Auf Dienstreise – es hat sich etwas verändert

Unsere Woche in der Firmenzentrale war dieses Mal sehr merkwürdig. Im Laufe der Jahre war ich ja schon öfter dort. Meistens zusammen mit dem Controller, dann einmal zu Viert (noch mit dem Schweigsamen), die letzten Male wieder zu Dritt (der Controller, Katrin und ich).

So auch dieses Mal. Montagmittag ging es los…ich hatte wieder einmal das Glück das ich von Zuhause abgeholt wurde. Das Fahren hat dieses Mal Kollegin Katrin übernommen. (in der Woche zuvor war ich ein paar Tage ausgefallen wegen eines grippalen Infekts und hatte mich nur langsam erholt, war deshalb die ganze Woche nicht im Büro und hab es sehr genossen mal hinten im Auto zu sitzen und nichts machen zu müssen).

Am Abend waren wir dann noch zu Dritt zusammen im Hotel-Restaurant. Aber der Controller fühlte sich schon seit dem Wochenende nicht ganz wohl (er war am Wochenende in der Elbphilharmonie – ich hab also nichts mit seiner Erkältung zu tun…wir haben uns mehr als 1 Woche nicht gesehen) und für den Rest unseres Aufenthalts haben wir ihn dann nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Er hat sich nämlich am nächsten Morgen krank gemeldet und blieb bis zu unserer Rückfahrt Freitagmorgen in seinem Hotelzimmer. Er wollte auch nicht mit uns Essen und unsere Angebote ihm etwas aus der Apotheke zu besorgen, hat er unbeantwortet gelassen. Stattdessen hat er unsere Finanzchefin gebeten ihm etwas zu besorgen (das fanden wir alle sehr merkwürdig, also das er uns nicht gefragt hat…immerhin wohnen wir im gleichen Hotel – aber gut – seine Entscheidung). Muss ich erwähnen das auch die Chefin mehr als irritiert war?

Katrin und ich haben uns also an den folgenden 3 Tagen abends auf den Weg in die Stadt gemacht, um ein Restaurant fürs Abendessen zu finden…unsere sonst üblichen Ziele waren wegen Renovierungen und Geschäftsaufgabe nicht verfügbar…also haben wir Neue Wege beschritten und wurden nicht enttäuscht.

Alle 3 besuchten Restaurants waren gemütlich und hatten tolles Essen…es waren schöne Restaurantbesuche und mir ging es auch gut damit, mit der Kollegin die Abende zu teilen. Tagsüber saßen wir auf verschiedenen Stockwerken (jeder bei einer anderen Gruppe von Controllern – unseren Jobs entsprechend). Mittags haben wir uns nur kurz beim gemeinsamen Mittagessen gesehen und bei einem Meeting mit der Finanzchefin.

Nach Feierabend hab ich ihr dann gerne den Firmenwagen überlassen und bin jeden Abend von der Firma zum Hotel gelaufen…so hatte ich genügend inneren Abstand und die Ruhe die ich brauchte, um dann mit der Kollegen angenehme Abende verbringen zu können, ohne das es mir zu viel wurde.

Also das Fazit dieser Woche in Dänemark: Dem Controller hat es überhaupt nichts gebracht…er war ja krank. Die Kollegin Katrin hatte viele Meetings und übernimmt mehr und mehr die deutsche Hauptfirma, um die sich der Controller bei der Datenmigration so gar nicht kümmern möchte. Sie findet das überhaupt nicht schön…übernimmt aber stillschweigend viel Verantwortung und kümmert sich um das, was getan werden muss (und hat damit meinen vollen Respekt).

Das Meiste was ich in dieser Woche gelernt habe, wäre auch über Teams gegangen. Und auch wenn mich die Kollegen nicht wirklich unterstützen konnten, weil sie vieles selber noch gar nicht wissen…so bin ich doch jetzt mehr Teil des Teams…hatte viele nette Unterhaltungen…werde auch in so kleine allgemeine Lästereien mit einbezogen oder auch mal um meine Meinung bei bestimmten Sachverhalten gefragt.

