Sonntagsausflug: 2.Teil – Brunsbüttel

Der Hunger hat wohl meinen Orientierungssinn getrübt….weil ich dachte um an die Schleuse von Brunsbüttel zu kommen, muss ich noch einmal auf die andere Seite des Nordostseekanal…also hab ich die Fähre bei Ostermoor genommen…dort war gerade Personalwechsel und der Schiffsführer meinte lachend zu mir…also bei dem schlechten Wetter müsste ich schon selber rüber schwimmen…wir haben eine kurze Weile lustig geplaudert, weil ich auch hier der einzige Fahrgast war, hatte er es nicht eilig….aber dann ging es wieder über den Kanal. So eine Überfahrt dauert ja nur wenige Minuten.

Kaum hatte ich mit dem Auto die Fähre verlassen und mein Navi mit der Zieladresse gefüttert, musste ich feststellen das ich vorher schon auf der richtigen Seite gewesen war…nun gut…dann nehme ich jetzt die nächste Brücke…..

Also irgendwann kam ich dann auch in der Innenstadt an…direkt an der Schleuse gibt es das Restaurant „Torhaus“ mit Blick auf die Schleuse…und obwohl es ein touristisches Ausflugsziel ist, war das Essen echt lecker…die Scholle war richtig gut:

Anschließend bin ich noch an der Schleuse entlang gelaufen, hab die Aussichtsplattform besucht, bin quer durch die Stadt gelaufen und im großen Bogen wieder zurück zum Auto…insgesamt waren das heute damit auch mehr als 2 Stunden bei Null-Sonnenschein und zwischendurch leichtem Nieselregen.

Ach ja …insgesamt hab ich heute den NOK 4x überquert….2x per Fähre, 2x über Brücke…dafür bin ich aber auch mit dem Auto ein paar Umwege gefahren…macht aber nichts…dadurch aber festgestellt das der Ort Wilster ein malerischer kleiner Ort ist…hier macht es bestimmt Spaß bei etwas schönerem Wetter einen Ausflug durch die Wilstermarsch zu starten….ich komme also bald mal wieder hier hin.

Für heute war es dann genug….auf nach Hause.

Sonntags-Ausflug: Noer an der Ostseeküste

Wie geplant, bin ich bereits Morgens auf die A7 in Richtung Kiel / Eckernförde ….mein Ziel war das „NSG Bewaldete Düne bei Noer“. Die Entfernung von 100km bedeutete ca. eine Stunde Fahrzeit und das war okay….Hab sofort einen Parkplatz gefunden.

Hatte gelesen, das man das Gebiet selbst nicht betreten kann, aber man könnte es durch die Wanderwege drumherum gut von Außen besichtigen…naja….das fand ich jetzt nicht. Es gab keine wirklichen Wege um das Gebiet herum (dafür gab es aber ausgewiesene Wanderwege innerhalb der Umzäunung, die man dann aber doch nicht betreten konnte…es war alles abgesperrt).

Dann hab ich mich eben der Ostseeküste zugewandt …und das hatte fast etwas Magisches….diesen Effekt habe ich sehr oft, wenn ich an Nord- oder Ostsee entlang wandere….vor allem bei schlechtem Wetter, wenn wenig bis keine Menschen am Strand sind.

Die ersten Minuten blicke ich auf das Wasser, spüre eine Weite und Freiheit in mir und wie eine wohlige Ruhe sich auf meine Seele legt…auch wenn ich mich schon vorher entspannt gefühlt habe…quasi der Turbo-Knopf zum Entspannen.

Während der ersten 2-3 Kilometer war ich komplett alleine am Strand, bis auf ein paar Schwäne, Möwen und Enten

Ich lief einfach immer direkt an der Wasserlinie entlang….musste öfter den kleinen Wellen ausweichen, um nicht nass zu werden und das sanfte Rauschen dieser Wellen war lange Zeit das einzige Geräusch…..herrlich.

Ja das Wetter war trübe und mit 3Grad kalt, aber immerhin regnete es nicht mehr und es gab nur wenig Wind. Auf meinem Rückweg kamen dann die Jogger und Spaziergänger….aber es blieben überschaubar wenig Menschen.

