Stille

Stille

Der Tag gestern war schon aufregend…und irgendwie war es auch etwas zu aufregend für mich… jetzt sitze ich hier bei geöffneter Balkontür (es regnet draussen), lausche der Stille draussen…und atme tief diese Stille ein…

Stille ist relativ…ich höre Vögel zwitschern, in ganz weiter Ferne höre ich das Rauschen vorbeifahrender Fahrzeuge und aus dem Kindergarten 2 Strassen entfernt, hört man leise ein paar Kinder herum toben….aber alles ist gedämpft durch die Entfernung….im Vordergrund ist die Stille.

Okay jetzt häckselt ein Nachbar Äste…hahaha…ach das war nur kurz…

Diese äußere Stille unterstreicht meine innere Stille. Ich fühle mich ruhig und gelassen und bin gerade zufrieden und entspannt mit mir selbst…

Innerer Frieden

hier und jetzt

Wie herrlich

Plädoyer für den Wald…und die Stille

Wenn die Schule  zu meiner linken Seite und der Kindergarten zu meiner rechten Seite gleichzeitig die Kinder in die Pause schicken, bin ich immer wieder überrascht WIE laut das ist. Scheinbar jedes Kind dort kann nur durch Schreien kommunizieren oder sich mittels Brüllen durchsetzen. Und damit meine ich nicht mal die kreischenden Aufschreie der kleinen Mädchen die erschreckt werden….

Ich weiß das ist politisch unkorrekt…und ich weiß auch das man das akzeptieren muss…tue ich ja auch…aber dadurch wird es nicht leiser oder melodischer….es ist einfach laut.

Wenn ich das Dauer-Gebrülle der Kinder höre frage ich mich, was sich wahrscheinlich alle Erwachsenen früher oder später auch fragen: Waren wir auch so?

Dann versuche ich mich an meine Schulzeit zu erinnern…oder an die Ausflüge in das Freibad…und muss leider sagen: JA – auch wir waren genau so laut auf dem Schulhof und im Freibad. Haben es aber anders wahrgenommen.

WAS aber wesentlich lauter geworden ist, sind  Kinder UND Erwachsene in der Öffentlichkeit, weil einfach weniger Rücksicht auf Andere genommen wird…. Mir fällt es vor allem im Wald auf.

Unser Vater ist mit uns oft in den Wald gegangen und hat uns beigebracht:  Nehmt im Wald Rücksicht auf die Tiere…dann habt auch Ihr etwas davon…ihr könnt dann nämlich viele Tiere sehen…und genau so war es.

Wenn ich heute im Wald unterwegs bin höre ich lautstarke Unterhaltungen, und manchmal sehe ich diese Menschen erst Minuten-später….es wird telefoniert und laute Musik gehört… Und hier rede ich nicht von Kindern – sondern von Erwachsenen.  Der Blick ist auf das Handy gerichtet oder auf den Boden.

Diese Menschen gehen in den Wald – können die Wirkung des Waldes jedoch gar begreifen….weil sie schlichtweg nichts wahrnehmen was den Wald ausmacht. Für solche Spaziergänger wäre ein Park oder ein Feldweg genauso gut…lach.

Der Wald ist voller Geräusche, voller Leben und doch ein Ort der Ruhe …wenn man es zulässt. Wer selber laut ist, wird davon jedoch nichts merken…und verpasst damit die Kraft die ein Waldspaziergang geben kann. 

Neiin – ich bin nicht esoterisch … ich liebe einfach nur den Wald und habe endlich wieder die Gelegenheit:

– die Ruhe des Waldes aufzusaugen: unser Leben findet i.d.R. in lauter Umgebung statt…überall wird man beschallt durch Musik, Fernsehen, Straßenverkehr, laute Maschinen usw.  Wer kann Stille überhaupt noch aushalten?

-den Blick entspannt in die Ferne zu schicken: unsere Augen müssen viel zu oft nur im Nahbereich tätig sein, durch Bildschirme, Fernsehen und Handys-das strengt die Augen an. Wie schön es ist in einen Wald hinein zu schauen…um so auch scheue Tiere in der Entfernung wahr zu nehmen…oder die Vögel die in unmittelbarer Nähe im Wald nach Nahrung suchen…

– die warmen Farben der Natur aufzunehmen: gerade das beruhigende Grün der Blätter – vor allem im Frühjahr wenn alles mit einem zarten Lindgrün anfängt  und noch mehr im Herbst wenn alles bunt wird. In unserer Stadtwelt ist Vieles bunt und grell und hell erleuchtet…alles muss markant hervorgehoben werden…wie schön ist es da, wenn die Augen mal nicht visuell überfordert werden

