Jahresend-Rallye

Jahresend-Rallye

Eigentlich ein Ausdruck aus dem Börsen-Jargon….hier einfach mal umdefiniert.

In dieser Woche verspüre ich beruflich tatsächlich etwas Druck, was auch bedeutet ich muss tatsächlich wieder länger arbeiten…. ich schreibe das mit belustigtem Unglauben.

In meinem Job ist daran überhaupt nichts Ungewöhnliches…und doch fällt es mir ganz bewusst auf…immerhin ist der Job hier wesentlich entspannter, als mein Vorheriger. Hier habe ich nur 2x im Jahr Stresszeiten….in meinem vorherigen Job in Hessen hatten wir Monats-Quartals-Halbjahres-Jahresabschlüsse und ALLE waren immer irgendwie stressig…überhaupt bestand (und besteht auch jetzt noch) der ganze Konzern nur aus Hektik und Zeitnot.

Montag war der 1. Tag nach meinem Kurzurlaub….und zusammen mit all den Daten, die jeden Monat um diese Zeit kommen und ein paar Jahresabschluss-Vorbereitungen der Kollegen….ist da auf einmal ein ganzer Schwung an Arbeit für mich gewesen.

Montag Nachmittag war ich platt und hatte auch kurzzeitig das Gefühl: Das schaffe ich nie….hahaha…(komisch daran ändert sich scheinbar nie etwas…das hab ich in jedem Jahr zum Jahresende)….aber natürlich hab ich konsequent und mit sehr wenig Ablenkung angefangen, alles abzuarbeiten….und schon am nächsten Tag hab ich gemerkt: es läuft alles super…na klar schaffe ich das.

Soooo, jetzt ist Mittwoch der 23.12. und ich bin wieder so gut wie auf dem Laufenden….puhhhh die Tage waren schon sehr konzentriert und anstrengend…aber dafür hab ich jetzt ein gutes Gefühl. Nur diese kleine Einschränkung „so gut wie“ beinhaltet noch einmal Arbeit für ungefähr 2 Stunden…aber dazu hatte ich heute keine Lust mehr….und mein nächster Arbeitstag ist erst wieder nächsten Dienstag….

Hmmm…. okay – also ich werde Morgen doch nocheinmal für ungefähr 2 Stunden ins Büro fahren um auch das erledigt zu bekommen ….und DANN kann ich auch Weihnachten ganz entspannt verbringen…denn dann brauche ich während der nächsten Tage den Computer nicht zu starten.

Vermieter als Puls-Katalysator

Es könnte alles so gut sein…und war es bis Dienstag Abend auch….ich war aktiv und gut gelaunt…Blutdruck und Puls befanden sich in dem für meine Verhältnisse normalen Bereich….

…doch dann hat meine Vermieterin wieder zugeschlagen….und damit steigt mein Stresslevel sofort extrem…zum Glück ist die Kommunikation zwischen uns nur noch per Whatsapp. Na über die Themen werde ich auch noch schreiben.

Für den Moment ist es nur eine Erklärung, warum ich in dieser Woche innerlich wieder mal nicht zur Ruhe komme. Die Themen sind eigentlich nicht dramatisch, so der übliche Kampf zwischen Vermieter und Mieter….aber ich muss mir inzwischen eingestehen, das ich überhaupt nicht mehr Stress-resistent bin.

Solche Unstimmigkeiten belasten mich sehr schnell…hmmm überproportional….eigentlich ist meine innere Reaktion zu stark, für den äußeren Anlass. Und das obwohl ich sonst (also bis vor 1-2 Jahren) meine Interessen und Meinungen immer aktiv und durchaus streitbar durchgefochten habe.

Ich verstehe auch nicht, was meine Vermieterin so umtreibt…immerhin halte ich mich an alle Regeln des normalen Zusammenlebens und sogar an ihre „speziellen“ Regeln….aber ich halte mich von ihr fern ..und will einfach nur in Ruhe leben. Ich zahle meine Miete, halte alles sauber und ordentlich,

Ich hab schon angefangen nach einer neuen Mietwohnung zu schauen … Kaufen ist im Moment einfach zu teuer….aber nie wieder würde ich in ein Haus ziehen, in dem der Vermieter auch wohnt… schon früher war ich lieber in einem Mietshaus mit mehreren Parteien…lieber etwas anonymer wohnen…..hahaha…das empfinde ich als „ruhiger“, auch wenn man mit manchen Nachbarn auch nicht immer so ruhig leben kann.