Trotzdem war diese Dienstreise wichtig für mich: habe ja 3 Firmen an 2 Kollegen abgegeben und 2 Firmen von Anderen übernommen…allein das hat mehrere Stunden in Anspruch genommen. Na klar gibt es überall Besonderheiten und über die muss man ja informieren und vor allem auch: wer macht jetzt noch was.

Sogar das Teammeeting wurde extra auf Englisch abgehalten, damit ich teilnehmen konnte ….es ist für viele inzwischen fast normal, das ich da bin – und kann dort trotzdem ganz in Ruhe arbeiten. Inzwischen kenne ich auch viele Kollegen aus anderen Abteilungen und die Kollegin vom Empfang freut sich jedes Mal riesig wenn ich komme und empfängt mich immer mit einer herzlichen Umarmung.

Demnächst wird diese Teil-Abteilung wohl auch in eines der neuen Gebäudeteile umziehen, ich hab schon mal vorsorglich darum gebeten, doch den „Ersatz-Arbeitsplatz“ an den ich jetzt und schon die Male zuvor platziert wurde, genau so mit zu übernehmen…also mit der „alten“ Ausstattung…denn die ist auf meinen Laptop-Typ abgestimmt…und das ist eben noch die alte Version.

Während die Kollegen inzwischen bereits mit einer neuen Generation von Laptops und Dockingstation arbeiten. Die Teamleiterin hat versprochen daran zu denken oder ich solle mir doch ebenfalls eine neue Ausstattung geben lassen. Ja gerne – aber nicht gerade jetzt…noch mehr Veränderungen vertrage ich gerade nicht. Sie musste lachen, als sie mein erschrockenes Gesicht dabei sah, als ich das sagte.

Etwas hat sich also verändert bei diesem Besuch: ich fühle mich als Teil dieses Controlling Team, Katrin hat sich aus dem Schatten des Controllers befreit und lernt wie wichtig sie bereits für die Firma ist und der Controller fällt mit seinem merkwürdigen Kommunikationsverhalten auch beim Change-Team und unser aktuellen Vorgesetzen auf. Es wurde bereits in unserem Beisein angemerkt, das er nicht wirklich bei der Migration mitarbeitet, nicht nach Lösungen sucht und desinteressiert erscheint.

Ich glaube das haben wir alle Drei so nicht erwartet, wie sich die Woche entwickelt hat. Ich bin gespannt, wie es mit uns weiter geht…vor allem wann wir tatsächlich einen deutschen Teamleiter bekommen und was sich dann ändern wird.

Es bleibt alles chaotisch und fast unmerklich entwickelt es sich für mich zu einem spannenden Feldversuch in Sachen sozialer Interaktion innerhalb einer Gruppe, die sich nicht aus dem Weg gehen kann. Die Rollen innerhalb der Gruppe verschieben sich und damit auch das Verhalten der einzelnen Gruppenmitglieder zueinander und zu Dritten.

Ist das arrogant oder dumm (2.Teil)

Update zu meinem Eintrag v. 16.08.

Die Bewerberin hat uns tatsächlich mit geteilt, das der Vertrag jetzt okay wäre – aber sie inzwischen bei einem anderen Unternehmen unterschrieben hätte.

Das kam jetzt nicht  mehr wirklich überraschend.  Letztlich waren wir erleichtert, weil wir jetzt das Angebot nicht mehr zurück ziehen mussten….aber es macht mich auch wütend, weil die Dame uns tatsächlich nur hingehalten hat.

Sooo und auch der nächste vielversprechende Kandidat hat nach dem 2.Gespräch ein Angebot von uns erhalten …aber auf einmal wusste er nicht, ob er überhaupt noch die Firma wechseln wollte….grrrrr…..sagt mal…ich mach das hier doch nicht zum Zeitvertreib….also okay er wollte es sich in Ruhe überlegen und wir haben ihm Zeit gegeben. Sein Versprechen sich auf jeden Fall am 25.09. zu melden hat  er aber auch nicht gehalten…. Damit war für mich klar…egal wie er sich entschieden hat – ich will nicht mehr. Die Absage von ihm kam dann  (sehr nett verpackt) 1,5 Tage später….