– den Duft des Waldes aufsaugen: Je nach Tageszeit riecht es im Wald anders oder geht mal in den Wald kurz nachdem es geregnet hat (okay – also nicht nach einem Sturm  oder Starkregen, das wäre zu gefährlich) das riecht so schön…und auch je nach Jahreszeit….für mich typisch für den Herbst ist der Pilzduft…

Und man kann sich ruhig mal bei trockenem warmen Wetter auf den Waldboden setzen oder auf einen gefällten Baum, dazu benötigt man keine Sitzbank…lach…

Vor ein paar Tagen war ich im Wald unterwegs und hab mich auf einem Stapel gefällter Bäume niedergelassen…ich war alleine  weit und breit…und es gab sehr viele gefällte Bäume, die entlang des Waldweges zum Abtransport aufgestapelt waren.

Keine 15 Minuten später hörte ich zwei Frauen schon aus großer Entfernung ….und als sie dann später an den Punkt ankamen, wo ich saß, fanden die die Idee wohl so gut das sie sich auf dem Stapel gegenüber niederließen und redeten und redeten… Ich bin dann gegangen…weiter rein in den Wald – weg vom Weg und weg vom Geschnatter ….bis ich an einen kleinen Bachlauf kam  der munter vor sich hin plätscherte…da hab ich mich gerne hingesetzt und hab den Geräuschen des Waldes gelauscht…

Stille am Morgen

Ich liebe die Stille am Morgen. Es ist Sonntag und ich sitze bei 7Grad auf meinem geschützten Balkon. Natürlich in eine dicke  Jacke und mit Schal, Decke über Füße und Beine. Eine Tasse Kaffee dampft  und schmeckt himmlisch.

Es ist friedlich und still, nachdem die Glocken jetzt fertig geläutet haben. Ich schaue auf die Bäume und Büsche, die von der Sonne  beschienen werden, aber die noch nicht genügend Kraft hat, die Luft zu erwärmen. Aber es ist eine freundliche Atmosphäre. Überall zwitschert es, und es raschelt am Boden… Die Büsche und Bäume haben inzwischen wieder genug Blätter um mir das Gefühl von geschützter Abgeschiedenheit zu vermitteln, so das sogar die Fahrgeräusche der Autos kaum stören…

Mein Balkon liegt weiterhin im Schatten und wird neben mir, auch von Meisen, Rotkehlchen und anderen Vögeln bevölkert. Und die kleinen Eichhörnchen hadern damit, dass neben den Nüssen, nun auch noch ich dort bin…aber langsam gewöhnen sie sich wieder daran.

Mein Körper fühlt sich beansprucht an, ich war gestern wieder einmal beim Pilates-Kurs….Lach und inzwischen hab ich drei verschiedene Trainer erlebt, die es sehr unterschiedlich gestalten. Mir gefallen alle 3 Varianten…und auch dieses Mal merke ich im Nachhinein alle meine Muskeln.

Wie immer, hab ich  wenig Freizeit und schaffe es daher nicht so oft in die Kurse, wie ich gerne möchte. Aber dafür bin ich mehrfach in der Woche spät abends noch wandern … Durch  den Ort und um den Ort herum. Es gibt hier viel Grün…und Felder und Wege. Im Dunkeln gehe ich nicht unbedingt durch den Wald oder Park, möchte mir ja nicht die Haxen brechen….das hebe ich mir für die schönen Tage auf. Solche Abend-Wanderungen dauern zwischen 30 Minuten und  2 Stunden,  je nachdem wie mein Fuß mit macht…länger geht leider nicht, auch nicht mit den Einlagen und Super-Wanderschuhen. Aber ich bin froh überhaupt bis zu 2 Stunden am Stück laufen zu können. Meistens fangen sie Schmerzen aber bereits nach 1 Stunde an und ich muss pausieren, den Schuhe ausziehen, danach die Schnürung noch enger machen…dann geht es wieder ein kleine Weile.

Meine Oase auf dem Balkon

Gestern hab ich angefangen meinen Balkon in eine Blumen-Oase zu verwandelen…..es fehlt zwar noch Einiges….aber dafür hab ich neben meinem eigenen Balkon auch den Balkon meines Freundes bearbeitet.

ich war den ganzen Nachmittag allein zuhause und es  hatte meditative Züge stundenlang aus den Kästen die Blumenzwiebel der Frühjahrsblumen zu entfernen und die Erde für die Neubepflanzung vorzubereiten….und dann all die schönen Blumen neu in die Kästen zu pflanzen….. Jetzt fehlen nur noch die Hochstämme mit Jasmin, Enzian und Dipladenie….Die Hortensien sind verteilt auf verschiedene Töpfe auf der anderen Seite und dann kommen noch die großen Gefässe mit den Sommerblumenzwiebeln und den Dahlienstämmen.