Aber noch schrecke ich davor zurück…noch einmal umziehen? … nach dem letzten Umzugsdrama in 2019 hab ich eigentlich überhaupt keine Lust dazu.

Manche Menschen sollten lieber nicht vermieten…wenn sich jeder Grashalm in die Richtung biegen muss, die der Vermieter vorgibt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, das es sich um so einen Menschen handelt.

Also versuche ich seit ein paar Tagen meine innere Ruhe wieder zu bekommen…nutzt aber nichts…weil mit jeder neuen Nachricht mein Puls in die Höhe schnellt und von dort auch nicht mehr zurück kommen möchte.

Baustelle im Job und vor dem Fenster

Baustelle im Job und vor dem Fenster

Die gesamte Woche war….schwierig.

Während mein direkter Kollege sich im Dauer-Kampfmodus befand (noch 1 Woche – dann hat er endlich Urlaub) und er mehr als einmal, laut darüber nachgedacht hat, einfach alles hinzu werfen…hat direkt vor unserem Fenster eine Großbaustelle begonnen.

Schon seit Wochen konnten wir erahnen, das es bald los gehen wird…und in dieser Woche war es dann auch soweit…ein riesiger…ja was ist das eigentlich…haushoher Bohrer, der Löcher in den Boden gräbt, um dann später an gleicher Stelle riesige Platten, die wie Spundwände aussehen, im Boden zu versenken. Na egal…auf jeden Fall macht das Ding einen heiden Lärm.

Also haben wir die Wahl: Entweder frische Luft und irrsinnige Lautstärke oder aber relative Ruhe, dafür bei der Schwüle in der Stadt im eigenen Saft schmoren (es gibt tatsächlich keine interne Belüftung oder Klimaanlage). Wir sind da unterschiedlicher Auffassung….ich bin ja für die frische Luft.

Dazu bin ich jetzt unvermittelt in den firmeninternen Kampf um Informationen zwischen Dänemark und Deutschland geraten…Da das Hamburger Büro ja nur eine kleine Exklave ist, kommen die Informationen aus der Zentrale nicht immer bei uns an…und wenn, dann viel zu spät und das heißt: jetzt brennt es…und in meinem speziellen Fall in dieser Woche, hab ich erst nachmittags mitbekommen, das ich für eine der Gesellschaften am gleichen Tag einen vorgezogenen geschätzten 1/2-Jahres-Abschluss abgeben sollte. Ein kleiner Satz in einer weitergeleiten E-Mail…

Zum Glück war einer der Inhaber aus DK vor Ort und als er mich am Abend fragte, warum ich eigentlich immer noch da sei, ich wäre ja schon vor ihm im Büro gewesen hab ich es erklärt…und dann hat er mich ganz schnell nach Hause geschickt…die DK-Kollegen hätten ihm bereits am Vormittag so einen Abschluss präsentiert…da hätte wohl jemand vergessen, mich zu informieren. So manches Mal kann ich meinen Kollegen also verstehen, wenn er sich ärgert…

Während mein direkter Kollege dabei immer wieder über Zeitmangel klagt, kann und will er sich aber auch nicht auf das Wesentliche konzentrieren…sondern verliert sich im Klein-Klein der Arbeit. Ich hab vorsichtig versucht ihm zu vermitteln, das ich seinen Ärger verstehen kann, es aber aktuell besser wäre, wenn er diesen Kleinkrieg um Nichtigkeiten nicht jetzt führen würde, und er sich stattdessen lieber auf die großen wichtigen Dinge konzentriert, die jetzt zeitlich im Vordergrund stehen… stehen müssen….