In der Hoffnung dann doch noch etwas von der Düne zu sehen, hab ich einen Abstecher gemacht – weg vom Strand. Doch der führte mich nur zu einem Campingplatz, an dessen Rand ich einen kleinen Weg nahm….wie schäbig und verfallen das alles hier wirkte….und das nicht nur wegen der fehlenden Begrünung im Winter….alles wirkte schauderlich trostlos. Die Wohnwagen wirkten schäbig, mit Grünspan und Dreck überzogen, teilweise dabei zu verrotten…auf jeder Parzelle lagen gammelige Dinge herum. Das hatte echt etwas Deprimierendes…vor allem als dann tatsächlich ein einzelnes Auto über das Gelände fuhr.

Also schnell zurück zum Strand…..

Zwischen Strand und Düne gab es an einer Stelle eine kleine, halb-verfallene Parkbank…etwas versteckt gelegen…dort hab ich eine Pause eingelegt….und nach 2,5 Stunden und 9,6km war ich wieder zurück am Auto.

Kurz hatte ich noch überlegt nach Eckernförde zu fahren…oder noch einen Zwischenstopp in Kiel einzulegen. Doch als ich wieder im Auto saß wurde mir ziemlich kalt…..und dann fing es auch schon an zu regnen…okay – also ab nach Hause….dort warten eine heiße Dusche und danach frische Klamotten auf mich…

Ausflugs-Planung fürs Wochenende

Zum ersten Mal seit Wochen hab ich wirklich die innere Ruhe, genügend Energie und Lust auf einen Tagesausflug der mich mal wieder an einen neuen Ort führen wird.

Das Ziel: Noer an der Ostseeküste (im Kreis Rendsburg-Eckernförde)….dort gibt es ein Naturschutzgebiet das nennt sich „Bewaldete Düne bei Noer“

Das Naturschutzgebiet steht unter Schutz, da sich hier auf engstem Raum sämtliche Stadien der Dünenentwicklung von der Spülsaumzone bis zum Wald finden lassen. Das Gebiet ist Bestandteil des Europäischen ökologischen Netzes Natura 2000

Wikipedia

Allerdings werde ich erst Morgen früh fahren….für heute hab ich noch keine besonderen Pläne ….mal sehen was der heutige Tag so bringt.

Bewegungs-Drang

Bei kühlem, windigem Sprühregen hab ich mich kurz nach Sonnenaufgang bei Bad Oldeslohe ins Brenner Moor begeben…obwohl es wirklich nur leichter Sprühregen war, fühlte es sich durch den Wind viel kälter an und so zog ich die Wollmütze immer tiefer über die Ohren….brrrrrr.

Aber ich wollte Laufen, ich wollte mich mich bewegen…also hab ich mich überwunden….und bin gelaufen. Das eigentliche Moor auf den Holzplanken zu durchqueren, ist relativ schnell gemacht (auch wenn die nassen Planken rutschig waren)…..

aber ich bin, wie schon bei meinem früheren Besuchen hier, einige Schleifen gelaufen ….und das Laufen ging richtig gut…hatte ich doch meine Dehnübungen für den Arm auch endlich mal wieder auf meinen Fuß ausgeweitet…..und prompt lief es wie am Schnürchen.

Das Wetter blieb trüb und so blieben auch die landschaftlichen Aussichten eher trübe, aber ich mag ja den morbiden Charme des Moores.

Ich bin fast stoisch ohne Pause gewandert….blieb innerlich ohne große Emotion….es ging heute bei mir nicht um das Genießen der Natur oder in der Natur, es ging ums Genießen der Bewegung…ich hatte das Bedürfnis mich einfach zügig fortzubewegen….und so waren es dann auch ziemlich genau 9,8 km als ich zwei Stunden später wieder am Auto an kam.

Erst später am Abend, bei einer weiteren Walking-Runde nach 22 Uhr, hab ich gemerkt, es ist Vollmond. Insgesamt hab ich also inclusive aller Putz-, Koch- und Aufräumaktionen fast 24.000 Schritte gemacht und dabei 17,3 km zurück gelegt.