Ich werde langsam härter in meiner Art zu reagieren und verliere das Vertrauen in die Ehrlichkeit der Menschen und damit ist ein wichtiger Pfeiler in meinem Leben beschädigt…das Vertrauen…

Ich weiß schon seit ein paar Jahren, das es weniger auf die Worte als auf das drum herum ankommt um zu erkennen, was Menschen wirklich aussagen wollen. Ich lerne … aber es fällt mir schwer. Ich vertraue auf das gesprochene Wort und auf die Ehrlichkeit der Menschen.

Scheinbar kommt mein Problem mit der eingeschränkten Fähigkeit das Sozialverhalten von Menschen richtig zu interpretieren hier voll zum Tragen…es fällt mir schwer das einzugestehen… immerhin arbeite ich seit Jahren daran mit Empathie und wachem Verstand die Menschen einschätzen zu können. Es gelingt mehr inzwischen sehr gut, bei Menschen die ich kenne und mittels Beobachtung kann ich in Gestik und Verhalten von fremden Menschen, die sich unbeobachtet fühlen klare Aussagen treffen.

Aber in Situationen wie einem Bewerbungsgespräch, wo sich die Menschen nicht ungezwungen geben und versuchen  sich von ihrer besten Seite zu zeigen, sie also bewusst oder unbewusst  Verhalten verstecken wollen, fällt es mir tatsächlich schwer hinter die Fassaden zu blicken.

 

  

Konstruktuktives Streiten – gar nicht leicht

Zum ersten Mal seit Jahren ist es mir wirklich gelungen konstruktiv zu streiten….kein Witz…das ist gar nicht so einfach.

Ich bin ein „Stier“….emotional, schnell verletzt und nachtragend, und  gemäß meines Freundes hab ich auch ein „Mecker-Gen“….ja, das stimmt wahrscheinlich schon.

Obwohl ich es nicht als meckern empfinde…eher als darauf aufmerksam machen und ich treffe eben schneller Entscheidungen und versuche dem Nichtentscheider dann das Ergebnis überzustülpen…lach…aber das Ganze  ist natürlich Ansichtssache.

Auf jeden Fall bin ich bei Menschen die mir sehr nahe sind, sehr emotional….

Nach einer Woche Funkstille zwischen meinem Schatz und mir haben wir tatsächlich am Freitagabend, nach dem Sport,  geredet…und ich hab ihm mehr als deutlich gesagt, was ich von diesem Lügen halte…und zwar OHNE Vorwürfe…einfach nur die Fakten dargelegt. Dieses gewohnheitsmäßige Lügen hat unsere Beziehung von Anfang an belastet und ich hab noch einmal verdeutlicht WENN er mich nicht verlieren möchte, dann MUSS das jetzt mal ein Ende haben. Es gibt KEINEN Grund mich anzulügen…

Wir sind uns darin einig, dass er es immer wieder schafft sich  – ohne Not – in Schwierigkeiten zu bringen…genau das begleitet ihn schon sein ganzes Leben – sagt er. Er muss daran arbeiten….auch ich arbeite mein ganzes Leben an meinem Sozialverhalten …und auch in dieser Beziehung hab ich meine Eifersucht überwunden…das hat fast 6 Jahre gekostet. Bei mir war die Eifersucht ein Zeichen von Verlustangst und der Furcht abgelehnt zu werden…

Ich ahne auch, woher bei ihm der Hang zur Lüge kommt…Als Resümee kann man sagen es hängt mit der Angst zusammen, nie gut genug zu sein….Eine Mutter die ihn nie angehimmelt hat, ein Vater der gegangen ist als er ganz klein war und eine neue Familie gegründet hat…Freunde die sozial wesentlich besser gestellt waren….und er hat immer versucht dazu  zu gehören…Geld, Karriere und Statussymbole als Leitmaxime um dazuzugehören. Blöd nur – wenn man das Alles nicht im gleichen Umfang besitzt, wie der Freundeskreis.

Nun gut, das sind alles Dinge die mir eher fremd sind… Ich liebe ihn auch ohne  steiler Karriere und hohem sozialem Status…mir ist nicht wichtig welches Auto er fährt oder wo wir Urlaub machen…lach…ich brauche keine Markenklamotten und keine Arroganz.  Ich liebe den Mann hinter der Maske…den Menschen eben.