Lach…KEINE gute Idee…. auf die Tirade die dann folgte, wusste ich dann auch nichts mehr dazu zu sagen…und hab einfach die Klappe gehalten….Aber auch das ich Rücksicht nehme, wollte er dann nicht klaglos hinnehmen…und war beleidigt als eine Kollegin mich nach etwas Grundsätzlichem fragte und wir in den Besprechungsraum gegangen sind…das war ihm dann auch nicht Recht…so hat er ja nicht mit bekommen, was sie mich gefragt hat… Das Gute ist, der Kollege meint mit dem Motzen nicht MICH…ist jeden Abend und Morgen freundlich und nett zu mir und dann können wir uns auch gut unterhalten…ich bin gleichbleibend freundlich …. aber zum Quatschen bin ich in dieser Woche lieber zu den anderen Kollegen gegangen…

Am Freitag hat er dann den Vogel abgeschossen….als wir über die MWST-Senkung und die notwendigen Anpassungen im System gesprochen haben, wollte er unbedingt das ich ihm das Thema Innergemeinschaftliche Erwerbe / Lieferungen und den Unterschied zu den innergemeinschaftlichen sonstigen Leistungen im Reverse Charge-Verfahren nach 13b USTG erkläre…. und dann wollte er unbedingt alles JETZT sofort im System ändern….

Wieder so eine Sache, die nicht unbedingt JETZT sofort geändert werden muss….es reicht doch, wenn wir erst einmal die 16%/ 5% in unserem System anlegen…die anderen Änderungen aufgrund eines falschen Verständnisses für das Thema, laufen schon so lange bei ihm unter den falschen Begrifflichkeiten, das können wir noch später ändern…Aber nein…

…es kam wie es kommen musste, nach seinen Änderungen hat es bei ihm im System nicht mehr funktioniert …und auf seine fast panische Überreaktion, kam die Frage ob ich ihm wohl helfen kann… (zur Erinnerung er arbeitet seit 8 Jahren mit dem ERP-System…ich seit 3 Monaten)….

..und ja ich hab den Fehler gefunden. Grins – das ist eine meiner Stärken: wenn jemand ungeduldig wird, weil ein Programm nicht funktioniert, dann werde ich noch ruhiger und suche in den Grundeinstellungen… hier merkt man wieder, wie hilfreich meine Erfahrungen als langjähriger Key-User eines SAP-vorgelagerten Sytems sind…wenn Kollegen bei der Bedienung eines Programms Probleme hatten, riefen sie bei mir an…und erst wenn ich normale User-Fehler ausgeschlossen hatte, hab ich das Problem an die IT weiter gereicht.

Ich dagegen werde ungeduldig und laut und kann sogar ausrasten wenn die Hardware nicht funktioniert…die Berechtigungen nicht klappen, die Zugangsdaten nicht stimmen…wenn integrierte Systeme nicht laufen oder ich es nicht schaffe ,die verschiedenen Teile an eine Dockingstation zusammen zu schließen…das überfordert mich ..lach…

Nun gut…die Woche war also in vielerlei Hinsicht anstrengend…und an den Abenden war ich dann entsprechend platt. Während ich es am Montag noch geschafft habe, abends meine große Runde zu walken, hab ich an den anderen Tagen mittags eine kleine Runde in der Mittagspause gedreht…und mich abends auf die Couch gefreut.

Unfähigkeit

Und noch etwas beschäftigt mich in dieser Woche:

Die Situation meines Teams in meiner alten Firma. Der 1. Jahresabschluss seit Bestehen der Firma OHNE mich…und wie soll ich sagen….aktuell  OHNE funktionierende Führung.

Mein Nachfolger ist zwar immer noch da, aber er arbeitet kaum. Entweder er ist krank oder er verbarrikadiert sich in seinem Büro und kommuniziert mit kaum Jemanden…dazu arbeitet er als Teamleiter mit eigentlicher 40-Stundenwoche  weniger als die Kollegen die nur Teilzeitstellen haben….Mit den Worten meiner Mädels und anderer Kollegen ist es sehr offensichtlich, das er nicht mal auf seine Mindeststundenzahl kommt.

Aber auch wenn er da ist, weiß keiner so genau was er da eigentlich macht…und die Hinweise der Mädels sich um spezielle Themen zu kümmern, da diese dringend sind, wischt er lapidar beiseite….Inzwischen ist das Thema aber bis zum Chef-Chef und bis zur Geschäftsleitung durchgedrungen und der Chef des Teamleiters geht, wenn er Infos braucht inzwischen schon zur  Bilabu-Teilzeitkraft, anstatt zum Teamleiter Buchhaltung.