Ein Wetter – wie gemalt

Ein Wetter – wie gemalt

Nach all den trüben Tagen letzte Woche bot der Sonntag grandioses Herbstwetter….also hab ich kurzfristig am Nachmittag doch noch einen Ausflug nach Bordesholm gestartet….auf zur Klosterinsel.

Nach nur knappen 60km war ich schon da…..es war kalt, windstill und die Luft so toll, das ich vom Einatmen nicht genug bekommen konnte. Die Runde um den See ist etwas länger als 6km…also perfekt….es waren nur noch wenige Leute unterwegs und ich bin sehr zügigen Schrittes unterwegs gewesen.

Sonne – Licht – blauer Himmel – mit einigen Wolken….meine Lebensgeister schienen wie angeknipst zu sein…voller Schwung und Tatendrang hab ich den Rundgang um den See begangen…die meisten Menschen, die mir begegneten waren guter Laune….und bei dem Bild unten, wirkt es fast wie gemalt….

….und ich hab mich einfach mit jedem Schritt ruhiger und gelassener gefühlt…herrlich diese Atmosphäre und das Wetter….

Wieder Sonntagsausflüge

Wieder Sonntagsausflüge

Jetzt wo das Thema mit der alten Wohnung, Umzug und Einrichten im neuem Zuhause endlich erledigt ist, hab ich auch wieder Muße für meine so liebgewonnen Ausflüge am Wochenende.

Heute also ging es ins Nienwohlder Moor, das ist im Kreis Bad Segeberg in der Nähe von Bad Oldeslohe und damit gar nicht so weit von mir entfernt….Das stürmische und regnerische Wetter der letzten Wochen hat den Goldenen Oktober jetzt endgültig fortgeweht….na gut – ist ja auch schon Mitte November….Die Bäume sind teilweise schon ziemlich kahl.

Atmosphärisch schön war es heute Morgen trotzdem kurz nach 8 Uhr….und mit 9 Grad und ohne Wind auch echt angenehm zu laufen….In Itzstedt hab ich das Auto abgestellt und bin in Richtung Moor gelaufen….aber zuerst ging es außenherum….zur Quelle der „Norderbeste“.

Ja auch wandern bildet: denn ich kannte diesen kleinen Fluss überhaupt nicht. Also die Norderbeste fließt ab in die Trave und dann in die Ostsee. Die Quelle ist jetzt unspektakulär und wohl auch nicht ganz klar wo sie genau liegt, aber es gibt einen Markierungsstein und dahinter, direkt vor dem Baum in der Mitte des Bildes ist ein kleiner „Tümpel“.

Richtig witzig fand ich am Anfang den Hinweis das ich nur noch 2,6km von Sibirien entfernt bin

….ähmm….nanu….völlig verdattert hab ich dann später ein Erklärungsschild gefunden: Das Itzstedt-Sibirien ist eine Wasserscheide zwischen Nord-und Ostsee…. und nein, ich hab mich nicht verlaufen. Befinde mich immer noch in Schleswig-Holstein, Deutschland.

Leider war das Moor von der Seite, wo ich es betreten habe, nicht wirklich zu durchqueren…ein Weg war gesperrt, auf anderen kleinen Wegen stand das Wasser ziemlich hoch….ich hab mich auf den großen Wegen also um das Moor herum bewegt…das war auf Dauer jetzt nicht so spanned…hab den Haupt-Wanderweg also irgendwann verlassen und bin anderen kleinen Wegen gefolgt…und die waren dann auch wieder richtig schön.

Am Ende waren es 7,1 km und ich komplett entspannt und gut gut gelaunt…

Urlaubtag – Wasserfreuden

Urlaubtag – Wasserfreuden

Seit ich aus dem Kurzurlaub in Hessen wieder zurück bin, warte ich schon jeden Tag ungeduldig darauf, das der Regen in Hamburg wenigstens mal für ein paar Stunden verlässlich aufhört…ich wollte doch unbedingt ein weiteres Mal zu dem Bootsverleih an der Alster, um noch einmal ein Kajak auszuleihen.

