Konsolidierungs-Phase

Diese Woche ist im Job viel Ruhe eingekehrt, was bedeutet das ich bisher an jedem Tag in dieser Woche weniger gearbeitet habe….ich bin also aktiv dabei meine Überstunden zu reduzieren, die ich in den ersten Monaten angesammelt habe.

….und es fühlt sich gut an….es gibt gerade KEINEN Stress in unserer Abteilung, jetzt wo alle 1/2 Jahresabschlüsse fertig sind.

Ich bin also „fertig“ eingearbeitet. Habe alle mir zugewiesenen Projekte damit jetzt komplett übernommen. In diesem knappen 1/2 Jahr hab ich schon die Prozesse für meine 25 Gesellschaften sanft modifiziert.

Jetzt starte ich die Konsolidierungsphase für meine Gesellschaften….also, alle Prozesse werden standardisiert und über einen Prozessablaufplan nachverfolgt. Was die Software an wiederkehrenden Arbeiten übernehmen kann, wird dort eingepflegt und überwacht. Was manuell gemacht werden muss, wird über Outlook Dauertermine nachverfolgt usw.

So das ich zu jeder Zeit weiß, was ich für welche Gesellschaft zu tun habe, wie weit ich mit den einzelnen Schritten bin, in welchem Modus sich diese Schritte wiederholen, wo die Daten herkommen, was ich damit mache und wo sie danach hingehen.

Diesen Prozessablaufplan hab ich als Excel-Datei angelegt und jetzt nach knapp 1/2 Jahr hab ich so gut wie alle Prozesse zusammen (es fehlen nur noch die Speziellen zum Jahresende).

Das ist es, was ich an meiner Arbeit liebe: Strukturen schaffen. Wenn auch nur für mich…der Controller merkt zwar, das es nicht schlecht wäre, so etwas zu haben…empfindet meinen Ablaufplan aber als zu starr…..

…was er eigentlich nicht ist…er ist nicht starr, sondern sehr flexibel und vor allem lebendig….er bietet aber den Rahmen, den ich für meine Arbeit brauche. Ich lasse ihn damit aber in Ruhe…wenn es ihn interessiert kann er ja fragen, wenn nicht – auch gut…immerhin ist er bisher ohne ausgekommen. Früher hätte ich mich mehr ins Zeug gelegt und hätte versucht ihn von dieser Art zu arbeiten zu überzeugen…heute bin ich gelassen…

Da ich ständig im Kopf und mit dem Computerprogrammen zwischen den verschiedenen Gesellschaften wechseln muss, brauche ich meinen Arbeits-Schema genannten Ablaufplan, um alles im Auge zu behalten.

4.Arbeitstag – da kommt es langsam durch

Heute nun konnte ich zum ersten Mal meine neuen Kollegen differenzierter wahr nehmen. Zum einen werde ich aufmerksamer und merke wer nun wer mit wem besser oder schlechter kann und zum anderen legen die Kollegen ihre anfängliche General-Freundlichkeit ab…

…das ist gar nicht böse gemeint, sondern eine natürliche Reaktion.

Beachtlich fand ich heute das subtile Verhalten einer Kollegin, die heute erst aus dem Urlaub gekommen ist, wir uns also erst heute kennen gelernt haben.

Sie ist etwas älter als ich, arbeitet in einer der Teil-Abteilungen, kam freundlich auf mich zu und ich bin ihr freundlich begegnet. Es ist eine von den Frauen die versuchen ton-angegend  zu sein und versuchen  auch die Meinungen anderer beeinflussen, das merkt man durch ihr gesamtes Verhalten…Das stört mich eigentlich nicht – damit kann ich gut umgehen.

Während der Frühstückspause musterte sie mich dann auch immer wieder eingehend…und bereits zur Mittagspause hatte sie sich scheints ein Urteil gebildet, welches nicht zu meinen Gunsten ausfiel….lach…ich weiß allerdings nicht wieso. Vielleicht weil ich nicht nur stumm da saß, sondern mit geredet habe…nach jedem meiner Sätze schaute sie missbilligend…während ich ihr freundlich ins Gesicht lächelte, blieb ihr Blick starr auf mich gerichtet.

Es ist wie immer im Leben, man kann es nicht allen recht machen und man kann auch nicht mit jedem gleich gut befreundet sein. Ich begegne ihr weiterhin freundlich und mit einem Lächeln und bin weiterhin so, wie ich immer bin. Vielleicht liest sie aus meinem Lächeln auch leichten Spott…das  ist eine Reaktion die ich manchmal nicht ganz unterdrücken kann, wenn andere versuchen mir mit Blicken ihr Missfallen zu übermitteln.

Witzige Anektote:  In der Mittagspause hat sich ein Mann mit an unseren  Tisch gesetzt und sich gleich mal bei mir mit Vor-und Zunamen vorgestellt …mir sagte der Name nichts und hab mich ebenfalls vorgestellt (Laufe sowieso mit so einem Namensschild herum – damit mich alle als „NEUE“ erkennen) und irgendwie hab ich ihn gleich geduzt – da sich hier sowieso fast alle Duzen und wir haben uns locker über seinen Familien-Urlaub unterhalten.

Später hat mir die  Kollegin, die mich aktuell  anlernt, verschämt  zugeraunt das es sich bei dem Herren um einen Abteilungsleiter  handelt…ja – das hatte ich während unseres Gesprächs inzwischen auch gemerkt. Sie fühlte sich aber scheinbar unwohl, weil ich den Herren geduzt hatte und nur deshalb hab ich mir im Nachhinein Gedanken gemacht und bin nach der Pause zu ihm gegangen und habe gefragt ob ich mit meinem vorschnellen Duzen  jetzt über das Ziel hinaus geschossen bin, er blieb locker und gelassen, lachte und meinte – nein, das sei von seiner Seite doch gar kein Problem, er duzt doch so viele hier…wir können gerne dabei bleiben.

Heute wurde auch (in meinem Beisein) zum ersten Mal über andere Kollegen aus der gleichen Abteilung leise gelästert. Ich hab versucht meine Ohren auf Durchzug zu stellen…davon möchte ich nichts mit bekommen. Da halte ich mich raus…

…und ich habe heute auf Nachfrage heraus bekommen, das ich mir am Freitag von einer Kollegin, die diese Woche in Urlaub ist, Arbeit habe „aufhalsen“ lassen…die so gar nicht zu mir gehört…das habe ich mir am Freitag bereits gedacht, es….und die Reaktion der Kollegin heute hat mir auch gezeigt, das macht sie wohl gerne mal –  auch bei den anderen…

Ja so langsam erkenne ich nicht nur Strukturen in der Arbeit, sondern auch die feinen fast unsichtbaren Strukturen in der Abteilung selbst…aber da geht noch mehr…das spüre ich jetzt schon…da wird noch einiges zu Tage treten…das finde ich äußerst spannend