.,,.und da mein Nachfolger  noch in der Probezeit ist, wird nach einer Lösung gesucht. Eine Kollegin hat es inzwischen laut ausgesprochen: bleibt ER – geht sie…und eine 2. Kollegin sieht es frustriert-schweigend genau so. Das ist also der aktuelle Status Quo.

Am Donnerstag hab ich lange mit der Kollegin gesprochen, die aktuell als einzige Bilanzbuchhalterin (in Teilzeit) stillschweigend die Führung übernommen hat, damit nicht alles den Bach runtergeht…sie macht Überstunde um Überstunde und gibt dem Team insoweit Halt, das sie die wichtigsten Arbeiten angeht…auch die anderen machen Überstunden, weil vom Teamleiter NICHTS erledigt wird. Dafür wird sie vom Teamleiter abgestraft, weil das ja seine Aufgabe sei…er diese aber nicht erledigt…

Sogar der (alte–neue) kaufmännische Leiter hat inzwischen begriffen, das der NEUE es nicht bringt – und wir hoffen nun alle, das er noch rechtzeitig vor Ende der Probezeit  die richtige Entscheidung trifft. Diese engagierte Bilabu-Kollegin hat sich bereit erklärt, kommissarisch meinen alten Posten zu übernehmen und auch für eine Übergangszeit auf Vollzeit aufzustocken….bis eine neue Lösung gefunden ist.  Sie scheut sich zwar noch vor der Personalverantwortung…lach – was ich gut verstehen kann – aber auch da würde sie hinein wachsen.

Ich bin sehr gespannt und hoffe die Firma trifft die richtige Entscheidung bevor:

  1. alle meine Strukturen durch Unfähigkeit des Neuen zerstört werden
  2. meine Mädels so sauer gefahren werden, das sie ebenfalls fortgehen
  3. die Firma Schaden nimmt

Und jetzt erinnere ich mich wieder an den Satz, den meine HR-Kollegin mal unbedarft ausgesprochen hat: wie leicht es doch ist, einen Nachfolger für mich zu finden.  HA – das sehe ich.

JETZT kann ich mich mal gaaaanz entspannt zurück lehnen und mit einer gewissen Überheblichkeit sagen: SEHT Ihr – jetzt erst wisst Ihr, was Ihr an mir hattet…

Ich hab immer noch zu einigen Kollegen Kontakt und bekomme öfter zu hören das ich vermisst werde: beruflich, fachlich – aber auch menschlich … Und – ich kann es ganz leicht zugeben – dieser nachträgliche Zuspruch tut mir sehr gut.😉

 

 

 

Jahresend-Rallye und Austern

Nach den vielen Feiertagen waren die Arbeitstage jetzt voll gepackt bis oben hin…Jahresend-Rallye.

Wie zu erwarten zeigt auch dieser Konzern keine „Gnade“ was den Jahresabschluss angeht…und so mussten wir gestern (oder sagen wir lieber spätestens HEUTE am Samstag) die Daten für die 1. Deadline fertig bekommen.

Das Hauptbuchhaltungsteam und Teile des Controllings waren anwesend…und auch ich hab einen weiteren 10-Stunden-Tag eingelegt und  meine beiden Gesellschaften soweit fertig bekommen.

Und soll ich mal Euch etwas sagen…es hat Spaß gemacht…wo ich mich ja an vielen Stellen in dieser Firma noch unwohl fühle, aber DAS hier … das macht Spaß…DAS ist Arbeit die ich echt gerne mag. Ich finde mich inzwischen in den Firmen ganz gut zurecht…bekomme immer mehr Einblick in die Konten und Zahlen und hantiere inzwischen relativ sicher innerhalb der 3 verschiedenen Buchungs-Ebenen.

Na klar bleibt es an manchen Stellen einfach merkwürdig…und bei manchen Unterhalten die nur aus Abkürzungen bestehen, kann ich nicht beurteilen ob da eine Verschwörung geplant wird oder es sich um einen simplen Kontenabgleich handelt….ich verstehe da nur Bahnhof und Bratkartoffeln…

…apropos Essen: Wenn hier von Austern die Rede ist, WEISS ich inzwischen, das keine Krustentiere zum Essen gemeint sind….sondern bei „AUST-ER“ geht es um „ausstehende Eingangsrechnungen“…. hahaha. Diese Abkürzung finde ich lustig…bei uns hier das „aRG“.