Gestern Nachmittag hat es dann geklappt…..bei trübem, aber trockenem Wetter war ich wieder auf einem der Alsterkanäle unterwegs….wieder war es zu der Uhrzeit fast leer ..wie ich später feststellte waren nach 19 Uhr die Vereine unterwegs, als die Bootsverleiher schon geschlossen hatten.

Mit fast kindlicher Freude und tiefliegender Ruhe ging es mit ruhigen Paddelschlägen durch den Kanal….ich bin in die gleiche Richtung wie beim letzten Mal gefahren, dieses Mal aber weiter und ich war mit 1,5 Stunden auch auch länger unterwegs.

Hab mit dem Rumpf ein paar Gleichgewichtsübungen im Kajak gemacht, nur um zu Testen, wie gut und sicher ich mich dabei fühle: Ergebnis: gut fühle ich mich dabei – richtig gut….und schon nach knappen 30 Minuten konnte ich meine tiefliegenden Bauchmuskeln bei der Arbeit spüren….hahaha sehr schön.

Mir ist ein 2er Kanu begegnet, das zusätzlich mit einer Mülltonne bestückt war…die beiden Frauen haben tatsächlich Müll aus dem Kanal geholt. Klasse Aktion, das habe ich ihnen auch gesagt und sie freuten sich sichtlich über meine Respektsbezeugung. Später fiel mir ein, ich hätte fragen wollen ob sie das privat machen oder ob es eine Vereinsaktion ist….noch am gleichen Abend hab ich gelesen, das man so ein Kanu kostenlos bei einem Bootsverleih ausleihen kann, wenn man sich dazu verpflichtet auf der Fahrt eben Müll zu sammeln…..KLASSE.

Ansonsten sind mir noch ein paar Kinder in 2er Kanus begegnet….und das waren für 1,5 Stunden tatasächlich die einzigen Menschen, die mir auf dem Kanal begegnet sind.

Meine Geschwindigkeit im Kajak war gefühlt sehr langsam…also gemütlich. Etwas ungewohnt so keine Kontrolle über meine Geschwindigkeit zu haben…und auch kein anderes Boot, das in meine Richtung fuhr, um auch nur einen Anhaltspunkt zu bekommen, wie langsam oder schnell ich eigentlich unterwegs bin. Ich bin ja sonst immer in einem sportlichen Modus….hierbei fehlte mir nun jedes vergleichende Element….okay…also mit einem jungen Paar, das am Kanal entlangspazierte blieb ich eine Weile gleichauf.

Dann schob ich den Gedanken an einen sportlichen Vergleich schnell wieder weg und genoss einfach die ruhige Fahrt. Das Wetter blieb trübe, aber die Temperatur war angenehm auf dem Wasser und ich hatte an vielen Stellen sogar Gegenwind.

Und wieder stellte sich das Gefühl von unglaublicher Freiheit ein, obwohl einige Menschen auf den Brücken standen oder am Kanal entlang liefen. Ein Gefühl das ich oft verspüre, wenn ich mit dem Fahrrad im Sommer an Feldern vorbei fahre…wenn ich ohne Zwang und festem Ziel einfach drauf los im Wald wandere.

Am Ende meiner Tour angekommen, war wieder der schwierigste Teil vom Kajak auf den höherliegenden Steg auszusteigen….also ohne Hilfe wäre mir das nicht geglückt….ich fühlte mich wie eine Robbe…hmmm….das muss aber auch besser gehen oder nicht? fühlte mich wie eine alte Frau hahahaha

Der Bootsverleiher meint, das es durch den hohen Steg so schwierig ist und tatsächlich hab ich später eine Vereinspaddler gesehen, die an einem niedrigen Steg ausstiegen, das sah wesentlich leichter aus….- okay die sind natürlich geübt.

Zufrieden mit meiner Tour (okay also das Gefühl einer alten Frau beim Aussteigen vergessen wir mal schnell wieder) wollte ich diesem Tag noch ein weiteres richtiges Urlaubsgefühl geben…also bin ich nur ca. 2 km weiter gefahren und hab in dem tollen vietnamesischen Restaurant, in dem ich jetzt schon ein paar Mal war, zu Abend gegessen…allerdings lieber drinnen….so langsam wurde mir doch kalt mit meiner halblangen Sporthose und dem dünnen Shirt mit dünner Regenjacke drüber.

