Da ist es endlich – dieses kleine Sommerloch, auf das ich gehofft hatte. Eine Woche in der ich endlich mal nichts Unerwartetes, Eiliges, Dringendes oder sonstwie Ungewöhnliches zu erledigen hatte….okay etwas Ungewöhnliches gab es schon, aber der Teil der mich betraf, war dann auch in ca. 2 Std. erledigt.
Nächste Woche wird es wieder vorbei sein mit dieser kleinen Pause.
Glücklicherweise war ich auch in einer extrem kommunikativen Phase, so das ich sie genutzt habe, um mich mal wieder länger mit den Kollegen Vorort zu unterhalten und es kamen durch diverse Meetings so einige Kollegen aus den unterschiedlichen Standorten nach Hamburg.
Noch wichtiger, ich habe auch den Kontakt zu unserem neuen 3. Teammitglied gesucht. Sie ist Anfang 50 und scheint echt gut zu uns zu passen…die Chemie stimmt.
Sie ist vom Wesen eher ruhig, aber sie kommuniziert gerne – stellt die richtigen Fragen, aus denen man erkennt, sie weiß wovon wir sprechen…und ich bin sehr erleichtert…es ist schon jetzt eine Interaktion zwischen uns Dreien erkennbar: wir reden miteinander, tauschen uns aus und es kommt Feedback. Genau SO soll es sein.
Ich habe sogar schon ausgelotet ob wir büro-kompatibel sind und ich wage mal ein vorsichtiges: ja – ich könnte mir vorstellen mit ihr zusammen ein Büro zu teilen….aber noch warten wir auf unseren nächsten Zuwachs Anfang September und dann werden die Karten neu gemischt…also die Büroplätze in unseren beiden 2er Büros endgültig aufgeteilt.
Lustig ist auch, das die Homeoffice-Regeln für unsere Firma neu formuliert wurden. Damit haben wir jetzt ein vertragliches Recht unsere Arbeit an einem anderen Ort (innerhalb Deutschlands), als an unserer zugewiesenen Arbeitsstätte, auszuüben, sofern es nicht die Effizienz der Arbeitserledigung oder die Team-Zusammenarbeit beeinträchtigt.
Natürlich behält sich die Geschäftsleitung das „Direktionsrecht“ vor…d.h. sie kann etwas anderes verfügen, wenn sie es für erforderlich hält.
Ich bin sehr zufrieden mit dieser neuen Regelung, auch wenn es im täglichen Arbeitsalltag eigentlich nichts für mich ändert. Durch diese neue Formulierung wird nur der betrieblichen Praxis Rechnung getragen…denn bisher galt: es gibt das Recht auf 1 Tag Homeoffice pro Woche, aber mehr sind nach Absprache mit dem Vorgesetzten möglich.
Ich bin bisher ja regulär an 2 Tagen im Homeoffice und erweitere diese Tage, je nach Bedarf, während der Abschlusszeiten.
Durch die Team-Erweiterung von 2 auf 4 Mitarbeiter, scheint der GF uns auch endlich als SEIN Team anzuerkennen…denn es sollen wohl bald monatliche Team-Meetings mit dem GF stattfinden. Dann hätten wir tatsächlich mal so etwas wie eine Führung und wir würden nicht sooft in einem luftleeren Raum hängen.
Aber natürlich bin ich Realist und weiß, das er nicht unsere Alltagsprobleme hören möchte…ich denke es geht eher um „das-Große-Ganze“…organisatorische Änderungen, Fortschritte der Migration auf das neue IT-System usw. und evtl. möchte er auch sehen, ob es im Team Probleme gibt.
Es hat ja noch einigen Ärger gegeben, weil der inzwischen ehemalige Zuarbeiter des Controller sich auf einem Firmen-Bewertungsportal derartig negativ über die gesamte Firma ausgelassen hat (noch während er zwei Wochen mit dem Controller zusammenarbeiten musste), das sich die Firma genötigt sah, dagegen vorzugehen. Seine Bewertungen waren nur boshaft und grob falsch, mit dem Ziel maximalen Schaden anzurichten. Wir waren alle überrascht und teils schockiert über seine Äußerungen, er hat die Tatsachen einfach umgedreht und sich so als Opfer dargestellt.
Dabei wollte er nicht mit uns und den anderen Kollegen kommunizieren und hat auch alle Angebote zur Weiterbildung ausgeschlagen, er hatte nie Zeitdruck oder Abgabestress wie der Controller oder ich, er brauchte nie Überstunden machen, wurde nie vom Controller kontrolliert oder gegängelt, konnte HO machen wann er wollte – also so frei muss man auf der Arbeit erst einmal sein und letztlich hat er selber gekündigt – selbst Schuld kann ich da nur sagen.
Auf jeden Fall brechen jetzt neue Zeiten an. Mit der NEUEN sind wir nun 3 gleichwertige Bilanzbuchhalter im Team und haben erstmalig die Chance unsere Arbeit so aufzuteilen, das wir uns auch gegenseitig wirklich vertreten können…ich werde ihr auf jeden Fall zwei meiner Windparks abgeben, so das sie auch diese Seite unseres Geschäfts beherrschen lernt…der Rest wird sich finden und etwas Unsicherheit bleibt ja noch wegen unseres nächsten Zuwachses, der ja Gesellschaften von den dänischen Group-Controllern übernehmen soll.
Durch die Ruhe in dieser Woche und auch durch meinen Urlaub zuvor, hab ich inzwischen wieder etwas mehr Gelassenheit und sehe nicht mehr nur die Probleme durch diese unerwartete Erweiterung von 3 auf 4 Controller. Aber nein, ich freue mich immer noch nicht auf den Team-Zuwachs – sehe es aber nicht mehr so negativ.
Mit meiner liebsten Kollegin aus Brandenburg hatte ich am Dienstag nun unser letztes Teams-Meeting…wir haben noch letzte Dinge vor ihrem Weggang geklärt und ich werde ab jetzt die Rechnungen, die sie immer, in Abstimmung mit mir, für einen Teil der Gesellschaften geschrieben hat, selber schreiben. Das sind die Alt-Projekte, die jetzt langsam zum Ende kommen.
Dann hab ich mich bei ihr für die letzten 4 Jahre, für diese tolle Zusammenarbeit auf so schön lockere und menschliche Art bedankt und natürlich flossen ein paar Tränen auf beiden Seiten des Bildschirms. Wir bleiben beruflich auch noch ein wenig verbunden, durch ein paar Uralt-Projekte, bei denen ihr Arbeitgeber noch mit unserer Firma verbunden ist….und privat wollen wir ja eh in Kontakt bleiben.
Soooo und nach all diesen Veränderungen und der vielen Kommunikation war ich gestern Abend so platt, das ich bereits um kurz nach 20 Uhr auf der Couch eingeschlafen bin, bevor ich dann irgendwann ins Bett gekrochen bin.