Das schönste an diesen 10-Stunden-Tagen: alles wird ohne übertriebene Hektik absolviert…meine frühere Chefin hat den Stress ja derart auf uns abgewälzt, der Ton wurde immer hektischer und lauter, teilweise aggressiv und immer so, als ob gleich die Welt untergeht.

In dieser Firma ist der Ton der Chefin ruhig und auch ihre ganze Körpersprache bleibt , trotz der Eile und Dringlichkeit relativ entspannt und locker…wie wunderbar.  Mal sehen wie lange das so bleibt…evtl. gibt es ja noch eine Steigerung des Stresses…

Das allerbeste ist jedoch, wenn Feierabend ist, ist für mich Feierabend…ich denke nach Feierabend nur selten darüber nach… und dieser Samstag war voraussichtlich der einzige Samstag den ich arbeiten musste…evtl. noch ein weiterer… Aber auch das ist noch alles im Rahmen…

Und zur Feier des Feierabends war ich noch kurz Einkaufen und bei einer Friseurin. Vor Weihnachten hatte es ja nicht geklappt mit dem Haareschneiden…es wurde langsam Zeit. JETZT kann das Wochenende beginnen…

 

 

 

Stress resistent? – das war mal

Mit jeder weiteren Stunde im Feierabend werde ich ruhiger und beginne mich langsam zu entspannen…ganz langsam. Aber durch die Aufregung der letzten Tage hab ich Schmerzen in der Brust (ich habe körperliche Herz Schmerzen – also keinen keinen „seelischen Herz-Schmerz“)…ich hoffe das es heute nicht mehr zu lange dauert bis sich der Schmerz wieder legt.

In der kommenden Woche werde ich wohl doch zum Kardiologen gehen…nur vorsichtshalber…die haben gesagt ich kann bei Problemen jederzeit vorbei kommen. Aber eigentlich weiß ich schon jetzt was die sagen werden.

…evtl. können die mich auch für ein paar Tage „aus dem Verkehr“ ziehen.

Aber allein hier draußen zu sitzen ist Entspannung pur – heute ist es zum rundherum  ruhig…Für den restlichen Abend steht jetzt nur noch autogenes Training zu sanfter Entspannungsmusik auf meinem Plan…und wenn ich einschlafe umso besser…

Morgen ist ein neuer Tag, Samstag, ein ruhiger Tag…ohne Stress, ohne Hektik…nur ich und meine Wanderschuhe oder das Fahrrad (es geht wieder mit der Hand – Hurra), ich werde mir keine Sorgen machen und mich von Niemandem ärgern lassen. Ich nehme mein Butterbrot und eine Flasche Wasser und setze mich mitten in den Wald, lausche der Natur

und schon beim Schreiben merke ich, wie die Schmerzen etwas nach lassen, ich ruhiger werde, ich mich auf den fiktiven Ort meiner absoluten Wohlfühl-Entspannungsoase konzentriere….ich langsamer und bewusster ein- und ausatme auf meinen Atem lausche, spüre wie meine Arme und die Augen schwer werden…die Autosuggestion scheint schon jetzt zu funktionieren…

ich bin dann mal weg….

 

 

 

 

 

Zurück im Hamsterrad

Heute war erst der 2. Arbeitstag nach dem Urlaub…und ich könnte schon aus dem Fenster springen.

Immer noch haben wir mit den Änderungen in den organisatorischen Strukturen  des Konzern zu tun…immer wieder werden die Anforderungen geändert…Erst  Hüh…dann Hot, dann  brrrr…und dann aber im vollen Galopp….ganz schnell fertig werden.

Kaum bin ich wieder da, bekomme ich von mehreren Seiten zu hören…wir müssen DAS jetzt noch eben machen.  WIESO – vor meinem Urlaub hab ich extra an höherer Stelle genau danach gefragt. Antwort: Nein, das brauchen wird nicht…

…und jetzt auf einmal heißt es DOCH und der Abgabetermin war bereits der 17.05. Sagt mal, wollt ihr mich veraschen?… Die entsprechende  Person kann sich auch gar nicht mehr an unser Gespräch erinnern…

Ist aber auch egal…das muss gemacht werden….und zwar „mal eben“…. Mal eben geht ja gar nicht…das sind 4 Gesellschaften für die ich das machen muss und das braucht eben schon mal 1 Tag…

Aber dafür gab ich in dieser Woche auch schon Meetings gehabt, für die ich dann auch noch die Protokolle schreiben soll….Aha! Ja – prima…WANN?