Hamburg hat ja schon wieder eine hohe Inzidenz und ich musste meinen Impfnachweis vorzeigen, um drinnen sitzen zu dürfen…kein Problem…..hab ich ja auf dem Mobiltelefon.

Nach dem leckeren Essen hab ich zum Abschluss noch eine kleine Walkingrunde an der Alster gemacht….auf der Suche nach

  • einem Restaurant direkt am Wasser. Ich bekomme ja sehr bald schon Besuch meines Rentner-Kollegen aus Hessen mit seiner Frau….die Beiden sind inzwischen echte Freunde geworden und ab jetzt nenne sie hier: „Die Rentner“.
  • weitere Bootsverleiher mit Kajaks (bei dem ich bisher war, der hat nur 2Stck. Einer-Kajaks und möchte auch eigentlich lieber SUP vermieten)
  • Kanu-/Kajaksport-Vereinen mit ihren Anlegestellen

Als ich, auf einer Brücke stehend, zwei Herren beim Aussteigen aus ihren Kajaks beobachtete, hab ich gefragt, zu welchem Verein sie gehören ….und ob der Verein auch Anfänger aufnimmt….und hab gleich mal für nächste Woche Tag und Uhrzeit genannt bekommen, wo ich mal kommen und reinschnuppern kann, immerhin hat jeder mal als Anfänger angefangen……prima – DANKE…

Sooooo – das war doch ein schöner und zufriedenstellender Urlaubstag….

Menschen im Urlaub – Jever

Menschen im Urlaub – Jever

Viele bleiben im Urlaub jetzt in Deutschland….und das macht sich bemerkbar.

Nicht nur, das die schönen Seiten Deutschlands wieder von mehr Deutschen gewürdigt werden, sie werden quasi überrannt. Das ist auf der einen Seite natürlich schön und auch gut für Händler und Gastronomen, auf der anderen Seite ist es für Menschen wie mich, echt blöd….weil ich es lieber beschaulich mag und ich mich in Gesellschaft zu vieler Menschen unwohl fühle und für manche Tiere ist es wohl auch nicht so spaßig.

Zeichnen deutsche Urlauber oft im Ausland ein skurriles Bild….findet man dieses Verhalten jetzt auch immer öfter im eigenen Land.

Benehmen? ach was…wir sind doch im Urlaub.

Natur wertschätzend? wozu – wir sind hier doch Zuhause.

Tiere achten: na klar, aber es soll machen, was ich möchte

Da bin ich mitten in Jever (Kreis: Friesland) im Schlosspark…es ist ein schöner, sehr gepflegter und ruhiger Park… mit freilaufenden Enten, Schwänen und auch einigen Pfauen.

Und na klar, wollen die meisten Mensch bei einem Pfau nur sein prachtvoll aufgestelltes Federkleid sehen…und wenn er es nicht freiwillig macht, dann muss man eben nachhelfen.

Ich war sprachlos als ich 2 (vermutliche) Ehepaare in meinem Alter (also ca. Mitte 50) gesehen habe, wo die Frauen einen männlichen Pfau versuchten mittels Lufttritten in seine Richtung, dazu bewegen wollten, sein Rad zu schlagen…und die beiden Männer ihre Frauen mit Rufen und in die Händeklatschen dabei unterstützten.

Unglaublich !

Wieviel Egoismus, Achtlosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber den Tieren da zum Vorschein kam.

Ein Pfau stellt sein Rad auf, um entweder einem Weibchen zu imponieren oder einem Konkurrenten zu signalisieren, das er viel toller ist…natürliches Balzverhalten eben.

Da ist es absolut idiotisch und kontraproduktiv einem Tier ein Verhalten abtrotzen zu wollen und ihn dabei auch noch bedrohlich mit Lufttritten zu begegnen……wenn das Kinder machen würden….okay – aber die kleinen Kinder erfreuten sich an den auch so farbenprächtigen Vögeln mit respektvollem Abstand.

