kommunikationslos und dazu Schmerzen

Seit meinem letzten Eintrag sind tatsächlich 14 Tage vergangen….warum?

Das Thema mit meinem Vater hat mich stark beschäftigt  und das bedeutet bei mir, ich ziehe mich zurück. Bin kommunikationslos…möchte meine Ruhe….mag mich nicht mehr damit auseinander setzen…mag mein eigenes Leben leben.

Aber noch stärker als der emotionale Druck, waren meine Schmerzen im Lendenwirbel-Bereich…da ich aber auch weiterhin  normal gearbeitet habe, war ich froh mich abends ausstrecken zu können, also nicht noch länger an einem Computer sitzen zu müssen, als ich es ohnehin schon fast 10Std. am Tag tue. Ich hatte vor sehr vielen Jahren, als junger unsportlicher Mensch, genau in diesem Bereich einen Bandscheibenvorfall …und seitdem nie wieder solche Schmerzen im Rücken. Denn ich hab seitdem immer Sport gemacht.

Auch mit Schmerzen bin ich zum Sport gegangen und habe moderat und gezielte Übungen gemacht, dazu Wärmesalbe und meine  geliebte Moorkompresse  aus der Mikrowelle….als es gar nicht besser wurde hab ich mir schon echt Sorgen gemacht…aber dann endlich wurde es langsam besser…und jetzt  endlich bin ich FAST schmerzfrei im Rücken…dafür hab ich noch eine hartnäckige Entzündung im Ellenbogen-Gelenk…also muss ich jetzt doch zum Arzt.

Beruflich geht es gerade wieder einmal  „drunter und drüber“ und nach den sehr angenehmen und ruhigen Wochen im Hochsommer, steigt der Stresslevel konsequent nach oben…der Stress kommt hauptsächlich über meine extrem gestresste Chefin und durch zwei meiner Mitarbeiterinnen, die  sich nicht auf beruflicher Ebene mal wieder überhaupt nicht verstehen.

Shakespeare rettet mich

In dieser Woche bin ich leider nicht so entspannt, wie  ich es gerne wäre…was hauptsächlich mit meinem Job zusammen hängt…

Ich bin so langsam echt urlaubsreif.  Es passiert grad zu viel auf einmal an unschönen Dingen und es fällt mir nicht so leicht, das abzuschütteln.

Dabei fiel mir wieder ein Ritual ein, welches ich in Zeiten höchster seelischer Not angefangen habe. Damals hab ich mich gerade von meinem heutigen Ex-Mann getrennt, einen neuen Job mit viel Verantwortung übernommen und hab auch noch meinen Lebensmittelpunkt in ein anderes Bundesland verlegt.

Ich war einsam und seelisch  kurz vor dem Durchdrehen….zu viel Veränderung gleichzeitig. Mit so etwas kann ich nicht gut umgehen….

Na auf jeden Fall brauchte ich damals etwas um meine Gedanken zu fokussieren und gleichzeitig etwas, was mich von den Sorgen und Ängsten ablenke….also hab ich angefangen ein paar Teile aus Shakespeares Hamlet auswendig zu lernen. Ich liebe Shakespeare und ich liebe Hamlet.

Es war unglaublich schwierig mich auf diese Sprache zu konzentrieren. Es  hat Wochen und Monate gedauert ganze  3 Passagen daraus zu lernen….Das ist jetzt 14 Jahre her.

Genau daran hab ich mich erinnert als ich dann kurz vor dem Burnout war….diese seelische Krise hat mich fast dazu gebracht mich selber in eine Klinik zu begeben, aber ich hab gerade noch so die Kurve gekriegt und wieder hab ich mit Hamlet  und den 3 Passagen beschäftigt und dazu auch noch die Ballade von Schiller: „Die Bürgschaft“ … Das ist jetzt gute 7  Jahre her.

Und schon seit ein paar Tagen fängt mein Hirn wieder an die Erinnerung an das einmal auswendig gelernte auszugraben und abzurufen….manches fiel mir sofort wieder ein, bei der 3. Passage und bei „Der Bürgschaft“ sind es doch  viele Lücken….die sich auftun…aber die 1.und 2. Gelernte Passage funktioniert fast fehlerfrei….und es kommt immer mehr wieder zum Vorschein. Die Erinnerung ist schon merkwürdig. Jetzt hab ich mal wieder mein Reclam-Büchlein aufgeschlagen und nach gelesen und auf einmal sind auch die vergessenen  Sätze wieder so vertraut.

Mir hilft das Rezitieren Sorgen und Nöte für eine Weile zu vergessen und mich wieder auf andere Dinge zu konzentrieren….ohne  dem  Gefühl der  seelischen Überforderung nach zu geben.