Aber auch das ist ja vollkommen egal…das wird sich schon von alleine schreiben…das Protokoll…grummel….nun gut – meine Chefin hat sich jetzt mal nicht lumpen lassen und mir einen ordentlichen Zusatz-Bonus genehmigt um den enormen Zusatzaufwand der letzten Monate zu kompensieren…da war ich schon verwundert…und denke eher das ist gedacht um sich für die noch kommenden Monate h mein wohlwollendes Engagement  zu sichern.

Nicht das ich auf die Idee komme, wegen fehlender Anerkennung , mich beim Arzt krankschreiben zu lassen…so ähnlich hat sie es durch die Blume ausgedrückt…lach.

Na ich weiß aber, das dafür mein Schluss-Bonus wesentlich geringer ausfällt…weil ich ja überhaupt keine Zeit hatte, an meinen persönlichen Bonus-Zielen 2019 zu arbeiten….also dann relativiert sich das wieder.

Aber das ist mir jetzt wirklich fast egal….Hauptsache der ganzeKram endet jetzt endlich bald.

So wie es aussieht, hat sich meine Firma jetzt doch schon für einen Nachfolger entschieden, der bereits im August anfangen wird (witzigerweise war das einer der Kandidaten, der am Anfang mangels fehlender Tiefe der Fachkenntnisse aussortiert wurde). Aber als Teamleiter soll er allen gut gefallen haben… Prima – immerhin hab ich dann jemandem dem ich doch noch etwas übergeben kann, ohne das ich mein Team überstrapazieren muss. Was der dann daraus macht kann ich eh nicht mehr beeinflussen.

Ja, es wird Zeit das ich hier raus komme… und doch hab ich bereits gestern wieder Abends noch von Zuhause aus gearbeitet… und auch heute Abend werde ich später noch ein weiteres Protokoll schreiben…ich hab während der offiziellen Arbeitsstunden KEINE  Zeit dafür…und am Samstag werde ich mal wieder einen Tag im Büro verbringen…um die verflixten Änderungen  (die vom Anfang) einzugeben

….noch 2,5 Monate und dieser Spuk ist vorbei.

So -JETZT ist es passiert

Nach 8,5 Jahren habe ich mich endgültig getrennt. Meine Beziehung ist beendet.  Da ist jetzt schon fast 1 Monat her – und ich fühle mich gut mit der Entscheidung.

Meine größte Sehnsucht in den letzten Monaten, war die Sehnsucht nach RUHE und FRIEDEN wenn ich nach Hause komme – aber dort gab es immer nur das ständige Motzen und Nörgeln meines Freundes…eine ständige negative Aura. Und ich musste ständig dagegen Reden – alles ins rechte Licht rücken – oder eben versuchen mit Schweigen den unausweichlichen Endlos-Diskussionen zu entgehen. In der Hoffnung das er dann  diese Themen für den Moment wieder vergisst.

Das kann ich schon in einem nervlich stabilen Zustand nur schwer ertragen, und jetzt – während des gesamten Jahres 2018-2019  mit beruflicher  Permanent-Überlastung und im nervlichen Ausnahmezustand, hab ich gemerkt wie unerträglich ich das finde.

Im Jahr 2018 ist mein Vater gestorben, meine liebe Kollegin in meinem Alter ist gestorben, eine andere Kollegin in meinem Alter ist gestorben, ein Freund  meines Freundes in unserem Alter hatte 2 Schlaganfälle (lebt noch). Ein guter Kollege in meinen Alter  hatte Prostata-Krebs (lebt auch noch) eine Kollegin (etwas jünger als ich)  war 1Jahr lang mit Burnout und Angstzuständen außer Gefecht gesetzt  …. Will ich mich demnächst in dieser Aufzählung wieder finden?