Ich hab meine Meinung dazu auch laut gesagt, erntete aber nur Unverständnis.

Ein Tier hat sich sogar auf ein Gerüst an einem der Schloss-Türme verzogen….versteckte seinen Kopf in seinem Gefieder und als ich von einer kleinen Anhöhe aus den Pfau dort sitzen sah, hob er den Kopf, schaute zu mir und legte den Kopf dann schief, so als wollte er mich einladen ihn zu fotografieren:

Später in der Stadt hatte gerade eine rustikale Bar seine Außenplätze geöffnet….und natürlich hab ich in Jever auch ein Jever Pils getrunken…..hahaha…das musste einfach sein…..

Öl-Rausch

Für diesen Sonntag hatte ich keinen Ausflug geplant….ich hab lange und gut geschlafen, es mir am Vormittag auf dem Balkon gemütlich gemacht und war ziemlich zufrieden mit meinem Sonntag…..aber dann bekam meine Vermieterin den nächsten Geburtstagsbesuch (das geht schon seit Freitag so) und es wurde mir zu laut….

…also hab ich kurzentschlossen meinen Kaffeebecher, eine Flasche Wasser, Wanderschuhe und -Rucksack und meinen Autoschlüssel geschnappt und bin mit dem Auto los gefahren…OHNE vorher ein Ziel zu fixieren.

….nun gut es ist sehr sonnig und warm…also wäre Wald nicht schlecht…..zuerst ging es mit dem Auto in Richtung Quickborn…..aber dann bin ich doch weiter gefahren und kurz vor Bad Bramstedt hab ich das Auto auf einem Parkplatz abgestellt und wollte durch ein Waldstück laufen.

Sonntag Mittag, Sonnenschein und Blauer Himmel …..da hätte es mich schon stutzig machen sollen, das der direkt neben der Bundesstraße liegende große Parkplatz komplett leer war….aber ich hab mir nichts weiter dabei gedacht und mich sogar gefreut…..

Ich war noch nicht ganz 5 Minuten unterwegs, da waren meine Beine und Arme komplett mit Mücken besetzt….so schnell konnte ich die gar nicht verscheuchen, wie die zustachen….also bin ich schnell wieder zum Auto geflüchtet und musste danach erst einmal die restlichen Mücken, die es mit ins Auto geschafft hatten, erledigen…zum Glück hatte ich in meinem Notfall-Pack dieses kühlende Mücken-Gel dabei….das kühlt und lindert den Juckreiz, hhaaaach herrlich……Also Soooo viele Mücken, die alle gleichzeitig versuchen mich zu stechen…das hatte ich selbst im letzten Jahr an der Mecklenburgischen Seeenplatte nicht….aber die Mückenstiche dort waren eindeutig schmerzhafter und langanhaltender….. Diese Stiche heute waren nach ein paar Stunden wieder weg.

OKAY….also dann doch lieber heute keinen Waldspaziergang….kurzentschlossen bin ich dann nach Bad Bramstedt reingefahren….

Diese kleine niedliche Stadt liegt im Holsteiner Auenland, ist ein Moorheilbad und bietet schöne Wege zum Spazierengehen und Kanufahren auf der Hudau (auch so ein kleiner Fluß von dem ich vorher noch nie gehört hatte).

Ich kam also direkt zur Mittagszeit in Bad Bramstedt an und bin an einem kleinen italienischen Restaurant mit schönem Aussenbereich direkt an dem Flüßchen vorbei gekommen…das sah nett und gemütlich aus …und hab mich dort niedergelassen.

Leider war der italienische Koch der Meinung auf eine Pizza Vegetariana gehört nicht nur tiefend in öl eingelegtes Gemüse, sondern dieses muss man auch nachträglich noch in Olivenöl ertränken nur um ganz sicher zu sein das es wirklich nicht mehr lebt….. Ich hab angefangen mit meiner Serviette und einen (sauberen) Taschentuch und einer weiteren Serviette das Öl von meiner Pizza zu tupfen…..der Koch fragte mich ob es mir zu viel Öl wäre…was ich eindeutig bejahrte….ja er hätte noch extra viel Öl dazu gegeben….zuckte die Achseln und ging wieder….erst als ich weiter meine öltriefende Pizza stückchenweise trockenlegte um sie auf diese weise Stück für Stück zu essen, kam er wieder und fragte ob er mir eine neue machen solle…..Nein – sein Timing war einfach zu schlecht….das hätte er mich schon vorher fragen sollen….jetzt esse ich weiter….

