Woche (außerhalb Ihres Urlaubs) zu versuchen hat mich getroffen, obwohl es bei ihr Vorort ist, sie durch den Frühdienst doch oft genug den Abend frei hat und sie auch zwischendurch immer wieder freie Tage bekommt…aber nein – sie will es einfach nicht in der Woche und pocht auf die ursprüngliche Planung an ihren freien Wochenenden, alle 14 Tage. Sturheit ist eine sehr ausgeprägte Eigenschaft in unserer Familie und bündelt sich nicht nur bei mir.

Inzwischen geht mir das Thema auf die Nerven und manchmal wünschte ich schon, ich hätte Ihnen das nicht zum Geschenk gemacht. Dieser kleine Disput, mit meiner Schwester, ging mir quer runter und hat mich leider so negativ getroffen, dass ich mich für die nächsten Tage komplett in mich zurück gezogen habe…so eine dieser leicht schwermütigen Verstimmungen, die mich manchmal überkommen. Aber gut…dadurch konnte ich meine Urlaubswoche jetzt ganz ruhig und zuhause verbringen.

Mir hilft dann viel Ruhe von außen, viel Bewegung an der frischen Luft, die Wohnung zu Putzen, Ordnung zu schaffen, leckeres Essen kochen und einfach die Sachen machen, die ich gerne tue. Dann dauert es maximal ein paar Tage und ich bin wieder raus aus dieser düsteren, gedämpften Stimmung.

Von diesem Urlaub hatte ich Schwester+Schwager extra nichts erzählt. Ich wollte Vermeiden, das mich die Beiden in Ihrer letzten Urlaubswoche auch noch vereinnahmen…und prompt kam auch die Frage, ob ich an diesem Wochenende nicht doch zu Ihnen kommen möchte….ähm – Nein…ich hab dafür ein anderes Wochenende vorgeschlagen, wir treffen uns dann in zwei Wochen.

Ich hab meiner Schwester gestern erst geschrieben, in welcher seelischen Verfassung ich mich in den letzten Tagen befunden habe und es kam nur die Antwort: „kein Problem – jeder hat mal einen Durchhänger“.

Es ist wie immer: schreibe ich von körperlichen Problemen, ist sie sofort zur Stelle mit Anteilnahme und Ratschlägen…schreibe ich davon, wie es um meine seelische Verfassung steht- nimmt sie es kaum zur Kenntnis und kommt sofort zum nächsten Thema. So war es schon immer. Schade!

Wie immer, bin ich in diesen Dingen meine eigene beste Hilfestellung…ich weiß ja mit solchen Phasen bei mir umzugehen und ich hatte auch nicht wirlich mit einer Unterstützung ihrerseits gerechnet.

Meine Stärke ist es, mich selber aus solchen Momenten zu befreien – ohne Hilfe von Außen. Und mit jeder überwundenen kleinen oder größeren Krise werde ich stärker und fühle mich freier, unabhängiger – aber auch noch mehr desillusioniert von Konstrukt der Familie.

Wenn ich jetzt meinen Beitrag lese, bin ich selber überrascht über das Ergebnis und über die tieferen Einblicke, die ich hier in meine Seele gewähre….eigentlich sollte es ein Beitrag über die schönen Dinge werden, die ich in dieser Woche noch unternommen habe…stattdessen schreib ich darüber, was mich belastet hat – ohne das ich es vorher so richtig wahrgenommen habe.

Aber auch das Schreiben hilft mir immer wieder mich von Ballast zu befreien und so geht es mir auch wieder richtig gut….ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag.

Abrutsch in die Stille

In den letzten Tagen war ich etwas schreibfaul – oder sagen wir lieber: kommunikations-faul…woran das liegt? Es ist ja nicht so, als ob mir nichts mehr einfiele oder es mich nicht interessiert was andere so machen…Aber mir fehlte einfach die Energie, der Antrieb.

Wie bereits früher mal hier beschrieben, gibt es bei mir immer mal wieder Zeiten in denen ich still werde…stumm…einfach weil ich irgendwie in eine Phase gerate, die man durchaus mit dem Begriff schwermütig beschreiben  könnte.

Schwermütig ist dabei eine altmodische Bezeichnung…aber als depressive Verstimmung würde ich es in dieser Phase nicht bezeichnen wollen…das trifft es einfach nicht …ich bin ja nicht schlecht gelaunt, fühle mich nicht minderwertig oder ungeliebt, bewältige meinen Alltag ganz normal…Es ist ja nicht alles gleich eine Krankheit nur weil man sich ein paar Tage „anders“ fühlt.

Ich denke es ist jetzt der Wechsel in den wirklichen Herbst der es mir gerade schwer macht, mit frohem Schwung durch diese Woche zu gehen. Es ist trübes Wetter draussen und die Sonne, wenn sie denn mal scheint, hat nicht mehr die gleiche Kraft wie im Sommer. Der Körper fängt an sich auf den Winter vorzubereiten.

Ich erkenne die Anzeichen bei mir  inzwischen recht gut und versuche diese Phasen in meinem  Leben so aktiv wie möglich zu gestalten. Es sind in der Regel nur ein paar Tage in denen ich mich schlecht fühle, keinen Antrieb habe und dazu neige mich auf der Couch unter der Decke zu verkriechen…mich nicht mitteilen mag, weniger lache und nicht so optimistisch auf den Tag schaue.

…aber ich  versuche  eine ganze Menge, um mich davon wieder zu befreien…direkt nach Feierabend bin ich bisher jeden Tag in dieser Woche an der frischen Luft gewesen…hab mir nahe Ziele gesucht und war einfach in der Natur laufen und später am Abend hab ich mich auch mehrfach aufgerafft noch „eine Runde“ in der Umgebung zu laufen. Wenn ich das Phlegma erst einmal überwunden habe, waren das am Abschend schon 1-2 Stunden zusätzlich…Mit Laufen meine ich strammes Gehen, also kein Jogging und auch kein Schlendergang…wandern/walken eben.Bewegung hilft mir aus dem stummen Tal heraus

Zusätzlich war ich gestern zum ersten Mal nach der Arbeit frustriert…lach, ja es ist schon eine etwas  merkwürdige Art der Arbeitsaufteilung, an der ich mich gerade reibe….Ich hab dann längere Zeit am Nachmittag  mit einem meiner Mädels telefoniert – und das tat mir und ihr richtig gut….so hat jeder seinen Frust los werden können.

…und heute bin ich relativ gut wieder aus meiner stummen Zeit wieder aufgetaucht…und weiter geht es… hab wieder genügend Energie und Neugierde…und hab mir für meinen heutigen Nachmittag 2 Ziele ausgesucht….welches ich davon  tatsächlich ansteuern werde, entscheide ich gleich spontan…wenn ich mich ins Auto setze.

Also ich wünsche Euch Allen einen schönen Samstag