Möchte ich also so weiterleben, wie bisher – und dabei vergessen wie gerne ich trotz des Stresses lebe und wie sehr ich mich auch an  den kleinen Dingen im Leben erfreuen kann?  Nennt es Midlife-Crisis / Torschluß-Panik / Angst vor dem Älter-werden  – oder wie Ihr es wollt, Ich nenne es Sehnsucht nach Stille, Sehnsucht nach friedlichem Leben mit meinem Umfeld. Friedliche Co-Existenz mit liberaler Grundeinstellung…so wie ich es vor meinem Freund gelebt habe.  Nicht das alles perfekt war – nein das nicht…..aber die Sehnsucht nach einem friedvollen Leben,  ist größer als die Sehnsucht nach emotionaler Zuwendung oder Zweisamkeit.

Also lebe ich jetzt wieder ein selbst bestimmtes Leben, ich bin im Privaten wieder ruhiger, gelassener und es fällt auch in meinem Umfeld auf…trotz der beruflichen Anspannung strahle ich eine gewisse Zufriedenheit und Freude aus.

Na klar ist es auch ein Abnabelungsprozess, der mich auch emotional noch einholen wird….und na klar tut es mir für meinen Freund  leid…aber es gibt nun mal keine Lösung die für uns Beide gleich gut ist. Er sagte mir das er das mit den getrennten Schlafzimmern von Anfang an nicht mochte und das er es nicht gut findet das ich immer noch in meiner eigenen Wohnung lebe….und er will die Trennung nicht akzeptieren.

und wenn ich das hier aus 2017 lese   Schöne Tage durch gute Nächte und vieles Anderes dann weiß ich das sich in all den Jahren nichts wirklich verbessert hat – und ich weiß das meine Entscheidung richtig ist – wenigstens für mich.

 

 

 

 

…und jetzt ist es Herbst

Es wird so langsam Herbst …und der Sommer ist an mir vorbei gezogen – wie auf der Durchreise…meine Balkonbepflanzung hab ich dabei  etwas vernachlässigt, so dass ich nicht das Blumenmeer hatte, welches  ich so mag…aber  bei einem Schatten-Balkon ist das sowieso mit einer Menge Aufwand verbunden…und die Zeit hatte ich einfach nicht.

Aber mein kleiner Gemüseanbau hat funktioniert….Ich hab tatsächlich die ersten selbstgezogenen Kartoffeln meines Lebens geerntet. Ich hab  Kartoffeln in Eimern gezogen. Das 1. Mal hab ich davon bei Jamie Oliver gesehen und dann im Internet nachgeschaut. Im letzten Jahr hat es nicht geklappt…aber dieses Mal hab ich richtige  Saatkartoffeln benutzt.

Lach…nicht das ich jetzt den Winter damit überleben könnte….aber für eine Mahlzeit hat es gereicht. Der Einsatz von Wasser und Zeit steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis…aber es hat wirklich Spaß gemacht. Die Kartoffeln  waren relativ klein…ich hab sie gekocht und dann in der Pfanne geröstet…ganz und mit Schale….seeeehr lecker. Das mache ich im nächsten Jahr wieder.

Ebenfalls gut gelungen sind die Tomaten in diesem Jahr…durch den warmen Sommer sind sie dieses Mal sogar am Strauch rot geworden und ich konnte Sonnen-gereifte Tomaten ernten…so lecker mit etwas Salz zu frischem Brot.

Der größte Luxus dieses Sommer war die Zeit….denn die hatte ich gar nicht…und nun ist Herbst und ich finde es schade kaum etwas vom Sommer gehabt zu haben. Die wenigen freien Stunden hab ich damit verbracht, den fehlenden Schlaf nach zu holen und in  meinen Haushalt wenigstens nicht ganz die Ordnung zu verlieren. Meine Arbeitszeiten waren im Juli und August so lang, das dürfte es eigentlich gar nicht geben, der September war nur  leicht besser.

 Nun gut…das ist nun zum größten Teil überstanden….aber ich hab kaum noch Kraftreserven und ich habe leider seit mehr als 1 Monat Entzündungen direkt unter den Augen….es ist wohl eine stressbedingte Neurodermitis und auch die Salben vom Arzt wirken nur kurzzeitig  (mit Kortison)…sobald ich normale Cremes aus der Apotheke nehme sehe ich gleich wieder so aus wie meine Großmutter…die Haus juckt und spannt, brennt und tut weh….beim Blick in den Spiegel erschrecke ich oft….da nutzt es mir auch nur wenig, das mein Arbeitgeber mir diese besonders stressige Arbeitszeit mit einem Extra-Bonus vergütet hat….aber na klar kann ich das zusätzliche  Geld gut gebrauchen …so ist es nicht.