Seine Frau meinte mit einem unschuldigen Augenaufschlag beim nächsten Mal solle ich vorher sagen, das ich das nicht möchte, weil ihre Gäste das mit dem vielen Öl so gerne wollen…..ich hab ihr mit ruhiger Stimme erklärt, das ich mir das nicht vorstellen kann, das jemand eine vollkommen durchtränkte Pizza essen möchte und ich garantiert nicht noch einmal hier essen werde….außerdem wäre die richtige Vorgehensweise den Gast vorher darüber zu informieren und ihn zu fragen…da ja auf der Karte nichts von diesem Öl-Rausch stünde.

Soooo also mit vollem Magen (hab die Pizza immerhin zu etwas mehr als der Hälfte gegessen), mit abgekämpften Muskeln von gestern und zerstochenen Armen und Beinen bin ich gemütlich an der Hudau entlang

und durch die Stadt geschlendert…hab vor dem „Schloss“ lange auf einer Bank gesessen und meinen mitgebrachten Kaffee getrunken….

…..und als ich später wieder zuhause ankam, hat sich der Besuch meiner Vermieterin gerade verabschiedet…wenigstens das war perfektes Timing.

Helgoland  – 1.Teil – Überfahrt

Die zweite Nacht ging zu Ende,  in der ich nicht so richtig schlafen konnte…aber immerhin ist jetzt Wochenende. Nur das mit dem Ausschlafen ging nicht….Heute geht`s von Büsum nach Helgoland.

Samstag Morgen 5.15 Uhr der Wecker klingelt, 6 Uhr fertig mit Duschen, Anziehen und Frühstück bereiten, 6:45 Uhr  fertig mit den sonstigen Vorbereitungen und alles im Rucksack verstaut…noch mal schnell die Adresse des Parkplatzes am Fähranleger Büsum nachgeschaut, den Korb mit Frühstück, Kaffee usw. schnappen und alles ins Auto verfrachtet…incl. Corona-Negativ-Test, Windjacke, Sonnen-Regen-Cappi und……??  Noch einmal aus dem Auto in die Wohnung, das vergessene Halstuch holen….so jetzt aber…. 7 Uhr Abfahrt….

Das Wetter war in Pinneberg bei 16 Grad sehr trübe, dafür ohne Regen und so sollte es auf Helgoland auch werden….

Die Fahrt auf der Autobahn dauerte nur 1 Stunde….wenig Autos unterwegs… hinter dem Nordostsee-Kanal musste ich jedoch die Geschwindigkeit massig reduzieren….ein sehr heftiger Regen kam da runter…kurz vor Heide war wieder alles strahlend schön und fast sonnig…aber nur fast….

Dieses Mal hat das Timing mit Schwester+Schwager besser gepasst…für 5 EUR konnte man quasi direkt am Fähranleger im Hafengebiet Büsum sein Auto den ganzen Tag stehen lassen….und obwohl es langsam voll wurde, stand ich mit meinem Auto dann direkt neben den Beiden….die waren auch erst ein paar Minuten früher angekommen und hatten schon mal unsere Tickets abgeholt.