Auf dem kleineren Balkon wartet das Vertikalbeet auf die Gewürzpflanzen…incl. Cocktailtomaten, Naschpaprika und gelbe Rübchen…lach…ein paar Kohlrabi hab ich auch noch…. und an dem Nektarinenbäumchen sind jede Menge kleine Fruchtansätze.

Der Nachteil ist nur mein Blumenbalkon ist ein Schattenbalkon und bekommt nur ca. 2 Std. am Tag direkte Sonne….aber ich versuche trotzdem so viel blühende Blumen zu pflanzen wie möglich…auch wenn diese nicht ganz so üppig werden, wie in der Sonne.

Bei meinem Freund oben hab ich reine Sonnenanbeter gepflanzt, ein großer Oleanderbusch und eine Schmuck-Lupine bilden dabei die Mittelpunkte…lach

das Rote was Ihr da sehen könnt ist ein Teil der Kirche nebenan….rundherum sind viele Büsche und Bäume und ein Streifen Waldboden…..es gibt hier keine Straße, nur der Pfarrer kommt mit seinem Auto  und Fahrrad  hin…ansonsten ist es hier sehr ruhig…aber heute ist hier Konfirmation…also ist es etwas unruhiger als erhofft, also hab ich die Kopfhörer auf und höre etwas Musik.

Ich liebe diese Oase hier….mein Refugium des Rückzugs…mit Eichhörnchen und Vögeln, dazu die Blumen…am Liebsten würde ich die  Seite die auf der ganz linken Seite (nicht im Bild) die um die Ecke zur Kirche zeigt noch etwas weiter abschotten….wir haben schon den Sichtschutz gekauft und weiter Rechts ausserhalb des Bildes wachsen hohe Büsche so das wir auch zum Eingang des Hauses geschützt sind….die Nachbarn können uns so kaum sehen…vorallem jetzt wo die Büsche dicht und hoch zugewachsenen sind…wenn ich nicht die neugierige und meckernde Nachbarin über mir hätte, wäre es ein fast perfekter Rückzugsort…..

 

Muss ich erst unfreundlich werden…

Also das ist doch echt gemein….seit Jahren gehe relativ regelmäßig einmal pro Woche Mittags zum Sushi-Essen. Meistens alleine…manchmal in Begleitung von Kollegen. Ich mag das Essen dort und das ich dort meine Ruhe habe.

D.h. ich grüße  freundlich, setze mich auf meinen  angestammten Platz und brauche oft schon gar nichts mehr zu sagen…die Bedienung, bzw. auch die Inhaberin kennen mich inzwischen und wissen was ich esse…. Dann bekomme ich mein Essen, genieße es in Ruhe …meistens lese ich in meinem E-Book oder in einer Zeitung…. bezahle auch immer und gebe Trinkgeld, verabschiede mich freundlich und gehe wieder weg….

Soweit so gut. Das ging ein paar Jahre gut. Nun fängt die Inhaberin seit einiger Zeit an mich in kurze Unterhaltungen zu verwickeln, auf die ich freundlich aber kurz antworte….und heute nun…

Nach 3 Wochen Urlaub hab ich mich auf genau dieses „Ritual“ gefreut…leider war es in dem Laden sehr leer…und die Inhaberin hat mich in ein Gespräch verwickelt…..lange…und länger hat sie geredet…sich dann an den Nebentisch gesetzt und auch eine Kleinigkeit gegessen….und sich dabei weiter mit mir unterhalten.

Zuerst habe ich kurz und freundlich geantwort….dann  angefangen mittels  kleiner Unhöflichkeiten (einsilbige Antworten, keinen Blickkontakt) diese  Unterhaltung zu beenden, damit ich in Ruhe essen kann. Diese Körpersprache  hat sie leider nicht verstanden oder ignoriert und so hab ich mich dann doch meinem Schicksal ergeben und mich dann  wieder an der Unterhaltung freundlich beteiligt…grummel….

Was mache ich denn jetzt? Ich möchte auch zukünftig dort in Ruhe ….und damit meine ich OHNE Unterhaltung….mein Mittagessen genießen können. Muss ich erst unhöflich werden, damit ich diese Stille wieder bekomme?

Da bleiben nur die Möglichkeiten: nicht mehr hin gehen…DAS wäre aber echt blöd…oder  beim nächsten Mal versuchen ihr zu erklären, dass ich die Stille am Mittag eben mag…und mich eigentlich nicht unterhalten möchte. Ich muss im Job schon so viel reden, koordinieren, erklären, telefonieren (brrrrrrrr) und mailen…

Aber das klingt schon so blöd, dass sie bestimmt denkt es liegt an ihr…dabei finde ich die Frau sehr taff, aufgeschlossen und echt nett.