Trotzdem bringt es mir keine neuen Kraftreserven…aber es entschädigt wenigstens etwas…Obwohl ich auch an diesem Wochenende hätte arbeiten sollen, hab ich mich dagegen entschieden…ich werde es zwar in den nächsten Tagen bereuen…aber egal…es tut mir gerade sooo gut, einfach mal nichts zu tun.

Ich hatte vor 2 Wochen tatsächlich 2 freie Tage und zusammen mit dem Wochenende waren es sogar 4 Tage am Stück…aber die meiste Zeit hab ich nur auf der Couch gelegen und geschlafen….mir tat alles weh und  ich war einfach nur platt.

Aus meinem Wunsch Ende Juni WENIGER arbeiten  zu wollen – ist das genaue Gegenteil geworden…aber wie immer gilt: Augen zu und durch…

Das Jahr 2018 ist echter Mist

Was ist das eigentlich für ein Jahr? Nach fast 7 Monaten im Jahr 2018 bin ich dafür, mich auszuklinken und erst im Jahr 2019 wieder hervorzukriechen.

Es ist nicht zu fassen….aber ich bin am Anschlag angekommen..

Anfang des Jahres das übliche Übel des  frühen Jahresabschlusses…kaum war das überstanden ist mein Vater gestorben und gleichzeitig auch noch mein Quasischwiegervater….Gleichzeitig sind im Job aus dem geplanten einem  Großprojekt, 3 Großprojekte geworden und  gleichzeitig musste dafür auch noch sehr schnell und kurzfristig eine neue Gesellschaft aus dem Boden gestampft werden…und das wo ich durch den Nachlass meines Vaters nur wenig Überstunden machen konnte…Die ganze Zeit schwang noch ein paar Monate eine Arbeitsplatzverlagerung  über uns…und als ich  Juni 2 Wochen Urlaub hatte, hat es gerade mal gereicht mich körperlich wieder etwas zu erholen.

Nur seelisch war ich überhaupt nicht erholt und kurz vor Ende unseres Urlaubs hab ich Zuhause gesessen und mich um meine Bewerbungsunterlagen gekümmert…ich hatte beschlossen: so geht es nicht weiter.

Am 1. Tag nach meinem Urlaub hat meine Chefin mich gefragt wie es mir geht und es brach alles aus mir heraus….wenn sich nichts ändert, dann bin ich bald weg….und auf einmal geht es …ich hab die Genehmigung eine weitere Vollzeitstelle zu schaffen und zu besetzen…bereits einen Tag später fingen wir an zu suchen. Dazu immer wieder neue  komplizierte  Verträge, Sachen die wir noch nie hatten,  Arbeitsabläufe werden zwischen den Gesellschaften verschoben….ganze Abteilungen müssen jetzt anders arbeiten, dann der fast zur Normalität gewordene Wahnsinn bei Reihen-und Dreiecksgeschäften mit dem Ausland  die richtigen steuerlichen Konsequenzen aufzuzeigen.

Dann kam die Nachricht – HURRA die Arbeitsplatzverlagerung ist Geschichte….aber noch sind wir nicht ganz raus….und  in letzten Woche ist klar geworden, der Konzern wird umstrukturiert….wir bleiben erhalten – ABER wir werden in einen neuen Konzernteil verschoben…mit jede Menger Konsequenzen…wir müssen  vieles in den Strukturen ändern…und dazu auch noch einen vorgezogen Jahresabschluss per 31.08. machen…die Nachricht bekam ich von meiner Chefin persönlich…so zwischen 2 Bewerbungsgesprächen die ich gerade mit potentiellen neuen Kollegen führe.

Ach ja und im August muss ich 3 Wochen Urlaubsvertretung für eine Kollegin machen, immerhin ist Sommer …da bleibt schon keine Zeit um überhaupt meine normale Arbeit zu bewältigen…

Ich drehe bald durch….Es ist Sommer – und das Leben geht fast an mir vorbei