Es waren auch hier 16 Grad, aber so ganz ohne Sonne und mit einer Menge Wind….Mein Schwager mit kurzer Hose und nur im kurzärmeligen Hemd und Weste fror ein wenig…hätte es aber nie zugegeben….aber sein Gegrummel über die Wetterverhältnisse waren eindeutig. Wir Mädels haben geschmunzelt, aber ich hatte schon Befürchtungen wenn das Wetter so bleibt, wird das für den Schwager keine schöne Fahrt und damit auch nicht für uns…immerhin sind wir 2x 2 Stunden auf dem Schiff unterwegs…..aber mein Schwager, als ECHTER Norddeutscher, weigert sich immer wieder eine Jacke mit zu nehmen….hahaha….aber meine Schwester hatte für den Notfall eine dünne  klein-gefaltete Regenjacke für ihn dabei….aber nur im allergrößten Notfall hätte er diese auch tatsächlich angezogen. Zum Glück konnte sie ihn immerhin davon überzeugen. doch auf seine alten Wanderschuhe zurück zu greifen und nicht die Neuen zu nehmen, die er vorher noch nie getragen hat.

Sooooo wir standen also eine ganze Weile in langer Schlange VOR dem Schiff  (durch Corona-Abstände wirken alle Warteschlangen immer doppelt und dreifach so lang) ca. 1 Stunde und es wurden immer mehr Menschen…..ich glaube einer der Mitarbeiter hatte von 400 Menschen gesprochen die heute mitfahren wollten und damit tatsächlich nur die Hälfte der Passagiere, die normalerweise auf dieses Schiff gehen.

Aber ich hatte einen kleinen Schock, als wir dann unsere reservierten Plätze im 2. Unterdeck einnahmen….Das Schiff sah auch mit 400 Menschen  irgendwie bereits VOLL besetzt aus…..und das auf jedem Deck…..SOOO viele Menschen hab ich schon lange nicht mehr auf einem Fleck gesehen und es gab ja kein Entkommen….wir sind auf einem Schiff.

Da ich damit nicht gerechnet und mich somit auch innerlich nicht damit auseinander gesetzt hatte, traf es mich komplett unvorbereitet…ich brauchte eine Weile um mich damit zu arrangieren.

Ich hab ja ein Problem mit Enge und seit Corona gab es eigentlich NIE eine Situation die für mich unangenehm war….da hatte ich das glattweg vergessen…Aber so leicht gibt die Klaustrophobie nicht auf: und selbst meine Schwester so eng neben mir sitzen zu haben, musste ich erst wieder lernen zuzulassen.

Wir saßen an einem 6 Tisch mit 2 Frauen aus Ostdeutschland, die auch witzigerweise schon in der Warteschlange hinter uns standen….das war zuerst auch ungewohnt wieder mit fremden Menschen an einem Tisch zu sitzen….aber wir hatten es mit den Beiden echt gut getroffen. Unglaublich nett….Wir 3 saßen auf der einen Seite auf der Bank und die Beiden saßen uns Gegenüber….ICH hab mich natürlich auf die Gangseite gesetzt….wo dann aber später die Schlange stand, um im Schneckentempo Kuchen+Getränke oder das Frühstück zu holen…..Auch wir mussten unser bestelltes Frühstück selber abholen….Aber Abstand halten war auf dem Schiff so gar nicht möglich.

Aber nach ca. 1/2 Stunde hatte ich mich gut mit dem Platz und der Situation arrangiert und es war eine lustige zweistündige Fahrt von Büsum nach Helgoland..

Ach ja: den Corona-Test hätten wir uns sparen können….seit Montag baucht man keinen mehr, um auf das Schiff zu kommen. Auf den Gängen herrschte Maskenpflicht, am Platz nicht….und auch draußen trugen die meisten keine mehr….Ich trug die aber immer solange, bis wir auf dem Oberdeck einen Stehplatz ergattern konnten…und dann erst hab ich sie abgenommen….

Gab es noch im Laufe der letzten 1,5 Jahre die Aussagen, das unser Leben sich nach Corona deutlich ändern wird, das wir nur noch online shoppen und weniger Reisen, das wir lernen mehr Rücksicht zu nehmen und eine Art natürlichen Abstand entwickeln, kann ich mit dieser Erfahrung heute mein eigenes Fazit bringen:

NEIN – der Mensch ist so nicht gemacht….wenn irgendwo EIN Mensch ist…rotten sich viele um diesen Menschen herum, möglichst nahe…wir sind Herden-Tiere….und Rücksicht durch Abstand geht nur eine Weile – und das auch nicht freiwillig.

Soooo und dann endlich ging die Fahrt auch schon los…..